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Die Rückkehr des Prinzen
-eine Fanfiction von Chiara

Disclaimer: Tja, das mit dem regelmäßigen Erscheinungsdatum ist beim Wunschdenken geblieben, weil die Beta-Leserin nicht unbedingt diie schnellste ist. :) Druck ist das einzige, was da hilft. Figuren und Schauplätze, die e8uch bekannt vorkommen made by Großmeister Tolkien.

Kapitel 13

Meditation

 

Es dämmerte bereits, als sie ihr Nachtlager auf einer großen Wiese nahe der Mündung des Gilrain aufschlugen. Legolas blickte sich begeistert um und fühlte sich für den Bruchteil einer Sekunde in seine Heimat zurückversetzt. Die riesigen Bäume, der weiche, duftende Gras – all diese Dinge erinnerten ihn an Düsterwald. Doch sein wehmütiger Tagtraum wurde jäh von Eomer unterbrochen.

"Ich bin dafür, dass wir uns aufteilen. Ein paar von uns sollten Holz holen gehen, der Rest kann sich in Gesellschaft der Tiere Gedanken über das Abendessen machen. Legolas, Haldir und der Zwerg gehen Holz holen", ordnete Eomer mit befehlsgewohnter Stimme an.

Das ungleiche Trio setzte sich sogleich in Bewegung, auch wenn Legolas ein Schmunzeln über Gimlis empörtes Gemurmel über die herrische Art des Thronerben Rohans nicht unterdrücken konnte.

"Die zweite Gruppe bilden dann Aragorn, Faramir und ich", fuhr Eomer unbeeindruckt fort.

Schließlich streifte sein Blick Alanedya. Fast unmerklich verengte er die Augen, bevor er sich an Gandalf wandte.

"Wenn es Euch Recht ist Mithrandir, werdet ihr Fräulein Alanedya und den Hobbits Gesellschaft leisten. Als Frau sollte sie nicht allein in ihr unbekannten Gefilden umherstreifen."

Gandalf lächelte und erwiderte müde: "Nätürlich, ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste, außerdem ist mein Pfeifenkraut ausgegangen, ich war der Hoffnung, mir etwas von den Hobbits leihen zu können."

Die Frodo, Sam, Merry und Pippin grinsten breit, wohl wissend, dass es Gandalf nie an Pfeifentabak mangeln würde. Vermutlich versuchte er nur auf seine üblich diplomatische Weise, eine drohende Auseinandersetzung zwischen Alanedya und Eomer zu verhindern. Ein Blick in die Richtung der jungen Frau genügte, um die aufziehenden Gewitterwolken, die sich über ihrem zusammenzogen, als ernstzunehmendes Alarmzeichen zu erkennen. Ihre Hände waren erbittert zu Fäusten geballt, die Knöchel traten weiß hervor. Ihr war anzusehen, dass sie sich bemühen musste, ruhig zu bleiben.

"Alanedya, ich kann nicht verstehen, dass du so ruhig bleiben kannst. Eomer hat dich offensichtlich ausgeschlossen. Das war nicht richtig von ihm", sagte Pippin zähneknirschend, wobei ihm die anderen Hobbits beipflichteten.

"Hört mal, ich glaube nicht, dass es wirklich gut ist, jetzt für Zwist untereinander zu sorgen. Wir haben besseres zu tun und wenn Eomer es für richtig hält, dann bitte", antwortete Alanedya mit gepresster Stimme.

Dies war zweifellos nicht der geeignete Moment, um mit dem künftigen König Rohans ein Streitgespräch darüber zu beginnen, ob Frauen hinter den Herd gehörten oder nicht.
Gandalf betrachtete dieses Szenario schweigend. Pippin jedoch lächelte sie an und nickte, als ob er ihre Gedanken lesen könnte.

****

Schließlich war es der praktische Sam, der die Stille brach.

"Jetzt wo wir schon einmal hier hocken, könnten wir auch überlegen, was wir essen wollen. Ich habe wirklich Kohldampf und unsere Vorräte gehen langsam aber sicher zur Neige."

Alle vier Hobbits begannen wild durcheinander zu diskutieren. Als die vom Appetit getriebenen Vorschläge allerdings begannen, ins Abstruse abzugleiten ("Wie wär’s mit gebratener Fasanenbrust mit Bratkartoffeln" "Aber klar, weil wir ja auch 7 Pfund Kartoffeln und eine Schar Geflügel dabei haben!"), setzte Gandalf der Diskussion ein Ende und ordnete eine nahrhafte Kartoffelmehlsuppe mit Gewürzen und hartem Brot an. Zähneknirschend machte sich der unbestrittene Meisterkoch Sam an die Arbeit. Alanedya ging ihm zur Hand.

"Ich weiß nicht was fehlt, aber ich weiß, dass etwas fehlt. Probier mal Gandalf", sagte Sam.

"Hmmm", machte Gandalf nachdem er den Finger in den riesigen Topf gesteckt hatte. "Ich finde sie sehr gut Meister Gamdschie. Ein bisschen kalt vielleicht..."

"Was in erster Linie daran liegt, dass wir noch kein Feuerholz haben" warf Merry ein.

"Ich glaube das hier fehlt", meinte Alanedya und warf einige Kräuter aus einem lilafarbenen Beutel in den Topf. Sie beugte sich zu Sam hinüber und flüsterte ihm ins Ohr: "Eisenkraut, das macht die Suppe aromatischer und bekömmlicher."
Sam grinste, klatschte vergnügt in die Hände und meinte, dass er sich dies bestimmt merken werde.


Kurze Zeit später kehrte der Rest der Gruppe zurück. Ein kleines Feuer wurde entfacht und die Suppe wurde darüber gestellt und erwärmt. Die GEfährten saßen im kleinen Kreis um das Feuer und Alanedya verteilte den Inhalt des Suppenkessels.

"Wer hat das gekocht? Es schmeckt wirklich gut", lobte Faramir.

"Sam und Alanedya."

"Ah, dann ist sie doch nicht völlig für umsonst mitgekommen", flüsterte Gimli zu Eomer. Da der Zwerg sich jedoch nicht auf leise Gespräche verstand, vernahm Alanedya die Bemerkung und straffte die Schultern.

"Es freut mich, dass ich dazu beitragen kann, dass die Mission nicht am Hunger scheitert, sondern eher noch an männlicher Arroganz", konterte Alanedya spitz.

Sekundenlang starrten sich der Zwerg und die junge Frau an. Gerade als Gimli die Augen verengte und zu einer Erwiderung ansetzen wollte, brachen Gandalf, Pippin und Aragorn in ein so herzliches Lachen aus, dass auch alle anderen davon angesteckt wurden.

****

Der Abend ging zu Ende und die Sterne funkelten trotz des blauen Nebelschleiers in der Luft um die Wette. Dieses Mal teilte Aragorn die Nachtwache ein, um nach dem kleinen Schlagabtausch beim Essen, nicht schon wieder für Uneinigkeiten untereinander zu sorgen.

Es war schon tief in der Nacht und Alanedya konnte nicht wieder einschlafen und lag wach im Gras, wobei sie eine Decke vor der Kälte schützte. Sie hatte sowieso gleich Nachtwache, die vorletzte, also konnte sie der Person, die ihr schräg gegenüber am Feuer saß, auch ruhig Gesellschaft leisten. Sie erhob sich ein wenig, doch was sie sah, ließ sie sofort zurück ins Gras sinken.

Eomer. Auch das noch. Dann bleibe ich lieber liegen und starre in die Flammen des kleinen Feuers.

Die roten, gelben und orangefarbenen Flammen züngelten vor sich hin und hatten eine hypnotisierende Wirkung auf sie. Rot, gelb, orange, rot, gelb, orange, rot, gelb, orange, rot, gelb, orange, rot, gelb, orange.....

Sie wurde jäh aus ihrem fast meditativen Zustand gerissen. War da nicht ein Geräusch? Sie spitzte ihre Ohren, doch da war nichts. Wahrscheinlich spielten ihre Sinne ihr einen Streich. Eomer schien auch nichts weiter gehört zu haben. Gut, dann wieder: Rot, gelb, orange, rot, gelb, orange, rot, gelb, orange......

Da war es schon wieder. Sie drehte sich vorsichtig in die Richtung, aus der sie das Rascheln vernahm. Nichts.

Alanedyas Hand tastete dennoch nach ihrem Dolch, den sie am Gürtel trug. Langsam erhob sie sich aus ihrem Nachtlager und begann Eomer vorsichtige Handzeichen zu geben, um dessen Aufmerksamkeit auf die nächtliche Geräuschquelle zu lenken.

Langsam kam sie auf die Beine und konzentrierte all ihre Sinne auf das unterschwellige Rascheln. Da war es wieder. Ihre Augen hatten sich inzwischen an die Dunkelheit gewöhnt und sie erkannte einen schwarzen Mantel.

Ich hatte recht. Ich wusste, dass er wiederkommen würde.

Alanedya ließ die dunkle Gestalt nicht aus den Augen. Der nächtliche Störenfried bewegte sich lautlos wie eine Katze und verschwand schließlich hinter dem morschen Stamm einer alten Eiche. In der Zwischenzeit war Eomer auf Alanedyas seltsam anmutendes Gebären aufmerksam geworden und hatte sich vom Feuer erhoben. Auch er schien die dunkle Gestalt bemerkt zu haben. Mit einem leisen "ratsch" ließ er sein Schwert aus der Scheide fahren und bewegte sich vorsichtig auf die alte Eiche zu.

Was im Namen der Götter machte er da? Will er unserem "Besuch" vielleicht ein nettes Plätzchen am Feuer anbieten?

"Wer ist da? Komm heraus!", befahl Eomer mit ruhiger, dennoch dominanter Stimme.

Toll, ganz toll. So habe ich mir das vorgestellt. Warnen wir doch den Feind einfach vor.

Genervt verdrehte Alanedya die Augen. Es hätte sie nicht gewundert, wenn Eomer sich dem Eindringling mit Rang und Namen noch vorgestellt hätte.

Plötzlich sah sie ein kurzes Funkeln, ein glänzender Gegenstand blitze kurz auf und fuhr mit einem Pfeifen durch die Luft.

"Vorsicht", schrie Alanedya, bevor sie aufsprang und Eomer zu Boden riss. Leider hatte sie dabei die Richtung nicht koordiniert, denn sie landeten direkt in der Feuerstelle.

"Nutzloses Weib!", schimpfte Eomer. Alanedya klopfte Eomer mit der Decke das Feuer am Rücken aus und anschließen wandte sie sich auch ihrem Bein zu. Der Lärm hatte auch die anderen aus dem Schlaf aufgeschreckt. Aragorn und Legolas kamen fast zeitgleich auf die Beine.

"Du, du...", setzte Eomer an und erhob seine Faust in Richtung Alanedyas. Sein Gesicht war wutverzerrt.

Aus der Ferne vernahmen sie noch ein aufgebrachtes Wiehern und dann kehrte Ruhe ein. Der Angreifer war offensichtlich verschwunden.


Alanedya würdigte Eomer keines Blickes und ging schnurstracks an ihm vorbei. Sie schien auf einen Punkt hinter seinem Rücken konzentriert und strebte auf die Stelle zu, an der er kurz zuvor gestanden hatte. Keine zwei Fuß weiter steckte ein Pfeil im Boden. Am Schaft war ein Stück weißes Pergament angebunden. Alanedya hob den Pfeil auf und zog das Pergament ab. Langsam rollte sie es auseinander und ihre Augen huschten über die Zeilen. Schließlich gab sie das Pergament wortlos an Aragorn weiter und wartete auf seine Reaktion.

Das Feuer beleuchtete das Papier gespenstisch und ließ einen schwarzen Adler mit weit aufgerissenen Augen erkennen. Auch Gandalf beugte sich neugierig über den Pergamentbogen begutachtete ihn argwöhnisch.

Schließlich sahen Aragorn und Gandalf auf und tauschten einen kurzen Blick.


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Ende Kapitel 13
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Lob, Kritik und Anregungen gehen wie üblich an Chiara

 





 

 

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