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Den Jäger erlegen
-eine Fanfiction von Sleepy
Tiger
Anmerkungen der Verfasserin:
An alle HdR Kenner: Ich gehe sehr unbefangen
und unbekümmert mit diesem heiligen Stoff um (heißt: Ich
hab' die Bücher noch gar nicht gelesen *geht in die Ecke und
schämt sich*). Seid mir nicht böse!!!! Ich bin nur eine
völlig verstörte, gelangweilte, lebensmüde, erbärmlich
verarmte, faule, vergeßliche, doofe Studentin, die keine Ahnung
von Rechtschreibung und Grammatik hat...leider will mich meine Irrenanstalt...
Disclaimer: Alles, von dem ihr meint,
daß ihr es kennt, gehört nicht mir (Beispiel: Herr der
Ringe). Alles andere, daß euch seltsam und konfus vorkommt,
ist meins (Beispiel: diese Geschichte).
Prolog:
Mittelerdes Westküste, Stadt
Perrigon...
Es war einer der weniger schönen Nächte, als Lord Kerrigan
IV., Statthalter der reichen Küstenstadt Perrigon, in der komfortablen
Dienstkutsche, vor den Toren seiner Stadt saß. Auf den Weg
hierher hatte er flüchtig bemerkt, wie gut das Wetter und diese
Tageszeit zu seiner Aufmachung paßte.
Diese Nacht schien so bedeckt zu sein. Sie war sternenlos und der
Mond kämpfte sich tapfer durch die Wolken, verlor aber mehr
und mehr die Oberhand. Selbst das Meer schien ruhig zu sein. Das
Rauschen der Wellen war beinahe nicht zu hören. Dichter Nebel
stieg vom Fluß Ghon auf, der die Stadt umgab, und würde
sie vor jedem nächtlichen Passanten verstecken, wäre nicht
die wenigen Lampen an den Toren.
Lord Kerrigan lächelte spöttisch. Es kam ihm vor, als
zolle ihm die Natur Respekt. Respekt, weil er so pflichtbewußt
um diese Zeit, in dieser Kälte wartend seine schwarze Trauerkleidung
trug und auch die Wappen an den Türen seiner Kutsche mit schwarzem
Tuch verdecken ließ. Alles, um die Soldaten, die für
Perrigon gefallen waren, ein letztes Mal in ihrer Heimat willkommen
zu heißen. Ja, er wartete mit drei seiner Männer auf
die Totengräber, die die toten Söhne Perrigons heimfuhren.
Kerrigan grinste wölfisch. Wenn sie wüßten...
Er mußte nicht lange warten, bis die in schwarzen Umhängen
gehüllten Totengräber auf schwarzen Rössern aus dem
Nebel erschienen. In einem gemächlichen Tempo betraten sie
die Brücke. Einer ritt voran und hinter ihm flankierten vier
weitere einen schwarzen und abgedeckten Wagen, der von einem fünften
gelenkt wurde. Sie hielten mitten auf der Brücke an. Sofort
sprang der Kutscher ab und stieg auf ein gesatteltes Pferd, das
einer der anderen hinter seinem angeleint hatte.
Als der Vordermann abstieg und sich abwartend neben sein Pferd stellte,
stieg auch Lord Kerrigan aus der Kutsche und schlenderte gemütliche
mich seinen Wachen auf den Totengräber zu.
"Habt Dank für Eure Mühe, uns unsere gefallenen Söhne
zu bringen", sagte Lord Kerrigan und lüftete ironisch
seinen Hut. Die dazu gehörige Verbeugung ließ er aus.
"Euer Dank sollte gülden sein", erwiderte eine rauhe
Stimme. "Gülden und tausendfach."
Kerrigan grinste und trat auf die verhüllte Gestalt zu. "Die
Ware ist also vollständig?"
Der Totengräber mußte zu Kerrigan aufsehen, da dieser
größer war. Als er seinen Kopf hob, beschien das Mondlicht
sein Gesicht. Es war ein Ork.
Kerrigan schreckte vor ihm nicht zurück, gab ihm aber auch
nicht die Hand. Er ging mit ihm zum Karren, um sich die "gefallenen
Söhne" anzusehen.
Es widerstrebte ihm eigentlich, mit diesen widerlichen Kreaturen
der Finsternis Geschäfte zu machen. Dieser hier war sogar recht
exzentrisch. Er nannte sich nämlich selbst einen Dunkelelben.
Aber was soll's? Es waren einzigen, die ihre Liefertermine einhielten.
Sie waren billig und fanden jeden noch so speziellen Wunsch weder
überzogen noch unerfüllbar.
Auf einem Wink des Dunkelelben zogen zwei verhüllte Gestalten
die Plane etwas vom Wagen und zeigten dem Lord den Inhalt. Kerrigan
kam näher heran und erkannte sieben gefesselte und geknebelte
Personen, die allesamt bewußtlos waren. Er griff in das Haar
einer Frau und sah im Mondlicht, das es die richtige Farbe hatte.
Dann drehte er ihren Kopf und sah sich ihre Ohren an. Auch die waren
richtig.
"Gute Arbeit", lobte Kerrigan und sah noch einmal auf
die anderen. "Sieben Grauelben auf einmal. Ich bin entzückt."
"Vielen Dank", antwortete der Dunkelelb sarkastisch. "Es
war nicht schwer. Diese Elben denken immer, daß sie so geschickt
seien. In Wirklichkeit sind sie nichts."
Kerrigan lächelte höflich und erstarrte plötzlich,
als er noch einmal einen Blick auf die Grauelben warf. Der Mond
hatte eine Schlacht gegen die Wolken gewonnen und schien für
einen Augenblick mit voller Kraft in den Karren hinein. Er offenbarte
dem Lord etwas schier entsetzliches.
"Aber das...das ist doch..." Er wurde bleich und zeigte
mit erschüttert auf einen Elben im hinteren Teil des Karren.
Fassungslos starrte er seinen Lieferanten mit großen Augen
an, unfähig ein weiteres Wort zu äußern.
Der Dunkelelben kicherte böse. "Ja, das sind drei von
Thranduils Söhnen. Ein feiner Fang, nicht wahr?"
"Seid ihr wahnsinnig?" zischte der Mensch entsetzt. "Das
da ist Legolas Grünblatt!"
"Ja, das wissen wir", erwiderte der Dunkelelb lässig.
"Wir waren erstaunt, daß es so schnell ging. Dieser Elb
ist seinen Ruf nicht würdig."
"Ihr seid wahnsinnig!" wiederholte Lord Kerrigan etwas
lauter und vor Wut lief er rot an. "Wie konntet ihr Legolas
Grünblatt gefangen nehmen? Ganz Mittelerde kennt ihn als einer
der Retter des Kontinents. Dieser Elb ist ein verflixter Held."
"Ein unfähiger Held", bemerkte der Dunkelelb. Er
sah Lord Kerrigan nicht an, während er das sagte, sondern prüfte
mit dem dunklen behaarten Daumen die Klinge eines Dolches, die grünlich
verfärbt war. Vermutlich vor irgendeinem hinterhältigen
Gift der Orks. "Außerdem verkauft Ihr Eure Ware doch
nicht in Mittelerde. Soweit ich weiß, geht alles in Kisten
verpackt auf Schiffen in den Westen oder Osten. Also, wozu die Panik?"
Lord Kerrigan konnte diese Arroganz und Dummheit nicht begreifen
und die Ruhe des Dunkelelben reizte ihn bis aufs Blut. "Ich
kann Legolas Grünblatt nicht verkaufen!"
Der Dunkelelb rührte sich immer noch nicht, sagte aber: "Ihr
wolltet sieben Grauelben und hier sind sieben Grauelben."
"Ich nehme die anderen, aber Grünblatt werdet ihr wieder
mitnehmen", erwiderte Lord Kerrigan gebieterisch.
"Ihr Menschen seid doch wirklich zu nichts nutze", meinte
der Dunkelelb verächtlich und in einer Bruchteil einer Sekunde
hatte er den Lord am Hals gepackt und seine große starke Hand
umfaßte beinahe den dicken Hals des Menschen.
"Also, nehmt Ihr ihn nun, oder nicht?" fragte der Dunkelelb
und drückte die verfärbte Klinge in die Fettfalten von
Kerrigans Hals. Zu seinem Entsetzen hörte er, wie hinter ihm
die Schwerter gezogen wurden.
"Laßt Lord Kerrigan los, Ork!" verlangte einer seiner
Wachen.
Der Dunkelelb knurrte den Menschen an, als er dieses Wort hörte
und drückte die Klinge so fest an Kerrigans Hals, daß
dieser vor Angst wimmerte.
"Sagt Euren Leuten, sie sollen sich nicht rühren",
flüsterte der Dunkelelb bedrohlich und seine gelben Augen leuchteten
gespenstisch in der Nacht.
Der faulige Atemgeruch ließ Kerrigans Sinne schwinden, aber
er nahm sich zusammen. Er liebte sein Leben. Sehr sogar. Daher streckte
er den Arm aus und ruderte damit auf und ab, um seinen Wachen zu
verstehen zu geben, nicht anzugreifen. Sie schienen es verstanden
zu haben, denn der Griff des Dunkelelben wurde lockerer.
"Ich frage Euch noch einmal", sagte er. "Nehmt Ihr
die Ware?"
Kerrigan nickte vorsichtig als Antwort, weil die Klinge anfing seine
Haut aufzukratzen. Er atmete tief durch, als er wieder losgelassen
wurde. Taumelnd wich er einige Schritte vor diesem Dunkelelben zurück.
Der Dunkelelb streckte die Hand aus und sah Kerrigan abwartend an.
Hastig winkte der Lord einen seiner Wachen herbei und nahm ihm das
hölzerne Kästchen ab, das er ihm hinhielt. Dann warf er
es dem Dunkelelb zu, als daß er ihm das Kästchen wirklich
übergab.
"1000 Goldstücke wie vereinbart", stotterte der Lord
und hatte sehr viel Mühe, den verachtenden Blick der dunklen
Kreatur standzuhalten.
Das Kästchen verschwand unter dem schweren Umhang. Ohne ein
weiteres Wort saß der Dunkelelb auf und preschte mit den anderen
Reitern über die Brücke zurück in die Dunkelheit.
Lord Kerrigan seufzte erleichtert auf und lehnte sich an den Karren.
Hektisch wischte er den Schweiß von der Stirn
"Bringt sie in die hintersten Zellen des Kerkers und kettet
sie an", knurrte er seinen Leuten zu und wagte es noch einmal
unter die Plane zu sehen, mit dem Ergebnis, daß er noch mehr
erbleichte und zitterte. Dieser Dunkelelb wurde immer leichtsinniger
und überheblicher.
Legolas Grünblatt!
Wußten die den überhaupt nicht, wer und was dieser Elb
war?
Er zog die Plane wieder zurück und wandte sich an seine Wachen:
"Kein Wasser und kein Brot. Vergeßt sie einfach. Sie
waren nie hier. Verstanden?"
"Ja, Herr!"
Lord Kerrigan hob ein parfümiertes Taschentuch wieder an die
Nase und sog heftig den beruhigenden Duft ein. Wenn das der König
erfahren würde! Sein Kopf wäre das geringste, was er fordern
würde, wenn sie von seinen kleinen Nebengeschäften erführen.
Allein die Vorstellung, daß Legolas Grünblatt als Sklave
in einem anderen Kontinent sein Dasein fristete, würde eine
Welle der Empörung herauf beschwören. Möglicherweise
noch einen Krieg!
Schnell stieg Kerrigan in seine Kutsche ein, während die Wachen
an die Arbeit gingen. Einer setzte sich auf dem Kutschbock von Lord
Kerrigans Kutsche und die beiden anderen übernahmen den Totenwagen.
Kerrigan ließ sich mit einem Seufzer in die Polster fallen.
Er hob gerade die Hand, um gegen das Dach zu klopfen, damit sein
Kutscher losfuhr, als ein Schatten an seiner Kutsche...vorbei rannte?
Die Panik ließ sein Herz stehen und ihn seine Vorsicht vergessen.
Er lehnte aus dem Fenster und rief: "WER DA!"
Seine Kutsche schaukelte etwas, als die Wache vom Kutschbock sprang
und dem Schatten hinterher jagte.
Der Lord wartete angespannt, während er Geräusche von
einem kleinen Kampf und ein Frau fauchen hörte. Das erste,
an das er dachte, war, daß es ein Spion des Königs sein
mußte. Seine Majestät wußte von seinen illegalen
Geschäften, von den falschen Büchern, von seinen Beziehungen
zu der Finsternis. Die Angst verdrängte jeden vernünftigen
Gedanken und ließ ihn seine Hände ins weiche Polster
der Sitze krallen. Das Herz schlug ihm bis zum Hals. Er sollte besser
sterben, ehe man ihn vor ein Gericht stellte.
Kerrigan war fest entschlossen, aus der Kutsche zu steigen und von
der Brücke zu Perrigon zu springen, als eine der Wachen ein
Mädchen vor seinem Fenster stellte. Sie jammerte, während
sie versuchte, sich dem harten Griff der Wache zu entwinden.
Kerrigans Anspannung wich, als er sich Mädchen genauer ansah.
Es war eine Straßenhure, wie es sie zu Hunderten in dieser
Stadt gab. Das lange schwarze Haar war ungepflegt und sie und das
rote Kleid, das sie trug, starrte nur so vor Schmutz und Fett. Sie
war noch jung und recht hübsch, aber dennoch nichts weiter
als menschlicher Abfall. Und sie stank! Angewidert hob er ein parfümiertes
Taschentuch an die Nase.
"Was hast du hier gemacht?" verlangte er zu wissen.
Ihr feindseliger Blick wich einem Lächeln voller Zahnlücken
und sie schob provozierend ihren kaum bedeckten Busen vor. "Freude
bringen, mein Herr. Interessiert?"
Er schnaubte verächtlich und befahl seiner Wache: "Entsorgt
diesen Müll."
Wieder wurde das Mädchen gepackt und zum Brückengeländer
getragen.
"Och Mann! Will doch nu' paa' Kupferlinge!" jammerte es
verzweifelt. "Oder wenigsens 'nen warmen Wein!"
Die Wache hob das Mädchen über die Geländer und ließ
es in den Fluß fallen. "Wasch dich erst mal."
Mit einem spitzen Schrei fiel es planschend ins Wasser. Niemanden
kümmerte es, als es japsend wieder an die Oberfläche kam.
Trotz der schweren Röcke schaffte die junge Hure sich ans Ufer
zu kämpfen. Kraftlos blieb sie am Ufer liegen und blickte zu
den Sternen hoch, die sie belustigt anfunkelten. Sie nahm seufzend
zur Kenntnis, daß die Kutsche und der Totenwagen bereits fort
waren. Sie fror in der kalten Luft und ihr Atem verließ stoßweise
in Form von weißen Wölkchen ihren offenen Mund.
"So, so. Das war also Legolas Grünblatt", flüsterte
sie mehr zu sich als zu den Sternen. Schwerfällig hockte sie
sich hin und wrang das Flußwasser aus ihren langen Haaren
und ihren Kleidern, ehe sie sich erhob und sich anschickte, den
steilen Abhang zur Straße hochzuklettern. "Dann sollte
ich mich ihn einmal vorstellen."
Ende des Prologs
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Hat Legolas eigentlich Brüder? Ich hab ihn mal zwei gegeben.