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Den Jäger erlegen
-eine Fanfiction von Sleepy
Tiger
Anmerkungen der Verfasserin:
An alle HdR Kenner: Ich gehe sehr unbefangen
und unbekümmert mit diesem heiligen Stoff um (heißt: Ich
hab' die Bücher noch gar nicht gelesen *geht in die Ecke und
schämt sich*). Seid mir nicht böse!!!! Ich bin nur eine
völlig verstörte, gelangweilte, lebensmüde, erbärmlich
verarmte, faule, vergeßliche, doofe Studentin, die keine Ahnung
von Rechtschreibung und Grammatik hat...leider will mich keine Irrenanstalt...
Disclaimer: Herr der Ringe habe ich
mir nicht ausgedacht, nein, das war Mr. Tolkien persönlich, deswegen
verdiene ich mit dieser kleinen Geschichte kein Geld...so 'n Mist
aber auch...
Warnung: Bin vom Hocker heruntergeklettert....
Epilog
Der dicke Schnee gab unter seinen Schritten nicht nach und der
starke Nordwind der Eiswüste konnte ihm auch nichts anhaben.
Aber dennoch empfand Legolas Grünblatt tiefe Ehrfurcht vor
diesem Ort. Soweit er blicken konnte, umgab ihn nichts außer
einer weiten, schneebedeckten Ebene und der weiße, unendliche
Himmel, und beide waren schon lange vor dem Horizont miteinander
verschmolzen. Nirgends war ein Baum oder ein Strauch geschweige
ein Fels zu sehen. Aber dennoch konnte er das Leben hier spüren.
Sie drückte sich eben nicht in Pflanzen und Lebewesen aus,
sondern in der Kraft des rohen Windes und der unendlichen Freiheit,
die sich hier seinem ungezügelten Flug bot.
Um hier bestehen zu können, verlangte es von einem sehr viel
Geduld und vielleicht noch mehr Kraft. Was für Krieger mußte
diese Umgebung hervorgebracht haben! Die Ifreys waren hier obendrein
Tausende Jahre Zuhause gewesen. Legolas konnte es wirklich kaum
noch erwarten, den Clan in seiner Heimat kennenzulernen...wenn Asani
bloß endlich aus dem Loch heraus klettern würde.
Sie hatte vor einigen Minuten einen falschen Schritt gesetzt und
war in eine der Fallen geraten, die die Ifreys für unwillkommene
Gäste gegraben oder gesprengt hatten. In dem Jahr, als die
Armeen Sarumans in den Norden gekommen waren, hatten die Ifreys
die Eiswüste mit Fallen nur so gespickt. Leider hatten viele
Fallensteller ihr Leben bei der Erfüllung ihrer Aufgaben gelassen
und nun wußten nur noch sehr wenige Ifreys, wo alle Fallen
waren. Legolas erfuhr, daß Asani nicht zu dem erlauchten Kreis
gehörte. Es war nun das dritte Mal an diesem Tag, daß
sie in so eine Falle gestürzt war.
Es war diesmal kein sehr tiefes Loch und unten hatte sich im Lauf
der Zeit genug Schnee angesammelt, daß sie eine sanfte Landung
hatte. Aber die Wände waren nach Asanis mürrischer Aussage
ziemlich steil und glatt. Bisher hatte sie seine Hilfe nicht gebraucht,
um herauszukommen, denn sie war wie jeder Ifrey für solche
Fälle ausgerüstet. Diesmal schien sie allerdings Schwierigkeiten
zu haben.
Legolas kniete sich vor das Loch und sah hinein. „Asani?“
Besorgt beugte er sich noch weiter vor, als keine Antwort kam und
rief erneut: „Asani? Wirst du es wirklich alleine schaffen?“
Als er wieder nichts von ihr hörte, griff er mit beiden Händen
in den Schnee und formte eine feste Kugel. Dann ließ er sie
in das Loch fallen. Kurz darauf hörte er ein erschrecktes Keuchen
und dann einen Aufschrei, als Asani abrutschte und wieder auf den
Boden der Falle fiel.
„WAS SOLL DAS?“ schallte es kurz darauf ziemlich zornig
zu ihm hinauf.
Legolas kicherte in sich hinein und holte tief Luft, damit man das
Lachen in seiner Stimme nicht hören konnte. „Soll ich
dich nicht doch besser herausziehen?“
„Ich komme schon allein hier heraus!“
„Gut, ich werde warten.“
„Wirf ja nicht wieder Schnee herunter, du blöder Elb!“
Legolas mußte laut lachen. Diesen Namen hatte er seit fast
einem Jahr nicht mehr von ihr gehört. Das letzte Mal war drei
Stunden nach dem anstrengenden Duell in Bruchtal gewesen, als sie
von dem Lärm der Feiernden geweckt wurde. Er hatte sich damals
zu ihr ins Bett gelegt und sie vorsorglich festgehalten, was von
ihr als zärtliche Geste mißverstanden wurde, denn sie
hatte sich küssend an ihm gedrängt, als er ihr gestanden
hatte, daß er bezüglich der Quellen in Bruchtal gelogen,
aber gleichzeitig versichert hatte, daß er jedoch welche kannte,
die tatsächlich heiß und sprudelnd waren, und sie ihr
wie versprochen auch zeigen würde.
Entgegen seiner Erwartungen hatte sich Asani nicht wutentbrannt
losgerissen, sondern hatte still dagelegen und ihn erstaunlich ruhig
angesehen. Er hatte sich jedoch nicht von der Hoffnung täuschen
lassen, daß Asani womöglich von seinen Worten besänftigt
worden war, sondern hatte sie nur noch fester an sich gedrückt.
Asanis Augen waren ganz schmal geworden und ihr Lächeln war
alles andere als verzeihend oder liebreizend gewesen. Legolas war
wirklich nicht ganz wohl bei ihrem Anblick gewesen und wäre
beinahe aus dem Bett gefallen, als sie ihn ganz plötzlich in
sein Ohr gebissen hatte. Samtig schnurrend hatte sie ihm dann versprochen:
„Das wirst du mir sehr, sehr, sehr schwer büßen,
du blöder Elb.“
Es war kein neckisches oder gar erotisch anzügliches Versprechen
gewesen, wie Legolas in den folgenden Monaten feststellen durfte.
Asani hatte sein Angebot, 500 Tage ihr Sklave zu sein, sehr ernst
genommen. Legolas hatte eingesehen, daß es wirklich unverzeihlich
und sehr beschämend von ihm gewesen war, sie anzulügen,
und er war bereit gewesen, dafür die Konsequenzen zu tragen.
Allerdings war es nicht wirklich schön gewesen, Asanis Sklave
zu sein und dachte er auch nur sehr ungern an die Zeit in Bruchtal
zurück. Er hatte das Gefühl, daß sich seine Würde
nie wieder erholen würde und er plante schon für die nächste
300 Jahre, Bruchtal oder Lothlorien nicht mehr zu besuchen.
Während er seine Schuld schweigend und sehr ehrenhaft abtrug,
zankte sich sein Vater ständig mit Oberon, dem es ganz offensichtlich
mehr Spaß machte, als es sollte. Asani bemerkte einmal, daß
sie den elbischen Bordellvater noch nie so gutgelaunt erlebt hätte.
Sein Vater hingegen wurde von Tag zu Tag übelgelaunter.
Umso überraschender war es daher, als Thranduil Oberons Verbannung
auf einmal aufhob und ihm sogar seinen Titel und die Stelle als
Berater zurückgegeben hatte. Als Lord Elrond nach den ersten
erstaunten Schweigeminuten seine Stimme wieder gefunden hatte, hatte
er Oberon gefragt, ob er dem König etwas in das Essen gemischt
hatte. Aber Oberon lachte nur und lehnte seine Rehabilitation rundherum
ab. Er wollte lieber zurück zu seinem Bordell in Perrigon,
was wieder zu Streit führte.
„Was soll das heißen, du willst nicht?“ hatte
Thranduil ihn angefahren. „Ich gewähre nicht jedem diese
Gnade!“
„Es herrscht Frieden in Perrigon“, hatte Oberon daraufhin
erwidert. „Obendrein hat der König die Steuern dort gesenkt.
Hast du eine Ahnung, wieviel Geld die Menschen jetzt haben? Geld,
das sie in meinem Bordell ausgeben können? Wie könnte
ich mir das entgehen lassen?“
Obwohl Oberons Erklärung durchaus vernünftig und für
viele nachvollziehbarer als Thranduils Entscheidung gewesen war,
hatte der König auf seinem Entschluß bestanden und hatte
Oberon bei Nacht und Nebel nach Düsterwald entführen lassen.
Angeblich wurde er dabei tatkräftig von Gandalf, Gimli und
Glorfindel unterstützt. Es hieß, sie hätten es geschafft,
den listigen und immer wachsamen Oberon zu betäuben, zu fesseln,
zu knebeln und dann mit einer stark bewaffneten Eskorte, in der
neben Asanis Vater auch drei weitere stoische Ifrey-Krieger mitritten,
nach Düsterwald zu bringen. Asani und Legolas hatten dabei
nur staunend zusehen können. Beide hatten auf dem Platz gestanden,
um ihre Väter zu verabschieden, als man das Pferd an ihnen
vorbei geführt hatte, auf dem der gefesselte und bewußtlose
Oberon quer über den Sattel gelegen hatte.
„Warum nimmt ihn dein Vater mit?“ hatte sie ihren Gatten
leise gefragt.
„Nun“, hatte Legolas langsam begonnen und dann doch
gestehen müssen: „Ich weiß es nicht.“
Und gleich in der Sekunde, in der das Pferd Oberon aus dem Hause
Elronds getragen hatte, hatte dort schlagartig wieder die wohltuende
Atmosphäre aus Ruhe und Frieden geherrscht. Lord Elrond hatte
sich erstaunlich gelassen gezeigt, daß sein ehemaliger Kampfgefährte
und wiedergefundener Freund aus seinem Haus gewaltsam entfernt wurde.
Manche meinten immer noch, daß er das zugelassen hätte,
weil selbst seine Geduld eine Grenze hätte.
So hatte wohl auch König Thranduil gedacht, denn er hatte Lord
Elrond reuig versprochen, einige Fässer seines besten Weines
zukommen zu lassen, ehe er als letzter durch das Tor geritten war.
Der Herr Bruchtals hatte jedoch lachend abgelehnt. So lange Oberon
in Düsterwald war, würde er sich vor dem Wein aus dem
Reich Thranduils in Acht nehmen.
Als Legolas schließlich einige Worte mit seinem Vater vor
dessen Heimreise wechseln wollte, hatte Thranduil ihn besorgt und
sehr ernst angesehen. Seine Hand hatte über wehmütig Legolas‘
Kopf gestrichen und er hatte zu seinem Sohn dann gesagt: „Ich
weiß nicht, wie ich das wiedergutmachen kann, was du durch
Oberon erleiden mußtest, mein Sohn.“
„Vater, das mußt du nicht“, hatte Legolas beschwichtigend
erwidert. Er war entsetzt, daß sein Vater sich anscheinend
die Schuld für das gegeben hatte, was in Perrigon geschehen
war. „Denn ich weiß, daß du unschuldig an meiner
Not warst.“
Thranduil war nicht überzeugt gewesen. „Doch hätte
ich ihn in Düsterwald gelassen, dann wärst du ihm in Perrigon
nie begegnet. Nun werde ich ihn wieder mitnehmen, damit er kein
weiteres Leid verursachen kann.“
„Hättest du ihn nicht verbannt, dann hätte er nie
die Familie gegründet, aus der meine Braut entstammt.“
Legolas hatte Asani dabei demonstrativ an seine Seite gezogen. „Wenn
du dir die Schuld für die qualvollen Stunden gibst, dann sieh
auch, welch großes Glück du mir beschert hast.“
Das Lächeln Thranduils war sehr bittersüß gewesen,
als er seiner Schwiegertochter angesehen hatte. Dennoch hatte er
erwidert: „Überquere die Eiswüste, Legolas, und
besiegle das neue Bündnis zwischen Düsterwald und dem
Clan der Ifreys. Kehre vorerst nicht nach Düsterwald zurück.“
Das waren die letzten Worte des Königs gewesen, ehe er davon
geritten war. Legolas war zuerst sehr betroffen von dieser Entscheidung
gewesen, aber als er länger darüber nachgedacht hatte,
hatte er es wirklich für besser befunden, wenn er und Asani
nicht nach Düsterwald gingen. Da Oberon gegen seinen Willen
in seine alte Heimat gebracht wurde, würde es dort sicherlich
für die nächste Zeit keine Ruhe geben.
So hatten Legolas und Asani einige insgesamt sehr glückliche
Monaten in Bruchtal verbracht, ehe sie mit Lord Elrond und einer
Gruppe Elben nach Minas Tirith aufgebrochen waren. Denn dort stand
das nächste große Ereignis nach Aragorns Krönung
für Gondor bevor. Der Thronfolger Gondors sollte demnächst
das Licht der Welt erblicken.
Während die Tage in Minas Tirith voller Spannung und nur langsam
verstrichen waren, hatte ausgerechnet ein Schreiben aus Perrigon
den sehr nervösen und schlaflosen König abgelenkt. Er
war von Le Tare gewesen, der die Stadt nicht verlassen hatte. Er
hatte darin berichtet, daß Lady Gouldwen unauffindbar gewesen
war. Es wurde eine große Suche eingeleitet und viele Ifrey
- Kopfgeldjäger wurden aus allen Ecken Gondors gerufen, aber
es war vergebens gewesen. Lady Gouldwen blieb auch weiterhin verschollen.
Lord Kerrigan III., der von seiner Herzattacke überlebt und
sich davon einigermaßen erholt hatte, hatte die Stadtgeschäfte
wieder in die Hand genommen. Aragorns Hauptmann hatte auch von seiner
Sorge geschrieben, daß der alte Mann weder um seinen Sohn
noch um seine Frau trauerte und hatte vorgeschlagen, in Perrigon
zu bleiben, um seiner Lordschaft zu unterstützen.
Dann beinahe drei Monate nach der Geburt von Eldarion, Aragorns
Sohn, waren Legolas und Asani zu den nordischen Eiswüsten aufgebrochen,
um endlich ihrem Clan einen Besuch abzustatten. Asani hatte vorher
lange die Wetterverhältnisse und die in Astronomie kundige
Männer in Minas Tirith belagert, denn die Zeit der Schneestürme
nahte wieder. Derartige Stürme waren sehr gefährlich und
konnten einen vom Weg abbringen, gleichgültig wie oft man bereits
die Eiswüste überquert hatte. Sie und Legolas hatten die
Eiswüste in den letzten Tagen vor der Sturmzeit betreten und
sie mußten sich beeilen, denn der Weg war lang und der Wind
hatte schon gestern bereits warnend den Schnee aufgewirbelt.
Sie hatten bereits einen strengen Marschplan und bemühten sich
dennoch, ihm voraus zu sein. Für den Fall, daß doch etwas
unvorhergesehenes geschehen würde, hätten sie etwas gesparte
Zeit, um die Fehler wiedergutzumachen. Als Fehler galt unter anderem,
wenn man in die Fallen der Ifreys tappte. Asani hatte bereits drei
solcher Fehler begangen und der letzte schien ihren Zeitplan in
Schwierigkeiten zu bringen.
Legolas zog die Kapuze seines Umhangs tiefer ins Gesicht und versuchte
abzuschätzen, wieviel Zeit ihnen bis zum Sonnenuntergang blieb.
Ein kaum wahrnehmbarer dunkler Streifen zog am Horizont auf und
seiner frischen Erfahrung nach, würde dieser bald den weißen
Himmel verschlingen. Hier im Norden wurde es schneller dunkel als
überall sonst. Besorgt blickte er in das Loch, dessen Öffnung
er bis jetzt sorgfältig von Schnee frei gehalten hatte. Er
steckte seinen Kopf in die Öffnung, um nach Asani zu sehen,
aber da hörte er sie schon kläglich nach ihm rufen: „Legolas?“
Legolas antwortete darauf nicht, sondern setzte sich grinsend auf
seine Fersen und nahm ein Seil aus seiner Tasche, das er in aller
Ruhe eine Schlinge knüpfte, die groß genug war, damit
Asani sie sich umlegen konnte.
„Legolas, bist du noch da?“ fragte sie lauter. „Legolas?!“
Der Elbenprinz schüttelte lächelnd den Kopf, als er sich
das andere Ende des Seils um seine Mitte band. Erneut steckte er
seinen Kopf in die Öffnung und diesmal begegnete sich endlich
ihre Blicke. Er warf die Schlinge zu ihr hinunter und fragte zärtlich
lächelnd: „Wie kannst du daran zweifeln, ob ich noch
da bin, fererdir?“ Asani griff mit einem halb verschämten
halb mürrischen Lächeln nach dem Seil, als Legolas auch
schon grinsend fortfuhr: „Was ich mit soviel Mühe erlegt
habe, lasse ich nicht mehr aus den Augen.“
no more
~ ENDE VON „DEN JÄGER ERLEGEN“
~
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