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Den Jäger erlegen
-eine Fanfiction von Sleepy
Tiger
Anmerkungen der Verfasserin:
An alle HdR Kenner: Ich gehe sehr unbefangen
und unbekümmert mit diesem heiligen Stoff um (heißt: Ich
hab' die Bücher noch gar nicht gelesen *geht in die Ecke und
schämt sich*). Seid mir nicht böse!!!! Ich bin nur eine
völlig verstörte, gelangweilte, lebensmüde, erbärmlich
verarmte, faule, vergeßliche, doofe Studentin, die keine Ahnung
von Rechtschreibung und Grammatik hat...leider will mich meine Irrenanstalt...
Disclaimer: Herr der Ringe habe ich
mir nicht ausgedacht, nein, das war Mr. Tolkien persönlich, deswegen
verdiene ich mit dieser kleinen Geschichte kein Geld...so 'n Mist
aber auch...
Kapitel 3
Ankunft in Lorien
Der junge Diener blickte zweifelnd
auf die halb gekleidete Gestalt auf dem Balkon. Er schluckte, als
er vortrat. Noch immer regte sich die Gestalt nicht. Der Diener
räusperte sich und wagte es dann, etwas zu sagen: "Hoheit?
Ich bitte um Verzeihung..."
Endlich wandte sich der Thronfolger Thranduils zu ihm und sah praktisch
durch ihm hindurch. Es machte dem jungen Elben nur alles schwerer.
Seine Hoheit Prinz Legolas schien seit seiner Ankunft in Lorien
absolut geistesabwesend zu sein. Die anderen Diener erzählten,
daß er während des Bades und Imbisses nur geschwiegen
und vor sich hin gebrütet hatte. Als er dann doch etwas sagte,
war es nur, um alle hinaus zu schicken.
Nun stand Seine Hoheit mit nassen Haaren und nur mit Hose und offenen
Hemd auf dem Balkon und starrte in die Ferne.
Der Diener versuchte es noch einmal: "Hoheit, ich bitte vielmals
um Verzeihung für diese Störung, aber Seine Majestät
König Thranduil schickte mich mit einer Nachricht zu Euch."
Er seufzte innerlich erleichtert auf, als Legolas' Blick endlich
aus der Ferne zurück kehrte. Allerdings war sein direkter und
recht kühler Blick auch nicht sehr hilfreich. Ein leichtes
Nicken des Prinzen bedeutete ihn, fortzufahren.
Der Diener verbeugte sich noch etwas mehr. "Seine Majestät
läßt ausrichten, daß er, Lord Elrond, Lord Celebron
und Lady Galadriel Euch zu einer Audienz erwarten. Aber er betone,
daß er Euch angesichts der Situation zu keiner Eile zwingen
will."
Der junge Elb verharrte in der gebeugten Position und wartete auf
eine Antwort.
"Danke", war sie dann und der sanfte Ton beruhigte den
Diener etwas.
"Haben Seine Hoheit eine Antwort?" fragte er nun ruhiger.
"Nein, danke. Du kannst gehen", flüsterte Legolas
freundlich. Dann wandte er sich wieder der atemberaubenden Aussicht
zu.
Der junge Diener sah auf und runzelte besorgt die Stirn. Er war
zwar noch nicht lange im Dienst der königlichen Familie von
Düsterwald, aber so verschlossen hatte er Legolas noch nie
erlebt. Mit einer tiefen Verbeugung verließ er die Gemächer,
die man Legolas zugeteilt hatte.
"Angesichts der Situation", murmelte Legolas bitter, als
der Diener gegangen war. Als er und seine Reisegruppe später
als erwartet in Lorien angekommen waren, hatte man natürlich
eine Erklärung erwartet. Den knappen Bericht, den er und seine
Brüder dann abgegeben hatten, hatte allen einen kleinen Schock
verpaßt.
Was sollte das heißen, von Orks überwältigt? Sie
nicht gehört? Und was bedeutete das, daß sie in einem
Gefängnis waren? In einem Kerker der Menschen? Wie konnten
sie entkommen, wenn sie doch angekettet gewesen waren? Ein Mädchen?
Wer war dieses Mädchen? Wo war sie nun?
All diese Fragen wurden nicht gestellt. Zumindest noch nicht. Man
hatte seinen angegriffenen Zustand gesehen und ihn zum Ausruhen
geschickt. Für Fragen war noch Zeit. Legolas lächelte
säuerlich. Er mußte wirklich erbärmlich ausgesehen
haben, wenn man meinte, ihn mit Samthandschuhen behandeln zu müssen.
Sein Lächeln vertiefte sich ein wenig. Was, wenn er und seine
Gruppe nicht dieses Bad im See genommen hätten, bevor sie sich
Lothlorien betreten hatten? Man hätte sie "100 Meilen
gegen den Wind gerochen", um es mit Damenyons Worten zu sagen.
Er seufzte stützte sich am Geländer des Balkons ab. Sein
Blick schweifte wieder in die Ferne. Er mochte nicht wirklich an
die Ereignisse der letzten Tage denken. Der Anblick der Wälder
Loriens wirkte wie Balsam für seine aufgewühlte Seele.
Es gab viele Gründe, Lothlorien zu lieben. Vor allem in dieser
Zeit, in der alle dem großen Fest entgegen fieberten. Alles
schien in Hochstimmung zu sein. Allein das helle Plätschern
der Bäche klang wie ein fröhliches Lied. Sie flüsterten
ihre Lachen in den Wind und versprachen Glück und Freude für
die kommenden Tage. Sie grüßten die sanfte Brise, die
übers Gras strich, der sich geduldig von einer Seite zur anderen
biegen ließ.
Selbst die erhabenen Baumkronen wiegten sich im Takt des Windes
und zauberten mit ihren sanften Bewegungen und mit Hilfe der lachenden
Sonne lustige Licht- und Schattenspiele an die Bauten der Elben.
Die Vögel jubilierten dazu und schienen mit den Chören
konkurrieren zu wollen, die immer noch fleißig für die
bevorstehende Zeremonie probten. Daß diese zauberhafte Vorstellung
der Natur nicht ungewürdig blieb, zeigte das fröhliche
Kinderlachen, das hin und wieder erklang.
Unter seinem Fenster sah er Kinder der verschiedenen Rassen Mittelerdes
zusammen spielen und durch die Gegend toben. Es gab keinen Haß,
keinen Argwohn, keinen Neid unter ihnen. Sie spielten einfach und
genossen den Frieden...
Ein bittersüßes Lächeln hob die Winkel seiner Lippen
an. Er hatte Teil daran, diesen Frieden geschaffen zu haben. Aber
so schrecklich zerbrechlich erschien er ihm auch. Er hatte es ja
am eigenen Leib erfahren.
Dies wiederum erinnerte ihn an seine Pflicht. Er wußte, daß
sein Vater Verständnis haben würde, wenn er noch etwas
Ruhe benötigte, aber Pflicht war Pflicht und sie wurde nicht
aufgeschoben. Also ging er wieder in seine Gemächer und kleidete
sich an.
Das Haar war frisiert und halbwegs trocken, als er aus seinen Gemächern
trat und sich auf den Weg zur Audienz machte. Unterwegs legte er
sich seine Worte zurecht, um den Bericht möglichst nüchtern
und knapp zu halten, denn irgendwie schienen seine Gedanken immer
noch etwas ungeordnet zu sein.
Seit seiner Ankunft Lorien beschäftigte ihn nur eine Frage:
Was war aus dem Mädchen geworden?
Immer wieder kehrten seine Gedanken zu diesem Mädchen zurück.
Nichts hatte ihn ablenken könnten. Weder Lorien selbst, das
heiße Bad, das köstliche Essen oder der Gedanke, sicher
zu sein. Er fragte sich, wo sie war, wie es ihr ging, ob sie wohl
sicher war. Hatte sie den Kampf gegen all diese Wachen überhaupt
überlebt? Hatte sie gewußt, daß er und seine Brüder
gefangen gehalten wurden? Hatte sie deshalb den Ausbruch planen
können? Wurde sie vielleicht von jemandem geschickt? Und das
allerwichtigste, wer war sie?
Er nahm vage die Hofknickse und Verbeugungen der anderen Elben zur
Kenntnis, während er zum Audienzsaal spazierte. Er nickte hin
und wieder und schenkte einem bekannten Gesicht ein unverbindliches
Lächeln. Er fand es nicht weiter aufregend, so hofiert zu werden.
Das kannte er bereits aus Düsterwald und seit Sauron vernichtet
wurde, schien das ganze Getue zugenommen zu haben. Seine Gedanken
drifteten wieder ab. Er würde nur zu gerne seine alten Gefährten
wiedersehen: die Hobbits, Gandalf, Aragon und...
Legolas sog erschrocken den Atem ein, als ihn jemand plötzlich
gegen das Knie trat. Panisch sah er sich um und blickte dann genau
in Gimlis wütende Visage.
"Gimli!" rief er mit einer Mischung aus Freude und Verwirrung.
"Alter Freund!"
"Du erinnerst dich also an den Zwerg, der dir schon oft genug
deinen knochigen Elbenhintern gerettet hat?" knurrte er verstimmt
und seine Augen verengten sich zu Schlitzen. Legolas fragte sich,
was dem Zwerg über die Leber gelaufen war. "Was bitte
ist das dann für eine Art, einen alten Freund zu ignorieren,
der ihn seit einer geraumen Zeit ruft?"
Legolas hatte den Anstand zu erröten und lächelte etwas.
"Entschuldige, ich war im Gedanken."
"Im Gedanken?" Gimlis Zorn schien sich wieder zu legen.
Statt dessen musterte er den Elben neugierig. Sein Blick wurde langsam
sanft und besorgt. "Was ist los?"
Legolas verzog das Gesicht und schwieg
"Was war los, Legolas?" wiederholte Gimli mit gerunzelter
Stirn. "Du sagst, es ist nichts, aber ich finde dich in Gedanken
versunken vor. Sag, mein Freund, was bedrückt dich?"
Legolas seufzte. Es widerstrebte ihn doch, seinen Freund mit seinen
Gedanken und Sorgen zu belasten. "Das, mein Freund, ist eine
lange Geschichte."
"Nun, die Hochzeit ist erst in zwei Tagen", erwiderte
Gimli achselzuckend und holte eine Pfeife und ein Säckchen
mit Kraut hervor. "Bis dahin haben wir genug Zeit."
Der Elb atmete tief ein und beobachtete, wie Gimli sich auf eine
Bank setzte und anfing, seine Pfeife zu stopfen. Mit einem lächelnden
Blick sah der Zwerg auf und deutete auf den Platz neben sich. Resigniert
seufzend nahm Legolas Platz und begann zuerst etwas stockend mit
seiner Erzählung, aber dann kamen die Worte flüssiger
und schneller. Gimli hörte die ganze Zeit dabei schweigend
zu und nickte nur hin und wieder.
Als Legolas seine Geschichte beendet hatte, herrschte einen Moment
Schweigen, bis Gimli den Pfeifenkopf ausklopfte, ehe er ihn erneut
füllte. "Meine Güte, das mußte wirklich ein
kleines Abenteuer gewesen sein."
Der Elb lächelte bitter. "Ich hätte gerne darauf
verzichtet."
"Aber dann wärst du nicht dieser bezaubernden Maid begegnet",
versuchte Gimli zu scherzen. "Mir scheint, du machst dir viele
Sorgen um sie."
Legolas' Brauen gingen etwas in die Höhe, als wollte er fragen,
woher Gimli das wissen wollte. Aber etwas anderes erregte seine
Aufmerksamkeit. Aus einem der Baumkronen des Waldrandes stieg ein
weicher und kaum sichtbarer Rauch auf. Bald darauf meinte er jemanden
in grauen Gewändern zu sehen. Konnte das vielleicht...
"Denkst du schon wieder an sie?" fragte Gimli anzüglich.
"Entschuldige?" Legolas sah seinen Freund verlegen an.
Er mußte sich langsam wieder im Griff haben.
Gimli seufzte. "Deine Gedanken gleiten ziemlich schnell und
oft weg, mein Freund. Was ist es nun?"
"Sieh mal." Legolas sah hoch und deutete einem Nicken
in eine bestimmte Richtung.
Gimli sah hoch und entdeckte nichts außer grünen Blättern.
"Alles sehr grün, wenn du mich fragst."
Zum ersten Mal seit er in Lorien war, kam sein Lächeln aus
tiefstem Herzen. "Ja, das auch. Aber ich meinte Gandalf."
"Gandalf?" Gimli kniff die Augen zusammen und schirmte
sie mit der Hand ab, während er die Baumkronen nach dem Zauberer
absuchte. Nach einer Weile entdeckte er ihn auch. Lässig eine
Pfeife rauchend stand er auf einer Plattform in den Baumkronen und
unterhielt sich mit zwei Elben, die dem Anschein nach, Wachdienst
schoben. "Tatsächlich, er ist es. - Aber wie zum Himmel
kommt er da hoch?"
Legolas lächelte wieder und entschied, das Treffen mit seinem
Vater für eine Weile zu verschieben. "Komm, ich zeig's
dir."
Ende des 3. Kapitels
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Tritt ein Zwerg schon mal einen Elben gegen das Knie? >.<
Aber treten wir nicht alle unseren besten Freunden hin und wieder
gegen das Knie?