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Den Jäger erlegen
-eine Fanfiction von Sleepy
Tiger
Anmerkungen der Verfasserin:
An alle HdR Kenner: Ich gehe sehr unbefangen
und unbekümmert mit diesem heiligen Stoff um (heißt: Ich
hab' die Bücher noch gar nicht gelesen *geht in die Ecke und
schämt sich*). Seid mir nicht böse!!!! Ich bin nur eine
völlig verstörte, gelangweilte, lebensmüde, erbärmlich
verarmte, faule, vergeßliche, doofe Studentin, die keine Ahnung
von Rechtschreibung und Grammatik hat...leider will mich meine Irrenanstalt...
Disclaimer: Alles, von dem ihr meint,
daß ihr es kennt, gehört nicht mir (Beispiel: Herr der
Ringe). Alles andere, daß euch seltsam und konfus vorkommt,
ist meins (Beispiel: diese Geschichte).
Kapitel 1
Böses Erwachen
Legolas Grünblatt
von Düsterwald fand sich nach seinem Erwachen in einer absolut
unwürdigen Situation wieder. Steif sitzend gegen eine kalte
Steinwand gelehnt, Arme und Schultern völlig taub. Der Nacken
schmerzte bei jedem Atemzug. Kein Wunder, denn seine Arme hoch über
seinen Kopf angekettet worden. Sein sonst so scharfer Blick verlor
sich im Halbdunkel des feuchten, kalten und übelriechenden
Loches, das sich Gefängniszelle nennen durfte.
Zumindest würden die Menschen diesen Raum eine Gefängniszelle
nennen. Karge, kalte Wände aus groben Stein gehauen. Der Boden
war ebenso uneben und mit Stroh ausgelegt, das so lange hier gelegen
hatte, daß Ungeziefer und anderes Getier heimisch geworden
waren. Dann war noch diese kleine runde und vergitterte Öffnung
über ihn, durch die etwas Sonnenlicht schien.
Es war nicht viel Licht und obendrein fiel es beinahe waagerecht
in den Raum. Es mußte noch sehr früh sein. Das Licht
war zu fahl und hell für ein Lichtstrahl der untergehenden
Sonne, aber stark genug, um ihm zu sagen, daß er in einer
Zelle gen Osten saß. Aber wichtiger war, es zeigte ihm seine
bewußtlose und ebenfalls angeketteten Gefährten. Soweit
er erkennen konnte, waren sie vollzählig und keinem von ihnen
war etwas angetan worden.
Er seufzte leise vor Erleichterung und dachte an seine eigene Dummheit.
Wie konnte es bloß so weit kommen, daß eine Reise nach
Lothlorien so endete? Wie hatten sie so unvorsichtig sein können?
Nur weil Sauron vernichtet worden war, hieß es nicht, daß
Mittelerde absolut sicher war.
Sie waren zu siebt gewesen. Er, zwei seiner Brüder und vier
weitere Elben der königlichen Garde als Eskorte. Sie waren
auf dem Weg nach Lothlorien gewesen, um bei der Hochzeit von Galadariels
Tochter beizuwohnen. Es war das erste große Fest der Elben
im vierten Zeitalter. Vertreter aller freien Länder Mittelerdes
wurden erwartet. Diese Hochzeit war auch gleichzeitig ein Fest des
neuen Friedens.
Natürlich würden mehr Elben aus Düsterwald bei diesem
gewaltigen Fest beiwohnen, aber man reiste getrennt in kleineren
Gruppen. So war man schneller und konnte sich unbehelligter bewegen.
Das Risiko von einer Überzahl von Feinden angegriffen zu werden,
nahm man in Kauf. Schließlich konnte nichts einem scharfen
Elbenohr oder -auge entgehen.
Dennoch wurden er und seine Gruppe von einer Horde Orks überrascht.
Er verstand nicht, wie er sie überhören konnte. Keine
Trommeln, kein Kriegsgeschrei. Es konnte doch nicht sein, daß
er sich so auf das Fest gefreut hatte, daß er sie weder gehört
noch gesehen hatte.
Außerdem waren noch seine jüngeren Brüder, die Zwillinge
Damelos und Damenyon, dabei gewesen. Diese beiden gehörten
zu den geschicktesten Kriegern in Düsterwald. Daß auch
sie diese Orks überhörten, konnte er nicht glauben.
Vielleicht hatten diese Orks eine neue Strategie...
Aber dies war ebenso unwahrscheinlich. Orks waren nicht gerade für
Denkakrobatik bekannt. Vielleicht war ein neuer Anführer aufgetaucht...Legolas
versuchte weiter zu denken, aber irgendwas in seiner Umgebung kam
ihm seltsam vor.
Die Geräuschkulisse.
Natürlich hörte er das verzweifelte Jammern und Stöhnen
anderer Gefangener, das leise Rasseln von Ketten und Rascheln vom
nassen Stroh. Aber von draußen hörte er das Rauschen
des Meeres und...Marktfrauen, die ihre Ware rufend anboten. Ebenso
drang das Geräusch von Pferdehufen auf Kopfsteinpflaster und
eingetretener Erde zu ihm. Er vernahm das sanfte Läuten einer
Glocke, wie es sie in vielen Städten der Menschen gab, um die
volle Stunde anzukündigen. Menschen...
Er stutzte. Wo waren sie? Orks hatten sie doch angegriffen. Wie
kamen sie in eine Stadt der Menschen? Hatten Menschen die Orks besiegt
und deren Beute abgenommen? Dann mußten es sehr viele Menschen
gewesen sein. Mit einer Horde von Orks war nicht zu scherzen. Und
schon gar nicht mit diesen Orks. Aber warum wurden sie dann in dieses
Gefängnis eingesperrt? Angekettet wie Hunde?
Eine laute und weibliche Stimme kam gedämpft durch die dicken
Steinmauer zu ihm und unterbrach ihm bei seinen finsteren Gedankengängen.
Ein kleines Lächeln floh über seine Lippen. Irgendwie
schien heute kein Tag zu sein, um nachzudenken.
Die wütende Stimme kam immer näher und sehr bald konnte
er Wort für Wort verstehen, was sie schrie und keifte. Es gab
nur wenig, das einen Elben aus der Ruhe bringen konnte. Aber die
Worte dieser Frau brachte ihn zum Erröten. Noch nie hatte er
eine Frau so "virtuos" fluchen gehört, weder Mensch,
Zwerg und schon gar nicht eine Elbe. Im Moment funktionierte sein
Gehör besser als ihm lieb war.
Eine tiefe Männerstimme knurrte etwas, während ein Schlüssel
ins Schloß gesteckt und gedreht wurde. Eine Holztür zur
Legolas' linken ging knarrend auf. Schwaches Kerzenlicht schien
herein. Es war heller als der fahle Lichtstrahl, den er bis jetzt
hatte. Deswegen erkannte er drei Gestalten in der Tür: zwei
Männer und eine Frau in einen roten Kleid. Einer der Männer
hielt die Frau fest, die wie eine Furie um sich schlug und den Mann
ankeifte, als gäbe es keinen Morgen. Der zweite Mann verdrehte
die Augen und hielt die Tür auf.
Legolas verharrte bewegungslos und beobachtete die Szene mit halb
geschlossenen Augen. Menschen. Er war wirklich in einem Gefängnis
der Menschen...
"Wirf sie da rein", murrte eine Wache mißmutig.
"Dann haben wir endlich unsere Ruhe."
"Ihr verdammten Schweinehunde!" schrie die junge Frau
und strampelte noch mehr. "Ich hab' nicht angefangen! Der fette
Drecksack hat nich' zahlen wollen! Hat gesacht, ich sei nicht gut
genug! Dieser Bastard hat nur keinen hoch bekommen!"
"Aber da sind doch die Elben", murmelte die eine Wache
besorgt und hielt das Mädchen immer noch fest, das plötzlich
erstarrte, als es in die Zelle sah.
"Hey, das sind ja Elben 'drin!" schrie es entsetzt, bevor
der andere etwas sagen konnte. "Ihr werdet mich doch nich'
hier abstellen, ihr Blödiane! Die zahlen ja auch nie! Ihr seid
ja noch dümmer als 'n Troll und häßlich seid ihr
wie 'n Ork, ihr Idioten!"
Die Wachen tauschten einen Blick miteinander. Einer von ihnen nickte
heftig. "Doch, das werden wir."
Als der Mann sie in die Zelle werfen wollte, krallte sie sich am
Türrahmen fest und schrie wie am Spieß. "Ihr Bastarde!
Eure Schwänze sollen euch abfallen!"
"Verdammtes Biest", knurrte der Mann und versuchte sie
anders zu packen, damit er ihre Hände vom Holz bekam. Aber
das bewirkte nur, daß sie sich frei strampeln konnte. Leider
gelang ihr die Flucht nicht, weil der zweite Mann ihr den Weg versperrte
und sie packte.
Legolas verfolgte mit einigem Interesse diesen Kampf, obwohl er
wußte, daß die Frau...eigentlich war es noch ein junges
Mädchen, unterliegen würde. Er bewunderte ihren kämpferischen
Geist. Allerdings fand er ihr Gezeter äußerst nervenaufreibend.
Er hatte schon gehört, daß die Frauen der Menschen wahre
Xanthippen sein konnten. Diese hier schien ein Musterexemplar zu
sein. Sie schrie, fauchte, brüllte, kratzte, biß und
trat nach den beiden Männern, bis einer von ihnen, sie so zu
fassen bekam, um sie einfach auf den Boden zu schleudern.
Legolas zuckte zusammen, als sie mit einem dumpfen Geräusch
wie ein nasser Sack zu Boden stürzte. Er bemerkte kaum, wie
die beiden Männer ganz schnell die Tür schlossen.
Regungslos blieb das Mädchen im roten Kleid liegen. Besorgt
runzelte er die Stirn und versuchte sich etwas vorzubeugen, was
zwecklos war. Seine Schultern fingen an zu schmerzen.
"Fräulein?" flüsterte er und beobachtete sie
angestrengt. "Fräulein? Wie geht es euch?"
"Ich glaube, sie ist ohnmächtig", flüsterte
sein Bruder Damenyon heiser von der gegenüber liegenden Wand.
"Nyon!" rief Legolas leise. "Du bist wach?"
"Bei dem Geschrei ist das doch kein Wunder", erwiderte
Damenyon mit einem kleinen Lachen.
"Wir sind alle wach", bemerkte einer der Gardisten trocken.
"Diese Sterbliche hat wirklich ein erstaunliches Stimmvolumen."
"Aber trotzdem war es nicht richtig, sie so zu behandeln",
meinte ein weiblicher Gardist mitfühlend. "Bei diesem
Sturz kann sie sich alles mögliche gebrochen haben. Menschen
sind so zerbrechlich."
"So leicht breche ich mir nichts", kam es plötzlich
zur Antwort und die Elben erschraken etwas, als das Mädchen
sich herum wälzte und auf den Rücken liegenblieb. Sie
atmete schwer und starrte zur Decke hoch. Sie schien die Augen zu
verdrehen und stöhnte leise. "Aber es tut dennoch weh."
"Fräulein? Geht es Euch gut? Seid Ihr schwer verletzt?"
fragte Legolas wieder und es sah zuerst aus, als würde sie
nicht reagieren, aber dann drehte sie ihr Gesicht zu ihm und schenkte
ihm ein strahlendes Lächeln voller Zahnlücken.
"Keine Sorge, mir ist nichts passiert", wiederholte sie
und klang erschöpft. "Entschuldigt bitte, daß ich
jetzt einschlafe. Aber es war ein langer Weg hierher."
Dann nickte sie ein.
Die Elben starrten verwirrt auf die Sterbliche, die zusammengerollt
auf dem verrotteten Stroh schlief, als wäre das ein weiches
Bett. Die Gardisten sahen sich unsicher an und blickten dann zu
Legolas, der ebenfalls etwas irritiert in die Runde sah.
"Fräulein?" fragte Damenlos schließlich. "Fräulein,
geht es Euch gut?"
"Ich glaube, sie schläft tatsächlich", sagte
Legolas leise, der als einziger ihr Gesicht sehen konnte. "Laßt
sie schlafen."
Seine Brüder und die Gardisten nickten, auch wenn sie immer
noch verwirrt schienen.
"Was meinte sie damit, daß es ein langer Weg hierher
gewesen sei?" fragte Damenyon, der andere Zwilling. "Wollte
sie etwa hierher kommen?"
"Das wird sie uns beizeiten schon erklären", seufzte
Legolas.
"Legolas?"
Der Elb sah zu Damelos, der ihn leise gerufen hatte. "Ja?"
"Was tun wir jetzt?" Sein Bruder sah ihn ruhig und gefaßt
an. Aber Legolas spürte die Unruhe und Angst in seinem Herzen.
Er würde ihm gerne etwas sagen, daß ihm Hoffnung geben
konnte, aber er hatte seine Brüder nie angelogen.
"Ich weiß es nicht, Damelos", erwiderte Legolas
ehrlich. "Ich weiß es nicht."
Ende des 1. Kapitels
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Warum die Namen "Damelos" und "Damenyon"? Ich
esse...erhm...VERSCHLINGE, während ich tippe, Unmengen von
"Daim".
Hat Galadriel eigentlich eine Tochter? Ich habe ihr mal eine gegeben
und die heiratet demnächst. ^_^