Disclaimer: Keine von den Figuren in meiner Geschichte,
die euch bekannt vorkommen, gehören mir, sondern sind aus Meister
Tokiens genialem Verstand entsprungen. Außerdem verdien ich
keinen Cent an der Geschichte. (Würde mich auch arg wundern.)
Warnung: Ich bin noch eine absolute Anfängerin,
wenn es um Fanfics im Bereich Herr der Ringe geht. Also habt ein
bissel Mitleid und verbessert mich ruhig. Hoffe auf viele reviews.
Sonstige Anmerkungen: Bin mit Keksen und Früchtetee
bewaffnet und richtig in Stimmung was toll Romantisches zu schreiben.
°g°
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Kapitel 9
Richtung Edoras
Die Sonne war inzwischen aufgegangen, als Siané unschlüssig
auf dem Palasthof stand. Um sie herum wuselten unzählige Angestellte
des Schlosses und erledigten auf die Schnelle noch die letzten Arbeiten.
Legolas hatte sie vor einigen Minuten stehen lassen und war in den
Stallungen verschwunden. So wie sie ihn verstanden hatte, wollte
er sich selbst um sein Pferd kümmern. Sie lächelte bei
dem Gedanken an ihn. Doch dann fiel ihr siedensheiß jemand
ganz anderes ein. Sie konnte nicht einfach gehen, ohne ihrem Vater
bescheid zu sagen.
Eilig rannte sie zum Tor des Hofes, an dem schon die Ponys der Hobbits
standen. Bei weiterem Suchen konnte sie auch Merry und Pippin entdecken,
die mal wieder etwas essbares in den Händen hielten.
„Guten Morgen ihr beiden!“ Sie ging ein wenig in die
Knie, um auf Kopfhöhe mit den beiden zu sein.
„Guten Morgen, Siané! Du siehst aus, als wärst
du in Eile.“ Merry sah sie etwas besorgt an, während
Pippin ein riesiges Stück von seinem Brot abbiss.
„Das stimmt. Ich habe meinem Vater noch nicht sagen können,
dass ich gehe. Ich brauche nur einen kleinen Augenblick. Würdet
ihr mich bei den anderen entschuldigen?“ Die beiden Hobbits
konnten gar nicht schnell genug nicken, da war sie auch schon um
die Ecke verschwunden.
Siané rannte die schmale Straße zum Marktplatz entlang.
Aus der Ferne konnte man schon die Händler sehen, die geschäftig
ihre Stände aufbauten.
Als sie, völlig außer Atem, in der Mitte des Marktes
ankam, drehte sie sich einige Male um ihre eigene Achse, bis sie
den Stand ihres Vaters erblickt hatte. Freudig lief sie auf ihn
zu. Doch als sie bei ihm ankam, entfing er sie mit allem anderen,
als mit einer freudigen Begrüßung.
„Mädchen, musst du nicht arbeiten? Was tust du hier?“
Marado kam mit seiner, noch sauberen, Schürze auf sie zu und
durchbohrte sie mit einem ‚Kind-sei-nicht-so-schrecklich-faul-Blick’.
„Paps, ich werde für eine Weile nicht in Teslon sein.“
Sie zog ihren Kopf ein wenig ein, als sie den geschockten Gesichtsausdruck
ihres Vaters sah. Aber besser direkt heraus mit ihm sprechen, als
alles versuchen schönzureden. So war das schon immer gewesen..
„Was? .. Wi.. Wieso das denn nicht?“ Sein Gesicht war
fast weiß geworden. Irritiert beobachtete Siané, dass
ihr Vater angst hatte und nicht sauer war.
„Ich werde helfen, Maeglin zu finden..“ Sie machte sich
innerlich immer noch auf das Donnerwetter gefasst, doch anscheinend
sollte das heute nicht eintreten.
„Kind, das ist viel zu gefährlich. Das erlaube ich nicht.“
Marado drehte ihr den Rücken zu. Er wusste zwar, dass sie alt
genug war, um ohne seine Erlaubnis eine solche Reise anzutreten,
aber des öfteren sah er sie immer noch als sein kleines Mädchen
an.
„Paps, hier ist es auch gefährlich... Die Gruppe wird
mich schon beschützen.. Gestern Abend..“
„Wurdest du angegriffen, ich weiß. Gerüchte verbreiten
sich schnell in der Stadt. Ich möchte es trotzdem nicht.“
Sianés Vater sah seine Tochter wieder an. Er konnte sie doch
nicht einfach gehen lassen. Immerhin hatte er sie solange Zeit beschützt.
Nun sollte das jemand anders tun?
„Wir passen auf sie auf!“ Zwei fröhliche Stimmen
ließen Siané herumfahren. Merry und Pippin waren ihr
anscheinend gefolgt. ‚Wunderbar, nun weiß niemand wo
wir abgeblieben sind..’
„Ihr wollt auf sie aufpassen? Also, das stinkt mir aber gewaltig.“
Marado schüttelte entschlossen den Kopf.
„Mein Herr, das einzige was irgendwie schlecht riecht, sind
die Dinge, die ihnen da in ihrem Stand anbrennen..“ Pippin
deutete auf Marados Teigwaren, die auf der heißen Steinplatte
schwarz geworden waren. Erschrocken sprang der Angesprochene auf,
rannte hinter seinen Stand und hob alles von der Platte herunter.
„Verdammt, und so was mir..“ Sauer legte er die schwarzen
Kuchen in einen Eimer neben sich.
„Paps, was tust du bloß? Du ruinierst dich doch..“
Lachend klopfte Siané ihrem Vater auf die Schulter. Dieser
schenkte ihr aber nur einen ‚Lass-jetzt-die-blöden-Witze-Blick’
und schob sie wieder hinaus zu den beiden Hobbits.
„Ich denke ich werde dich nicht aufhalten können... ...
Aber woher hast du das Halstuch?“ Fragend fummelte er an dem
seidenen Stoff herum und sah sie dabei durchdringend an.
„Den hab ich geschenkt bekommen..“
„Du hättest eins von meinen nehmen können.“
Er deutete auf einen dunklen Streifen Stoff, den er sich um den
Hals gewickelt hatte.
„Mit so was kann ich nicht im Schloss arbeiten. Deshalb bekommen
wir ja auch Uniformen. Der Fürst würde mich rauswerfen,
wenn ich einen solchen Lappen um den Hals tragen würde.“
Gespielt empört legte sie sich die Hand an die Stirn und seufzte
laut auf.
„Lappen? Sag das nicht noch einmal.“ Doch Marado ließ
seinen bösen Blick schnell sinken. „Komm, ich bringe
dich zum Schloss. Unsere Streitereien werde ich zwar vermissen,
aber ich muss dich wohl gehen lassen. Immerhin bist du nun alt genug.“
Traurig legte er eine Hand auf Sianés Schulter und lächelte
sie an. „Du musst aber zurückkommen. Versprich mir das!“
Sie nickte auf seine Bitte hin und zu viert bewegten sie sich wieder
die Straße hinauf, Richtung Schloss.
--------*°*---------
Marado betrachtete die Reisenden, die im Palasthof versammelt waren
und grinste amüsiert beim Anblick der vielen Pferde.
„So wie es aussieht, werdet ihr den Weg über reiten.“
Ein lautes Lachen schallte über den Hof. Niemand konnte einen
Grund für seine Freude erkennen. Niemand außer Siané,
die mit einem ängstlichen Blick zu den Pferden schaute. Heute
morgen hatte sie noch gehofft, dass sie den Weg nicht zu Pferde
zurücklegen würden. Aber natürlich war es zu Fuß
so gut wie unmöglich.
„Was ist an den Pferden so amüsant?“ Pippin blickte
Marado neugierig an, der sich gerade eine Träne aus den Augenwinkeln
wischte.
„Ihr müsste wissen, werter Hobbit. Meine Tochter Siané
hat vor drei Jahren das Reitgewand geschenkt bekommen, dass sie
nun auch trägt. Unsere Nachbarin Dori hat es ihr gegeben, als
wir über die Anschaffung eines Pferdes sprachen. Gewisse Waren
bekommen wir für unsere Stände aus Edoras. Um unsere Ausgaben
zu senken, besorgen wir diese allerdings selbst.
Siané war unglaublich begeistert von unserem Pferd ‚Sternenstaub’.
Sie selbst hat der Stute den Namen gegeben, weil es so viele helle
Flecken auf dem braunem Fell hat. Aber irgendwann, das Pferd gehörte
uns kaum zwei Wochen, da..“
„Paps, unterlass deine Geschichten!!!“ Mit hochrotem
Gesicht und geballten Fäusten stand Siané vor ihrem
Vater und betete, er würde seinen Mund halten.
„Kind, die Leute interessiert das.. Also lass mich weitererzählen!“
Mit ruhiger Stimme aber weiterhin grinsend fuhr er fort: „Siané
hat ohne zu fragen das Pferd aus dem Stall geholt und ist damit
ausgeritten. Durch einen Fehler von ihr, wurde sie abgeworfen. Ja,
sie hatte immerhin noch nie auf einem Pferd gesessen. Wie sollte
sie wissen, dass bei gewissen Bewegungen das Pferd anfängt
zu galoppieren? Jedenfalls kam das Pferd allein nach hause und Siané
brauchte fast den ganzen Tag, um wieder zurück zur Stadt zu
kommen. Seitdem wirft sie Pferden einen bitterbösen Blick zu
und weigert sich unermüdlich auf einem zu reisen. Lieber läuft
sie. Zumindest sagte sie das immer. Aber nun werdet ihr sicher eine
Menge Spaß mit den Reitkünsten meiner Tochter haben..“
Wieder begann er zu lachen und die Hobbits konnten sich ein Grinsen
einfach nicht verkneifen. Und das, obwohl Siané sie mit ihren
Blicken aufzuspießen drohte.
„Ich werde mich schon irgendwie auf diesen Tieren halten können.
Pah!“ Beleidigt drehte sie sich um und wollte gerade nach
Legolas suchen, als dieser ihr mit Gimli entgegen kam.
„Das Gespräch war ja nicht zu überhören. Genauso
geschickt mit dem Pferd, wie ich. Aber macht euch nichts daraus,
ich habe es auch gelernt.“ Gimli lachte sie an. Ja, es war
das erste Mal, dass der Zwerg sie nicht auslachte.
„Ja, hoffentlich lerne ich es schnell.“ Schüchtern
betrachtete sie die hellen Steine des Hofes. Einmal mehr hatte der
Prinz gehört, dass sie für etwas zu schusselig war.
„Es ist doch kein Problem. Da unser Zwerg ja inzwischen das
Reiten auf einem Pferd gelernt hat, könnt ihr bei mir mitkommen.“
Legolas zwinkerte ihr lächelnd zu und schritt langsam zu seinem
Pferd zurück.
„Wir sollten nun endlich los. Wäre das vielleicht möglich?“
Aragorn, Gandalf, Frodo, Sam und zwei Ritter aus Teslon warteten
ungeduldig auf die Nachzügler. Merry und Pippin liefen sofort
zu ihren Ponys, stiegen auf und begaben sich zu den Wartenden. Auch
Gimli hatte sich bald darauf zu ihnen gesellt und beobachtete mit
einem Schmunzeln, wie Legolas dem jungen Mädchen auf den Rücken
seines Pferdes half.
„Warum müssen Pferde so groß sein?“ Jammernd
suchte sie hinter Legolas eine Möglichkeit sich festzuhalten,
fand aber auf den ersten Blick nichts.
„Ich kann euch auch ein Pony besorgen, aber dann müsst
ihr allein reiten!“ Schmunzelnd drehte er sich zu seiner Begleiterin
um, welche schnell den Kopf schüttelte.
„Werft mich nur nicht ab!“ Vorsichtig legte sie eine
Hand auf seinen Rücken, um wenigstens etwas Halt zu haben.
„Keine Angst. Haltet euch an mir fest, ja?“ Mit einer
sanften Berührung zog er ihre Arme um seine Taille und drehte
sich wieder nach vorne. Ein unglaubliches Kribbeln durchfuhr ihren
Körper, als sie so nah bei ihm saß.
Die Gruppe setzte sich in Bewegung, die inzwischen aus 13 Gefährten
bestand. Zwei Elben der königlichen Garde waren kurzfristig
noch hinzugefügt worden, als erneut von kleinen Orktrupps gesprochen
wurde.
Legolas, der mit Siané zusammen noch etwas länger als
die anderen gebraucht hatte, war gerade dabei das Tor des Hofes
zu passieren, als Marado sich noch ein letztes Mal von seiner Tochter
verabschieden musste.
„Siané?“ Sie drehte sich leicht zu ihrem Vater
um und Legolas brachte das Pferd mit einer schnellen Handbewegung
zum Stehen.
„Paps, was ist denn noch? Ich hab dir doch versprochen zurückzukommen.“
Sie lächelte ihn an und doch spürte sie, dass ihr der
Abschied schwerer fiel, als sie jemals angenommen hatte.
„Ja, das hast du mir versprochen. Aber ich muss mir dein Gesicht
doch richtig einprägen. Ich sehe dich wahrscheinlich sehr lange
nicht.“ Eine kurze Pause entstand, in der sich in Sianés
Augen tatsächlich ein paar Tränen bildeten. „Nun
geh, sonst halt ich euch vielleicht noch auf!“ Er winkte ihnen
zu, als Legolas sich beeilte zu den anderen aufzuschließen.
„UND LASS DICH JA NICHT MIT JUNGEN MÄNNERN EIN!“
Die Stimme ihres Vaters hallte ihr hinterher, so dass mehrere Leute
sich nach ihr und ihrem Vater umdrehten. Peinlich berührt ließ
sie ihre Stirn auf Legolas Rücken sinken und murmelte ein ‚Paps,
warum tust du das nur?’, was Legolas natürlich wahrgenommen
hatte.
„Macht euch doch nichts draus.“ Sie konnte nicht sehen,
wie er amüsiert lächelte, hatte aber eine Vorstellung
davon direkt vor Augen.
„Hast du eine Ahnung, wie peinlich das ist?“ Sie stockte
als sie ihren Fehler bemerkte. „Ich meine natürlich,
‚habt ihr eine Ahnung’..“ Überrascht hörte
sie ein Lachen des Elben, dass sie einfach nicht zuordnen konnte.
„Es war schon in Ordnung, Siané!“ Sie weitete
verwirrt ihre Augen. ‚Was meint er denn nur?’
„Ähm, was meint ihr denn damit?“ Sie hatten das
Stadttor erreicht und wurden ein wenig schneller. Nach dem Durchschreiten
ließ Aragorn alle einen Augenblick anhalten und erklärte
ihnen, wie es nun weitergehen würde.
„Von hier aus reiten wir nach Dol Amroth. Wenn wir uns Nordwestlich
halten und keine Schwierigkeiten bekommen, werden wir morgen dort
sein. Wir reisen weiter über den Fluß Edhellond, den
wir hoffentlich zwei Tage später erreichen. Danach werde ich
weitersehen, welcher Weg der Beste wäre, um Edoras zu erreichen.
Und nun kommt. Wir wollen nicht noch mehr Zeit verlieren.“
Die Gefährten ritten los und Siané hielt sich erschrocken
etwas kräftiger an Legolas fest, als er das Tempo sehr erhöhte.
Für ihren Geschmack eindeutig zu schnell. Aber trotzdem fühlte
sie sich sicher. Irgendwie geborgen.. Verträumt lehnte sie
ihren Kopf gegen seinen Rücken und schloss die Augen. ‚Wie
gut er doch riecht.. Nach Wäldern und Gräsern.. Einfach
wunderbar..’
„Ich meinte vorhin, dass ihr den Titel ruhig weglassen könnt.
Wir werden wohl lange genug zusammen reisen, um diese Förmlichkeiten
nicht beizubehalten. Was meint ihr?“ Ihr Herz machte bei seinen
Worten einen Sprung. Warum das so war, konnte sie sich eigentlich
nicht erklären. Aber sie hatte das Gefühl, durch diesen
Satz ihm ein wenig näher gekommen zu sein.
„Ja, wir ihr meint.. Ich wollte sagen, wie du meinst.“
Sie lächelte erfreut und auch auf Legolas’ Gesicht lag
ein glücklicher Ausdruck. Leider konnte sie diesen nicht sehen..
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Die Zeit war nicht gerade schnell verstrichen. Die Landschaft hatte
sich kaum verändert, dabei hatte Siané schon mehrere
Wälder an ihnen vorübergleiten sehen. Müde blickte
sie zum Himmel, auf dem sich einige Wolken zusammenzogen. ‚Vielleicht
fängt es bald an zu regnen? Wäre kein Wunder.. In Teslon
scheint ja auch selten die Sonne..’ Immer wieder ließ
sie ihren Blick über die Landschaft schweifen. Doch ihre Augen
erhaschten nur vorbeiziehende Bäume und die Ebene, die vor
ihr lag. Auch das Gebirge, dass sich rechts von ihr entlang zog
interessierte sie nicht mehr.
‚Wie spät es jetzt wohl sein mag? Früher Abend bestimmt..
Und wir sind noch nicht einmal angehalten.’ Ermüdet lehnte
sie wieder ihren Kopf an den Rücken des Elben und schloss die
Augen. Sie war so unglaublich müde und sämtliche Muskeln
taten ihr weh. Sie war das Reiten halt nicht gewohnt.
Legolas hatte auch noch kein weiteres Wort gesagt. Im Schloss hatte
er oft mit ihr gesprochen, aber nun konzentrierte er sich auf andere
Dinge. Die Hobbits dagegen schlossen ihren Mund gar nicht mehr.
Siané versuchte nicht mehr hinzuhören, als sie zum hundersten
Mal nach einer Rast fragten und Aragorn jedes Mal antwortete, dass
sie diese noch nicht machen würden. Siané aber verstand
die Hobbits. Sie würde auf dem Pferd einschlafen, wenn sie
nicht bald ihr Lager aufschlugen.
Plötzlich hielten sie an und Siané öffnete überrascht
ihre Augen. Was war denn nun? Hatte Aragorn letztendlich doch noch
aufgegeben und sich zu einer Rast überreden lassen? Und tatsächlich
schaute sich Aragorn um, ob sie nicht hier bleiben könnten.
„Wir würden auf offener Ebene übernachten. Das ist
nicht ungefährlich!“ Legolas stieg vom Pferd ab und ließ
Siané oben sitzen, die beinah heruntergefallen wäre.
Immerhin musste sie sich nun woanders festhalten.
„Wenn wir die Richtung beibehalten, kommen wir zu einem besseren
Platz. Dort gibt es ein paar Büsche, Felsen.. Nicht so offenes
Gelände wie hier.“ Siané stellte überrascht
fest, dass Legolas Augen hellblau aufblitzten, als er über
die Landschaft blickte. Hatte sie ihn nicht schon lange mal wegen
dieser Eigenart fragen wollen?
„Wie lange brauchen wir bis dahin?“ Aragorn war auch
abgestiegen und stand nun neben dem Elben.
„Vielleicht eine Stunde? Nicht lange.. Wir wären noch
vor der Dunkelheit dort.“ Die Hobbits ließen ein enttäuschtes
Grummeln vernehmen. Immer noch kein Abendessen für die vier.
Aber die kurzen Augenblicke würden sie schon noch überstehen.
Aragorn setzte gerade wieder auf, als er seinen Elbenfreund losrennen
sah. Mit einer schnellen Drehung sah er, wie Siané beinah
heruntergefallen wäre, da sie eingeschlafen war. Wiederrum
musste er mit einem Lächeln feststellen, dass Legolas nun mal
immer überall war und sie im rechten Moment auffing.
Siané öffnete mit klopfendem Herzen die Augen, als sie
den Ruck spürte, der durch ihren Körper ging. Was war
denn passiert? Irritiert öffnete sie die Augen und fand sich
in den Armen des Prinzen wieder.
„Einschlafen ist das Letzte, was man auf einem Pferd tun sollte,
wenn man allein und unerfahren ist.“ Er grinste sie an und
hob sie wieder nach oben. Zitternd stellte sie fest, dass sie durch
den Schrecken nun wieder wach war.
„Ich wollte ja auch gar nicht einschlafen.. Aber ich war noch
nie auf langen Reisen.“ Entschuldigend sah sie auf Legolas
herab, der ihr aber nur zunickte.
„In Ordnung. Wir schlagen unser Lager bald auf. Vielleicht
kannst du ja noch mal einschlafen..“ Mit einem Satz hatte
er sich auf den Rücken des Pferdes gesetzt. Errötend stellte
Siané fest, dass er nun hinter ihr saß und ihr einen
Arm um den Körper gelegt hatte. „Nun fällst du wenigstens
nicht runter.“ Sie holte einmal tief Luft und lehnte sich
dann gegen seinen Oberkörper. ‚Nein, runterfallen werde
ich bestimmt nicht. Aber einschlafen kann ich sicher auch nicht..’
Mit klopfendem Herzen schloss sie die Augen und hoffte plötzlich,
dass sie nicht allzu bald anhalten würden.
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„Was meint ihr sollen wir mit ihr tun, Mylady Elanor?“
Alenil wartete ungewöhnlich nervös auf die Anweisungen
der hohen Schwester.
„Wir werden sie erst einmal hier behalten. Vielleicht brauch
ich sie noch.“ Elanor saß hinter ihrem Arbeitstisch
und lächelte hinterlistig.
„Aber wir können sie nicht einfach einsperren. Dort unten
haben wir nur Orks. Was, wenn eine der Schwestern etwas davon merkt?“
Die kleinere Hexe von beiden fummelte hektisch an einem Zipfel ihres
langen Kleides.
„Da habt ihr sogar recht. Wir können das Mädchen
aber einfach zu den Novizinnen stecken. Es wird kaum auffallen,
dass sie keine von uns ist. Und auch Goria wird uns nicht auf die
Schliche kommen. Außerdem bin ich immer noch das Oberhaupt.
Sie wird meine Entscheidung akzeptieren müssen.“ Erhobenen
Hauptes ging Elanor zu einem der Regale auf der rechten Seite hinüber
und stöberte darin herum.
„Ihr seid unser Oberhaupt, das stimmt. Aber nicht viele werden
eure Absichten billigen.“
„Ihr solltet euren Rang besser zu schätzen wissen und
nicht versuchen eure Taten zu rechtfertigen. Ich weiß, was
ich tue. Wir werden Maeglin hier aufnehmen. Glaube mir, wenn ich
meine Tochter richtig einschätze, wird sie mir direkt in die
Arme laufen..“ Ein lautes Lachen schallte durch den Raum und
Alenil wagte kaum noch zu atmen..
Zur gleichen Zeit erwachte Maeglin auf dem harten Boden einer dunklen
Kammer. Von weiten hörte sie solch reges Treiben, wie im Schloss
von Teslon. Doch ihre Kopfschmerzen und ihre vielen Kratzer ließen
sie spüren, dass sie sich nicht mehr dort befand. In ihrem
Kopf drehte sich alles. Wo war sie bloß gelandet?
Sie hob ihren Kopf ein wenig an, als die Tür zu der Kammer
geöffnet wurde. Durch den Lichteinfall, der auf ihre Augen
traf, drehte Maeglin schmerzlich den Kopf weg. Doch als sie die
Stimme eines jungen Mädchens hörte, versuchte sie sich
mit zusammengekniffenen Augen an das Licht zu gewöhnen.
Vor ihr stand ein Mädchen in einem langen, weißen Gewand,
dass ihr etwas zu lang über die Füße fiel. Sie mochte
vielleicht so alt sein, wie auch Maeglin es war und doch schien
sie mehr in ihrem Leben gesehen zu haben.
„Seid ihr wach? Wunderbar, mein Name ist Thitra. Kommt, ich
bringe euch zu eurem Gemach.“ Sie reichte ihr eine helfende
Hand und zog Maeglin auf die Füße.
„Ihr.. Ihr habt nicht vor mir etwas zu tun, oder?“ Verstört
blickte Maeglin in das lächelnde Gesicht des Mädchens.
Nein, von ihr würde bestimmt keine Gefahr ausgehen, denn irgendwie
erinnerte sie das Mädchen an Siané. Dabei hatten sie
äußerlich keinerlei Ähnlichkeiten.
„Nein, bestimmt nicht. Ab morgen seid ihr ein Mitglied der
Burg habe ich gehört. Wie wir Novizinnen immer herkommen ist
manchmal wirklich eigenartig, aber das ändert sich bald und
klärt sich auch auf. Wir wollen euch nur helfen..“ Lächelnd
zog sie Maeglin nach draußen, die immer noch etwas wackelig
auf den Beinen war. Sie wollten ihr helfen? Aber warum hatte man
sie dann so grob entführt? Maeglin schüttelte entschlossen
den Kopf. Sie würde es auf sich zukommen lassen. Vielleicht
konnte ihr jemand anders ja mehr sagen...
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Siané fühlte ein leichtes Rütteln an ihrer Schulter
und öffnete müde die Augen. War es etwa schon Morgen?
Mit einer Hand stützte sie sich ab und sah sich dann um. Überall
wuchsen Büsche und dazwischen ragten kleinere und auch größere
Felsen aus dem Boden. Zu ihrer Verwunderung saß sie auch nicht
mehr auf einem Pferd, sondern lag mit einem Umhang auf der harten
Erde. Mit einem Lächeln stellte sie fest, dass sie trotz ihrer
Herzklopfen eingeschlafen war. Leider hatte ihr dieser Schlaf nichts
von ihren leicht schmerzenden Muskeln genommen.
Als sie zum Himmel aufblickte, funkelten ihr die Sterne entgegen
und sie wusste, dass die Reise noch nicht weitergehen würde.
Stattdessen hatte Pippin sie geweckt, um sie zum Essen zu bringen.
Er hielt ihr ein paar Stückchen gebratenes Fleisch und einige
Scheibchen Brot auf einem Teller entgegen, den sie dankend annahm.
„Wie lange schlafe ich denn schon?“ Fragend schaute
sie in die Runde, in der zu ihrer Enttäuschung Legolas fehlte.
„Noch nicht allzu lange. Der Morgen ist noch fern.“
Sie lächelte Aragorn dankend entgegen und widmete sich ihrem
Essen. Doch nach kurzer Stille brannte ihr eine erneute Frage auf
den Lippen.
„Wer von euch ist denn an meiner Tasche gewesen?“ Etwas
tadelnd sah sie Merry und Pippin an, die aber nur verständnislos
den Kopf schüttelten.
„Wie kommst du darauf? Wir durchsuchen deine Tasche doch nicht.“
Etwas beleidigt drehte Merry den Kopf weg, lachte dann aber wieder,
als er den verwirrten Blick von Siané auffing.
„Und woher hattet ihr dann meinen Umhang? Der lag doch in
der Tasche..“
„Ach so.. Das ist nicht deiner. Der gehört Legolas..“
Merry und Pippin zwinkerten ihr zu, als sie die Röte sahen,
die sich in ihr Gesicht schlich. Daher kam er also. Der Duft von
ihm, den sie schon die ganze Zeit wahrnahm. Und sie hatte schon
geglaubt, sie würde halluzinieren. In einer fließenden
Bewegung ging sie hinüber zu den Taschen und suchte dann nach
ihrer eigenen. Nachdem sie das braune Bündel ausfindig gemacht
hatte, holte sie ihren dunkelblauen Umhang hervor und drehte sich
zum Feuer zurück. Sie sah, wie Legolas auf die Gefährten
zuging und sich neben Gimli setzte, was zufällig aber auch
neben ihr war. Wieder kämpfte sie mit ihrem Herzschlag und
umfasste kaum merklich ihren Umhang fester. ‚Was mach ich
nun? ... Ich sollte es vielleicht einsehen, dass ich ihn ein klein
wenig mag... Aber nur ein wenig.. Elben werden bestimmt noch überheblicher,
wenn man ihnen auch noch zeigt, wie gut sie aussehen.. Oh nein,
da haben wir’s wieder... So gut sieht er doch gar nicht aus..
Oder? .. Ich dumme Gans.. Maeglin und auch Alés würden
mich stetig damit hochnehmen..’
Im Schatten des Felsens legte sie wieder ihre Tasche auf den Boden
und tauschte den Umhang des Elben gegen ihren eigenen.. Als sie
zurück zum Feuer ging, stellte sie sich knapp hinter Legolas
und bückte sich ein wenig nach unten, dass sie ganz nah an
seinem Ohr war.
„Dankeschön!“ Mit einer schnellen Bewegung legte
sie ihm seinen Umhang wieder um die Schultern, was ihr einen schelmischen
Blick von Gimli, Pippin und Merry einbrachte. Hatten sie sich nun
alle gegen sie verschworen?
Im Schein der Flammen konnte man ihr erneut gerötetes Gesicht
nicht erkennen. Aber die Farbe nahm stetig zu, als Gimli wieder
mit seinen Witzen begann.
„Ein hübsches Paar die beiden.. Findet ihr nicht? Ach,
nur eine einzige Frau auf unserer Reise und an die kommt man nun
nicht mehr heran. Aber ich bevorzuge eh Zwergenfrauen..“ Sein
raues Lachen wurde unterbrochen, als Aragorn ihn nach den Bärten
selbiger fragte.
„Siané, hast du einen Moment für mich?“
Das Mädchen nickte Gandalf erwartungsvoll an und dieser setzte
sich zwischen Pippin und sie. „Gib mir bitte deine Hand.“
Sie streckte sie ihm entgegen und fühlte ein eigenartiges prickeln
auf der Haut, als er mit einer kleinen Figur hinüberstrich.
„Fühlst du etwas?“ Er sah sie an und in seinen
Augen lag so etwas wie Hoffnung.
„Es fühlt sich an, als würde es in meiner Hand kitzeln..“
Sie zog die Stirn in Falten und auch die anderen hatten den beiden
ihre ganze Aufmerksamkeit geschenkt. Pippin beugte sich soweit vornüber,
dass man denken konnte, er würde sogleich zu Boden fallen.
„Ich würde gerne etwas mit dir versuchen. Eine kleine
Übung.. Würdest du mitmachen?“ Siané nickte
aufgeregt. Für solche Dinge war sie schon immer zu haben.
So begann Gandalf leise auf sie einzureden. Das einzige, was sie
außer seiner Stimme vernahm, war das Prasseln des Feuers.
„Schließe deine Augen ... Stell dir einen dunklen Raum
vor.. Einen Raum ohne Fenster... Du befindest dich in ihm und deine
Augen vermögen nichts von den Umrissen zu erkennen. Nur ein
Gefühl ist in dir. Ein Gefühl, dass dieser Raum geschlossen
ist. Neben den fehlenden Fenstern, kannst du auch keine Türen
an den kalten Wänden erfassen.“
Siané hatte immer noch ihre Augen fest verschlossen und sah
nur absolute Schwärze vor sich. Und doch konnte sie es sich
genau vorstellen. Die kalten, modrigen Wände an denen man nichts
zu finden vermochte.
„Du hast nichts bei dir, womit du aus dem Raum entkommen könntest.
Nichts, um auf dich aufmerksam zu machen. Nicht einmal etwas, mit
dem du etwas Licht ins Dunkel bringen könntest. Aber du kannst
es dir vorstellen. Ein Licht, dass sich in diesem dunklen Raum entfalten
könnte und mit dem du den rettenden Ausgang sehen kannst, der
nur bei Licht erscheint.. Stell es dir vor.. Das Licht, heiß
wie eine Flamme, kalt wie Mithril..“
Sianés Gedanken waren alles, was sie im Moment hatte. Ihr
Bewusstsein war nur auf das Licht konzentriert, dass sie brauchte.
Ihre Handfläche schwebte aber immer noch zum Himmel gerichtet,
vor ihr.
Ein erschreckter Schrei, den sie nicht zuordnen konnte und ein nachfolgender
stechender Schmerz in ihrem Kopf, ließ sie ihre Augen öffnen.
Sie sah noch die letzten Funken eines hellen Lichtes auf ihrer Handfläche
tanzen..
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„Geht am besten schlafen.. Besonders du, Siané. Vielleicht
hätte ich es nicht tun sollen, aber deine Mutter scheint wirklich
eine Hexe zu sein. Eine Mächtige sogar, sonst hätte es
nicht so schnell geklappt.“ Gandalf stand vor Siané,
die beide Hände auf ihren schmerzenden Kopf drückte.
„Vielleicht hättet ihr es nicht tun sollen. Mir brummt
dermaßen der Schädel.. Wenn ich’s mir recht überlege,
hatte diese Reise bisher nichts Gutes. Schmerzende Muskeln, ich
wäre beinah zweimal vom Pferd gefallen und nun diese Kopfschmerzen..
Einfach wunderbar..“ Vor sich hin murrend lief sie an Gimli
vorbei, der ihr ein lachendes ‚Unsere kleine Zynikerin’
hinterher rief und legte sich in das Gras in der Nähe der Taschen.
‚Was hatte Gandalf gesagt? Nebenwirkungen bei den ersten Berührungen
mit der Macht? Hmm, wird schon nichts schlimmes sein...’
Es musste einige Zeit später sein, als Siané erneut
die Augen öffnete. Sie fror bitterlich, dabei hatten die anderen
beim Abendessen noch von einer lauen Nacht gesprochen. Nun zitterte
sie aber wie Espenlaub und zurrte verzweifelt ihren Umhang etwas
fester zusammen.
Mit einem suchenden Blick hielt sie nach der Wache Ausschau, die
sich aber anscheinend etwas von ihrem Lager entfernt hatte. Im Moment
musste einer der königlichen Garde an der Reihe sein, denn
die restlichen Gefährten schliefen verstreut auf der Erde.
Als sie sich erneut umsah, fiel ihr Blick auf Legolas, der augenscheinlich
noch nicht schlief. Froh und immer noch mit zitterndem Körper,
ging sie auf ihn zu und kniete sich neben ihn nieder. Es wunderte
sie einen Augenblick, als er so reglos an einem der Felsen gelehnt
saß und sie nicht beachtete, aber sie fuhr trotzdem vorsichtig
mit der Hand über seinen Arm. Sie lächelte, als sie seine
Augen sah, die in ihrem tiefen Blau die Sterne wiederspiegelten.
Und erst jetzt fiel ihr auf, dass etwas anders war. Er blinzelte
nicht einmal und so etwas wie ein Schleier lag auf seinen Augen.
Verwirrt berührte sie ihn noch einmal an der Wange, woraufhin
er den Kopf zu ihr drehte und sie irritiert ansah.
„Siané? ... Ist etwas? ... Warum hast du mich denn
geweckt?“ Sie legte den Kopf verständnislos auf die Seite.
„Ihr habt geschlafen? Aber.. Eure Augen..“
„Elben schlafen immer mit offenen Augen.“ Lächelnd
setzte er sich in eine aufrechte Position und sah sie an.
„Oh.. Das tut mir leid. Das wusste ich nicht..“ Schüchtern
blickte sie weg, ihren zitternden Körper völlig ignorierend.
Schon wieder ein Fettnäpfchen. Wieso war ihr auch nicht aufgefallen,
dass er sich überhaupt nicht rührte?
“Macht nichts.. Aber was ist nun los mit dir?
Du zitterst ja..“ Behutsam legte er eine Hand auf ihre Schulter
und zwang sie, ihn wieder anzusehen.
„Ja, mir ist schrecklich kalt. Und da ich gedacht hab, du
seiest noch wach, hab ich mit dir reden wollen..“ Immer noch
etwas verlegen sah sie in seine dunklen Augen.
„Kalt? Es ist eigentlich angenehm..“ Er zog überrascht
die Augenbrauen hoch.
„Ich weiß auch nicht was das ist.“ Sie bemühte
sich, leise zu sprechen. Doch ihre Stimme bebte unter dem Zittern
ihres Körpers.
„Gandalf sagte etwas von Nebenwirkungen..“ Aufmunternd
berührte Legolas ihre Wange.
„Vielleicht. Wie kann ich das aber abstellen?“
„Abwarten, bis es vorbeigeht. Aber ich seh’ schon, dir
ist wirklich nicht wohl..“ Sie saßen sich einen Moment
schweigend gegenüber, in dem Siané mehrmals versuchte
ihren Umhang enger um ihren Körper zu ziehen. Dann, nach einigen
Augenblicken legte Legolas beide Arme um ihren kalten Körper.
Sie spürte, wie er sie weiter an sich zog und sich wieder gegen
den Felsen lehnte.
Nun saß sie da. Mit dem Kopf an seine Brust gelehnt und beide
seiner Arme um sich spürend. Vorsichtig hob sie den Kopf und
sah ihn an.
„Immer noch nicht besser?“ Sein Blick ruhte fragend
auf ihr und doch konnte sie nur den Kopf schütteln. Sie zitterte
immer noch. Aber war es wegen der Kälte?
„Dann sollten wir vielleicht Gandalf wecken..“ Der Elb
wollte sie gerade etwas von sich schieben und aufstehen, als sie
versuchte ihn sanft auf dem Boden zu halten.
„Nein, das würde doch eh nichts bringen.“ Mit einem
hochroten Kopf senkte sie ihren Blick auf den Boden. So entging
ihr auch das überraschte und glückliche Lächeln des
Prinzen. Er zog sie mit sanfter Gewalt noch etwas näher zu
sich heran und schloss wieder seine Arme um sie.
Siané legte mit klopfenden Herzen erneut den Kopf auf seine
Brust und ihre Arme um seinen Oberkörper. Noch nie war sie
jemandem so nah gewesen. Es war ein eigenartiges Gefühl. Sie
fühlte die Wärme, die sein Körper ausstrahlte und
atmete zum wiederholten Male seinen Duft ein. Wie gern würde
sie diesen Augenblick anhalten.
Mit einem leisen Seufzen schloss sie schließlich die Augen.
Sie fühlte noch, wie er eine Hand streichelnd über ihren
Rücken gleiten ließ und sich darüber eine Gänsehaut
zog, als sie wieder den Weg in den Schlaf fand.