Disclaimer: Keine von den Figuren in meiner Geschichte,
die euch bekannt vorkommen, gehören mir, sondern sind aus Meister
Tokiens genialem Verstand entsprungen. Außerdem verdien ich
keinen Cent an der Geschichte. (Würde mich auch arg wundern.)
Warnung: Ich bin noch eine absolute Anfängerin,
wenn es um Fanfics im Bereich Herr der Ringe geht. Also habt ein
bissel Mitleid und verbessert mich ruhig. Hoffe auf viele reviews.
Sonstige Anmerkungen: Bin mit Keksen und Früchtetee
bewaffnet und richtig in Stimmung was toll Romantisches zu schreiben.
°g°
Die Normalversion deieses Kapitels enthält nicht
unbedingt jugendfreien Inhalt.
Aus diesem Grunde habe ich die "brisantesten" Stellen
entfernt - was aber natürlich der Geschichte nichts gutes tut.
Schlussendlich hat aber jeder selbst zu entscheiden, welcher Version
man sich zugetan fühlt.
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Herz zu erobern
Rache und ander Sünden
Ihre Schritte waren leise in den Gängen zu hören. Es
war nicht verwunderlich, dass Menschen in Bruchtal zu sehen waren.
Und doch war an diesen beiden etwas anders. Ihre Hände waren
zu Fäusten geballt und ihr Ziel schien klar zu sein. Die
beiden begegneten auf ihrem Weg kaum jemanden. Doch die Elben,
die sie sahen, wichen erschrocken vor ihnen zurück. Es war,
als wäre etwas auf der Stirn von Maeglin und Siané
zu sehen, dass soviel hieß wie: ‚Wir wollen Rache,
geht uns aus dem Weg.’
Mit Blicken, die hätten töten können, blieben
sie vor einer der vielen Türen stehen. Kurz tauschten sie
einen Blick aus, nickten sich zu und betraten dann geschwind das
geräumige Zimmer. Auf den ersten Blick schien es leer zu
sein, doch einen Moment später, steckte das Objekt ihrer
Rachegelüste den Kopf aus der Badezimmertür. Er hatte
einen entschuldigenden und reumütigen Blick aufgelegt, der
die Laune der beiden aber nicht im geringsten milderte.
Langsam trat er ganz in sein Schlafzimmer. Sein Blick war auf
den Boden gerichtet, während er sich mit der Hand unruhig
über den Hinterkopf fuhr. Er schien angestrengt darüber
nachzudenken, wie er seine Tat entschuldigen konnte. Aber eigentlich
hätte ein Blick in die Augen der Mädchen ihm alles sagen
müssen. Er KONNTE es nicht mehr wieder gut machen.
Mit seinen großen, treuen Augen sah er zu den beiden auf.
Er war noch nie gut darin gewesen, jemanden wieder umzustimmen.
Andererseits war es einen Versuch alle Mal wert. Zu seinem Unglück
schien sein Hundeblick nicht zu wirken.. Wie so oft. Mutig ging
er einen Schritt vor und hob abwehrend die Hände.
„Mädels.. Ich kann das erklären.“ Seine
Stimme war relativ leise und schüchtern. Trotzdem blieb der
Blick der beiden hart. Zu allem Überfluss kreuzten sie nun
auch noch die Arme vor der Brust. Kein Zucken glitt über
ihre Gesichtszüge. Er schluckte. Sie waren wirklich sauer.
„Erklären.. Tz!! Hast du das gehört, Siané??
Er will uns das erklären!“ Maeglin zog hämisch
die Mundwinkel nach oben und sah zu ihrer Freundin rüber.
„Das kannst du nicht erklären! Was du getan hast,
trotzt geradezu von angekratztem Stolz!!“ Siané funkelte
ihn böse an. Zusammen gingen sie einen Schritt auf ihn zu,
auf den Mat zwei Schritte zurück wich.
„Aber hört mich doch an!!“ Er wimmerte. „Dich
und die beiden Elben wollte ich nicht einmal mit hinein ziehen!!“
In seinem Inneren raste es. Wenn die Zwillinge von Lord Elrond
genauso wütend waren, sah es überaus schlecht für
ihn aus. „Ich war beleidigt, weil Maeglin mich ignoriert
hat. Das gebe ich zu. Und ich gebe auch zu, dass ich überreagiert
habe. Aber.. Aber.. Ich entschuldige mich schon, was wollt ihr
denn noch???“ Er hatte die Hände flehend zusammengefaltet
und sah die beiden Mädchen vor sich bettelnd an. Doch ihre
Züge erweichten sich nicht.
„Was wir wollen?“ Siané grinste schelmisch.
„Das kannst du dir doch wohl denken. Ich weiß nicht,
was wir gestern getan haben. Aber nach den Dingen, die ich heute
morgen gehört habe, war es unglaublich peinlich für
uns. Maeglin kann sich noch an irgendwelche Bruchstücke erinnern,
die ihr immer noch die Röte ins Gesicht treiben. Und das
alles nur, weil du angefressen warst! Wir wollen uns nur ein wenig
an dir rächen!!“ Siané ging noch einen Schritt
auf ihn zu und blieb dann abrupt stehen, als Maeglin etwas hinter
ihrem Rücken hervorzog.
„Pass mal auf Mat..“ Sie sah ihn eindringlich an.
Siané versuchte derweil einen Blick darauf zu erhaschen,
was ihre beste Freundin dort in der Hand hielt. Enttäuschenderweise
konnte sie es nicht identifizieren. „Ich weiß, dass
du gleich versuchen wirst, abzuhauen..“ Mats Gesicht wurde
blass. Hatte Maeglin ihn so leicht durchschauen können? Doch
sie fuhr fort, bevor er sich näher mit dieser Einsicht auseinander
setzen konnte. „Du hättest mir nie diese Dinger anvertrauen
dürfen.“ Er wusste erst nicht, was sie meinte. Doch
dann enthüllte sie den scharfen Liliendolch in ihrer Hand.
Er schnappte nach Luft, doch bevor er sich bewegen und abhauen
konnte, hatte sie die Spitze der Klinge an ein ungemein empfindliches
Teil seines Körpers gehalten. „Versuch es gar nicht
erst!“ Ihre Stimme war leise und bedrohlich. ‚Sie
wird doch nicht..’ „Weißt du, wie sehr ich mich
heute morgen erschrocken habe?? Du und deine dummen Ideen und
Witze! Und das alles nur, weil du dich in deiner Männlichkeit--“
Sie verstummte, als sie eine Bewegung aus den Augenwinkeln wahrnahm.
Siané drehte sich zur Tür. Doch alles, was sie noch
sehen konnte, war ein buschiger, dunkelgrauer Schwanz. Auch Maeglin
hatte sich umgedreht und blickte verwirrt zur Tür hinaus.
In Gedanken fragte sie sich, ob ihre Augen sie nicht vielleicht
getäuscht hatten.
„Das kann doch wohl nicht wahr sein!!!“ Maeglin zuckte
aus ihren Überlegungen, als sie Sianés Aufschrei vernahm.
Mat hatte den Augenblick der Verwirrung genutzt und war aus dem
Zimmer verschwunden. Die beiden Mädchen seufzten synchron
auf. Nun mussten sie also erneut nach ihm suchen. Einen Moment
verharrten sie noch auf der Stelle, doch dann setzten sie sich
in Bewegung. Nach den ersten Metern sahen sie sich an, nickten
sich zu und begannen zu rennen...
---------*°*---------
Elladan hatte seine Stirn auf beide Hände gestützt
und versuchte die Augen geschlossen zu halten. Sein Bruder schien
es ihm gleich zu tun, denn er hörte das Aufstöhnen von
Elrohir, dass durch seine Hand ein wenig gedämpft wurde,
als ihr Vater erneut mit seiner Predigt ansetzte.
„Er fängt schon wieder an.“ Elrohir schaute
seinen Bruder kaum merkbar an, doch Elladan drehte gleich seinen
Kopf zu ihm, als er ihn sprechen hörte. Zwischen den kleinen
Spalten seiner gespreizten Finger, konnte man sehen, wie Elladan
die Augen verdrehte.
„Wieso glaubt er uns nicht?“ Elrohir zuckte auf seine
Frage hin mit den Schultern.
„Weißt du was? Du siehst genauso schlimm aus, wie
ich mich fühle!“ Elrohir bemühte sich zu einem
schelmischen Grinsen, als Elladan ein wenig die Gesichtzüge
entgleisten.
„Besten Dank auch. Als ob du an diesem Morgen wie das blühende
Leben aussähest,“ zischte Elladan zurück.
„Hört ihr beide mir überhaupt zu?“ Die
Zwillinge zuckten zusammen, als sie die donnernde Stimme ihres
Vaters vernahmen. Unisono stöhnten sie auf. Die Lautstärke
war bei diesen Kopfschmerzen kaum zu ertragen. Es kam ihnen immer
noch wie ein Wunder vor, dass Siané und Maeglin so schnell
wieder auf den Beinen waren. Dabei waren es doch eigentlich die
Elben, die schnellere Heilungsfähigkeiten hatten.
„Entschuldige, Vater!“ Die beiden senkten ihr Haupt
und betrachteten höchst interessiert die Verzierungen des
schweren Tisches.
„Ich bitte euch. Ihr, als meine Söhne, solltet genügend
Courage besitzen und euer Fehlverhalten einsehen. Nicht nur, dass
ihr in meinem Vorratsraum wart. Nein, ihr habt auch noch diese
beiden unschuldigen--“
„VATER BITTE!!!!“ Elladan war aufgesprungen und sah
seinem Vater direkt in die Augen. Elrohir, der bis eben noch auf
seinem Stuhl verharrt hatte, stand nun maulend auch auf und erwiderte
den Blick, den Elrond seinen Söhnen zuwarf.
„Vater glaube uns doch. Wir haben keinen Tropfen Alkohol
getrunken.“ Flehend sah Elrohir in die Richtung seines Vaters.
„Elrond, vielleicht solltet ihr in Betracht ziehen, dass
eure Söhne die Wahrheit sprechen.“ Die Zwillinge atmeten
erleichtert auf, als Gandalf ihnen zu Hilfe kam.
„Ja, ich denke auch, dass sie die Wahrheit sagen.“
Verzweifelnd blickte der Lord von Bruchtal nun auch zu Aragorn,
der sich auf die Seite seiner Söhne geschlagen hatte. Kopfschüttelnd
setzte er sich wieder, versuchte aber die angeborene Grazie der
Elben dabei zu behalten. Vergeblich.
Die Anwesenden schwiegen wieder. Elrond arbeitete wohl gerade
daran, seinen Söhnen Glauben zu schenken, während die
restlichen versuchten, keine Geräusche von sich zu geben,
die Elladan und Elrohir zur Verzweiflung trieben. Doch so sehr
sie sich auch bemühten, so konnten sie die knallend auffliegende
Tür nicht verhindern. Die Zwillinge hielten sich schmerzend
den Kopf und stellten den Tee wieder auf den Tisch, den eine Magd
ihnen eben gebracht hatte.
Die Augen am Tisch hatten sich sofort zu dem Neuankömmling
gedreht und selbst Elronds Söhne machten sich die Mühe,
sich in ihrem Stuhl herum zu drehen. Es verwunderte sie ein wenig,
dass Mat wie ein gehetzter Hund in den Raum rannte und seinen
Weg zum Balkon einschlug.
Schnell war die Verwirrung aber verflogen. Zwei Mädchen,
die bei allen allzu gut bekannt waren, blieben schwer atmend im
Speisesaal stehen und sahen sich nach dem Flüchtigen um.
Als sie gerade noch die Gestalt von Mat wahrnahmen, die den Balkon
heruntersprang, setzten sie sich wieder in Bewegung.
„Sag mir bitte, dass er nicht gerade den Balkon heruntergesprungen
ist!!!“ Maeglin sah Siané mit weit aufgerissenen
Augen an und deutete auf die offene Tür.
„Doch ist er.. Und wenn du mich fragst: Das ist auch nicht
höher, als der zweite Stock im Tesloner Schloss.“ Mutig
ging Siané ein Stück zum Balkon, wurde aber von ihrer
Freundin aufgehalten.
„Du erinnerst dich aber schon noch daran, dass du nach
dem Sprung einen gebrochenen Arm hattest und ich einen Muskelriss
im rechten Bein!?“
„Weiß ich.. Aber damals war ich auch noch unerfahren!“
Siané grinste, als Maeglin sie entsetzte ansah.
„Ach? Und nun weißt du, wie man aus dem Fenster springt?“
„Erstens, ist dies ein Balkon. Und zweitens: Wenn wir uns
nicht beeilen, ist Mat über alle Berge!“ Das zog. Maeglin
nickte, ließ Siané aber vorgehen. Die Zuschauer am
Tisch hatten sich noch immer nicht gerührt.
„Ach, bevor ich es vergesse!“ Siané drehte
sich zu ihrer sprechenden Freundin um und sah sie erwartungsvoll
an. „Ich hab zwei davon. Nimm, damit kannst du ihm vielleicht
einen Schrecken einjagen.“ Lachend nahm Siané den
zweiten Liliendolch entgegen, bewegte sich aber immer noch nicht
zum Fenster.
„Weißt du was? Du gehst über die Treppe in den
Garten und ich laufe ihm hier hinterher. So bekommen wir ihn wohl
schneller in die Finger..“ Langsam trennten sich die beiden
voneinander. Jedoch erwähnte Siané noch etwas, bevor
die beiden den Raum ganz verlassen hatten. „Der wird was
erleben. Uns Hazia in die Kekse zu mischen. Ich bring ihn eigenhändig
um..“ Mit einem lauten Quietschen wurden zwei Stühle
nach hinten geschoben, so dass Siané und Maeglin überrascht
innehielten und sich noch mal umdrehten. Elronds Söhne waren
aufgesprungen und sahen die beiden Mädchen erwartungsvoll
an.
„Was denn? Muss ich noch mehr sagen? Der Kerl ist in den
Garten raus.“ Ohne ein weiteres Wort verließen die
Vier den Speisesaal. Siané allerdings, zu Legolas’
Schrecken, direkt über den Balkon in den Garten. Wie von
etwas gestochen, sprang er auf und war einige Sekunden später
am Geländer. Doch alles, was er sehen konnte, waren ihre
roten Haare, die zwischen den Blättern verschwanden. Zu seiner
Erleichterung konnte er aber sehen, dass sie wahrscheinlich über
die vielen Äste des Baumes nach unten gekommen war und somit
auch keinerlei Schäden davongetragen hatte.
---------*°*---------
Wie ein Schatten huschte er durch den Garten Bruchtals. Immer
wieder blickte er über die Schulter zurück, ob ihn die
beiden Mädchen inzwischen eingeholt hatten. ‚Was für
Furien.. Ich hätte ihr nie die Dolche geben dürfen.’
Leise schlich er weiter, sah aus den Augenwinkeln einen großen
Brunnen, der auf dem Hof thronte. ‚Dabei sind die beiden
ja nicht mal eine große Gefahr für mich.. Verdammt!
Ich schlage nun mal keine Frauen.. Wie halt ich mir die denn vom
Hals? Furien.. Vielleicht sollte ich sie fesseln? ... Ich fasse
es nicht. Terror, nichts als Terror. Obwohl Maeglin ja--’
Hart prallte er gegen etwas, als er nicht mehr aufpasste. Unsicher
blickte er auf und wäre am liebsten gleich wieder weggelaufen.
Die beiden Elben, die er vor sich sah, blickten alles andere als
freundlich drein.
„Also.. Wir können das doch sicher zivilisiert klären!?“
Langsam hob er die Hände, wollte zeigen, dass er nichts böses
meinte. Doch nachdem Elladan und Elrohir einen Blick ausgetauscht
hatten, schnappten sich beide einen Arm von ihm und trugen ihn
in Richtung Brunnen.
Mit zusammengekniffenen Augen wartete er auf sein Schicksal.
Es dauerte auch nur einen Moment, da wurde er schon wieder auf
die Füße gesetzt. Vorsichtig öffnete er die Augen
und schaute direkt in die grinsenden Gesichter von Siané
und Maeglin.
„Mädels.. Ich bitte euch!“ Doch es war schon
zu spät. Mit einer geschickten Bewegung hatten die beiden
ihn in Richtung Brunnen befördert. Dort fand er sich nun
auch wieder. Mit dem Oberkörper auf dem schmalen Rand liegend,
blickte er direkt in das klare Wasser. Er versuchte gar nicht,
sich mit den Händen abzustützen und wieder aufzurichten.
Die beiden Mädchen hatten sich schon längst auf seinen
Rücken gesetzt und grinsten hämisch zu ihm herunter.
Maeglin hatte sanft ihre Hand auf sein Haupt gelegt, dass nur
ein paar Millimeter von der Wasseroberfläche entfernt war.
Zu seinem Entsetzen, hielt Siané währenddessen einen
der beiden Liliendolche in den Händen und drehte ihn offen
zwischen ihren Finger hin und her.
„Aaaaaalso.. Möchtest du noch etwas zu deiner Verteidigung
sagen?“ Mat schielte zu Maeglin hoch und versuchte es noch
einmal mit einem flehenden Blick. Aber wie war es anders zu erwarten?
Sie schüttelte nur ihren hübschen Kopf und drückte
ihn mit der Hand unter Wasser.
Prustend kam er ein paar Sekunden später wieder hoch. „Hast
du uns nun was zu sagen?“ Japsend holte Mat Luft, versuchte
ein paar Worte herauszubekommen. Aber anscheinend dauerte Maeglin
das zu lange. Auf ein Handzeichen von Siané drückte
sie seinen Kopf erneut nach unten und versenkte ihn so in dem
eiskalten Nass.
„Meinst du, wir hätten ihn reden lassen sollen?“
Siané sah ihre drei Freunde an, doch die schüttelten
nur einstimmig mit dem Kopf. Sie zuckte mit den Schultern. ‚Wahrscheinlich
haben sie recht.’
„Siané, du bist zu nett!!!“ Entgeistert sah
sie Maeglin an.
„Ich bin NICHT nett!!“
„In dieser Beziehung schon!“ Maeglin giftete im gleichen
Ton zurück, merkte gar nicht das Tippen auf ihrer Schulter.
„ICH BIN NICHT NETT!!“
„Was denn???“ Maeglin drehte sich sauer zu Elladan
um, der immer noch auf ihre Schulter tippte.
„Ich dachte nur, du willst ihn vielleicht wieder hoch lassen.“
Er lachte, als Maeglin blass wurde und Mat mit einem Ruck wieder
nach oben holte. Nach Atem ringend hielt er sich eine Hand auf
seinen Hals und versuchte etwas zu sagen. Hauptsache, die beiden
würden ihn nicht wieder unter Wasser stecken.
Doch zu spät. Wieder drückte die Hand nach unten. Dieses
Mal war es aber Siané, die sich über Maeglin gebeugt
hatte, ihre Freundin anfunkelte und ‚Ich bin nicht nett’
zischte.
Wieder zogen sie ihn nach oben. Dieses Mal durfte er aber etwas
sagen. „Es tut mir leid. Wirklich!! Vergebt mir doch!“
Triefnass versuchte er einen Blick auf die beiden zu erhaschen,
die aber nur noch mal mit dem Kopf schüttelten.
„Das war schon ganz gut, aber noch nicht perfekt.“
Maeglin grinste wieder gehässig, als sie ihn zurück
unter das Wasser beförderte. Nach weiteren Sekunden schnappte
Mat erneut nach der lebenswichtigen Luft.
„In Ordnung.. Lasst mich.. Lasst mich nur mal ausreden!“
Siané und Maeglin sahen erst sich und dann die Zwillinge
an. Alle schienen sich einig zu sein und so durfte Mat noch einmal
eine Entschuldigung formulieren.
„Es tut mir wirklich sehr leid. Im Nachhinein finde ich
es auch dumm von mir. Nie wieder will ich so einen Schwachsinn
machen. Verzeiht mir noch einmal und ihr werdet es bestimmt nicht
bereuen.“ Flehend sah er die Vier an, die ihn dann endgültig
frei ließen. Von der Brust auf war er patschnass und innerlich
gelüstete es ihm nach Rache. Allerdings sollte er sich das
doch wieder aus dem Kopf schlagen.
Noch einmal entschuldigend lächelnd ging er zurück
ins Haus. In Gedanken kochte er. ‚Dieses Mal hab ich verloren..
Aber vielleicht.. Irgendwann..’ Er fluchte und schlug sich
mit der Hand gegen die Stirn. ‚Wieso will ich das noch mal
versuchen? Das kann doch gar nicht gut gehen..’
„Meint ihr, das hat gereicht?“ Elladan sah seinen
Bruder und die beiden Mädchen fragend an.
„Hoffe ich doch.. Wenn nicht--“ Maeglin grinste zu
Siané hinüber und sie vervollständigte ihren
Satz. „Wenn nicht, wiederholen wir das hier einfach.“
Alle lachten sie plötzlich, bis sie ein Räuspern hinter
sich vernahmen. Die gesamte Tischgesellschaft stand um sie versammelt.
„Darf ich fragen, wie lange ihr hier schon steht?“
Elrohir zupfte unwillkürlich an seiner Tunika und sah fragend
in die Runde.
„Lange genug, denke ich.“ Elrond lächelte. Seine
Söhne blinzelten überrascht. Lächelte ihr Vater
tatsächlich gerade? „Kommt, ihr beiden. Ich habe da
etwas gegen die Nebenwirkungen von Hazia. Und wenn ihr Mädchen
auch wollt!?“ Elrond sah die beiden erwartungsvoll an, woraufhin
Maeglin sich gleich anschloss. Nur Siané winkte ab.
„Danke. Aber ich hab da heute Morgen schon so ein widerwärtiges
Zeugs bekommen.“ Elrond nickte und langsam verschwanden
alle Anwesenden um sie herum. Alle, bis auf Legolas, der lächelnd
gegen einen Baum gelehnt stand und nun auf sie zukam.
„Dem habt ihrs aber gezeigt.“ Er grinste und bot
ihr seinen Arm an.
„Natürlich, das hatte er ja auch verdient.“
Sie hakte sich ein. Lächelnd gingen sie in die andere Richtung,
weg vom Haus.
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„Was würdest du davon halten, wenn ich dir ein wenig
von Bruchtal zeige?“ Legolas sah auf Siané herunter,
mit der er nun ziemlich allein im Garten stand.
„Um ehrlich zu sein, haben Elladan und Elrohir mich schon
herumgeführt.“ Entschuldigend erwiderte sie seinen
Blick.
„Oh. Das ist in der Tat schade.“ Er zog beleidigt
die Lippen zu einem Schmollmund.
„Kann ich..“ Schüchtern faltete sie die Hände
zusammen und senkte ihren Blick darauf. „Kann ich mal mit
dir reden?“ Unsicher sah sie wieder zu ihm auf, war aber
im gleichen Moment erleichtert, als sie sein strahlendes Lächeln
sah und er ihre Frage mit einem heftigen Nicken beantwortete.
„Komm.. Dort hinten können wir uns setzen.“
Gemächlich folgte Siané ihm, der eine hübsche
Bank ansteuerte, die aussah, als wäre sie aus Marmor geschlagen.
Der helle Stein funkelte wunderschön im Licht der Sonne.
Einen Moment saßen sie schweigend nebeneinander. Legolas
musterte sie aufmerksam, doch Siané schaute unschlüssig
auf ihre Hände. Vor ihren Augen sah sie die Elbin, die sie
mit Legolas am vorigen Tage entdeckt hatte. Sie war nicht sicher,
ob sie ihn darauf ansprechen sollte. Aber sie spürte, wie
die Frage auf ihrer Seele brannte. Scheu blickte sie zu ihm auf
und lächelte ihn vorsichtig an. Aufmunternd erwiderte er
ihren Blick und umfasste ihre kleine Hand mit seiner.
Sie atmete tief ein, schluckte ihre Angst herunter. „Ich
hab euch gestern gesehen.“ Ihre Stimme war ganz leise und
sie fluchte stumm, als sie es merkte. Sie wollte doch nicht so
unsicher wirken.
Legolas unterbrach ihren Blickkontakt und betrachtete nun die
Bäume, die den Weg vor ihnen säumten. Wie sollte er
ihr nur das Verhältnis von ihm und Laurelin erklären?
Er atmete hörbar schwer ein und sah Siané dann wieder
an. „Sie bedeutet mir nichts. Sie ist einfach.. Nun..“
Er blickte zu Boden.
Siané lächelte. Sie hatte ihn noch nie stottern hören.
Liebevoll drückte sie seine Hand, woraufhin er wieder zu
ihr hochsah. „Weißt du.. Du musst dich nicht vor mir
rechtfertigen.“
Verwirrt zog er die Augenbrauen hoch. „Warum hast du dann
gefragt?“
„Ich weiß nicht. Aber als du mit ihr etwas hattest,
war ich wohl noch nicht einmal geboren. Wieso sollte ich also
eifersüchtig sein? Da habe ich doch gar kein Recht zu.“
Munter blinzelte sie ihn an und setzte ein strahlendes Lächeln
auf.
„Gut.. Es stimmt. Das mit Laurelin ist schon lange her.
Sie hängt sich aber trotzdem immer an mich, sobald ich Bruchtal
auch nur betrete.“ Er machte eine kurze Pause, in der er
Siané noch einmal eindringlich musterte. Dann sprach er
aber weiter. „Trotz allem verstehe ich nicht, warum du mich
darauf angesprochen hast.. Immerhin scheinst du kein Problem damit
zu haben. Zumindest nicht direkt, oder?“ Zärtlich strich
er ihr über die Wange und sie lehnte sich mit geschlossenen
Augen in die Berührung.
„Es ist nur..“ Sie öffnete ihre Augen wieder
und lächelte schüchtern. „Sie ist so unglaublich
hübsch.“
Legolas blinzelte sie überrascht an. „Und du meinst,
du bist das nicht?“
„Also.. Ich.. Ich weiß nicht.“ Sie senkte errötend
den Kopf. ‚Wahrscheinlich lacht er mich gleich aus.. Wieso
erzähl ich ihm so einen Quatsch?’ Sie hob erschrocken
wieder den Kopf, als sie sein melodiöses Lachen vernahm.
‚Ich WUSSTE, dass er mich auslacht.’
„Wie kommst du denn nur auf eine solche Idee?“ Er
lachte immer noch.
„Nun.. Da war mal jemand, der hat immer gesagt, dass ich
eine Haarfarbe habe, die an die Kleidung der Kesselflicker erinnert.
Oder an die Stoffe, die von den Schneiderinnen aus versehen verfärbt
wurden. Eben so ein hässlicher Ton.. Außerdem.. Andere
Gemeinheiten hatte er auch auf Lager.“ Sie stockte kurz
und sah in Legolas’ Gesicht, der ihr mit einem ernsten Ausdruck
zuhörte. „Es war mir immer egal, aber als ich Laurelin
gesehen hab. Nun ja.. Sie sieht.. Also--“
„Weiß du, du gefällst mir viel besser als sie.
Und wenn wir diesem Kerl irgendwann mal über den Weg laufen,
kann ich mich vielleicht mal mit ihm unterhalten.“ Das letzte
Wort betonte er allerdings so, dass Siané anfing zu kichern.
‚Unterhalten’ schien in diesem Fall so was wie ‚Vernunft
in ihn hineinprügeln’ zu bedeuten.
„In Ordnung.. Vielleicht hast du recht.“
„Ich habe immer recht.“
„Tz.. Überheblich sind wir wohl gar nicht, was?“
Gespielt entrüstet drehte sie ihm den Rücken zu und
richtete ihre Augen gen Himmel. Einen Augenblick rührte sich
niemand von beiden, doch dann schlang er besitzergreifend seine
Arme von hinten um sie und nuschelte etwas in ihren Nacken, dass
soviel wie ‚Meine kleine beleidigte Magierin’ heißen
konnte.
„Ich bin nicht klein.“ Ihre Stimme zitterte ein wenig,
was von den flüchtigen Berührungen seiner Lippen an
ihrem Hals herrührte.
„Dann eben: Meine beleidigte Magierin.“ Sie erschauderte,
als sein heißer Atem ihre Haut streifte.
„Beleidigt bin ich auch nicht.“ Flüchtig berührte
sie seine Hände, die knapp unter ihren Brüsten lagen.
„Hmm.. Bist du dann wenigstens meine Magierin’?“
Sie kicherte leicht. Anhänglich rieb er seine Wange an ihrer.
„Deine? .. Hmm..“ Vorsichtig machte sie sich von
ihm los und stand auf. Übermütig beugte sie sich zu
ihm herunter und gurrte leise ‚Das muss sich noch herausstellen’
in sein Ohr. Verdutzt sah er sie an. Sie stand lachend vor ihm,
hatte ihre Arme hinter ihrem Rücken verschränkt und
machte auf dem Absatz kehrt.
Es dauerte ein Weilchen, bis Legolas begriff, was sie dort gerade
tat. Er hörte, wie sich ihr Lachen immer mehr entfernte und
schon bald konnte er nicht einmal mehr ihre Gestalt erkennen.
Sie lief weg von ihm. Einfach so und machte sich einen Spaß
daraus. Er grinste und stand gemächlich auf. Sie schien zu
vergessen, dass er ein Elb war. Er würde sie in wenigen Minuten
in dem kleinen Waldstück gefunden haben.
Siané huschte zwischen den Bäumen hin und her, horchte
auf die Geräusche, die um sie herum ertönten. Sie war
schon ein paar Momente schnell gelaufen und nun verlangsamte sie
ihr Tempo ein wenig. Vor sich sah sie einen kleinen See, auf dessen
Wasseroberfläche sich die Strahlen der Sonne brachen. Etwas
entfernt sah sie die Wasserfälle, die ins Tal stürzten
und bald darauf hier vorbeiflossen, um den See zu speisen. Um
sie herum standen die Bäume in einem saftigen grün und
verschiedene Vogelarten belebten den Platz mit ihren Gesängen.
Unsicher schaute sie sich um. War Legolas ihr vielleicht gar
nicht gefolgt? ‚Wahrscheinlich sitzt der dumme Elb immer
noch auf der Bank und wartet, bis ich treudoof zurückkomme.’
Sauer verschränkte sie die Arme vor der Brust. Sie hörte
aber auch nichts, dass auf seine Anwesenheit hinweisen würde.
Nicht weit entfernt blickte der blonde Elbenprinz auf sie hinab.
Er hielt sich mit einer Hand am Stamm des Baumes fest, in dem
er saß. Seine Lippen waren zu einem schelmischen Lächeln
verzogen. Scheinbar vergaß sie mal wieder, dass er sich
lautlos bewegen konnte. Wenn er es nun richtig anstellen würde,
sähe sie ihn erst, wenn er sie schon in seinen Armen hielt.
Wieder sah Siané sich auf der kleinen Lichtung um. Sie
konnte ihn nicht sehen und hören tat sie auch nur die Geräusche,
die aus der belebten Natur um sie herum stammten. Seufzend wandte
sie sich wieder dem kleinen See zu und wollte schon auf ihn zugehen,
als sie in einer fließenden Bewegung am Arm gepackt wurde
und sich eine Augenblick später auf dem weichen Gras wiederfand.
Sie öffnete erschrocken die Augen, die sie bei dem Fall zusammengekniffen
hatte und erblickte das lachende Gesicht des Elben, auf den sie
eben schon gewartet hatte. Er lag über ihr, wobei viele seiner
seidigen Strähnen in ihr Gesicht fielen und sie kitzelten.
„Erschrocken?“ In seiner Stimme schwang das wunderschöne
Geräusch seines Lachens mit und Siané wurde prompt
rot.
„Nein.. Wie kommst du darauf?“ Sie sah ihn herausfordernd
an.
„Dein Herz schlägt so schnell, als seiest du eben
zu Tode erschreckt worden.“ Er lachte immer noch, strich
aber inzwischen mit dem Handrücken über ihre Wange.
Es stimmte. Ihr Herz schlug wie verrückt. Das allerdings
lag mehr an der Situation, in der sie sich gerade befand. Sein
Gewicht, dass sie auf ihrem Körper spürte, führte
ihr immer mehr ihre Lage vor Augen. Ihr linkes Bein war angewinkelt,
so dass Legolas bequem zwischen diesem und dem anderen lag. Sie
spürte jeden Zentimeter seines Körpers. Ihr Herz drohte
zu zerspringen. ‚Nein, nein, nein.. Es ist doch nichts.
Er tut nichts.. Warum rast mein Herz dann so? ... Ob er wohl merkt,
dass es nicht an dem Schrecken liegt?’
Als ob er ihre Gedanken erraten hätte, beugte er sich noch
ein Stück zu ihr herunter. „Dein Herz beruhigt sich
ja gar nicht. Liegt das an mir?“ Empört drehte sie
den Kopf zur Seite. Allerdings mehr, um die erneut aufsteigende
Röte in ihren Wangen zu verdecken.
„Sind wir heute tatsächlich ein wenig von uns überzeugt?“
Langsam drehte sie ihren Kopf zurück.
„Nein, schon immer gewesen.“ Er lachte wieder und
hauchte einen Kuss auf ihre Lippen.
„Du bist unmöglich!“ Lachend zog sie ihn sanft
an seinen langen Haaren nach unten und strich flüchtig mit
ihren Lippen über seine. Es war wie eine Aufforderung für
ihn. Er vertiefte den Kuss, öffnete ihren Mund und spielte
zärtlich mit ihrer Zunge. Sie seufzte leise, als er mit der
Hand über ihr Bein fuhr, dass angewinkelt neben ihm lag.
„Meinst du, wir bleiben ungestört?“ Er hauchte
ihr die Worte ins Ohr und ließ sie erschaudern. Er berührte
ihre Ohrmuschel fast mit den Lippen, machte sie verrückt
durch den Atem, der sie als einziges wirklich berührte.
„Ich weiß nicht. Sucht uns denn jemand?“ Sie
war überrascht, wie normal ihre Stimme klang, müsste
sie doch eigentlich genauso zittern, wie ihre Hände es taten.
„Ich hoffe doch, dass sie uns ein wenig in Ruhe lassen.“
Behutsam küsste er eine Spur von ihrem Hals zu ihrem Brustbein
und sah dann wieder zu ihr auf. „Wir könnten es darauf
ankommen lassen!?“ Sie errötete leicht, als sie seine
Erregung ein wenig an ihrem Bein spürte und seine Augen sah,
die nun die Farbe eines sich auftürmenden Gewitters hatten.
Sie antwortete ihm nicht, küsste ihn aber wieder. Noch immer
etwas scheu massierte sie seine Zunge mit ihrer und schlang die
Arme in seinen Nacken um ihn noch etwas weiter zu sich zu ziehen.
[... Eine kurze Beschreibung dessen,
was eben so passieren kann, wenn ein Elb auf eine Magierin trifft...
bevor der Regen kommt]
„Was hast du denn?“ Er holte sie mit seinen Worten
wieder zurück in die Realität.
„Sieh doch mal.“ Legolas’ wand seinen Blick
mehr als ungern von ihr ab, doch als die ersten Tropfen auf seine
Nase fielen, drehte er doch den Kopf gen Himmel. Graue, dunkle
Wolken hatten sich aufgetürmt und in weiter Ferne hörte
er schon das erste Grummeln eines Gewitters.
„Man scheint es uns nicht zu gönnen..“ Mit einem
Ruck zog er Siané auf die Beine und schloss geschwind die
Schnüre an ihrem Kleid. Die ersten Tropfen, die er eben noch
gespürt hatte, hatten sich nun schon um einiges vervielfacht.
Außerdem war das Grollen des Donners schon lauter geworden.
„Ich hasse diese kleinen Frühlingsgewitter..“
Schnellen Schrittes liefen sie wieder in das Wäldchen hinein,
waren dadurch aber kein bisschen von dem Regen geschützt,
der gnadenlos auf sie nieder prasselte.
„Besser als jede kalte Dusche..“ Legolas zog sie
an der Hand weiter Richtung Haus, spürte aber, dass sie vollkommen
durchnässt sein würden, wenn sie ankämen.
„Hattest du die etwa nötig?“ Siané lachte,
als sie seinen missmutigen Blick sah. Schweigend rannten sie an
den Bäumen vorbei und standen bald darauf neben der Marmorbank,
auf der sie vor einiger Zeit noch gesessen hatten. Legolas Haare
waren vollkommen nass und auch aus denen von Siané tropften
immer wieder Wasserperlen.
Sie gaben es auf. Langsam gingen sie zurück zu ihren Gemächern.
Den Regen und das stetige Donnern versuchten sie zu ignorieren.
Tropfnass und missmutig standen sie einige Zeit später vor
Sianés Tür. Siané wagte kaum etwas zu sagen.
Zu sehr ärgerte sie sich über das plötzliche Gewitter,
dass noch immer mit seinen Blitzen den Flur ruckartig erhellte.
Legolas dagegen ließ seinen Blick immer wieder über
ihren Körper schweifen. Durch den Regen klebte ihr Kleid
förmlich an ihrem Körper und ließ mehr als nur
erahnen, was sich darunter verbergen könnte.
„Ich geh dann mal rein.. Sehen wir uns nachher?“
Er blickte erschrocken zu ihr auf. Hatte sie gesehen, dass er
sie so offensichtlich angestarrt hatte? Offenbar nicht, denn auf
ihrem Gesicht war nur ihr liebes Lächeln zu sehen.
„Ich muss nicht gehen..“ Er kam einen Schritt auf
sie zu, doch Siané hielt ihn mit der Hand auf.
„Ich denke, da möchte dich jemand sprechen.“
Sie deutete hinter ihn. Langsam drehte er sich um und seufzte
leise auf. Als Siané durch die Tür in ihr Gemach geschlüpft
war, ging er einen Schritt auf den Elben zu, der an der gegenüberliegenden
Wand lehnte.
„Was gibt es denn, Haldir?“
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Es war Zeit für das Abendessen, als Siané vor ihrem
Spiegel stand und Maeglin und Alés auf ihrem Bett saßen.
Sie hatte die ganze Zeit versucht die Locken aus ihren Haaren
zu bürsten, die sich durch den Regen gebildet hatten. Sie
seufzte auf. Wieso kringelten sich ihre Haaren bloß, wenn
sie nass wurden?
Sie stand in einem dunkelblauen Kleid dort, dass an ihrer Brust
eng anlag und nach unten, wie fließendes Wasser, fiel. An
den Seiten wurde es mit ledernen Schnüren gebunden und ließ
dadurch einen kleinen Einblick auf ihre Haut frei. Um ihre Taille
lag ein schmaler, lederner Gürtel, von dem zwei lange, geflochtene
Bänder an ihrer Seite herabhingen. Ihre Haare lagen, inzwischen
glatt, über ihre Schultern.
Schwungvoll drehte sie sich zu ihren beiden Begleitern um und
sah sie an.
„Was meint ihr?“ Die beiden nickten schwungvoll und
standen von ihrem Bett auf.
„Können wir dann endlich zum Essen? Wenn man auf Frauen
warten muss, ist man ja wirklich bestraft.“ Alés
lachte, als Siané ihm sanft auf den Arm schlug.
Die drei schritten, über Nichtigkeiten redend, den Gang
zum Speisesaal entlang, als Siané Laurelin auf sich zukommen
sah. Zu ihrer Überraschung blieb die Elbin direkt vor den
Dreien stehen.
„Verzeiht, aber könnte ich mit eurer Begleitung einen
Moment allein sprechen?“ Maeglin und Alés sahen sich
verdutzt an, nickte dann aber stumm.
Siané blieb wie angewurzelt stehen, als Laurelin noch
einen Schritt auf sie zukam. Etwas irritiert sah sie die Elbin
an, als diese sich bei ihr einhakte und ein kleines bisschen von
Alés und Maeglin wegführte. Einige Schritte später
und aus Hörweite der anderen blieben die beiden stehen und
sahen sich an. Siané sagte kein Wort, blickte nur in die
Augen der Elbin.
„Ihr müsst Siané sein, habe ich recht?“
Siané nickte nur und wartete, dass Laurelin weitersprach,
was diese auch gleich tat. „Nun, ich bin in der Tat überrascht,
mit was sich Legolas inzwischen abgibt.“ Siané riss
überrascht die Augen auf. Wie konnte diese Person so dreist
sein und ihr das ins Gesicht sagen.
„Ich wüsste nicht, dass es euch etwas angeht, mit
wem Legolas sich ‚abgibt’!“ Sianés Stimme
klang gereizt. Sie hasste es, wenn jemand auf diese Weise mit
ihr sprach, wie die Elbin es getan hatte.
„Nun, eine Menge.. Immerhin bin ich diejenige, mit der
er zusammen sein sollte. So etwas wie du hat ihn gar nicht verdient.“
Überrascht blinzelte Siané. Wie schnell diese Laurelin
doch zum ‚Du’ übergegangen war.
„Zuerst mal, bin ich nicht irgendwas und zum anderen: Ihr
scheint ja nicht für ihn geschaffen worden zu sein. Sonst
würde er jetzt wohl noch was von euch wissen wollen.“
Sie sah, wie Lauelin sauer die Augen verengte.
„Mädchen, du weißt doch gar nicht, wovon du
redest. Du weißt doch gar nicht, was wir für Nächte
miteinander verbracht haben.“ Sianés Magen verkrampfte
sich bei dem Gedanken, dass Legolas tatsächlich mal so etwas
mit dieser hysterischen Kuh getan hatte, versuchte aber ein möglichst
neutrales Gesicht zu behalten.
„Mich interessieren eure Nächte nicht. Ihr scheint
diesen allerdings nachzutrauern. Aber lasst mich mit diesem verbitterten
Getue in Ruhe.“ Ruhig ging Siané an der Elbin vorbei,
die aber in Sekundenschnelle nach den Bändern ihres Gürtels
griff und Siané zurückzog.
„Glaub mir.. Diese Nächte waren so gut. Er wird sie
wiederholen wollen. Dafür werde ich sorgen. Und ich werde
auch dafür sorgen, dass so ein missratenes Stück Mensch
wieder zur Küchenarbeit kommt, wo es hingehört.“
Siané schloss die Augen und zählte bis Zehn. Diese
Elbin regte sie so auf. Sie wusste, dass sie ihr Temperament zügeln
musste, sonst würde dasselbe passieren, wie schon einmal
im Tesloner Schloss.. Doch Laurelin sprach weiter und merkte nicht
einmal, wie sie die Wut in Siané immer mehr schürte.
„Legolas nutzt dich doch nur aus, damit er eine kleine
Abwechslung hat. Am Ende wird er wieder zu mir zurückkommen,
weil ich weitaus mehr Klasse habe, als du. Außerdem: Wer
will schon ein ungewaschenes Dienstmädchen, dass wahrscheinlich
nicht einmal lesen kann?“ Laurelin lachte gehässig
auf und entließ Siané auf ihrem Griff. Diese öffnete
langsam wieder die Augen, in denen kleinen Flammen zu lodern schienen.
Sie war so sauer. Dieses Lachen, diese miesen Worte.. Das alles..
Nicht zum Aushalten. Wütend ballte sie ihre Hände zu
Fäusten und bevor Laurelin sich versah, hatte sie eine davon
am Kinn.
Alés drehte sich erschrocken zu Siané um, als er
jemanden auf den Boden fallen hörte. Mit schnellen Schritten
stand er neben den beiden. Laurelins Lippen blutete, während
Siané mit einem unendlich verletzten und wütenden
Ausdruck im Gesicht neben ihr stand. Noch bevor er etwas tun konnte,
war die Elbin aufgesprungen und hatte seiner Schwester eine gescheuert.
Genervt ging er dazwischen, bevor Siané sich noch mal um
sie ‚kümmern’ konnte. Ruckartig warf er seine
Schwester über die Schulter, die fluchend gegen seinen Rücken
trommelte. Er hörte nicht auf sie, ging einfach weiter Richtung
Speisesaal, den er mit Maeglin auch bald darauf erreichte.
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Die wenigen Anwesenden im Speisesaal blickten zur Tür, als
sie sich öffnete und jemand fluchend hineintrat. Nein.. Jemand,
der ein fluchendes Mädchen über der Schulter trug, trat
ein. Legolas lachte, als er diesen Anblick sah, wusste er doch
nicht, wo ihre Wut herrührte..
„Lass mich los. Sofort. Dieses dämliche Miststück.
Ich werde ihr die Haare ausreißen. Oder sie zum Schweigen
bringen. LASS MICH SOFORT LOS!!!!“ Kopfschüttelnd setzte
Alés seine schimpfende, tretende und schlagende Schwester
ab, hielt sie aber fest, damit sie nicht erneut in den Flur laufen
konnte.
„Du versprichst mir jetzt, dass du sie nicht umbringen
wirst und dich da an den Tisch zum Essen setzt!“ Er deutete
neben Legolas und Siané nickte zögernd, als sie auch
Maeglins bittenden Blick auffing.
„Jaja.. Schon gut. Aber das bekommt die noch wieder..“
Die beiden schüttelten nur wissend den Kopf und gingen Siané
hinterher, die schon fast neben Legolas saß.
Siané hatte den Blick auf den Tisch gesenkt. Die Haut
neben ihrem rechten Auge, wo Laurelin sie getroffen hatte, brannte.
Wahrscheinlich konnte man sogar sehen, was passiert war und so
ließ sie unauffällig ihre Haare darüber baumeln.
„Entschuldigt die Verspätung.“ Siané
sah erschrocken auf, als sie die Stimme Laurelins vernahm. Schlimmer
war noch, dass sie sich direkt gegenüber von Siané
setzte und sie mit einem wissenden Grinsen ansah. Siané
spürte wieder diese Wut, versuchte sie aber einfach zu unterdrücken.
„Laurelin, was ist euch passiert? Eure Lippe ist ja blutig.“
Siané reagierte nicht auf die Frage, die Elladan der Elbin
stellte, sah nur einfach zu Laurelin hinüber. Diese erwiderte
ihren Blick, als sie seine Frage beantwortete.
„Ich bin mit einer Person zusammengestoßen, die anscheinend
etwas gegen mich hat.“ Siané hörte, wie Haldir
etwas wie ‚Kein Wunder’ murmelte und dafür von
Elrohir in die Seite gestoßen wurde, brach aber den Blick
zu der Elbin nicht ab. Laurelins Augen waren so voller Hass.
„Vielleicht lag es daran, dass ihr dieser Person Unrecht
getan habt?“ Sianés Stimme war kalt und Legolas blickte
sie bei diesem Klang überrascht an.
„Oh nein. Diese Person hatte es eindeutig verdient.“
Siané griff verkrampft in die Lehne ihres Stuhles. Diese
Elbin regte sie so ungemein auf..
„Verdient? Ich denke nicht, dass jemand eure hyterischen
Anfälle verdient hat.“
„Hysterisch? Soso.. Wer hat den zuerst die Hand erhoben?
So ein Niveau kann auch nur eine Person wie du haben.“ Legolas
wollte etwas sagen, als er Laurelins Worte vernahm, doch Haldir
brachte ihn zum Schweigen, indem er ihm eine Hand über den
Mund legte und grinsend den Kopf schüttelte.
„Weißt du.. Ich denke, das hattest du allemal verdient,
nachdem du mir das an den Kopf geworfen hast.“ Siané
spielte mit dem Besteck, sah sie aber immer noch an.
„Mädchen, es ist die Wahrheit. Wenn du die nicht verkraftest:
Dein Problem. Gewöhne dich an den Gedanken, dass jemand wie
du früher oder später in die Küche zurück
geht. Wovon stammst du denn schon ab? Von irgendeinem schmutzigen
Marktschreier wahrscheinlich, der die Tochter einer Hure aufgezogen
hat.“ Laurelin zuckte zusammen, als sie das Besteck hörte,
dass Siané wütend auf den Tisch geschlagen hatte.
Schneller, als selbst Legolas reagieren konnte, war Siané
um den Tisch gegangen und hatte die Elbin an den Haaren aus ihrem
Stuhl gezogen.
„Sag das noch einmal. Los!“ Ihre Augen funkelten
Laurelin böse an, die etwas gebückt vor ihr stand. Kein
Wunder, denn Sianés Griff in ihren langen Haaren schien
schmerzhaft zu sein.
Gehässig blickte sie zu ihr auf. „Ich brauche es nicht
noch einmal zu sagen. Ich habe dich gesehen und nicht lange gebraucht,
um dich für ‚nicht gut genug’ zu befinden. Gewöhne
dich an den Gedanken! Es wird niemals eine Welt geben, in der
du den Prinzen bekommst. Ich werde immer diejenige sein, die zu
dir herunter schaut und dein Antlitz müde belächelt.“
Siané brauchte einen Moment, um zu realisieren, was gerade
passierte. Laurelin hatte ihr die Beine unter dem Körper
weggezogen und beugte sich nun über sie.
„Sollte da nicht mal jemand eingreifen?“ Alés
hatte sich zu Maeglin hinübergebeugt, doch diese zuckte nur
mit den Schultern.
„Weiß nicht. Elrond, Gandalf und Aragorn sind nicht
hier. Den Zwillingen und Haldir scheint das Bild der beiden zu
gefallen. Wenn ich an der Stelle der Hobbits wäre, würde
ich mich auch nicht einmischen und Legolas wird von Haldir auf
seinem Platz gehalten. Tu du doch was.“ Sie streckte ihm
die Zunge heraus. Alés drehte sich seufzend wieder zu seiner
Schwester, die wie ein Häufchen Elend auf dem Boden saß.
Anscheinend war Laurelin mit ihren Hasstiraden auf dem besten
Weg, sie klein zu kriegen.
„Legolas, vielleicht solltest du dich mal um die beiden
kümmern! Immerhin geht es da gerade um dich.“ Stirnrunzelnd
wandte der junge Elbenprinz sich zu Haldir um. War er es nicht
gewesen, der ihm gerade gesagt hatte, er solle sich heraushalten?
Seufzend stand Legolas auf und ging zu den beiden Streitenden.
In Sianés Augen blitzte die Wut erneut auf, als Laurelin
wieder etwas über ihren sozialen Stand fallen ließ.
Liebend gerne ging er dazwischen, doch bevor er etwas sagen konnte,
drehten die beiden synchron den Kopf zu ihm. „DU hältst
dich da raus!!!“ Abwehrend hob er die Hände. Immerhin
waren sie sich einig. Missmutig sah er zu Haldir hinüber.
„Ich habe dir gesagt: Halt dich da raus.“ Offensichtlich
irritiert schüttelte Legolas den Kopf. Anscheinend machte
sich der Lorische Elb einen Spaß daraus, den überforderten
Legolas noch mehr zu verwirren.
„Weißt du.. Irgendwann fällst du von deinem
hohen Ross herunter.“ Siané stand mühsam wieder
auf, doch zu ihrem weiteren Ärger, stellte Laurelin ihr einen
Fuß auf den Magen und drückte sie erneut nach unten.
„Das wird nie pass--“ Mit einem lauten Plumpsen saß
nun Laurelin auf der Erde. Siané hatte ihr einen Tritt
gegen die Beine gegeben. Wütend stürzte sich die Elbin
auf sie. Er dauerte nicht lange, da zogen Legolas und Alés
die beiden auseinander. Siané wurde von ihrem Bruder schnell
wieder losgelassen, doch er blieb sicherheitshalber neben ihr
stehen. Genauso tat es Legolas mit Laurelin. Diese konnte sich
aber einen letzten, verhängnisvollen Kommentar nicht verkneifen.
„Du bist einfach nichts wert. Siané, hast du mich
verstanden?? Du wirst immer wieder diejenige sein, die allein
dasteht. Und nachdem was du heute Abend getan hast, solltest du
mir nicht mehr den Rücken zudrehen. Ich werde dafür
eigenhändig sorgen, dass man dich zu deiner widerlichen Familie
zurückbringt!!“ Ihre Stimme war schrill und voller
Wut. Siané, die eigentlich schon gehen wollte, drehte sich
in einer fließenden Bewegung um und schlug ihr mitten ins
Gesicht. Legolas machte keine Anstalten Laurelin aufzufangen,
als sie zu Boden ging. Nachdem, was sie heute alles gesagt hatte,
verdiente sie dies nun.
Siané sah vor ihren Augen, wie sich ein kleiner flammender
Strang bildete. Sie kannte ihn. Sie hatte diese Fäden aus
Feuer schon bei dem Kampf gegen die Orks gesehen. Dort waren sie
zwar stärker, immerhin waren ihre Gefühle damals anders
gewesen. Aber diese kleine Flamme würde aus auch tun. In
Gedanken griff sie danach, öffnete sich der Wärme, die
bei der Berührung mit der Quelle in sie strömte und
leitete den glühenden Faden zu Laurelins wunderschönem
Kleid.
Die Elbin schrie auf, als ihr Rock plötzlich Feuer fing.
Panisch klopfte sie auf dem Stoff herum, doch die Flammen züngelten
fleißig an dem edlen Stoff. Ihre Nase, die durch Sianés
Schlag wahrscheinlich gebrochen war und blutete, beachtete sie
im Moment nicht. Sie rief gerade nach Wasser. Nach jemandem, der
die Flammen löschen würde. Und Siané tat ihr
den Gefallen.
Einen Augenblick später hatte sie einen großen Krug
Wein über Laurelin ausgeleert. Der Rock brannte nicht mehr,
war aber löchrig und verkohlt. Ihre Haare tropften von Wein,
außerdem blutete ihre Nase immer noch. Lachend beugte sich
Siané über die Elbin. Sie gab aber auch ein zu armseliges
Bild ab.
„Komisch.. Ich sah dich und habe dich gleich für ‚nicht
gut genug’ befunden. Du solltest dich daran gewöhnen:
Willkommen in meiner Welt.“
Wütend stand Laurelin auf, funkelte Siané noch mal
an und stürzte dann aus dem Speisesaal hinaus. Verblüfft
blieben Elrond, Gandalf und Aragorn in der Tür stehen, als
sie die Elbin sahen. Nach den Gesichtern der Anwesenden zu urteilen,
schienen sie einiges verpasst zu haben.
---------*°*---------
Der Rest des Abends verlief relativ ruhig. Die Hobbits ließen
für die drei Fehlenden und ihre eigene Belustigung, den Kampf
immer wieder Revue passieren. Siané versuche derweil zu
ignorieren, was Maeglin und Alés ihr predigten. Immerhin
hatte sie sich schon einmal in Teslon so etwas geleistet. Allerdings
nicht mit einer Adligen, sondern einem anderen Küchenmädchen.
„Siané, wenn das so weitergeht, schlägst du
irgendwann noch eine Königin.“ Maeglin kicherte, als
sie das blasse Gesicht ihrer Freundin sah.
„Es wird nicht so weiter gehen. Ich wollte das ja auch
gar nicht.“ Entschuldigend blickte sie auf. Ihr Bruder und
Maeglin fingen schallend an zu lachen. Eben war sie noch so wütend
gewesen und nun? Nun war sie ein zitterndes Häufchen Elend,
dass vielleicht eine Strafe erwartete.
„Ich denke, das hatte sie verdient.“ Siané
sah auf und traf auf Haldirs Blick. „Sieh mich nicht so
ungläubig an. Das musste irgendwann so kommen. Wenn du wüsstest,
wie viele sie schon ungestraft so behandelt hat.“
„Sie hat sich wirklich unmöglich benommen. Hauptsache,
sie lässt dich nun in Ruhe.“ Legolas lehnte sich bei
seinen Worten seufzend in den Stuhl zurück und massierte
leicht seine Schläfe. Hoffentlich war es damit vorbei. Laurelin
konnte ungemein anstrengend sein.
„Wenn diese Elbin sich nicht benimmt, kann Siané
das ja noch mal wiederholen.“ Maeglin kicherte, als das
rothaarige Mädchen vehement mit dem Kopf schüttelte.
„Ich denke, ich gehe auf mein Zimmer. Gute Nacht euch allen..“
Siané stand zögernd auf und auch Maeglin erhob sich.
„Ich begleite dich!“ Das blonde Mädchen riss
belustigt die Arme nach oben und lachte. „Sonst verpasse
ich vielleicht noch so einen Kampf.“ Siané verdrehte
bei ihren Worten die Augen, nickte aber, als sie den Saal verlassen
wollten.
Sie wollte gerade an Legolas vorbeigehen, als dieser ihre Hand
nahm und einen Kuss darauf setzte. „Gute Nacht, wünsche
ich dir.“ Er zog sie an der Hand ein wenig zu sich herunter
und platzierte einen flüchtigen Kuss auf ihre Lippen. Siané
zog sich allerdings sofort zurück, als sie ein allgemeines
‚Hach, wie schön’ von Seiten Gimlis und der Hobbits
vernahm.
Eilig verließ sie mit Maeglin den Saal, blieb aber zur
Überraschung ihrer Freundin direkt vor der geschlossenen
Tür stehen und öffnete ihre Hand.
„Was hast du denn da?“ Maeglin war die paar Schritte
zurückgegangen und sah einen kleinen Zettel in Sianés
Hand. Der Hand, die Legolas eben noch in seiner hielt. Maeglin
jauchzte belustigt auf und schnappte sich das Blättchen Pergament,
bevor Siané etwas dagegen tun konnte.
Siané lief ihrer Freundin gleich nach, als diese lachend
ein paar Schritte vorgelaufen war. „Maeglin, lass das!!
Das liest du nicht!“ Doch zu spät. Ihre Freundin hatte
den kleinen Brief schon entfaltet und den kurzen Satz gelesen.
Grinsend wedelte sie damit vor Sianés Gesichtsfeld herum.
„Sooooo ist das also.“ Sie lachte immer noch, als
Siané sich den Zettel schnappte und den Satz darauf las.
//Schließ deine Tür heute Nacht nicht ab.// Sie errötete.
Sofort begann ihr Herz wie verrückt zu schlagen.
„Und? Was machst du nun?“ Maeglin grinste schelmisch,
als Siané sich nicht einmal rührte, als sie ihr mit
der Hand vor den Augen herumwedelte. „Jemand zu hause??
S-I-A-N-È!!!“ Ihre Freundin zuckte zusammen und wurde
gleich ein wenig mehr rot.
„Was tust du nun?“
Siané zuckte mit den Schultern. „Ich weiß
nicht. Abschließen wahrscheinlich.“
Maeglin verdrehte die Augen. „Das meinst du nicht ernst.“
Wieder zuckte Siané mit den Schultern und blieb dann vor
ihrem Gemach stehen. „Ich werde mir das wohl noch überlegen.“
Maeglin nickte wissend. Sie wusste, ihre Freundin würde solange
im Zimmer hin und her stiefeln, bis er die Tür öffnet.
Sie sagte aber nichts mehr dazu, wünschte ihr nur eine gute
Nacht und ging dann weiter zu ihrem Zimmer.
Siané lehnte sich gegen die Tür in ihrem Gemach und
blickte noch einmal auf den Brief. ‚Ich sehe mich jetzt
schon, wie ich ständig auf und abschließe.’
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[... ca. 2 Seiten Beschreibung dessen,
was eben so passieren kann, wenn ein Elb auf eine andere Elbetrifft...
und viel passiert. ]
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