Disclaimer: Keine von den Figuren in meiner Geschichte,
die euch bekannt vorkommen, gehören mir, sondern sind aus Meister
Tokiens genialem Verstand entsprungen. Außerdem verdien ich
keinen Cent an der Geschichte. (Würde mich auch arg wundern.)
Warnung: Ich bin noch eine absolute Anfängerin,
wenn es um Fanfics im Bereich Herr der Ringe geht. Also habt ein
bissel Mitleid und verbessert mich ruhig. Hoffe auf viele reviews.
Sonstige Anmerkungen: Bin mit Keksen und Früchtetee
bewaffnet und richtig in Stimmung was toll Romantisches zu schreiben.
°g°
Außerdem enthält dieses Kapitel teilweise
nicht jugendfreien Inhalt, aber es sei dem Leser selbst überlassen,
ob er sich im Stande dazu sieht, die Originalversion dieses Kapitels
zu lesen.
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Herz zu erobern
Rache und ander Sünden
Ihre Schritte waren leise in den Gängen zu hören. Es
war nicht verwunderlich, dass Menschen in Bruchtal zu sehen waren.
Und doch war an diesen beiden etwas anders. Ihre Hände waren
zu Fäusten geballt und ihr Ziel schien klar zu sein. Die
beiden begegneten auf ihrem Weg kaum jemanden. Doch die Elben,
die sie sahen, wichen erschrocken vor ihnen zurück. Es war,
als wäre etwas auf der Stirn von Maeglin und Siané
zu sehen, dass soviel hieß wie: ‚Wir wollen Rache,
geht uns aus dem Weg.’
Mit Blicken, die hätten töten können, blieben
sie vor einer der vielen Türen stehen. Kurz tauschten sie
einen Blick aus, nickten sich zu und betraten dann geschwind das
geräumige Zimmer. Auf den ersten Blick schien es leer zu
sein, doch einen Moment später, steckte das Objekt ihrer
Rachegelüste den Kopf aus der Badezimmertür. Er hatte
einen entschuldigenden und reumütigen Blick aufgelegt, der
die Laune der beiden aber nicht im geringsten milderte.
Langsam trat er ganz in sein Schlafzimmer. Sein Blick war auf
den Boden gerichtet, während er sich mit der Hand unruhig
über den Hinterkopf fuhr. Er schien angestrengt darüber
nachzudenken, wie er seine Tat entschuldigen konnte. Aber eigentlich
hätte ein Blick in die Augen der Mädchen ihm alles sagen
müssen. Er KONNTE es nicht mehr wieder gut machen.
Mit seinen großen, treuen Augen sah er zu den beiden auf.
Er war noch nie gut darin gewesen, jemanden wieder umzustimmen.
Andererseits war es einen Versuch alle Mal wert. Zu seinem Unglück
schien sein Hundeblick nicht zu wirken.. Wie so oft. Mutig ging
er einen Schritt vor und hob abwehrend die Hände.
„Mädels.. Ich kann das erklären.“ Seine
Stimme war relativ leise und schüchtern. Trotzdem blieb der
Blick der beiden hart. Zu allem Überfluss kreuzten sie nun
auch noch die Arme vor der Brust. Kein Zucken glitt über
ihre Gesichtszüge. Er schluckte. Sie waren wirklich sauer.
„Erklären.. Tz!! Hast du das gehört, Siané??
Er will uns das erklären!“ Maeglin zog hämisch
die Mundwinkel nach oben und sah zu ihrer Freundin rüber.
„Das kannst du nicht erklären! Was du getan hast,
trotzt geradezu von angekratztem Stolz!!“ Siané funkelte
ihn böse an. Zusammen gingen sie einen Schritt auf ihn zu,
auf den Mat zwei Schritte zurück wich.
„Aber hört mich doch an!!“ Er wimmerte. „Dich
und die beiden Elben wollte ich nicht einmal mit hinein ziehen!!“
In seinem Inneren raste es. Wenn die Zwillinge von Lord Elrond
genauso wütend waren, sah es überaus schlecht für
ihn aus. „Ich war beleidigt, weil Maeglin mich ignoriert
hat. Das gebe ich zu. Und ich gebe auch zu, dass ich überreagiert
habe. Aber.. Aber.. Ich entschuldige mich schon, was wollt ihr
denn noch???“ Er hatte die Hände flehend zusammengefaltet
und sah die beiden Mädchen vor sich bettelnd an. Doch ihre
Züge erweichten sich nicht.
„Was wir wollen?“ Siané grinste schelmisch.
„Das kannst du dir doch wohl denken. Ich weiß nicht,
was wir gestern getan haben. Aber nach den Dingen, die ich heute
morgen gehört habe, war es unglaublich peinlich für
uns. Maeglin kann sich noch an irgendwelche Bruchstücke erinnern,
die ihr immer noch die Röte ins Gesicht treiben. Und das
alles nur, weil du angefressen warst! Wir wollen uns nur ein wenig
an dir rächen!!“ Siané ging noch einen Schritt
auf ihn zu und blieb dann abrupt stehen, als Maeglin etwas hinter
ihrem Rücken hervorzog.
„Pass mal auf Mat..“ Sie sah ihn eindringlich an.
Siané versuchte derweil einen Blick darauf zu erhaschen,
was ihre beste Freundin dort in der Hand hielt. Enttäuschenderweise
konnte sie es nicht identifizieren. „Ich weiß, dass
du gleich versuchen wirst, abzuhauen..“ Mats Gesicht wurde
blass. Hatte Maeglin ihn so leicht durchschauen können? Doch
sie fuhr fort, bevor er sich näher mit dieser Einsicht auseinander
setzen konnte. „Du hättest mir nie diese Dinger anvertrauen
dürfen.“ Er wusste erst nicht, was sie meinte. Doch
dann enthüllte sie den scharfen Liliendolch in ihrer Hand.
Er schnappte nach Luft, doch bevor er sich bewegen und abhauen
konnte, hatte sie die Spitze der Klinge an ein ungemein empfindliches
Teil seines Körpers gehalten. „Versuch es gar nicht
erst!“ Ihre Stimme war leise und bedrohlich. ‚Sie
wird doch nicht..’ „Weißt du, wie sehr ich mich
heute morgen erschrocken habe?? Du und deine dummen Ideen und
Witze! Und das alles nur, weil du dich in deiner Männlichkeit--“
Sie verstummte, als sie eine Bewegung aus den Augenwinkeln wahrnahm.
Siané drehte sich zur Tür. Doch alles, was sie noch
sehen konnte, war ein buschiger, dunkelgrauer Schwanz. Auch Maeglin
hatte sich umgedreht und blickte verwirrt zur Tür hinaus.
In Gedanken fragte sie sich, ob ihre Augen sie nicht vielleicht
getäuscht hatten.
„Das kann doch wohl nicht wahr sein!!!“ Maeglin zuckte
aus ihren Überlegungen, als sie Sianés Aufschrei vernahm.
Mat hatte den Augenblick der Verwirrung genutzt und war aus dem
Zimmer verschwunden. Die beiden Mädchen seufzten synchron
auf. Nun mussten sie also erneut nach ihm suchen. Einen Moment
verharrten sie noch auf der Stelle, doch dann setzten sie sich
in Bewegung. Nach den ersten Metern sahen sie sich an, nickten
sich zu und begannen zu rennen...
---------*°*---------
Elladan hatte seine Stirn auf beide Hände gestützt
und versuchte die Augen geschlossen zu halten. Sein Bruder schien
es ihm gleich zu tun, denn er hörte das Aufstöhnen von
Elrohir, dass durch seine Hand ein wenig gedämpft wurde,
als ihr Vater erneut mit seiner Predigt ansetzte.
„Er fängt schon wieder an.“ Elrohir schaute
seinen Bruder kaum merkbar an, doch Elladan drehte gleich seinen
Kopf zu ihm, als er ihn sprechen hörte. Zwischen den kleinen
Spalten seiner gespreizten Finger, konnte man sehen, wie Elladan
die Augen verdrehte.
„Wieso glaubt er uns nicht?“ Elrohir zuckte auf seine
Frage hin mit den Schultern.
„Weißt du was? Du siehst genauso schlimm aus, wie
ich mich fühle!“ Elrohir bemühte sich zu einem
schelmischen Grinsen, als Elladan ein wenig die Gesichtzüge
entgleisten.
„Besten Dank auch. Als ob du an diesem Morgen wie das blühende
Leben aussähest,“ zischte Elladan zurück.
„Hört ihr beide mir überhaupt zu?“ Die
Zwillinge zuckten zusammen, als sie die donnernde Stimme ihres
Vaters vernahmen. Unisono stöhnten sie auf. Die Lautstärke
war bei diesen Kopfschmerzen kaum zu ertragen. Es kam ihnen immer
noch wie ein Wunder vor, dass Siané und Maeglin so schnell
wieder auf den Beinen waren. Dabei waren es doch eigentlich die
Elben, die schnellere Heilungsfähigkeiten hatten.
„Entschuldige, Vater!“ Die beiden senkten ihr Haupt
und betrachteten höchst interessiert die Verzierungen des
schweren Tisches.
„Ich bitte euch. Ihr, als meine Söhne, solltet genügend
Courage besitzen und euer Fehlverhalten einsehen. Nicht nur, dass
ihr in meinem Vorratsraum wart. Nein, ihr habt auch noch diese
beiden unschuldigen--“
„VATER BITTE!!!!“ Elladan war aufgesprungen und sah
seinem Vater direkt in die Augen. Elrohir, der bis eben noch auf
seinem Stuhl verharrt hatte, stand nun maulend auch auf und erwiderte
den Blick, den Elrond seinen Söhnen zuwarf.
„Vater glaube uns doch. Wir haben keinen Tropfen Alkohol
getrunken.“ Flehend sah Elrohir in die Richtung seines Vaters.
„Elrond, vielleicht solltet ihr in Betracht ziehen, dass
eure Söhne die Wahrheit sprechen.“ Die Zwillinge atmeten
erleichtert auf, als Gandalf ihnen zu Hilfe kam.
„Ja, ich denke auch, dass sie die Wahrheit sagen.“
Verzweifelnd blickte der Lord von Bruchtal nun auch zu Aragorn,
der sich auf die Seite seiner Söhne geschlagen hatte. Kopfschüttelnd
setzte er sich wieder, versuchte aber die angeborene Grazie der
Elben dabei zu behalten. Vergeblich.
Die Anwesenden schwiegen wieder. Elrond arbeitete wohl gerade
daran, seinen Söhnen Glauben zu schenken, während die
restlichen versuchten, keine Geräusche von sich zu geben,
die Elladan und Elrohir zur Verzweiflung trieben. Doch so sehr
sie sich auch bemühten, so konnten sie die knallend auffliegende
Tür nicht verhindern. Die Zwillinge hielten sich schmerzend
den Kopf und stellten den Tee wieder auf den Tisch, den eine Magd
ihnen eben gebracht hatte.
Die Augen am Tisch hatten sich sofort zu dem Neuankömmling
gedreht und selbst Elronds Söhne machten sich die Mühe,
sich in ihrem Stuhl herum zu drehen. Es verwunderte sie ein wenig,
dass Mat wie ein gehetzter Hund in den Raum rannte und seinen
Weg zum Balkon einschlug.
Schnell war die Verwirrung aber verflogen. Zwei Mädchen,
die bei allen allzu gut bekannt waren, blieben schwer atmend im
Speisesaal stehen und sahen sich nach dem Flüchtigen um.
Als sie gerade noch die Gestalt von Mat wahrnahmen, die den Balkon
heruntersprang, setzten sie sich wieder in Bewegung.
„Sag mir bitte, dass er nicht gerade den Balkon heruntergesprungen
ist!!!“ Maeglin sah Siané mit weit aufgerissenen
Augen an und deutete auf die offene Tür.
„Doch ist er.. Und wenn du mich fragst: Das ist auch nicht
höher, als der zweite Stock im Tesloner Schloss.“ Mutig
ging Siané ein Stück zum Balkon, wurde aber von ihrer
Freundin aufgehalten.
„Du erinnerst dich aber schon noch daran, dass du nach
dem Sprung einen gebrochenen Arm hattest und ich einen Muskelriss
im rechten Bein!?“
„Weiß ich.. Aber damals war ich auch noch unerfahren!“
Siané grinste, als Maeglin sie entsetzte ansah.
„Ach? Und nun weißt du, wie man aus dem Fenster springt?“
„Erstens, ist dies ein Balkon. Und zweitens: Wenn wir uns
nicht beeilen, ist Mat über alle Berge!“ Das zog. Maeglin
nickte, ließ Siané aber vorgehen. Die Zuschauer am
Tisch hatten sich noch immer nicht gerührt.
„Ach, bevor ich es vergesse!“ Siané drehte
sich zu ihrer sprechenden Freundin um und sah sie erwartungsvoll
an. „Ich hab zwei davon. Nimm, damit kannst du ihm vielleicht
einen Schrecken einjagen.“ Lachend nahm Siané den
zweiten Liliendolch entgegen, bewegte sich aber immer noch nicht
zum Fenster.
„Weißt du was? Du gehst über die Treppe in den
Garten und ich laufe ihm hier hinterher. So bekommen wir ihn wohl
schneller in die Finger..“ Langsam trennten sich die beiden
voneinander. Jedoch erwähnte Siané noch etwas, bevor
die beiden den Raum ganz verlassen hatten. „Der wird was
erleben. Uns Hazia in die Kekse zu mischen. Ich bring ihn eigenhändig
um..“ Mit einem lauten Quietschen wurden zwei Stühle
nach hinten geschoben, so dass Siané und Maeglin überrascht
innehielten und sich noch mal umdrehten. Elronds Söhne waren
aufgesprungen und sahen die beiden Mädchen erwartungsvoll
an.
„Was denn? Muss ich noch mehr sagen? Der Kerl ist in den
Garten raus.“ Ohne ein weiteres Wort verließen die
Vier den Speisesaal. Siané allerdings, zu Legolas’
Schrecken, direkt über den Balkon in den Garten. Wie von
etwas gestochen, sprang er auf und war einige Sekunden später
am Geländer. Doch alles, was er sehen konnte, waren ihre
roten Haare, die zwischen den Blättern verschwanden. Zu seiner
Erleichterung konnte er aber sehen, dass sie wahrscheinlich über
die vielen Äste des Baumes nach unten gekommen war und somit
auch keinerlei Schäden davongetragen hatte.
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Wie ein Schatten huschte er durch den Garten Bruchtals. Immer
wieder blickte er über die Schulter zurück, ob ihn die
beiden Mädchen inzwischen eingeholt hatten. ‚Was für
Furien.. Ich hätte ihr nie die Dolche geben dürfen.’
Leise schlich er weiter, sah aus den Augenwinkeln einen großen
Brunnen, der auf dem Hof thronte. ‚Dabei sind die beiden
ja nicht mal eine große Gefahr für mich.. Verdammt!
Ich schlage nun mal keine Frauen.. Wie halt ich mir die denn vom
Hals? Furien.. Vielleicht sollte ich sie fesseln? ... Ich fasse
es nicht. Terror, nichts als Terror. Obwohl Maeglin ja--’
Hart prallte er gegen etwas, als er nicht mehr aufpasste. Unsicher
blickte er auf und wäre am liebsten gleich wieder weggelaufen.
Die beiden Elben, die er vor sich sah, blickten alles andere als
freundlich drein.
„Also.. Wir können das doch sicher zivilisiert klären!?“
Langsam hob er die Hände, wollte zeigen, dass er nichts böses
meinte. Doch nachdem Elladan und Elrohir einen Blick ausgetauscht
hatten, schnappten sich beide einen Arm von ihm und trugen ihn
in Richtung Brunnen.
Mit zusammengekniffenen Augen wartete er auf sein Schicksal.
Es dauerte auch nur einen Moment, da wurde er schon wieder auf
die Füße gesetzt. Vorsichtig öffnete er die Augen
und schaute direkt in die grinsenden Gesichter von Siané
und Maeglin.
„Mädels.. Ich bitte euch!“ Doch es war schon
zu spät. Mit einer geschickten Bewegung hatten die beiden
ihn in Richtung Brunnen befördert. Dort fand er sich nun
auch wieder. Mit dem Oberkörper auf dem schmalen Rand liegend,
blickte er direkt in das klare Wasser. Er versuchte gar nicht,
sich mit den Händen abzustützen und wieder aufzurichten.
Die beiden Mädchen hatten sich schon längst auf seinen
Rücken gesetzt und grinsten hämisch zu ihm herunter.
Maeglin hatte sanft ihre Hand auf sein Haupt gelegt, dass nur
ein paar Millimeter von der Wasseroberfläche entfernt war.
Zu seinem Entsetzen, hielt Siané währenddessen einen
der beiden Liliendolche in den Händen und drehte ihn offen
zwischen ihren Finger hin und her.
„Aaaaaalso.. Möchtest du noch etwas zu deiner Verteidigung
sagen?“ Mat schielte zu Maeglin hoch und versuchte es noch
einmal mit einem flehenden Blick. Aber wie war es anders zu erwarten?
Sie schüttelte nur ihren hübschen Kopf und drückte
ihn mit der Hand unter Wasser.
Prustend kam er ein paar Sekunden später wieder hoch. „Hast
du uns nun was zu sagen?“ Japsend holte Mat Luft, versuchte
ein paar Worte herauszubekommen. Aber anscheinend dauerte Maeglin
das zu lange. Auf ein Handzeichen von Siané drückte
sie seinen Kopf erneut nach unten und versenkte ihn so in dem
eiskalten Nass.
„Meinst du, wir hätten ihn reden lassen sollen?“
Siané sah ihre drei Freunde an, doch die schüttelten
nur einstimmig mit dem Kopf. Sie zuckte mit den Schultern. ‚Wahrscheinlich
haben sie recht.’
„Siané, du bist zu nett!!!“ Entgeistert sah
sie Maeglin an.
„Ich bin NICHT nett!!“
„In dieser Beziehung schon!“ Maeglin giftete im gleichen
Ton zurück, merkte gar nicht das Tippen auf ihrer Schulter.
„ICH BIN NICHT NETT!!“
„Was denn???“ Maeglin drehte sich sauer zu Elladan
um, der immer noch auf ihre Schulter tippte.
„Ich dachte nur, du willst ihn vielleicht wieder hoch lassen.“
Er lachte, als Maeglin blass wurde und Mat mit einem Ruck wieder
nach oben holte. Nach Atem ringend hielt er sich eine Hand auf
seinen Hals und versuchte etwas zu sagen. Hauptsache, die beiden
würden ihn nicht wieder unter Wasser stecken.
Doch zu spät. Wieder drückte die Hand nach unten. Dieses
Mal war es aber Siané, die sich über Maeglin gebeugt
hatte, ihre Freundin anfunkelte und ‚Ich bin nicht nett’
zischte.
Wieder zogen sie ihn nach oben. Dieses Mal durfte er aber etwas
sagen. „Es tut mir leid. Wirklich!! Vergebt mir doch!“
Triefnass versuchte er einen Blick auf die beiden zu erhaschen,
die aber nur noch mal mit dem Kopf schüttelten.
„Das war schon ganz gut, aber noch nicht perfekt.“
Maeglin grinste wieder gehässig, als sie ihn zurück
unter das Wasser beförderte. Nach weiteren Sekunden schnappte
Mat erneut nach der lebenswichtigen Luft.
„In Ordnung.. Lasst mich.. Lasst mich nur mal ausreden!“
Siané und Maeglin sahen erst sich und dann die Zwillinge
an. Alle schienen sich einig zu sein und so durfte Mat noch einmal
eine Entschuldigung formulieren.
„Es tut mir wirklich sehr leid. Im Nachhinein finde ich
es auch dumm von mir. Nie wieder will ich so einen Schwachsinn
machen. Verzeiht mir noch einmal und ihr werdet es bestimmt nicht
bereuen.“ Flehend sah er die Vier an, die ihn dann endgültig
frei ließen. Von der Brust auf war er patschnass und innerlich
gelüstete es ihm nach Rache. Allerdings sollte er sich das
doch wieder aus dem Kopf schlagen.
Noch einmal entschuldigend lächelnd ging er zurück
ins Haus. In Gedanken kochte er. ‚Dieses Mal hab ich verloren..
Aber vielleicht.. Irgendwann..’ Er fluchte und schlug sich
mit der Hand gegen die Stirn. ‚Wieso will ich das noch mal
versuchen? Das kann doch gar nicht gut gehen..’
„Meint ihr, das hat gereicht?“ Elladan sah seinen
Bruder und die beiden Mädchen fragend an.
„Hoffe ich doch.. Wenn nicht--“ Maeglin grinste zu
Siané hinüber und sie vervollständigte ihren
Satz. „Wenn nicht, wiederholen wir das hier einfach.“
Alle lachten sie plötzlich, bis sie ein Räuspern hinter
sich vernahmen. Die gesamte Tischgesellschaft stand um sie versammelt.
„Darf ich fragen, wie lange ihr hier schon steht?“
Elrohir zupfte unwillkürlich an seiner Tunika und sah fragend
in die Runde.
„Lange genug, denke ich.“ Elrond lächelte. Seine
Söhne blinzelten überrascht. Lächelte ihr Vater
tatsächlich gerade? „Kommt, ihr beiden. Ich habe da
etwas gegen die Nebenwirkungen von Hazia. Und wenn ihr Mädchen
auch wollt!?“ Elrond sah die beiden erwartungsvoll an, woraufhin
Maeglin sich gleich anschloss. Nur Siané winkte ab.
„Danke. Aber ich hab da heute Morgen schon so ein widerwärtiges
Zeugs bekommen.“ Elrond nickte und langsam verschwanden
alle Anwesenden um sie herum. Alle, bis auf Legolas, der lächelnd
gegen einen Baum gelehnt stand und nun auf sie zukam.
„Dem habt ihrs aber gezeigt.“ Er grinste und bot
ihr seinen Arm an.
„Natürlich, das hatte er ja auch verdient.“
Sie hakte sich ein. Lächelnd gingen sie in die andere Richtung,
weg vom Haus.
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„Was würdest du davon halten, wenn ich dir ein wenig
von Bruchtal zeige?“ Legolas sah auf Siané herunter,
mit der er nun ziemlich allein im Garten stand.
„Um ehrlich zu sein, haben Elladan und Elrohir mich schon
herumgeführt.“ Entschuldigend erwiderte sie seinen
Blick.
„Oh. Das ist in der Tat schade.“ Er zog beleidigt
die Lippen zu einem Schmollmund.
„Kann ich..“ Schüchtern faltete sie die Hände
zusammen und senkte ihren Blick darauf. „Kann ich mal mit
dir reden?“ Unsicher sah sie wieder zu ihm auf, war aber
im gleichen Moment erleichtert, als sie sein strahlendes Lächeln
sah und er ihre Frage mit einem heftigen Nicken beantwortete.
„Komm.. Dort hinten können wir uns setzen.“
Gemächlich folgte Siané ihm, der eine hübsche
Bank ansteuerte, die aussah, als wäre sie aus Marmor geschlagen.
Der helle Stein funkelte wunderschön im Licht der Sonne.
Einen Moment saßen sie schweigend nebeneinander. Legolas
musterte sie aufmerksam, doch Siané schaute unschlüssig
auf ihre Hände. Vor ihren Augen sah sie die Elbin, die sie
mit Legolas am vorigen Tage entdeckt hatte. Sie war nicht sicher,
ob sie ihn darauf ansprechen sollte. Aber sie spürte, wie
die Frage auf ihrer Seele brannte. Scheu blickte sie zu ihm auf
und lächelte ihn vorsichtig an. Aufmunternd erwiderte er
ihren Blick und umfasste ihre kleine Hand mit seiner.
Sie atmete tief ein, schluckte ihre Angst herunter. „Ich
hab euch gestern gesehen.“ Ihre Stimme war ganz leise und
sie fluchte stumm, als sie es merkte. Sie wollte doch nicht so
unsicher wirken.
Legolas unterbrach ihren Blickkontakt und betrachtete nun die
Bäume, die den Weg vor ihnen säumten. Wie sollte er
ihr nur das Verhältnis von ihm und Laurelin erklären?
Er atmete hörbar schwer ein und sah Siané dann wieder
an. „Sie bedeutet mir nichts. Sie ist einfach.. Nun..“
Er blickte zu Boden.
Siané lächelte. Sie hatte ihn noch nie stottern hören.
Liebevoll drückte sie seine Hand, woraufhin er wieder zu
ihr hochsah. „Weißt du.. Du musst dich nicht vor mir
rechtfertigen.“
Verwirrt zog er die Augenbrauen hoch. „Warum hast du dann
gefragt?“
„Ich weiß nicht. Aber als du mit ihr etwas hattest,
war ich wohl noch nicht einmal geboren. Wieso sollte ich also
eifersüchtig sein? Da habe ich doch gar kein Recht zu.“
Munter blinzelte sie ihn an und setzte ein strahlendes Lächeln
auf.
„Gut.. Es stimmt. Das mit Laurelin ist schon lange her.
Sie hängt sich aber trotzdem immer an mich, sobald ich Bruchtal
auch nur betrete.“ Er machte eine kurze Pause, in der er
Siané noch einmal eindringlich musterte. Dann sprach er
aber weiter. „Trotz allem verstehe ich nicht, warum du mich
darauf angesprochen hast.. Immerhin scheinst du kein Problem damit
zu haben. Zumindest nicht direkt, oder?“ Zärtlich strich
er ihr über die Wange und sie lehnte sich mit geschlossenen
Augen in die Berührung.
„Es ist nur..“ Sie öffnete ihre Augen wieder
und lächelte schüchtern. „Sie ist so unglaublich
hübsch.“
Legolas blinzelte sie überrascht an. „Und du meinst,
du bist das nicht?“
„Also.. Ich.. Ich weiß nicht.“ Sie senkte errötend
den Kopf. ‚Wahrscheinlich lacht er mich gleich aus.. Wieso
erzähl ich ihm so einen Quatsch?’ Sie hob erschrocken
wieder den Kopf, als sie sein melodiöses Lachen vernahm.
‚Ich WUSSTE, dass er mich auslacht.’
„Wie kommst du denn nur auf eine solche Idee?“ Er
lachte immer noch.
„Nun.. Da war mal jemand, der hat immer gesagt, dass ich
eine Haarfarbe habe, die an die Kleidung der Kesselflicker erinnert.
Oder an die Stoffe, die von den Schneiderinnen aus versehen verfärbt
wurden. Eben so ein hässlicher Ton.. Außerdem.. Andere
Gemeinheiten hatte er auch auf Lager.“ Sie stockte kurz
und sah in Legolas’ Gesicht, der ihr mit einem ernsten Ausdruck
zuhörte. „Es war mir immer egal, aber als ich Laurelin
gesehen hab. Nun ja.. Sie sieht.. Also--“
„Weiß du, du gefällst mir viel besser als sie.
Und wenn wir diesem Kerl irgendwann mal über den Weg laufen,
kann ich mich vielleicht mal mit ihm unterhalten.“ Das letzte
Wort betonte er allerdings so, dass Siané anfing zu kichern.
‚Unterhalten’ schien in diesem Fall so was wie ‚Vernunft
in ihn hineinprügeln’ zu bedeuten.
„In Ordnung.. Vielleicht hast du recht.“
„Ich habe immer recht.“
„Tz.. Überheblich sind wir wohl gar nicht, was?“
Gespielt entrüstet drehte sie ihm den Rücken zu und
richtete ihre Augen gen Himmel. Einen Augenblick rührte sich
niemand von beiden, doch dann schlang er besitzergreifend seine
Arme von hinten um sie und nuschelte etwas in ihren Nacken, dass
soviel wie ‚Meine kleine beleidigte Magierin’ heißen
konnte.
„Ich bin nicht klein.“ Ihre Stimme zitterte ein wenig,
was von den flüchtigen Berührungen seiner Lippen an
ihrem Hals herrührte.
„Dann eben: Meine beleidigte Magierin.“ Sie erschauderte,
als sein heißer Atem ihre Haut streifte.
„Beleidigt bin ich auch nicht.“ Flüchtig berührte
sie seine Hände, die knapp unter ihren Brüsten lagen.
„Hmm.. Bist du dann wenigstens ‚meine Magierin’?“
Sie kicherte leicht. Anhänglich rieb er seine Wange an ihrer.
„Deine? .. Hmm..“ Vorsichtig machte sie sich von
ihm los und stand auf. Übermütig beugte sie sich zu
ihm herunter und gurrte leise ‚Das muss sich noch herausstellen’
in sein Ohr. Verdutzt sah er sie an. Sie stand lachend vor ihm,
hatte ihre Arme hinter ihrem Rücken verschränkt und
machte auf dem Absatz kehrt.
Es dauerte ein Weilchen, bis Legolas begriff, was sie dort gerade
tat. Er hörte, wie sich ihr Lachen immer mehr entfernte und
schon bald konnte er nicht einmal mehr ihre Gestalt erkennen.
Sie lief weg von ihm. Einfach so und machte sich einen Spaß
daraus. Er grinste und stand gemächlich auf. Sie schien zu
vergessen, dass er ein Elb war. Er würde sie in wenigen Minuten
in dem kleinen Waldstück gefunden haben.
Siané huschte zwischen den Bäumen hin und her, horchte
auf die Geräusche, die um sie herum ertönten. Sie war
schon ein paar Momente schnell gelaufen und nun verlangsamte sie
ihr Tempo ein wenig. Vor sich sah sie einen kleinen See, auf dessen
Wasseroberfläche sich die Strahlen der Sonne brachen. Etwas
entfernt sah sie die Wasserfälle, die ins Tal stürzten
und bald darauf hier vorbeiflossen, um den See zu speisen. Um
sie herum standen die Bäume in einem saftigen grün und
verschiedene Vogelarten belebten den Platz mit ihren Gesängen.
Unsicher schaute sie sich um. War Legolas ihr vielleicht gar
nicht gefolgt? ‚Wahrscheinlich sitzt der dumme Elb immer
noch auf der Bank und wartet, bis ich treudoof zurückkomme.’
Sauer verschränkte sie die Arme vor der Brust. Sie hörte
aber auch nichts, dass auf seine Anwesenheit hinweisen würde.
Nicht weit entfernt blickte der blonde Elbenprinz auf sie hinab.
Er hielt sich mit einer Hand am Stamm des Baumes fest, in dem
er saß. Seine Lippen waren zu einem schelmischen Lächeln
verzogen. Scheinbar vergaß sie mal wieder, dass er sich
lautlos bewegen konnte. Wenn er es nun richtig anstellen würde,
sähe sie ihn erst, wenn er sie schon in seinen Armen hielt.
Wieder sah Siané sich auf der kleinen Lichtung um. Sie
konnte ihn nicht sehen und hören tat sie auch nur die Geräusche,
die aus der belebten Natur um sie herum stammten. Seufzend wandte
sie sich wieder dem kleinen See zu und wollte schon auf ihn zugehen,
als sie in einer fließenden Bewegung am Arm gepackt wurde
und sich eine Augenblick später auf dem weichen Gras wiederfand.
Sie öffnete erschrocken die Augen, die sie bei dem Fall zusammengekniffen
hatte und erblickte das lachende Gesicht des Elben, auf den sie
eben schon gewartet hatte. Er lag über ihr, wobei viele seiner
seidigen Strähnen in ihr Gesicht fielen und sie kitzelten.
„Erschrocken?“ In seiner Stimme schwang das wunderschöne
Geräusch seines Lachens mit und Siané wurde prompt
rot.
„Nein.. Wie kommst du darauf?“ Sie sah ihn herausfordernd
an.
„Dein Herz schlägt so schnell, als seiest du eben
zu Tode erschreckt worden.“ Er lachte immer noch, strich
aber inzwischen mit dem Handrücken über ihre Wange.
Es stimmte. Ihr Herz schlug wie verrückt. Das allerdings
lag mehr an der Situation, in der sie sich gerade befand. Sein
Gewicht, dass sie auf ihrem Körper spürte, führte
ihr immer mehr ihre Lage vor Augen. Ihr linkes Bein war angewinkelt,
so dass Legolas bequem zwischen diesem und dem anderen lag. Sie
spürte jeden Zentimeter seines Körpers. Ihr Herz drohte
zu zerspringen. ‚Nein, nein, nein.. Es ist doch nichts.
Er tut nichts.. Warum rast mein Herz dann so? ... Ob er wohl merkt,
dass es nicht an dem Schrecken liegt?’
Als ob er ihre Gedanken erraten hätte, beugte er sich noch
ein Stück zu ihr herunter. „Dein Herz beruhigt sich
ja gar nicht. Liegt das an mir?“ Empört drehte sie
den Kopf zur Seite. Allerdings mehr, um die erneut aufsteigende
Röte in ihren Wangen zu verdecken.
„Sind wir heute tatsächlich ein wenig von uns überzeugt?“
Langsam drehte sie ihren Kopf zurück.
„Nein, schon immer gewesen.“ Er lachte wieder und
hauchte einen Kuss auf ihre Lippen.
„Du bist unmöglich!“ Lachend zog sie ihn sanft
an seinen langen Haaren nach unten und strich flüchtig mit
ihren Lippen über seine. Es war wie eine Aufforderung für
ihn. Er vertiefte den Kuss, öffnete ihren Mund und spielte
zärtlich mit ihrer Zunge. Sie seufzte leise, als er mit der
Hand über ihr Bein fuhr, dass angewinkelt neben ihm lag.
„Meinst du, wir bleiben ungestört?“ Er hauchte
ihr die Worte ins Ohr und ließ sie erschaudern. Er berührte
ihre Ohrmuschel fast mit den Lippen, machte sie verrückt
durch den Atem, der sie als einziges wirklich berührte.
„Ich weiß nicht. Sucht uns denn jemand?“ Sie
war überrascht, wie normal ihre Stimme klang, müsste
sie doch eigentlich genauso zittern, wie ihre Hände es taten.
„Ich hoffe doch, dass sie uns ein wenig in Ruhe lassen.“
Behutsam küsste er eine Spur von ihrem Hals zu ihrem Brustbein
und sah dann wieder zu ihr auf. „Wir könnten es darauf
ankommen lassen!?“ Sie errötete leicht, als sie seine
Erregung ein wenig an ihrem Bein spürte und seine Augen sah,
die nun die Farbe eines sich auftürmenden Gewitters hatten.
Sie antwortete ihm nicht, küsste ihn aber wieder. Noch immer
etwas scheu massierte sie seine Zunge mit ihrer und schlang die
Arme in seinen Nacken um ihn noch etwas weiter zu sich zu ziehen.
Legolas erwiderte leidenschaftlich ihren Kuss. Währenddessen
löste er langsam die Knoten, die ihr Kleid an der Brust zusammenhielten.
Als er den Kuss unterbrach, war Siané danach, ihn sofort
wieder zurück zu sich zu ziehen, doch ließ sie schnell
von ihrem Vorhaben ab, als er mit der Zunge über ihren Hals
fuhr, ihre Haut liebkoste und sich immer weiter nach unten bewegte.
Sie atmete hörbar ein, als er mit der Hand ihr Kleid von
den Schultern schob und den Stoff weit nach unten zog. Die schwüle
Luft des Tages wehte angenehm über die nackte Haut ihres
Oberkörpers, war aber nicht in der Lage, die Hitze in ihrem
Körper zu vermindern.
Sie spürte, wie er mit der rechten Hand die eine Seite ihrer
Brust bedeckte und seine Küsse immer weiter zu der anderen
Seite bewegte. Seufzend griff sie mit den Händen ins Gras,
ballte diese zu Fäusten und merkte gar nicht, wie sie die
Grashalme aus der Erde riss, als er an dem empfindlichsten Punkt
ihrer Brust angekommen war.
Zärtlich streichelte er mit der rechten Hand von ihrer Brust
weg und fuhr damit wieder über ihr Bein. Dieses Mal, blieb
er aber nicht bei der nackten Haut, die er an ihren Unterschenkeln
finden konnte. Langsam und qualvoll für Siané strich
er zu ihrem Oberschenkel hoch und massierte die Haut dort mit
sanften Bewegungen. Er lächelte, als er ihre Reaktionen sah.
Sie wand sich genießend unter seinen Händen und Küssen,
hatte die Augen fest verschlossen und schien gegen das aufsteigende
Seufzen in ihrer Kehle anzukämpfen.
Langsam beugte er sich wieder zu ihr vor, liebkoste ihre wohlgeformte
Brust und tauchte Momente später mit seiner heißen
Zunge in ihren Bauchnabel ein. Es war der Augenblick in dem Siané
nicht mehr dagegen ankämpfen konnte und leise aufstöhnte.
Ein triumphierendes Lächeln zierte Legolas’ Gesicht.
Er wollte sich Zeit lassen und sie bis an ihre Grenze bringen.
Siané fühlte sich wie benebelt. Die Gefühle
waren einfach umwerfend und jede Berührung des Elben ließen
eine Reihe von Schauern über ihre Wirbelsäule laufen.
Doch sie wollte nicht, dass er alles tat. Sie wollte ihm genau
dasselbe Gefühl bescheren, wie er ihr. Bestimmend drückte
sie ihn ein wenig nach oben, bis sie sich gegenüber saßen.
Einen Moment blickten sie sich nur an, sie schien in seinen dunklen
Augen förmlich zu versinken. Langsam ließ sie ihren
Blick über seinen Körper schweifen und blieb wohl einen
Moment zu lang mit den Augen an seiner offensichtlichen Erregung
hängen, denn er hob bestimmend ihren Kopf mit den Händen
an. Sie grinste ihn leicht an und wollte ihn gerade küssen,
als sie überrascht in den Himmel schaute. ‚Oh nein..’
„Was hast du denn?“ Er holte sie mit seinen Worten
wieder zurück in die Realität.
„Sieh doch mal.“ Legolas’ wand seinen Blick
mehr als ungern von ihr ab, doch als die ersten Tropfen auf seine
Nase fielen, drehte er doch den Kopf gen Himmel. Graue, dunkle
Wolken hatten sich aufgetürmt und in weiter Ferne hörte
er schon das erste Grummeln eines Gewitters.
„Man scheint es uns nicht zu gönnen..“ Mit einem
Ruck zog er Siané auf die Beine und schloss geschwind die
Schnüre an ihrem Kleid. Die ersten Tropfen, die er eben noch
gespürt hatte, hatten sich nun schon um einiges vervielfacht.
Außerdem war das Grollen des Donners schon lauter geworden.
„Ich hasse diese kleinen Frühlingsgewitter..“
Schnellen Schrittes liefen sie wieder in das Wäldchen hinein,
waren dadurch aber kein bisschen von dem Regen geschützt,
der gnadenlos auf sie nieder prasselte.
„Besser als jede kalte Dusche..“ Legolas zog sie
an der Hand weiter Richtung Haus, spürte aber, dass sie vollkommen
durchnässt sein würden, wenn sie ankämen.
„Hattest du die etwa nötig?“ Siané lachte,
als sie seinen missmutigen Blick sah. Schweigend rannten sie an
den Bäumen vorbei und standen bald darauf neben der Marmorbank,
auf der sie vor einiger Zeit noch gesessen hatten. Legolas Haare
waren vollkommen nass und auch aus denen von Siané tropften
immer wieder Wasserperlen.
Sie gaben es auf. Langsam gingen sie zurück zu ihren Gemächern.
Den Regen und das stetige Donnern versuchten sie zu ignorieren.
Tropfnass und missmutig standen sie einige Zeit später vor
Sianés Tür. Siané wagte kaum etwas zu sagen.
Zu sehr ärgerte sie sich über das plötzliche Gewitter,
dass noch immer mit seinen Blitzen den Flur ruckartig erhellte.
Legolas dagegen ließ seinen Blick immer wieder über
ihren Körper schweifen. Durch den Regen klebte ihr Kleid
förmlich an ihrem Körper und ließ mehr als nur
erahnen, was sich darunter verbergen könnte.
„Ich geh dann mal rein.. Sehen wir uns nachher?“
Er blickte erschrocken zu ihr auf. Hatte sie gesehen, dass er
sie so offensichtlich angestarrt hatte? Offenbar nicht, denn auf
ihrem Gesicht war nur ihr liebes Lächeln zu sehen.
„Ich muss nicht gehen..“ Er kam einen Schritt auf
sie zu, doch Siané hielt ihn mit der Hand auf.
„Ich denke, da möchte dich jemand sprechen.“
Sie deutete hinter ihn. Langsam drehte er sich um und seufzte
leise auf. Als Siané durch die Tür in ihr Gemach geschlüpft
war, ging er einen Schritt auf den Elben zu, der an der gegenüberliegenden
Wand lehnte.
„Was gibt es denn, Haldir?“
---------*°*---------
Es war Zeit für das Abendessen, als Siané vor ihrem
Spiegel stand und Maeglin und Alés auf ihrem Bett saßen.
Sie hatte die ganze Zeit versucht die Locken aus ihren Haaren
zu bürsten, die sich durch den Regen gebildet hatten. Sie
seufzte auf. Wieso kringelten sich ihre Haaren bloß, wenn
sie nass wurden?
Sie stand in einem dunkelblauen Kleid dort, dass an ihrer Brust
eng anlag und nach unten, wie fließendes Wasser, fiel. An
den Seiten wurde es mit ledernen Schnüren gebunden und ließ
dadurch einen kleinen Einblick auf ihre Haut frei. Um ihre Taille
lag ein schmaler, lederner Gürtel, von dem zwei lange, geflochtene
Bänder an ihrer Seite herabhingen. Ihre Haare lagen, inzwischen
glatt, über ihre Schultern.
Schwungvoll drehte sie sich zu ihren beiden Begleitern um und
sah sie an.
„Was meint ihr?“ Die beiden nickten schwungvoll und
standen von ihrem Bett auf.
„Können wir dann endlich zum Essen? Wenn man auf Frauen
warten muss, ist man ja wirklich bestraft.“ Alés
lachte, als Siané ihm sanft auf den Arm schlug.
Die drei schritten, über Nichtigkeiten redend, den Gang
zum Speisesaal entlang, als Siané Laurelin auf sich zukommen
sah. Zu ihrer Überraschung blieb die Elbin direkt vor den
Dreien stehen.
„Verzeiht, aber könnte ich mit eurer Begleitung einen
Moment allein sprechen?“ Maeglin und Alés sahen sich
verdutzt an, nickte dann aber stumm.
Siané blieb wie angewurzelt stehen, als Laurelin noch
einen Schritt auf sie zukam. Etwas irritiert sah sie die Elbin
an, als diese sich bei ihr einhakte und ein kleines bisschen von
Alés und Maeglin wegführte. Einige Schritte später
und aus Hörweite der anderen blieben die beiden stehen und
sahen sich an. Siané sagte kein Wort, blickte nur in die
Augen der Elbin.
„Ihr müsst Siané sein, habe ich recht?“
Siané nickte nur und wartete, dass Laurelin weitersprach,
was diese auch gleich tat. „Nun, ich bin in der Tat überrascht,
mit was sich Legolas inzwischen abgibt.“ Siané riss
überrascht die Augen auf. Wie konnte diese Person so dreist
sein und ihr das ins Gesicht sagen.
„Ich wüsste nicht, dass es euch etwas angeht, mit
wem Legolas sich ‚abgibt’!“ Sianés Stimme
klang gereizt. Sie hasste es, wenn jemand auf diese Weise mit
ihr sprach, wie die Elbin es getan hatte.
„Nun, eine Menge.. Immerhin bin ich diejenige, mit der
er zusammen sein sollte. So etwas wie du hat ihn gar nicht verdient.“
Überrascht blinzelte Siané. Wie schnell diese Laurelin
doch zum ‚Du’ übergegangen war.
„Zuerst mal, bin ich nicht irgendwas und zum anderen: Ihr
scheint ja nicht für ihn geschaffen worden zu sein. Sonst
würde er jetzt wohl noch was von euch wissen wollen.“
Sie sah, wie Lauelin sauer die Augen verengte.
„Mädchen, du weißt doch gar nicht, wovon du
redest. Du weißt doch gar nicht, was wir für Nächte
miteinander verbracht haben.“ Sianés Magen verkrampfte
sich bei dem Gedanken, dass Legolas tatsächlich mal so etwas
mit dieser hysterischen Kuh getan hatte, versuchte aber ein möglichst
neutrales Gesicht zu behalten.
„Mich interessieren eure Nächte nicht. Ihr scheint
diesen allerdings nachzutrauern. Aber lasst mich mit diesem verbitterten
Getue in Ruhe.“ Ruhig ging Siané an der Elbin vorbei,
die aber in Sekundenschnelle nach den Bändern ihres Gürtels
griff und Siané zurückzog.
„Glaub mir.. Diese Nächte waren so gut. Er wird sie
wiederholen wollen. Dafür werde ich sorgen. Und ich werde
auch dafür sorgen, dass so ein missratenes Stück Mensch
wieder zur Küchenarbeit kommt, wo es hingehört.“
Siané schloss die Augen und zählte bis Zehn. Diese
Elbin regte sie so auf. Sie wusste, dass sie ihr Temperament zügeln
musste, sonst würde dasselbe passieren, wie schon einmal
im Tesloner Schloss.. Doch Laurelin sprach weiter und merkte nicht
einmal, wie sie die Wut in Siané immer mehr schürte.
„Legolas nutzt dich doch nur aus, damit er eine kleine
Abwechslung hat. Am Ende wird er wieder zu mir zurückkommen,
weil ich weitaus mehr Klasse habe, als du. Außerdem: Wer
will schon ein ungewaschenes Dienstmädchen, dass wahrscheinlich
nicht einmal lesen kann?“ Laurelin lachte gehässig
auf und entließ Siané auf ihrem Griff. Diese öffnete
langsam wieder die Augen, in denen kleinen Flammen zu lodern schienen.
Sie war so sauer. Dieses Lachen, diese miesen Worte.. Das alles..
Nicht zum Aushalten. Wütend ballte sie ihre Hände zu
Fäusten und bevor Laurelin sich versah, hatte sie eine davon
am Kinn.
Alés drehte sich erschrocken zu Siané um, als er
jemanden auf den Boden fallen hörte. Mit schnellen Schritten
stand er neben den beiden. Laurelins Lippen blutete, während
Siané mit einem unendlich verletzten und wütenden
Ausdruck im Gesicht neben ihr stand. Noch bevor er etwas tun konnte,
war die Elbin aufgesprungen und hatte seiner Schwester eine gescheuert.
Genervt ging er dazwischen, bevor Siané sich noch mal um
sie ‚kümmern’ konnte. Ruckartig warf er seine
Schwester über die Schulter, die fluchend gegen seinen Rücken
trommelte. Er hörte nicht auf sie, ging einfach weiter Richtung
Speisesaal, den er mit Maeglin auch bald darauf erreichte.
---------*°*---------
Die wenigen Anwesenden im Speisesaal blickten zur Tür, als
sie sich öffnete und jemand fluchend hineintrat. Nein.. Jemand,
der ein fluchendes Mädchen über der Schulter trug, trat
ein. Legolas lachte, als er diesen Anblick sah, wusste er doch
nicht, wo ihre Wut herrührte..
„Lass mich los. Sofort. Dieses dämliche Miststück.
Ich werde ihr die Haare ausreißen. Oder sie zum Schweigen
bringen. LASS MICH SOFORT LOS!!!!“ Kopfschüttelnd setzte
Alés seine schimpfende, tretende und schlagende Schwester
ab, hielt sie aber fest, damit sie nicht erneut in den Flur laufen
konnte.
„Du versprichst mir jetzt, dass du sie nicht umbringen
wirst und dich da an den Tisch zum Essen setzt!“ Er deutete
neben Legolas und Siané nickte zögernd, als sie auch
Maeglins bittenden Blick auffing.
„Jaja.. Schon gut. Aber das bekommt die noch wieder..“
Die beiden schüttelten nur wissend den Kopf und gingen Siané
hinterher, die schon fast neben Legolas saß.
Siané hatte den Blick auf den Tisch gesenkt. Die Haut
neben ihrem rechten Auge, wo Laurelin sie getroffen hatte, brannte.
Wahrscheinlich konnte man sogar sehen, was passiert war und so
ließ sie unauffällig ihre Haare darüber baumeln.
„Entschuldigt die Verspätung.“ Siané
sah erschrocken auf, als sie die Stimme Laurelins vernahm. Schlimmer
war noch, dass sie sich direkt gegenüber von Siané
setzte und sie mit einem wissenden Grinsen ansah. Siané
spürte wieder diese Wut, versuchte sie aber einfach zu unterdrücken.
„Laurelin, was ist euch passiert? Eure Lippe ist ja blutig.“
Siané reagierte nicht auf die Frage, die Elladan der Elbin
stellte, sah nur einfach zu Laurelin hinüber. Diese erwiderte
ihren Blick, als sie seine Frage beantwortete.
„Ich bin mit einer Person zusammengestoßen, die anscheinend
etwas gegen mich hat.“ Siané hörte, wie Haldir
etwas wie ‚Kein Wunder’ murmelte und dafür von
Elrohir in die Seite gestoßen wurde, brach aber den Blick
zu der Elbin nicht ab. Laurelins Augen waren so voller Hass.
„Vielleicht lag es daran, dass ihr dieser Person Unrecht
getan habt?“ Sianés Stimme war kalt und Legolas blickte
sie bei diesem Klang überrascht an.
„Oh nein. Diese Person hatte es eindeutig verdient.“
Siané griff verkrampft in die Lehne ihres Stuhles. Diese
Elbin regte sie so ungemein auf..
„Verdient? Ich denke nicht, dass jemand eure hyterischen
Anfälle verdient hat.“
„Hysterisch? Soso.. Wer hat den zuerst die Hand erhoben?
So ein Niveau kann auch nur eine Person wie du haben.“ Legolas
wollte etwas sagen, als er Laurelins Worte vernahm, doch Haldir
brachte ihn zum Schweigen, indem er ihm eine Hand über den
Mund legte und grinsend den Kopf schüttelte.
„Weißt du.. Ich denke, das hattest du allemal verdient,
nachdem du mir das an den Kopf geworfen hast.“ Siané
spielte mit dem Besteck, sah sie aber immer noch an.
„Mädchen, es ist die Wahrheit. Wenn du die nicht verkraftest:
Dein Problem. Gewöhne dich an den Gedanken, dass jemand wie
du früher oder später in die Küche zurück
geht. Wovon stammst du denn schon ab? Von irgendeinem schmutzigen
Marktschreier wahrscheinlich, der die Tochter einer Hure aufgezogen
hat.“ Laurelin zuckte zusammen, als sie das Besteck hörte,
dass Siané wütend auf den Tisch geschlagen hatte.
Schneller, als selbst Legolas reagieren konnte, war Siané
um den Tisch gegangen und hatte die Elbin an den Haaren aus ihrem
Stuhl gezogen.
„Sag das noch einmal. Los!“ Ihre Augen funkelten
Laurelin böse an, die etwas gebückt vor ihr stand. Kein
Wunder, denn Sianés Griff in ihren langen Haaren schien
schmerzhaft zu sein.
Gehässig blickte sie zu ihr auf. „Ich brauche es nicht
noch einmal zu sagen. Ich habe dich gesehen und nicht lange gebraucht,
um dich für ‚nicht gut genug’ zu befinden. Gewöhne
dich an den Gedanken! Es wird niemals eine Welt geben, in der
du den Prinzen bekommst. Ich werde immer diejenige sein, die zu
dir herunter schaut und dein Antlitz müde belächelt.“
Siané brauchte einen Moment, um zu realisieren, was gerade
passierte. Laurelin hatte ihr die Beine unter dem Körper
weggezogen und beugte sich nun über sie.
„Sollte da nicht mal jemand eingreifen?“ Alés
hatte sich zu Maeglin hinübergebeugt, doch diese zuckte nur
mit den Schultern.
„Weiß nicht. Elrond, Gandalf und Aragorn sind nicht
hier. Den Zwillingen und Haldir scheint das Bild der beiden zu
gefallen. Wenn ich an der Stelle der Hobbits wäre, würde
ich mich auch nicht einmischen und Legolas wird von Haldir auf
seinem Platz gehalten. Tu du doch was.“ Sie streckte ihm
die Zunge heraus. Alés drehte sich seufzend wieder zu seiner
Schwester, die wie ein Häufchen Elend auf dem Boden saß.
Anscheinend war Laurelin mit ihren Hasstiraden auf dem besten
Weg, sie klein zu kriegen.
„Legolas, vielleicht solltest du dich mal um die beiden
kümmern! Immerhin geht es da gerade um dich.“ Stirnrunzelnd
wandte der junge Elbenprinz sich zu Haldir um. War er es nicht
gewesen, der ihm gerade gesagt hatte, er solle sich heraushalten?
Seufzend stand Legolas auf und ging zu den beiden Streitenden.
In Sianés Augen blitzte die Wut erneut auf, als Laurelin
wieder etwas über ihren sozialen Stand fallen ließ.
Liebend gerne ging er dazwischen, doch bevor er etwas sagen konnte,
drehten die beiden synchron den Kopf zu ihm. „DU hältst
dich da raus!!!“ Abwehrend hob er die Hände. Immerhin
waren sie sich einig. Missmutig sah er zu Haldir hinüber.
„Ich habe dir gesagt: Halt dich da raus.“ Offensichtlich
irritiert schüttelte Legolas den Kopf. Anscheinend machte
sich der Lorische Elb einen Spaß daraus, den überforderten
Legolas noch mehr zu verwirren.
„Weißt du.. Irgendwann fällst du von deinem
hohen Ross herunter.“ Siané stand mühsam wieder
auf, doch zu ihrem weiteren Ärger, stellte Laurelin ihr einen
Fuß auf den Magen und drückte sie erneut nach unten.
„Das wird nie pass--“ Mit einem lauten Plumpsen saß
nun Laurelin auf der Erde. Siané hatte ihr einen Tritt
gegen die Beine gegeben. Wütend stürzte sich die Elbin
auf sie. Er dauerte nicht lange, da zogen Legolas und Alés
die beiden auseinander. Siané wurde von ihrem Bruder schnell
wieder losgelassen, doch er blieb sicherheitshalber neben ihr
stehen. Genauso tat es Legolas mit Laurelin. Diese konnte sich
aber einen letzten, verhängnisvollen Kommentar nicht verkneifen.
„Du bist einfach nichts wert. Siané, hast du mich
verstanden?? Du wirst immer wieder diejenige sein, die allein
dasteht. Und nachdem was du heute Abend getan hast, solltest du
mir nicht mehr den Rücken zudrehen. Ich werde dafür
eigenhändig sorgen, dass man dich zu deiner widerlichen Familie
zurückbringt!!“ Ihre Stimme war schrill und voller
Wut. Siané, die eigentlich schon gehen wollte, drehte sich
in einer fließenden Bewegung um und schlug ihr mitten ins
Gesicht. Legolas machte keine Anstalten Laurelin aufzufangen,
als sie zu Boden ging. Nachdem, was sie heute alles gesagt hatte,
verdiente sie dies nun.
Siané sah vor ihren Augen, wie sich ein kleiner flammender
Strang bildete. Sie kannte ihn. Sie hatte diese Fäden aus
Feuer schon bei dem Kampf gegen die Orks gesehen. Dort waren sie
zwar stärker, immerhin waren ihre Gefühle damals anders
gewesen. Aber diese kleine Flamme würde aus auch tun. In
Gedanken griff sie danach, öffnete sich der Wärme, die
bei der Berührung mit der Quelle in sie strömte und
leitete den glühenden Faden zu Laurelins wunderschönem
Kleid.
Die Elbin schrie auf, als ihr Rock plötzlich Feuer fing.
Panisch klopfte sie auf dem Stoff herum, doch die Flammen züngelten
fleißig an dem edlen Stoff. Ihre Nase, die durch Sianés
Schlag wahrscheinlich gebrochen war und blutete, beachtete sie
im Moment nicht. Sie rief gerade nach Wasser. Nach jemandem, der
die Flammen löschen würde. Und Siané tat ihr
den Gefallen.
Einen Augenblick später hatte sie einen großen Krug
Wein über Laurelin ausgeleert. Der Rock brannte nicht mehr,
war aber löchrig und verkohlt. Ihre Haare tropften von Wein,
außerdem blutete ihre Nase immer noch. Lachend beugte sich
Siané über die Elbin. Sie gab aber auch ein zu armseliges
Bild ab.
„Komisch.. Ich sah dich und habe dich gleich für ‚nicht
gut genug’ befunden. Du solltest dich daran gewöhnen:
Willkommen in meiner Welt.“
Wütend stand Laurelin auf, funkelte Siané noch mal
an und stürzte dann aus dem Speisesaal hinaus. Verblüfft
blieben Elrond, Gandalf und Aragorn in der Tür stehen, als
sie die Elbin sahen. Nach den Gesichtern der Anwesenden zu urteilen,
schienen sie einiges verpasst zu haben.
---------*°*---------
Der Rest des Abends verlief relativ ruhig. Die Hobbits ließen
für die drei Fehlenden und ihre eigene Belustigung, den Kampf
immer wieder Revue passieren. Siané versuche derweil zu
ignorieren, was Maeglin und Alés ihr predigten. Immerhin
hatte sie sich schon einmal in Teslon so etwas geleistet. Allerdings
nicht mit einer Adligen, sondern einem anderen Küchenmädchen.
„Siané, wenn das so weitergeht, schlägst du
irgendwann noch eine Königin.“ Maeglin kicherte, als
sie das blasse Gesicht ihrer Freundin sah.
„Es wird nicht so weiter gehen. Ich wollte das ja auch
gar nicht.“ Entschuldigend blickte sie auf. Ihr Bruder und
Maeglin fingen schallend an zu lachen. Eben war sie noch so wütend
gewesen und nun? Nun war sie ein zitterndes Häufchen Elend,
dass vielleicht eine Strafe erwartete.
„Ich denke, das hatte sie verdient.“ Siané
sah auf und traf auf Haldirs Blick. „Sieh mich nicht so
ungläubig an. Das musste irgendwann so kommen. Wenn du wüsstest,
wie viele sie schon ungestraft so behandelt hat.“
„Sie hat sich wirklich unmöglich benommen. Hauptsache,
sie lässt dich nun in Ruhe.“ Legolas lehnte sich bei
seinen Worten seufzend in den Stuhl zurück und massierte
leicht seine Schläfe. Hoffentlich war es damit vorbei. Laurelin
konnte ungemein anstrengend sein.
„Wenn diese Elbin sich nicht benimmt, kann Siané
das ja noch mal wiederholen.“ Maeglin kicherte, als das
rothaarige Mädchen vehement mit dem Kopf schüttelte.
„Ich denke, ich gehe auf mein Zimmer. Gute Nacht euch allen..“
Siané stand zögernd auf und auch Maeglin erhob sich.
„Ich begleite dich!“ Das blonde Mädchen riss
belustigt die Arme nach oben und lachte. „Sonst verpasse
ich vielleicht noch so einen Kampf.“ Siané verdrehte
bei ihren Worten die Augen, nickte aber, als sie den Saal verlassen
wollten.
Sie wollte gerade an Legolas vorbeigehen, als dieser ihre Hand
nahm und einen Kuss darauf setzte. „Gute Nacht, wünsche
ich dir.“ Er zog sie an der Hand ein wenig zu sich herunter
und platzierte einen flüchtigen Kuss auf ihre Lippen. Siané
zog sich allerdings sofort zurück, als sie ein allgemeines
‚Hach, wie schön’ von Seiten Gimlis und der Hobbits
vernahm.
Eilig verließ sie mit Maeglin den Saal, blieb aber zur
Überraschung ihrer Freundin direkt vor der geschlossenen
Tür stehen und öffnete ihre Hand.
„Was hast du denn da?“ Maeglin war die paar Schritte
zurückgegangen und sah einen kleinen Zettel in Sianés
Hand. Der Hand, die Legolas eben noch in seiner hielt. Maeglin
jauchzte belustigt auf und schnappte sich das Blättchen Pergament,
bevor Siané etwas dagegen tun konnte.
Siané lief ihrer Freundin gleich nach, als diese lachend
ein paar Schritte vorgelaufen war. „Maeglin, lass das!!
Das liest du nicht!“ Doch zu spät. Ihre Freundin hatte
den kleinen Brief schon entfaltet und den kurzen Satz gelesen.
Grinsend wedelte sie damit vor Sianés Gesichtsfeld herum.
„Sooooo ist das also.“ Sie lachte immer noch, als
Siané sich den Zettel schnappte und den Satz darauf las.
//Schließ deine Tür heute Nacht nicht ab.// Sie errötete.
Sofort begann ihr Herz wie verrückt zu schlagen.
„Und? Was machst du nun?“ Maeglin grinste schelmisch,
als Siané sich nicht einmal rührte, als sie ihr mit
der Hand vor den Augen herumwedelte. „Jemand zu hause??
S-I-A-N-È!!!“ Ihre Freundin zuckte zusammen und wurde
gleich ein wenig mehr rot.
„Was tust du nun?“
Siané zuckte mit den Schultern. „Ich weiß
nicht. Abschließen wahrscheinlich.“
Maeglin verdrehte die Augen. „Das meinst du nicht ernst.“
Wieder zuckte Siané mit den Schultern und blieb dann vor
ihrem Gemach stehen. „Ich werde mir das wohl noch überlegen.“
Maeglin nickte wissend. Sie wusste, ihre Freundin würde solange
im Zimmer hin und her stiefeln, bis er die Tür öffnet.
Sie sagte aber nichts mehr dazu, wünschte ihr nur eine gute
Nacht und ging dann weiter zu ihrem Zimmer.
Siané lehnte sich gegen die Tür in ihrem Gemach und
blickte noch einmal auf den Brief. ‚Ich sehe mich jetzt
schon, wie ich ständig auf und abschließe.’
---------*°*---------
Es war schon einige Zeit vergangen. Siané hatte sich inzwischen
eines der Nachthemden angezogen, die ihr zur Verfügung standen.
Es hing ihr bis kurz über die Knie und war so wunderbar weich.
Ein paar Mal hatte sie daran gedacht, sich etwas anderes, züchtigeres,
anzuziehen. Doch dann entschied sie sich dagegen und beließ
es bei dem, zugegebenermaßen, tiefen Ausschnitt.
In der ganzen Zeit hatte sie schon ein paar Mal ihre Meinung
geändert. Die Tür war abgeschlossen. Dann wieder offen.
Sie wusste nicht, wie oft sie die Prozedur wiederholt hatte, lag
aber nun auf ihrem Bett und grübelte, ob die nun verschlossene
Tür, die richtige Entscheidung war. ‚Er wird morgen
sicher nicht erfreut sein.. Außerdem.. will ich es denn
nicht auch?’
Seufzend stand sie auf und öffnete das Schloss wieder. Mit
klopfendem Herzen legte sie sich aufs Bett und blickte im Halbdunkel
immer wieder zur Tür. ‚Und was soll ich tun, wenn er
gleich rein kommt? Ist es nicht noch zu früh? .. Was mach
ich nur?’ Entschlossen sprang sie wieder auf. ‚Er
wird noch warten müssen. Nicht heute Nacht..’ Ihre
nackten Füße machten tapsende Geräusche auf dem
kalten Boden. Langsam ging sie wieder zur Tür, wollte das
Schloss schließen, verharrte aber in der Bewegung, als sich
die Tür lautlos öffnete und auch wieder schloss. Sie
schluckte. ‚Nun ist es zu spät.. Mist.. Was mach ich
nun?’ Im Schein der wenigen Kerzen, die in ihrem Gemach
flackerten, konnte sie Legolas’ Lächeln sehen, als
er sie betrachtete. Sie zuckte zusammen, als sie das Schloss hörte,
wie es mit einem leisen ‚Klack’ verschlossen wurde.
Eine Weile betrachteten sie sich nur, doch dann überbrückte
Legolas die Entfernung zwischen ihnen. Er stand ganz nah vor ihr.
So nah, dass sie schon wieder den Duft seines Körpers wahrnehmen
konnte. Unwillkürlich nahm sie ihn in sich auf. Wie benebelt
von dem Duft nach Wäldern und frischen Gräsern kam sie
einen Schritt auf ihn zu, schlang ihre Arme in seinen Nacken und
legte ihren Kopf gegen seine Brust.
„Ich hatte angenommen, du würdest die Türe verschließen.“
Seine Stimme war nur ein Hauch an ihrem Ohr, der sie weiche Knie
bekommen ließ.
„Ich hatte sie auch verschlossen..“ Ihre Stimme war
ebenso leise wie die seine, doch er verstand jedes ihrer Worte.
„Und wieso war sie offen?“ Zärtlich strich er
mit der Hand durch ihr Haar, dass sie wieder in einen Zopf gefasst
hatte.
„Ich habe sie mehrmals auf und zu geschlossen. Und eben..“
Sie kuschelte sich noch etwas mehr an seine Brust. „Eben
wollte ich sie erneut verschließen.“
„Soll ich wieder gehen?“ Er hatte seine Hände
nun ruhig auf ihren Rücken gelegt und sah sie fragend an.
„NEIN!“ Ihr Blick war im ersten Moment entsetzt,
dass er einfach gehen wollte, doch dann senkte sie errötend
den Kopf. Er lächelte, das sah sie allerdings nicht. Schüchtern
setzte sie noch einmal an. „Nein, bleib.. .. Bitte.“
Es war so leise, dass er es kaum noch hören konnte. Aber
es war mindestens genauso ehrlich, wie ihre erste Aussage. Er
sollte hier bleiben, die Nacht mit ihr verbringen.
Zärtlich strich er mit den Fingern die Konturen ihres Gesichtes
nach. Sie hatte die Augen geschlossen und genoss jede kleinste
Berührung. Die geschundene Haut neben ihrem Auge, die ein
paar dunkle Flecken aufwies, liebkoste er liebevoll mit seinen
Lippen. Langsam hauchte er kleine Küsse auf jeden Zentimeter
ihrer Haut, bis er ihre Lippen erreicht hatte. Behutsam berührte
er ihre Lippen, ließ sie erzittern.
„Legolas?“ Sie löste sich leicht von ihm und
sah ihn scheu an.
„Was denn?“ Er ließ seine Hände über
ihren Rücken gleiten und setzte viele Küsse auf die
Haut ihres Halses.
Siané atmete tief durch und schloss ihre Augen. So konnte
sie ihn doch nicht fragen. So konnte sie keinen klaren Gedanken
fassen. Und doch.. Sie atmete noch einmal laut ein, als er an
den Fleisch an ihrem Hals saugte, setzte dann aber zu ihrer Frage
an.
„Ich hab mich erinnert.“
Er stoppte in der Bewegung und sah sie irritiert an. „Was
meinst du?“
„Nun.. Gestern Nacht. Im.. Im Bad.“ Sie blickte verlegen
nach unten. Die Erinnerung an den vorigen Abend hatte sie vorhin
vor dem Spiegel im Badezimmer eingeholt. Sie wusste, was auf der
Fensterbank beinah passiert wäre. Aber wie es dazu gekommen
war, daran konnte sie sich nicht entsinnen.
„Das.. Ach ja. Das wollte ich dir eigentlich nicht erzählen.
Ich dachte, es sei dir unangenehm.“ Er lächelte sie
leicht an und sie erwiderte diese Geste.
„Ein wenig schon. Was habe ich getan, damit es so weit
kam?“
Legolas blinzelte überrascht. Sie konnte sich nicht daran
erinnern? „Nun.. Du hast..“ Er räusperte sich
und nahm ihre Hand in seine. Langsam führte er sie zu seinem
Ohr und ließ ihren Finger kurz über die Ohrmuschel
gleiten. Sie verstand und lächelte.
„So war das also.“ Sie grinste schelmisch, als sie
daran dachte, wie empfindlich Elbenohren doch waren. „Habe
ich das ungefähr so gemacht?“ Behutsam fuhr sie mit
der rechten Hand die Konturen seines Ohres entlang und war regelrecht
entzückt, als Legolas genüsslich die Augen schloss und
leicht mit dem Kopf nickte. Zärtlich strich sie über
die kleine Spitze und stellte sich auf die Zehenspitzen, um seinen
Mund zu erreichen. Sie hauchte einen Kuss auf seine Lippen, strich
aber weiterhin über sein empfindliches Ohr.
Legolas seufzte leise, als sie ihn küsste. Sie wusste ja
nicht, wie viel Beherrschung es ihm abverlangte, sie nicht einfach
auf das Bett zu werfen. Sie wusste ja nicht, was für ein
Kribbeln seine Wirbelsäule hinabglitt, wenn sie ihn dort
berührte.
Zu allem Überfluss nahm sie nun auch noch die zweite Hand
dazu und massierte vorsichtig die Spitze seines anderen Ohres.
Leidenschaftlich drückte er seine Lippen stärker auf
ihren Mund, verlangte mit seiner Zunge Einlass, den sie ihm nur
zu gern gewährte.
Besitzergreifend schlang er seine Arme um ihren schmalen Körper
und hob sie ein Stück an. Etwas überrascht öffnete
sie die Augen, hielt mit ihrer Berührung inne und begutachtete,
was Legolas tat. Er setzte sie nur einen Schritt weiter auf dem
kleinen Arbeitstisch ab. Lächelnd stellte er sich zwischen
ihre Knie, nahm ihre Wangen in beide Hände und begann erneut,
sie zu küssen.
Wie in Trance reichten ihre Finger nach den Knöpfen seines
Hemdes und begannen zittrig sie zu öffnen. Sie unterbrachen
den Kuss nicht und nach einigen Augenblicken konnte Siané
das störende Stück Stoff von seinen Schultern streifen.
Erst da ließ er von ihren Lippen ab, sah sie an. Seine Augen
strahlten wieder in diesem stürmischen Dunkelblau, dass Siané
einen wohligen Schauer über den Rücken jagte.
Zärtlich nahm er wieder ihre Hand in seine und legte sie
auf seinem Oberkörper ab. Langsam beugte er sich zu ihrem
Ohr hinab. „Berühr mich ruhig.. Ich beiße dich
nicht.“ Sie lächelte. Konnte er doch Gedanken lesen?
Sie hatte eben in der Tat gezögert. Quälend gemächlich
glitt sie mit der Hand über seinen Oberkörper, spürte
jede Faser seines Körpers und jeden Knoten seiner Muskeln,
die man an seinem Bauch sehen konnte. Er hielt die Luft an, als
sie ihre scheuen Küsse auf seinen Hals verteilte. Sie wusste
anscheinend wirklich nicht, was sie ihm mit ihren unschuldigen
Berührungen antat.
Siané schaute wieder auf, als sie seine Hände unter
ihren Oberschenkeln spürte. Ohne großen Kraftaufwand
hatte er sie hochgehoben und trug sie hinüber zum Bett. Sie
war überrascht, wie wenig ihm ihr Gewicht ausmachte. Es war
fast so, als würde er nichts in den Händen tragen. Lächelnd
hielt sie sich an seinem Hals fest, bis er sie vor dem Bett wieder
absetzte. Ihre Unterschenkel stießen leicht gegen die weiche
Kante der Matratze und das ließ sie erzittern. Diese unschuldige
Berührung, die aber so viel mehr bedeutete. Der bloße
Gedanke daran, was hier passieren konnte, hinterließ ein
Kribbeln in ihrem Magen.
Doch Legolas holte sie wieder aus ihren Gedanken zurück,
als er mit den Händen am Saum ihres Nachthemdes nestelte.
Unschuldig blickte er sie an. Im ersten Moment tat sie nichts.
Doch dann nickte sie auf seine stumme Frage. Eine flüssige
Bewegung später und er ließ den seidigen Stoff zu Boden
gleiten. Wortlos legte er wieder seine Lippen auf ihre und umfasste
ihren Körper. Anhänglich wanderte er mit den Händen
immer wieder ihren Rücken auf und ab, bis er in ihren Haaren
halt machte.
Sie lösten sich voneinander, als Siané ihn ein wenig
wegschob. Fragend zog er die Augenbrauen hoch, doch Siané
legte ihm nur lächelnd einen Finger auf die Lippen. Er schwieg,
sah sie einfach nur an. Gemächlich ging sie um ihn herum.
Legolas drehte sich mit ihr und als er endlich die Kante des Bettes
an seinen Beinen spürte, verstand er. Er ließ sich
von ihr hinunterdrücken. Erwartungsvoll sah er zu ihr auf.
Sie lächelte immer noch leicht und kniete sich dann langsam
hin. Etwas ungeschickt zu Anfang untersuchte sie seine Stiefel,
hatte sie dann aber einen Moment später von seinen Füßen
gezogen.
Allmählich stellte sie sich wieder hin und drückte
ihn weiter aufs Bett. Vorsichtig setzte sie sich auf seinen Schoß
und musste sich ein schelmisches Grinsen verkneifen, als Legolas
leise aufstöhnte. Hatte sie sich doch auf seine mehr als
empfindliche Stelle gesetzt. Liebevoll beugte sie sich zu ihm
vor, küsste seine Haut in Höhe seines Brustbeins und
liebkoste sie zärtlich mit der Zunge. Legolas schloss wohlig
die Augen, ließ sie einfach tun, was sie für richtig
hielt.
Vorsichtig bewegte sie sich immer weiter nach unten, umfuhr mit
der Zunge die kleinen Brustwarzen, die sich langsam verhärteten.
Sie lächelte, als seine Atmung schwerer wurde. Auf dem Weg
hinunter, setzte sie viele kleine Küsse auf seine Haut, bis
sie tief in seinen Bauchnabel eintauchte und er genüsslich
aufstöhnte.
Inzwischen mutig geworden, setzte sie sich auf seine Beine und
begann den Bund seiner Hose aufzuknoten. Legolas stützte
sich währenddessen auf seinen Ellenbogen ab und betrachtete
Siané, wie sie die letzten Schnüre seiner Hose löste
und leicht an das Bündchen griff, um sie auszuziehen. Lächelnd
hob er seine Hüfte ein wenig an, um ihr eine Hilfe zu sein.
Doch sie stockte einen Moment, als sie die Hose schon ein Stück
herunter gezogen hatte. Sie konnte kurze, blonde Haare erkennen,
die von unter seinem Bauchnabel weiter hinunter wuchsen. Und plötzlich
war ihr klar, dass sie gar nicht auf das gefasst war, was sie
erwartete. Sie konnte es allerdings erahnen..
‚Und trotzdem.. Ich bin mir nun sicher.’ Geschickt
legte sie ihre Beine neben seinen ab und zog den restlichen Stoff
herunter. Achtlos warf sie die Hose auf die Erde, wo auch seine
Stiefel schon lagen und drehte sich zu ihm um.
Sie war zwischen Wonne und Enttäuschung hin und hergerissen,
als Legolas sie umarmte, sanft auf das Laken legte und sich über
die beugte. Wonne, weil er sie zärtlich küsste und Enttäuschung,
weil sie nun doch nichts von ihm gesehen hatte. Sie entschied
sich aber schnell für ersteres, als er den Kuss vertiefte.
Sie war froh, dass sie lag. Ihre Knie hätten sonst wohl mit
Sicherheit nachgegeben.
Seine Körper auf ihrer Haut brachte sie fast um den Verstand.
Ihr Herz schlug so unendlich schnell in ihrer Brust, dass sie
dachte, er könnte es hören. Sie hatte die Augen geschlossen,
als er sich von ihrem Mund löste und seinen Kopf an ihrem
Hals vergrub. Sein heißer Atem ließ Schauer der Lust
über ihren Rücken laufen und seine Zunge auf ihrem Hals,
tat selbiges. Das Kribbeln war benebelnd und schien ihren ganzen
Körper zu erfüllen. Sie keuchte auf, als er sich nach
unten gearbeitet hatte und sanft an einer ihrer Brustwarze saugte
und knabberte. Das vorher schon angenehme Gefühl in ihrem
Körper verstärkte sich und traf besonders intensiv zwischen
ihren Beinen zusammen.
Legolas erfreute sich an ihrer Reaktion. Sie wand sich unter
seinen Händen, erwartete freudig das, was er noch tun würde.
Mit leichtem Druck ließ er seine Hände an ihrem Körper
herunterwandern, bis seine Finger an dem schmalen Rand ihres Höschens
anhielten. Zärtlich massierte er die helle Haut ihrer Oberschenkel,
während er mit der anderen Hand das letzte Stückchen
Stoff an ihrem Körper entfernte. Unachtsam warf er es beiseite.
All seine Konzentration auf das vor Wonne zitternde Häufchen
Mensch gerichtet.
Erst, als der kühle Wind des Abends durch das geöffnete
Fenster drang und leicht ihre nackte Haut streifte, wurde sie
sich der Tatsache bewusst, ihm völlig unbedeckt gegenüber
zu liegen. Sich etwas unwohl fühlend, wollte sie nach dem
Laken greifen, doch seine Hand hinderte sie daran. „Nicht..
Du bist wunderschön! .. Du brauchst dich nicht zu verstecken.“
Er hauchte ihr leicht ins Ohr, so dass Siané ohne zu zögern
ihre Hand wieder sinken ließ.
Behutsam beugte er sich wieder erneut ganz über sie. Siané
atmete hörbar aus, als sie seine Erektion an ihrem Oberschenkel
wahrnehmen konnte. Sie spürte die Hitze seines Gliedes und
auch das noch nie zuvor gefühlte Verlangen, ihn in sich zu
haben. Ohne es groß zu merken, hob sie ihm leicht ihr Becken
entgegen, doch er drückte es mit der Hand zärtlich wieder
zurück.
„Weißt du noch, was ich dir einmal über elbische
Liebe gesagt habe?“ Sie riss erstaunt ein wenig die Augen
auf, nickte dann aber leicht. ‚Es ist so intensiv, dass
du irgendwann meinen Namen wimmerst – Wie sollte ich das
vergessen?’
Legolas lächelte. „Dann weißt du ja auch, was
ich von dir hören möchte.“ Schmunzelnd ließ
er sich neben sie sinken, hatte eine Hand auf ihren Bauch gelegt
und küsste sie wieder.
Es war, als wäre sie in einen Traum versetzt. Der Kuss war
so wunderbar sanft und doch leidenschaftlich. Glücklich legte
sie eine Hand auf seine Wange und erwiderte die Berührungen,
die er mit der Zunge vorgab. Sie war so versunken in die Empfindungen,
die der Kuss in ihr auslöste, dass sie stockend die Luft
zwischen den Zähnen einsog, als Legolas behutsam den empfindlichsten
Punkt zwischen ihren Beinen massierte. Er lächelte leicht,
als sie ihn näher zu sich zog und fordernd küsste.
Mit langsamen Bewegungen ließ er seinen Finger über
die kleine Erhebung gleiten und merkte, wie immer wieder ein Zittern
durch Sianés Körper ging. Zufrieden löste er
seine Lippen von ihren und ließ seine Zunge über ihre
Brust fahren. Mit den Augen verfolgte er ihre Reaktionen, wie
sie sich wand und immer wieder gegen die aufkommenden Geräusche
in ihrer Kehle ankämpfte. Er beugte sich wieder über
sie, behielt seine Hand aber immer noch zwischen ihren Beinen.
„Siané, glinno nin[1]!“ Sie öffnete die
Augen, als sie ihren Namen vernahm. Sie lächelte leicht „Lle
naa vanima, Melamin[2]!” Ihr Lächeln wurde strahlender.
Er hatte ihr ein paar elbische Worte beigebracht und nun war sie
mehr als froh darüber. Sie schloss genüsslich wieder
die Augen, als er langsam mit einem Finger in sie eindrang.
„Legolas..“ Ihre Stimme war nur ein Hauch, doch er
verstand sie und es zauberte ein glückliches Lächeln
auf seine Lippen. Und doch genügte es ihm nicht. Schmunzelnd
beugte er sich wieder zu ihrem Ohr, intensivierte die Bewegungen
in ihrem Schoß. „Was sagtest du?“ Sein Atem
kitzelte sie und sie stöhnte erregt auf, als eine erneute
Welle der Lust sie erfasste.
„Legolas...“ Ihre Stimme zitterte. Vorsichtig zog
er seinen Finger ein Stückchen zurück, massierte aber
weiterhin mit der Spitze die heiße Haut in ihrem Inneren.
„Ich hab dich immer noch nicht verstanden..“ Sie seufzte
auf, umfasste mit den Händen ihre Stirn und schob dadurch
ein paar feuchte Strähnen zurück in ihren Haarschopf.
Sie hatte das Gefühl, als würde sie gleich zerspringen.
Gefühlvoll ließ er den Finger erneut tiefer in sie
eindringen, liebkoste dabei zärtlich ihren Hals, biss in
das süße Fleisch, bis sie erneut seinen Namen nannte.
„Legolas...“ Er beugte sich zu ihr hoch, drückte
ihr einen Kuss auf die Lippen. „Das war schon viel besser,
Melamin. Und doch..” Behutsam nahm er einen zweiten Finger
dazu, massierte mit dem Daumen über den empfindlichen Punkt
zwischen ihren Schenkeln.
„Legolas..“ Er lächelte, als ihre Stimme langsam
lauter wurde. Ein letztes Mal beugte er sich zu ihrem Ohr vor.
„Nur noch einmal, Melamin. So, dass ganz Bruchtal dich hört.“
Er erhöhte den Druck zwischen ihren Beinen, ließ sie
erzittern.
„Legolas..“ Glücklich zog er die Hand von ihr
zurück. Laut genug, um Bruchtal es hören zu lassen,
war es zwar nicht. Aber vielleicht genug für die anliegenden
Zimmer. Er setzte sich wieder auf und zog sie mit sich. Fragend
sah sie ihn an, doch er legte ihr einen Finger über die Lippen.
Er öffnete flink das Band in ihren Haaren und legte die seidigen
Strähnen über ihre Schultern. Lächelnd fuhr er
mit der Hand durch die weichen Locken und hauchte ihr einen Kuss
auf die Lippen. Zärtlich legte er die wimmernde Siané
zurück in die Kissen und beugte sich über sie.
„Ich tu dir nicht weh..“ Sie sah ihn mit großen
Augen an, ihre Haut ein wenig gerötet und verschwitzt. Der
Anblick war wunderschön, wie sie fast erschöpft vor
ihm lag. Behutsam drückte er sie wieder in die Kissen. Noch
einmal sah er in ihre Augen. Auch diese stumme Frage beantwortete
sie mit einem Nicken. Zärtlich verschloss er ihren Mund mit
seinen Lippen, als er ihre Beine ein wenig auseinander schob.
Vorsichtig drang er in sie ein. Sie kniff unwillkürlich
die Augen ein wenig zusammen und zuckte ungewollt. Legolas sah
sie an. Er wollte ihr sagen, dass der Schmerz vorbeigeht oder
wie sehr er sie liebt, doch die Hitze und Enge zwischen ihren
Beinen raubte ihm die letzte Kontrolle. Einige Zeitlang sahen
sie sich einfach nur an, beide viel zu überwältigt von
dem Gefühl, dass diese Nähe auslöste.
Siané schloss ihre Arme um Legolas’ Nacken und rieb
ein wenig mit den Oberschenkeln an seiner Hüfte, so dass
er langsam einen Rhythmus aufbaute..
Immer wieder entfloh ihrem Mund ein leichtes Stöhnen, als
er sich schneller bewegte, doch sie brach den Augenkontakt nicht
ab. Dieses Gefühl... Er bewegte sich immer schneller, flüsterte
ihren Namen. Seine Hände schienen überall zu sein, ließen
sie in dem wundervollen Gefühl versinken.
Legolas stützte seine Ellenbogen neben ihr auf. Siané
fühlte sich wohl. Seine Haut auf ihrer. Alles fühlte
sich so richtig an. Sie spürte sein Herz schlagen und es
schlug genauso schnell wie ihr eigenes. Es beruhigte sie und wühlte
sie zugleich auf.
Erst, als sie das Gefühl verspürte, er würde seinen
Rhythmus beibehalten, drang er tiefer in sie ein und veranlasste
sie, ihre Bewegungen seinen anzupassen. Langsam begann sich etwas
in ihrem Körper aufzubauen, etwas dass ihre Muskeln verkrampfte
und nach Erlösung verlangte. Leise flüsterte sie seinen
Namen. Nie hätte sie gedacht, dass er sie zu solchen Empfindungen
bringen konnte.
Immer wieder zog er sich aus ihr zurück, ließ sie
in ihrem Verlangen, ihn in sich zu halten. Verzweifelt schloss
sie die Beine um seine Hüfte, wodurch sie ihn noch intensiver
spüren konnte. Schwer atmend bohrte sie ihre Fingernägel
in seinen Nacken, als sie ihren Höhepunkt erreichte. Sie
schloss ihre Augen, genoss es, wie das Gefühl sie davon schwemmte.
Legolas rang mit seiner Beherrschung, als er spürte, wie
sich ihre Muskeln entspannten und ihn an seine Grenze trieben.
Er ließ seine letzte Kontrolle fallen, drang noch einmal
tief in sie ein und ergoss sich in ihr, als sie die Augen erschöpft
geschlossen hatte. Er zitterte leicht, als er sie ansah und spürte
schnell, dass ihr Körper dasselbe tat. Glücklich strich
er einen langen Moment über ihre Wange, bis sie ihre Augen
wieder öffnete und ihn anlächelte.
„Milin cen, Tarienamin.. Milin cen..[3]” Er küsste
sie zärtlich auf die Lippen, als er sich aus ihr zurückzog
und sich neben sie legte. Sanft schloss er sie in seine Arme und
vergrub sein Gesicht in ihrem Nacken.
Völlig in Gedanken streichelte sie über seine Hände,
die vor ihrem Körper lagen. Sie hatte ein glückliches
Lächeln auf ihren Lippen. ‚Ich liebe ihn.. Dieses Gefühl,
als wären wir eins..’ Sie drehte sich zu ihm um und
kuschelte sich an seine warme Brust. Als sie aufsah und seine
blauen Augen erblickte, drückte sie ihm einen Kuss auf die
Lippen.
„Kaimelineamin en’sina“ Sie blinzelte und sah
ihn fragend an. Er lachte. „Ich habe davon geträumt.“
Wieder küsste sie ihn und ließ ihre Hand über
seine Seite bis zu seinem Oberschenkel wandern. Dort legte sie
diese ab und sah ihm in die Augen.
Liebevoll hauchte er ihr erneut einige Küsse auf die Lippen,
tauchte mit der Zunge in ihren Mund ein. Schmunzelnd begann Siané,
die weiche Haut auf seinem Oberschenkel zu massieren und erwiderte
lachend seinen fragenden Blick.
„Siané.. Tu das nicht. Sonst lasse ich dich heute
Nacht nicht mehr schlafen.“ Sie lachte wieder, als er es
sagte und brachte ihren Mund ganz nah zu seinem Ohr.
„Wer sagt denn, dass ich müde bin?“ Nun schmunzelte
auch er und zog ihre Lippen erneut auf seine.
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[1] Siané, sieh mich an!
[2]Du bist wunderschön.
[3]Ich liebe dich, meine Prinzessin.. Ich liebe dich