OBL
als Startseite | Lesezeichen
setzen Deutschlands größte Orlando Bloom, Legolas und Will Turner Seite
- die beste Adresse zum Thema. Bilder, Downloads, Artikel, Community und noch
vieles mehr
Disclaimer: Keine von den Figuren in meiner Geschichte,
die euch bekannt vorkommen, gehören mir, sondern sind aus Meister
Tokiens genialem Verstand entsprungen. Außerdem verdien ich
keinen Cent an der Geschichte. (Würde mich auch arg wundern.)
Warnung: Ich bin noch eine absolute Anfängerin,
wenn es um Fanfics im Bereich Herr der Ringe geht. Also habt ein bissel
Mitleid und verbessert mich ruhig. Hoffe auf viele reviews.
Sonstige Anmerkungen: Bin mit Keksen und Früchtetee
bewaffnet und richtig in Stimmung was toll Romantisches zu schreiben.
°g°
Der Tag war noch nicht alt, als die Gefährten von
Fürst Areneon durch das Schloss geführt wurden. Er nahm
sich viel Zeit und zeigte ihnen mit Stolz jeden Winkel seines Palastes.
Die Hobbits gingen ein wenig gelangweilt hinter der Gruppe her.
Sie hatten nicht viel Interesse an der großen Bibliothek und
den wunderschönen Sälen, in denen das Fest zu Saurons
Vernichtung ausgerichtet werden sollte. Sie hätten gerne die
Küche wiedergesehen, oder die Vorratskammer. Aber diese Dinge
waren am anderen Ende des Schlosses. Sie hatten diese nämlich
schon gestern, nachdem die anderen zu Bett gegangen waren, gefunden.
Schließlich konnte man einen Hobbit nicht hungrig zum Schlafen
schicken. Doch nun standen sie vor großen Bücherregalen.
Gandalf ließ sich schon auf einem großen, alten Sessel
nieder.
Anscheinend wollte er die Führung nicht fortsetzen und statt
dessen in den Büchern stöbern. Nur zu fünft, denn
Frodo und Sam wollten dem Zauberer Gesellschaft leisten, gingen
sie weiter durch die breiten, verzierten Gänge. „Merry,
sieh doch mal.“ Pippin stieß seinem Freund mit dem Ellenbogen
an. „Wir gehen in Richtung Küche. Ob wir vielleicht ein
zweites Frühstück bekommen können?“ Merry zuckte
sichtbar mit den Schultern. „Weiß nicht. Der Fürst
möchte sicher andere Dinge zeigen. Aber mich würde es
auch freuen. Ein wenig Hunger habe ich schon.“ Er rieb sich
wehleidig über den Bauch, als hätte er seit Tagen nichts
zu essen bekommen. Legolas, der das ganze mit angehört hatte,
lächelte offensichtlich über die beiden Hobbits. Wieder
einmal zeigten die beiden, was sie am besten können. Essen.„Fürst
Areneon? Ich denke Herr Tuk und Herr Brandybock würden sich
sehr für eure Küche interessieren.“ Gimli und Aragorn
blieben bei seinen Worten stehen und grinsten, während der
Fürst ungläubig zu den beiden hinunterblickte. Hatten
sie nicht vor zwei Stunden etwas gegessen? Schließlich nickte
er aber schnell und bog den nächsten Gang rechts ab. Immerhin
wollte er einen möglichst guten Eindruck bei seinen Gästen
hinterlassen. Und das war bei den Hobbits mit einem ausgedehnten
Besuch in der Küche getan. Bald darauf kamen sie anscheinend
dem gewünschten Ziel näher, denn der Geruch von Gebackenem
Brot kam ihnen entgegen. Doch mischte sich auch etwas anderes darunter,
bei dem Legolas nachdenklich aufblickte. Waren es Stimmen? Sie schallten
von der Küche bis hierher? Durch die vielen Gänge hörte
man doch nicht Stimmen, die von so weit her kamen. Aber diese schienen
sehr laut zu sein... Zwei Gänge weiter hörten auch die
anderen dasselbe, dem Legolas durch seine empfindlichen Ohren eine
geraume Weile schon lauschte. Anscheinend wurde in der Küche
gestritten. Fürst Areneon beschleunigte seinen Gang und suchte
die Quelle dieser Schreie. Bald standen sie an der Tür zu einer
Nebenkammer der Küche, in der rechts etwas frisch gebackenes
Stand. Doch der Tür gegenüber standen zwei Kessel, aus
denen anscheinend diese Stimmen kamen. Während Merry und Pippin
sich auf das köstliche Essen stürzten, beobachteten die
Restlichen verdutzt den Streit der beiden Dienstmädchen. „Und
ich sage dir doch, es ist nur deine Schuld!“ Eine klare Stimme
tönte aus dem rechten Kessel und sie schien ziemlich sauer
zu sein. „Meine Schuld? Ich hab dich nicht gezwungen!“
Der andere Kessel schallte zurück. Anscheinend auch von einem
Mädchen bewohnt. „Nein? Aber wenn ich nicht mitgekommen
wäre, hättest du mir noch Wochenlang in den Ohren gelegen.
Und nun sitzen wir hier in diesen verdammten Töpfen und können
sie sauber machen. Du weißt, wie sehr ich Küchenarbeit
hasse. Wenn sie dann noch in diesen stinkenden, fettigen Töpfen
stattfindet, hab ich ja wohl ein Recht sauer zu sein!“ „Hör
mal! Klar, es ist eklig, aber wir sind doch gleich fertig. Dann
solltest du deinen Kopf vielleicht untersuchen lassen!“ Das
Mädchen aus dem linken Kessel kroch heraus und ein blonder
Schopf wurde für die anderen sichtbar. „Meinen Kopf untersuchen
lassen? Was soll das denn wieder heißen?“ Sauer kam
das andere Mädchen heraus und Legolas stellte mit erstaunen
fest, dass es dieselbe war, die er auch im Hof gesehen hatte. Mit
einem Lächeln musste er feststellen, dass sie ziemlich viel
Temperament hatte. „Das soll heißen, dass du eine Platzwunde
an der Stirn hast und eine Beule am Hinterkopf.“ Der Blondschopf
funkelte das andere Mädchen böse an. Merry und Pippin
beobachteten die Szene mit gefallen. Die beiden schienen gar nicht
ihren Besuch zu bemerken. „Ach, und wer ist daran schuld?
Du hattest die dumme Idee!“ Wütend stand sie auf und
nahm einen Teller vom Tisch, der an der Wand hinter ihr stand. Ihr
Blick war immer noch nicht auf ihren Besuch gefallen. „Gut!
Ich hatte die Idee. Aber DU bist ungeschickt mit dem Kopf auf den
Boden gehauen. An dem Kessel hast DU dir den Kopf geschlagen. Also:
Ich hatte die Idee, aber du warst zu trampelig!“ Sauer stemmte
sie ihre Hände in die Hüfte und blickte kurz zur Tür.
Als sie den Kopf wieder wegdrehte wurde ihr plötzlich bewusst,
wer dort stand. Erschrocken und nicht im Stande etwas zu sagen blickte
sie den Fürsten, den Prinzen und den König an.Sie schluckte
einmal und zupfte ihrer Freundin am Ärmel. Diese bemerkte aber
nicht, warum sie sich plötzlich so komisch benahm.„Euer
Hoheit, Prinz Legolas.. Guten Tag, Mylord..“ Sie blickte die
Männer an, die immer noch ein belustigtes Lächeln auf
den Lippen trugen. Siané aber verstand nicht. Lag es an ihrer
Wut oder war sie einfach nicht die Schnellste? „Maeglin, was
soll der Mist jetzt? Von diesen Leuten habe ich im Moment genug.
Wegen diesem dämlichen Elben habe ich diese blutende Stelle
auf der Stirn. Und nur, weil du ihn unbedingt..“ Sie stockte,
als sie den entsetzten Gesichtsausdruck ihrer Freundin vernahm.
„Was, ... warum guckst du so komisch?“ Vorsichtig drehte
sich ihren Kopf zur Tür. Vor ihr standen ein sehr amüsierter
Zwerg, ein völlig schockierter Fürst, der wahrscheinlich
diesen Gesichtsausdruck wegen ihres Satzes trug, ein trotz der Worte
belustigter König und zwei mampfende Hobbits. Außerdem
blickte sie direkt in die blauen Augen des dämlichen Elben,
der sie etwas verwirrt ansah. Höchstwahrscheinlich fragte er
sich, was er dem Dienstmädchen getan haben könnte, dass
sie so sauer auf ihn war.Vor Schreck ließ sie den Teller fallen,
den sie eben noch vom Tisch genommen hatte. Dieser zerschlug mit
einem lauten Knall auf dem Boden und die einzelnen Teile verteilten
sich hüpfend auf den Steinen des Raumes.Sianés Gesicht
wurde blass. Was hatte sie nun wieder gemacht? Doch als sie das
laute Lachen des Zwerges vernahm, wurde ihr blasses Antlitz purpurrot.
Schnell schloss sie die Augen. Irgendwie hoffte sie, die Situation
wäre eine bessere, wenn sie diese wieder öffnete. Doch
dem war nicht so. Eine unglaubliche Hitze stieg in ihr auf. Es war
ihr so unangenehm.Unfähig etwas zu sagen schnappte sie sich
ihre Schuhe vom Boden und lief durch den Raum, auf die Tür
zu. Dabei trat sie mit ihren nackten Füßen auf eine der
vielen Scherben und sie zuckte schmerzlich zusammen. Trotzdem: Sie
musste raus hier. Einfach weg. Ihre Anwesenheit würde ihr Missgeschick
nicht noch verbessern.Fast am Ende mit ihren Nerven, einem schmerzenden
Fuß und den Tränen Nahe, kam sie in ihrem Zimmer an.
Zitternd setzte sie sich auf einen Stuhl und schlug die Hände
vors Gesicht. Das kann doch wirklich nur mir passieren,
leise fing sie an zu schluchzen..
--------*°*---------
Nachdem Siané sich ein wenig beruhigt hatte, fühlte
sie endlich den Schmerz, der sich durch ihren linken Fuß nach
oben arbeitete. Erst da erinnerte sie sich wieder an die spitze
Porzellanscherbe, in die sie getreten war und zog ihren Fuß
auf ihr rechtes Knie. Vorsichtig beugte sie sich vor und blickte
auf die aufgeschnittene Wunde. Seufzend stellte sie den Fuß
wieder ab und versuchte vorsichtig aufzutreten. Doch ein stechender
Schmerz pochte in ihrer Fußsohle. Innerlich verfluchte sie
sich wieder für ihre Tollpatschigkeit, nahm einen kleinen Verband
aus ihrer Tischschublade, wickelte die Wunde ein und zog ihre Strümpfe
und Schuhe darüber.Wieder versuchte sie aufzutreten. Diesmal
mit besserem Erfolg. Sie humpelte zwar, konnte aber laufen. Schnell
zog sie ihre schmutzige Uniform aus und schlüpfte in eine frische.
Gleich begann ihr regulärer Dienst. Einige Räume waren
zu reinigen und sie hoffte sehr, dass das Gemach des Prinzen nicht
darunter war. Sie würde vor Scham im Boden versinken. Gerade,
als sie sich auf den Weg machen wollte, kam ihre Freundin Maeglin
ins Zimmer gestürmt. Sie lächelte übers ganze Gesicht.
Doch nach Lächeln war Siané einfach nicht zumute.„Na,
ich hoffe du hast dich nicht zu sehr erschreckt!“ Sie grinste,
als sie Sianés böses Gesicht sah. „Ach, wieso
sollte ich? Ich habe ja nur eben den Prinzen von Düsterwald
beleidigt!“ Sauer schnappte sie sich ihre Schürze und
band sie um. „Sie sind nicht sauer. Keine Angst. Fürst
Areneon war zwar erst außer sich, aber als der Prinz anfing
zu lachen, sah er von einer Strafe ab.“ Beruhigend legte sie
einen Arm um ihre Freundin. „Er hat.. Er hat wirklich gelacht?“
Unschlüssig blickte sie Maeglin an und wartete ungeduldig auf
ihre Antwort. „Ja, nachdem das laute Lachen von Herrn Gimli
durch seinen Schock gedrungen war, fing er auch damit an. Dem Zwerg
muss dein Auftritt sehr amüsiert haben. Sogar König Aragorn
hat belustigt gelächelt. Von den Hobbits gar nicht zu reden.
Sie sind gleich aufgesprungen und wollten es den anderen beiden
erzählen, womit sie wahrscheinlich Herrn Beutlin und Herrn
Gamschie meinten.“ Leise kichernd blickte Maeglin in Sianés
bestürztes Gesicht. „Du meine Güte, ich bin eine
Lachnummer. Alle werden sich darüber lustig machen.“
Siané machte ein Gesicht, als würde sie gleich losheulen,
doch Maeglin lenkte sie mit einem Zettel in der Hand ab. „Mach
dir keine Gedanken. Hier steht nämlich, wir haben zu tun. Wir
müssen heute zusammen den Ostflügel reinigen.“ Sie
wollte gerade zur Tür gehen, als sie noch einmal aufgehalten
wurde. „Den Ostflügel? Da gibt es doch gar nicht genug
zu tun für einen Nachmittag!“ Siané sah sie fragend
an. „Stimmt, danach sollen wir in den kleinen Festsaal. Fürst
Areneon speist zusammen mit König Aragorn und dem Rest. Sie
wollen über die Festlichkeiten der nächsten Tage reden.
Wir haben heute Dienst. Ach, ich kann den König bedienen. Die
anderen Dienstmädchen werden mich beneiden. Uns, mein ich natürlich.“
Belustigt stellte sie fest, wie aus Sianés Gesicht alle Farbe
verschwand. „Dann muss ich ihm ja wieder unter die Augen treten.
Am besten ich suche mir irgendein Loch, wo ich reinkriechen kann.“
Laut seufzend verließ Siané mit Maeglin ihr Zimmer
und machte sich auf in den Ostflügel.
--------*°*---------
Es waren schon einige Stunden vergangen, als Legolas und Gimli aus
der Stadt zurückkamen. Sie hatten nach dem Vorfall einen kleinen
Ausflug vorgeschlagen, den sie dann aber leider allein unternehmen
mussten. Aragorn wollte noch etwas mit dem Fürsten besprechen,
was anscheinend von großer Wichtigkeit war, Gandalf war immer
noch in der Bibliothek und schmökerte in alten Büchern
und die Hobbits waren nicht ausfindig zu machen. In der Küche
waren sie jedenfalls nicht mehr. Sie hatten Frodo und Sam die Geschichte
von dem Fettnäpfchen des Dienstmädchens brühwarm
erzählen wollen und waren ein paar Augenblicke später
in den Gängen des Palastes verschwunden. Laut ausatmend traten
der Zwerg und der Elb in die Empfangshalle. Gerne hätten sie
sich noch ein wenig umgesehen, doch einem kleinen Mädchen waren
die spitzen Ohren von Legolas aufgefallen. Somit war für viele
klar geworden, dass es sich um den Prinzen handeln musste und die
beiden waren innerhalb kürzester Zeit von neugierigen Menschen
umzingelt gewesen. Sie suchten ihr heil in der Flucht und kamen
dementsprechend außer Atem am Schloss an. Legolas verabschiedete
sich für einen kurzen Moment von Gimli, denn er wollte noch
schnell sein Gemach aufsuchen, bevor er in den Speisesaal kam. Er
brauchte einen Moment zum nachdenken. Warum, das wusste er selbst
nicht so genau. Er ließ sich auf einen der großen roten
Sessel fallen, wie er es schon am ersten Abend getan hatte. Dort
war ihm schon das Dienstmädchen aufgefallen, dass ihn inzwischen
fast zu verfolgen schien. Dabei spürte er, dass sie diese Zusammenstöße
nicht beabsichtigte. Er war ihr nicht böse um ihre Worte. Er
hatte ihre Augen gesehen, nachdem sie seine Anwesenheit entdeckt
hatte. Die am ersten Abend noch in einem so lebendigen Grün
geleuchtet hatten, waren trüb geworden. Er glaubte sogar, sich
Tränen darin bilden zu sehen. Deshalb wollte er auch nicht,
dass sie bestraft wurde.Warum eigentlich nicht? Es hätte ihm
egal sein können, aber das war es nicht. Er dachte sowieso
schon viel zu viel an dieses Mädchen. Dabei kannte er nicht
einmal ihren Namen. Selbst Gimli, dem sonst so uninteressierten
Zwerg, war seine Abwesenheit aufgefallen. Mehrmals schalt er sich
selbst, als er sich wieder dabei erwischte, wie er an ihre Augen
dachte.Seufzend richtete er sich auf. Die anderen würden ihn
schon erwarten. Und grübeln war das letzte, was ihm irgendwie
weiterhalf.
--------*°*---------
„Ah, da ist er ja endlich! Wo warst du solange, Legolas?“
Gimli winkte ihm zu und deutete ihm, sich zu setzten. Legolas nickte
allen zu und nahm dann links neben Pippin Platz. „Ich habe
mich ein wenig hingesetzt und die Zeit vergessen, verzeiht bitte!“
Er lächelte in die Runde und Gimli schüttelte verständnislos
den Kopf. „Ihr vergesst die Zeit, Herr Elb? Wie kann das passieren,
bist du krank?“ Mit seiner dunklen Stimme begann er mit einem
leisen lachen, dass Legolas aber nicht berührte. „Nein,
mir geht es gut.“ Der Zwerg, der eine giftige Antwort erwartet
hatte, hörte schlagartig auf zu lachen und sah ihn ernst an.
Erst wollte er noch etwas sagen, glaubte aber nicht, das dies was
bringen würde. „Oh, Frodo, schau!! Dort, das Mädchen!“
Pippin deutete mit einem Finger lachend auf ein Dienstmädchen,
dass unter seinem Blick rot anlief und sich angespannt auf ihre
Arbeit konzentrierte. Frodo und Sam drehten sich zu ihr um und blickten
Pippin dann fragend an. „Na, das ist die, von der Merry und
ich euch erzählt haben!“ Grinsend blickten die vier sich
an. Inzwischen hatten die anderen ihr auch ihre Aufmerksamkeit geschenkt,
doch sie blickte immer noch höchst interessiert auf den blank
gewischten Boden. „Ach ja, das Mädchen von vorhin. Was
sagst du dazu, Legolas? Man wird nicht oft als dämlicher Elb
bezeichnet!“ Wieder fing Gimli lauthals an zu lachen und die
anderen konnten sehen, wie das Mädchen entsetzt noch mehr Farbe
im Gesicht bekam. Anscheinend spürte sie, dass man von ihr
sprach. Mit Maeglin zusammen bediente sie die Gruppe. Doch vermied
sie den Blick auf den Elbenprinzen. Dieser sah sie aber des öfteren
an und unter diesem durchdringenden Blick wäre sie am liebsten
in irgendeiner Ritze versunken. Was er wohl von mir denkt?
Vorsichtig blickte sie ihn an und fing seinen Blick auf. Mit einem
Lächeln wandte er seine strahlenden blauen Augen ab und sie
spürte, wie ihr Herz ein wenig schneller schlug. Hatte er sie
gerade angelächelt? Dummes Huhn, bild dir nicht solche
Schwachheiten ein!!! Wiedereinmal schalt sie sich selbst und
holte noch einen Krug Wein. „Siané?“ Sie drehte
sich um und kam mit dem Krug auf Fürst Areneon zu. Sie knickste
einmal und fragte, was sie für ihn tun könne. „Schenk
uns doch allen noch einmal nach. Dann kannst du und Maeglin für
heute Schluss machen. Wir werden nicht mehr lange zusammensitzen.“
Mit einem Lächeln nickte sie und ging um den Tisch herum. Als
sie bei Pippin angelangt war, stellte sie sich zwischen seinen und
Legolas Stuhl, um besser an seinen Becher heranzukommen. Als sie
den Silberbecher des kleinen Hobbits bis unter den Rand gefüllt
hatte, merkte sie nicht, wie dieser ihn in schnellen Zügen
leerte und ihr den leeren Becher wieder hinhalten wollte. Siané
hatte sich schon an Legolas gewand und wollte ihm Wein nachschenken,
als Pippin sie mit dem linken Arm aus versehen anstieß. Sie
schwankte ein wenig und wollte ihr Gewicht auf den linken Fuß
verlagern, als sie den stechenden Schmerz ihrer Schnittwunde wieder
spürte. Sie kniff kurz die Augen zusammen und hoffte inständig,
dem Prinzen nicht auch noch den Wein über die Kleidung zu schütten,
als sie gerade noch rechtzeitig den Krug auf den Tisch stellen konnte.
Trotzdem verlor sie ihr Gleichgewicht und spürte mit einem
mal, wie sie direkt auf Legolas Schoß landete. Alle, die am
Tisch saßen blickten sie erschrocken an. Maeglin hätte
vor Schreck beinah das gesamte Geschirr fallen gelassen und die
Augenbraue des Fürsten zuckte verdächtig nach oben. Siané
traute nicht, sich zu rühren. Das warme Gefühl seiner
Beine, ließ ein Kribbeln von ihren bis in ihren Bauch gleiten.
Sie fühlte nur, wie sie mal wieder rot wurde.Gimli war der
erste, der sich wieder gefangen hatte. Man konnte sein raues Lachen
durch den ganzen Raum schallen hören. Aragorn wand seinen Blick
ein wenig ab und grinste Gandalf entgegen, der die Peinlichkeiten
um die kleine Dienstmagd auch schon mitbekommen hatte. Die Hobbits
stopften sich ziemlich schnell noch ein wenig Brot in den Mund,
um nicht genauso laut loszulachen, wie Gimli und die Züge des
Fürsten entspannten sich wieder. Siané war unter dem
Lachen des Zwerges arg zusammengezuckt und drehte sich nun vorsichtig
zu Legolas um. Immer noch auf seinem Schoß sitzend blickte
sie ihn an und er erwiderte lächelnd ihren Blick.„Verzeiht
Hoheit! Das war nicht meine Absicht. Ich habe nur.. Ich bin umgeknickt!“
Sie spürte, wie seine Hand vorsichtig über ihren Rücken
strich und spürte schnell wieder dieses Kribbeln, welches aber
nun ihren Ursprung in Legolas zarter Berührung fand.„Macht
doch nichts! Wirklich..“ Er lächelte wieder und sie erhob
sich langsam. Sie ging mit hochrotem Kopf zu Maeglin hinüber,
knickste noch einmal vor dem Fürsten und verließ den
Raum. Selbst draußen konnte man noch das Lachen des Zwerges
vernehmen.
--------*°*---------
„Was hast du dir denn bitte dabei gedacht?“ Siané
und Maeglin saßen seit geraumer Zeit zusammen in ihrem Schlafzimmer
und konnten nicht fassen, was gerade passiert war. „Ich bin
umgeknickt. Es war keine Absicht!“ Siané war immer
noch rot im Gesicht, so peinlich war es ihr. „Umgeknickt vielleicht,
aber du hast auch nicht so schnell Anstalten gemacht, wieder aufzustehen.
Er ist ein Prinz, du hättest nicht so lange sitzen bleiben
dürfen!“ Maeglin schüttelte immer noch den Kopf,
aber langsam huschte ihr altbewährtes Lächeln wieder über
ihr Gesicht. „Ich weiß, ach Maeglin. Was soll ich denn
machen?“ Verzweifelt zerknüllte Siané den Rock
ihres Kleides, dass sie anstelle ihrer Uniform angezogen hatte.
Es war weiß, auch nur knielang und wurde an den Armen nach
unten hin breiter. Außerdem war es ein wenig mehr ausgeschnitten,
als ihre Arbeitskleidung. Trotzdem war es derselbe kratzige Stoff,
wie ihre Uniform, aber etwas besseres hatte sie sich nie leisten
können. „Was du machen sollst? Hmm ... Ich weiß..
Komm mit!“ Sie schnappte die Hand ihrer Freundin und zog sie
durch die Tür. Nachdem sie die Dienstmädchenräume
verlassen hatten, liefen sie an der Küche vorbei und Richtung
Westflügel. Langsam dämmerte es Siané und sie kämpfte
gegen den Griff ihrer Freundin an.„Nein, da willst du doch
nicht hin.. Vergiss es, ich mach mich nicht noch mal lächerlich!!“
Doch Maeglin kümmerte sich nicht um die Ausrufe von Siané.
Sie blieb erst vor der großen Tür stehen, hinter der
Legolas sein musste. „So, du entschuldigst dich jetzt für
das, was du gesagt hast. Dann ist es doch wieder in Ordnung.“
Schnell klopfte Maeglin an die Tür und verschwand hinter der
nächsten Ecke. Siané zischte ihr hinterher, sie könne
das doch nicht einfach machen, als schon die Tür von innen
geöffnet wurde und sie in das Antlitz des Prinzen blickte.
Mit einem scheuen Lächeln wollte sie sich wieder davonmachen,
doch als sie den bösen Blick von Maeglin auffing, nahm sie
all ihren Mut zusammen. „Ich.. Also.. Entschuldigt die Störung,
euer Hoheit, aber ich wollte mich für meine Worte entschuldigen,
die ihr heute in der Kammer neben der Küche hören musstet.“
Sie senkte den Blick auf die Erde, denn Legolas gab noch nichts
von sich, sondern lehnte nur leicht gegen den Rahmen seiner Tür.
Erst jetzt bemerkte sie, dass er nur noch ein leichtes, weißes
Hemd trug und seine dunkelbraune Hose. Anscheinend wollte er sich
zu Bett legen.„Ich.. Ich verlange nicht, dass ihr mir verzeiht,
das Recht habe ich auch gar nicht. Aber ich wollte nur, dass ihr
wisst, wie ich mich nun fühle. Ich möchte nicht, dass
ihr etwas falsches von mir denkt und ich finde nicht, dass ihr ein
dämlicher Elb seid.“ Wieder senkte sie ihren Blick und
wollte schon gehen, als sie ein leises lachen von ihm vernahm. Als
sie ihn wieder ansah deutete er ihr, einen Moment herein zu kommen.
--------*°*---------
„Setzt euch doch bitte.“ Siané war erschreckt
über die Art, wie er mit ihr sprach. Jeder andere im Schloss,
nannte ihren Vornamen und duzte sie.Zögernd setzte sie sich
auf den weichen Sessel und beobachtete Legolas, wie er etwas in
eine kleine silberne Schale füllte. Es war flüssig und
roch nach vielen Kräutern. Außerdem tauchte er ein Tuch
hinein.„Euer Name ist Siané, richtig? So nannte Fürst
Areneon euch doch?“ Er drehte sich um und kam mit der Schüssel
auf sie zu. „Ja, Mylord.“ Sie konnte ihren Blick nicht
mehr von ihm abwenden. Zu ihrer Verwunderung kniete er sich vor
sie hin und griff mit einer Hand an ihre Stirn. Dort hatte Tari
heute Vormittag ein Stückchen Stoff auf die blutende Stelle
gedruckt, damit niemand ihre Wunde sehen konnte. Das getrocknete
Blut hatte es an ihrer Stirn gehalten. Als Legolas es mit einem
Ruck abzog, zuckte sie zusammen und er schenkte ihr einen entschuldigenden
Blick, der ihre Knie weich werden ließ. „Die Wunde ist
nicht sauber. So wird sie lange brauchen, um zu heilen.“ Er
legte seine rechte Hand in ihren Nacken und zog sie ein wenig nach
vorne. Sofort wurde ihr Gesicht wieder von einer röte befallen,
die aber durch einen brennenden Schmerz verdrängt wurde. Er
hatte mit der anderen Hand das getränkte Tuch auf ihre Wunde
gelegt und machte keine Anstalten, es wieder von ihr wegzunehmen.
Siané hatte das Gefühl, die Zeit wäre stehen geblieben.
Dann endlich, nachdem sie sich unter seinem Griff und dem brennende
Gefühl gewunden hatte, nahm er das Tuch von ihr. Sie blinzelte
ein paar Mal, um die Tränen, die sich in ihren Wimpern gefangen
hatten, zu vertreiben. Sie erreichte aber nur, dass diese ihr an
der Wange hinunter liefen. „War’s so schlimm? Dafür
wird die Wunde aber auch schnell heilen!“ Mit dem Daumen wischte
er ihr die Tränen von den Wangen und lächelte sie an.
„Nein, es geht schon. Vielen Dank, Hoheit. Das hättet
ihr nicht tun müssen!“ Sie wollte aufstehen und gehen,
doch dann fiel sein Blick auf ihren hinkenden Fuß. „Ihr
seid in der Küche auf eine Scherbe getreten, nicht wahr?“
Erschrocken sah sie ihn an. Er hatte es gesehen? Zögernd nickte
sie. „Ja, Maeglin sagt immer, ich sei unbeholfen.. Aber ihr
wollt mir doch nicht wieder etwas von dem Zeug da raufdrücken?
Lieber humpele ich noch ne Woche!“ Wieder wandte sie sich
zum Gehen, als Legolas sie am Arm fasste und zurück zum Sessel
schob. „Aber ihr humpelt. Es kommt nicht in Frage, dass ihr
so weiter arbeitet.“ Er nahm ihren linken Fuß hoch und
zog ihren Schuh aus. Nachdem er ihren Verband abgewickelt hatte,
nahm er wieder das Tuch in die Hand. Vorbereitet auf den Schmerz
kniff sie die Augen zusammen und wollte ihr Bein einziehen, als
sie wieder dieses Brennen verspürte. Doch Legolas hielt ihn
fest. Sie musste sich wieder geschlagen geben. „In Ordnung.
Nun dürftet ihr wieder normal laufen können.“ Der
Elb schnürte gerade noch die Bandage fest und nahm dann seine
Hand vom ihrem Bein. Verschüchtert sah sie ihn an. „Warum
habt ihr das getan?“ Sie sah ihn trotzig an. Anscheinend war
sie ihm für ihre Schmerzen, auch wenn es eine Hilfe sein sollte,
nicht gerade dankbar. „Weil ich gerne Dienstmädchen Qualen
erleiden lasse?“ Er lachte und sie wurde wieder rot im Gesicht.
Dieses Mal aber nicht vor Scham. „Vielleicht seid ihr doch
ein dämlicher Elb!!“ Wütend und beleidigt drehte
sie den Kopf weg, verschränkte ihre Arme vor der Brust und
schloss die Augen. Legolas betrachtete sie amüsierte. „Ich
dachte, ihr seid temperamentvoll. Aber ich habe mich getäuscht,
zickig seid ihr!“ Lächelnd nahm er ein nochmaliges "Tse"
von ihr auf.