Disclaimer: Keine von den Figuren in meiner Geschichte,
die euch bekannt vorkommen, gehören mir, sondern sind aus Meister
Tokiens genialem Verstand entsprungen. Außerdem verdien ich
keinen Cent an der Geschichte. (Würde mich auch arg wundern.)
Warnung: Ich bin noch eine absolute Anfängerin,
wenn es um Fanfics im Bereich Herr der Ringe geht. Also habt ein
bissel Mitleid und verbessert mich ruhig. Hoffe auf viele reviews.
Sonstige Anmerkungen: Bin mit Keksen und Früchtetee
bewaffnet und richtig in Stimmung was toll Romantisches zu schreiben.
°g°
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Kapitel 19
Auf nach Bruchtal
Verschlafen blinzelte Maeglin der Sonne entgegen. Sie musste
gerade erst aufgegangen sein. Mühselig richtete sich das
blonde Mädchen auf und suchte nach ihrem Begleiter. Ihr Kopf
hatte die ganze Nacht in seinem Schoß gelegen. Und nun,
nachdem sie auf dem harten Boden erwacht war, vermisste sie die
Wärme seines Körpers ein bisschen. Hmm.. Wo er wohl
wieder ist?’ Verschwommen sah sie die Landschaft vor
sich. Seufzend rieb sie sich die Augen. Was gäbe ich
nun für mein warmes Bett und ein schönes Frühstück..’
Doch bevor sie diesen Gedanken zuende führen konnte, sah
sie in den naheliegenden Büschen eine Bewegung. Was macht
der Kerl da denn wieder?’ Vor sich hin murrend stand
sie endgültig auf. Langsam ging sie auf die Sträucher
zu. Schon wieder bewegten sie sich und raschelten. Maelin zog
eine Augenbraue hoch. Will er mich schon wieder erschrecken?
Ich fasse es nicht..’
Mit einem Ruck zog sie die Blätter auseinander und erstarrte.
Zwei leuchtend gelbe Augen blickten sie an. Die Sonne spiegelte
sich gefährlich in ihnen, als das Tier sie begann anzuknurren.
Sie schluckte und trat vorsichtig einen Schritt zurück. Ein
Wolf.. Oh nein..’ Zu ihrem eigenen Erschrecken kamen
noch zwei andere aus dem Dickicht und sahen sie mit gefletschten
Zähnen an.
Hilfe, Hilfe, Hilfe.. Wo ist dieser Kerl, wenn man ihn braucht???’
Sie wollte wegrennen, zurück zum Lager laufen und hoffen,
dass Mat wieder da war. Doch sie fiel über einen der vielen
Steine, die um sie herum lagen. Zitternd kroch sie ein paar Meter
zurück, immer den Blick auf die drei Wölfe gerichtet.
Sie kamen ihr nicht nach, aber sie sahen noch immer so aus, als
würden sie sich gleich auf sie stürzen..
„M.. M.. M – M..“ Kein vernünftiger Laut
wollte aus ihrer Kehle kommen. Sie fühlte sich wie gelähmt.
Mit großen Augen sah sie die drei großen, grauen Tiere
an. Sie knurrten immer noch gefährlich. Innerlich betete
sie, dass sich die Wölfe ihr nicht annähern würden.
Doch einen Moment später sah sie, dass ihr Wunsch nicht erhört
worden war. Der größte der Wölfe kam mit bleckenden
Zähnen einen Schritt auf sie zu.
„MMMMMaaaaaaaaattttttttt!!!!!!!!!“ Ihre Stimme war
schrill und laut. Endlich hatte sich die Angst, die sich in ihrem
Inneren gestaut hatte, gelöst. Ihre gellende Stimme konnte
man noch weit entfernt hören und die Wölfe gingen instinktiv
einen Schritt zurück. Maeglins sah immer noch ängstlich
auf die Tiere. Ihre Lippen zitterten und ihre Hände hätten
dasselbe getan, wenn sie diese nicht zu einer Faust geballt hätte.
Unsicher sah sie sich um. Sie wünschte sich nichts mehr,
als dass sie nun den braunen Schopf Mats sehen würde. Aber
da war nichts. Sie stieß einen bitterlichen Ton aus und
blickte wieder zu den drei Wölfen. Eigentlich hätten
sie mich schon längst in Stücke reißen können...’
Doch die drei standen einfach nur da. Zwar furchteinflößend,
aber sie strahlten auch etwas anmutiges und starkes aus.
Es raschelte wieder in den Büschen und Maeglin zuckte zusammen.
Das waren doch nicht noch mehr Wölfe? Sie blinzelte mehrere
Male, als sie die männliche Gestalt erkannte, die hinter
den drei Tieren hervortrat. Das ist nicht wahr..’ Stumm
formte sie mit den Lippen seine Namen und er deutete ihr mit der
Hand, ruhig zu bleiben. Die Wölfe hatten sich noch nicht
zu ihm umgedreht. Maeglin fragte sich, warum sie ihn noch nicht
gewittert hatten. Sie mussten ihn einfach bemerkt haben.
Er kam noch ein paar Schritte auf sie zu und blieb zwischen den
Wölfen stehen. Erst da erblickte Maeglin wieder das Amulett
in Form eines Wolfkopfes, dass um seinen Hals hing. Sie sah ihn
erstaunt an. Er ging einfach an den Tieren vorbei und half ihr,
aufzustehen.
„Du hättest nicht so schreien sollen. Du verschreckst
die Armen noch..“ Sie blinzelte wieder. Was sagte er da?
SIE erschreckte die TIERE??? Was dachte er sich denn? Sie selbst
hatte sich zu Tode erschreckt.
„Hmpf..“ Sie wusste nicht, was sie ihm als erstes
an den Kopf werfen wollte, als sich die Wölfe auf sie zu
bewegten. Mit einem weiteren Schrei sprang sie auf Mat zu und
klammerte sich an seinem Hals fest. Das er überrascht die
Augen aufriss sah sich nicht, da sie ihr Gesicht in die Beuge
zwischen seinem Hals und seiner Schulter versteckte.
„Illana.. Ich hatte dir gesagt, dass du nicht herkommen
sollst. Geh mit deinen Kleinen zurück..“ Maeglin öffnete
überrascht die Augen und drehte ihren Kopf über ihre
Schulter. Mats sanfte Stimme hatte sie überrascht. Doch besonders
der Name, den er benutzt hatte, verwirrte sie. Ungläubig
sah sie, wie die Wölfe sich umdrehten und zurück in
den Büschen verschwanden, die den Weg in ein kleines Waldstück
verbargen.
„Alles in Ordnung?“ Sie drehte ihren Kopf wieder
zu Mat, der sie aufmunternd anlächelte. Sie nickte ihm kurz
erleichtert zu, als sie bemerkte, wie nah sie sich an seinem Körper
befand.
„He, Au.. Das tat weh..“ Sich die Hände klopfend,
ging sie zurück zum Lager. Mat blieb verdattert zurück.
Sie hatte ihm einfach eins mit der Faust über den Schädel
gebraten. Und mit was für einer Kraft. Beleidigt rieb er
sich den lädierten Hinterkopf und stapfte hinter ihr her.
„Wofür, wenn ich fragen darf, war das denn??“
Sie drehte sich zu ihm um, als sie gerade ihre Tasche auf den
Rücken nahm. Sie sah wütend aus.
„Warum wohl? Was fällt dir ein, mich so anzufassen?????
Lüstling.“ Mat blinzelte verwirrt? Er? Sie angefasst?
Was sollte das denn nun?
„ICH? Moment mal. DU hast dich doch an MEINEN Hals geschmissen.“
Er nahm seine Tasche und ging ihr nach. Sie antwortete nur mit
einem genervten tz’. Er ließ entmutigt die Schultern
hängen. Was sollte er nur von diesem Mädchen halten?
Maeglin allerdings stellte sich dieselbe Frage. Was sollte sie
nur von ihm halten? Die Wölfe waren seinen Worten gefolgt.
Er hatte dem einen sogar anscheinend einen Namen gegeben. Sie
war verblüfft. Wie ist so was nur möglich???’
Unschlüssig ob sie ihn fragen sollte, sah sie ihn aus den
Augenwinkeln an. Doch bei seinem Anblick entschied sie sich dagegen.
Er rieb sich immer noch den Kopf und hatte ein saures Gesicht
aufgesetzt. Vielleicht hätte ich ihm keine runterhauen
sollen. Ich war es ja eigentlich..’ Seufzend und in
Gedanken versunken setzte sie ihren Weg mit ihm fort. Irgendwann
bekam sie schon noch die Möglichkeit, ihn zu fragen.
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Sein Blick durchbohrte sie förmlich. Seine azurblauen Augen
sahen sie so durchdringend an, dass sie am liebsten weggesehen
hätte. Doch sie erwiderte scheu seinen Blick. Sie sah die
Besorgnis in seinen Augen. Und es tat ihr leid. Leid, dass sie
es ihm nicht früher gesagt hatte. Als sie den Schmerz gespürt
hatte. Doch nun war es zu spät. Sie hatte das Gefühl,
ihn in gewisser Weise enttäuscht zu haben.
„Tut mir leid..“ Sie senkte ihr Haupt und betrachtete
das saftige Gras unter ihren Füßen. Sie fühlte
sich so schlecht. Wieso hatte sie es mal wieder alles für
sich behalten wollen? Nur, weil sie es schon immer so getan hatte?
Konnte sie nicht einfach ihre alten Angewohnheiten loslassen?
„Warum entschuldigst du dich?“ Er hob ihr Kinn mit
zwei Fingern an und zwang sie, ihm wieder in die Augen zu sehen.
„Ich.. Weil ich es dir nicht gesagt habe.“ Sie versuchte
sich von seinem Blick zu lösen, doch er hielt sie erbarmungslos
fest.
„Wenn es dir leid tut, warum hast du dann vorher nichts
gesagt?“ Siané wollte schon zu einer Antwort ansetzen,
doch er sprach einfach weiter. „Komm, wir gehen besser und
behandeln deine Wunde. Gandalf wollte sowieso mit dir reden.“
Sie stolperte ihm hinterher. Sein Griff war kräftig um ihr
Handgelenk geschlossen. Es tat weh. Und doch sagte sie nichts.
Sie schien ihn enttäuscht zu haben. Im Vorbeigehen sah Gimli
sie noch einmal entschuldigend an. Sie versuchte ihm zuzulächeln.
Versuchte ihm zu sagen, dass es in Ordnung war. Denn sie wusste
selbst, dass der Zwerg das Richtige getan hatte.
Legolas sagte den Weg bis zum Lager nichts mehr zu ihr. Es schien
ihr, als sei er in Gedanken versunken. Was er wohl jetzt von
mir denkt?’ Sie seufzte leise auf. Das ist wieder
so typisch für mich..’ Traurig sah sie wieder
nach unten. Sie hatte noch nie wirklich mit jemandem über
ihre Probleme gesprochen. Ihr Vater konnte ihr meistens nicht
helfen, Maeglin war nur zu gebrauchen, wenn es um Liebesprobleme’
ging und Alés war zu selten da gewesen um ihr einen Rat
zu geben. Alés.. Mein nächstes Problem..’
Wieder seufzte sie. Das auch immer alles auf einmal passieren
muss..’
„Ah, da seid ihr beiden ja. Siané, setz dich zu
mir.“ Sie sah auf den lächelnden Zauberer herab. Irgendwie
hatte sie das Gefühl, dass dieses Gespräch nicht zu
ihrer Zufriedenheit verlaufen würde. Trotzdem ließ
sie sich neben ihm nieder. Zu ihrer Enttäuschung, ließ
Legolas die beiden allein. Andererseits hatte sie es sich gedacht.
Hatte er ja auf dem Weg hierher schon nicht mit ihr gesprochen.
„Ich weiß, dass es nicht richtig war.“ Gandalf
sah sie ausdruckslos an. Ihr Haupt hatte sie gesenkt und ihre
Augen wirkten nachdenklich und verängstigt.
„Warum denkst du das?“ Sie sah in sein großväterliches
Gesicht, dass einsichtig und verständnisvoll schien. Sie
lächelte leicht.
„Weil es sich falsch angefühlt hat.“ Sie hielt
seinem Blick stand, wartete auf eine Reaktion. Er lächelte
sie zufrieden an.
„Dann ist es gut. Wenn du es einsiehst, bist du noch nicht
vom Pfad des Guten abgekommen.“ Sie erschrak ein wenig.
Kann man so einfach auf den falschen Weg gelangen?’
Sie schwieg. Es dauerte nicht lange, da sprach der alte Zauberer
weiter. „Wie hat es sich angefühlt? Beschreibe es mir.
Denn noch nie in meinem langen Leben, sah ich ein Kind einen solchen
Zauber wirken. Er ist verboten musst du wissen.. Und das aus gutem
Grund.“ Sie schluckte den Kloß herunter, der sich
in ihrem Hals gebildet hatte. Ihre Kehle fühlte sich trocken
an. Verboten? Warum er wohl verboten ist?’
„Es war kalt. Ich habe mich die ganze Zeit so kalt angefühlt.
Kein Gefühl war da. Nur eine kalte Leere..“ Sie stockte
kurz, als sie an den Angriff zurück dachte. „Ich hatte
das Gefühl, als würde sich mein Leben außerhalb
abspielen. Die glühenden, pulsierenden Stränge vor mir
waren so lebensspendend.“ Sie sah Gandalf kurz an und sprach
dann weiter. „Ich hatte so einen Hass auf sie...“
Es herrschte Schweigen zwischen ihnen. Gandalf schien über
etwas nachzudenken. Vielleicht war er auch nur beunruhigt über
ihre Worte. Sie ließ ihren Blick ein wenig über das
Lager schweifen. Schnell hatte sie die Person gefunden, nach der
sie gesucht hatte. Legolas stand neben Aragorn, sagte ihm etwas.
Er deutete auf seinen Unterarm, gestikulierte und schien unheimlich
besorgt. Siané überkam sofort das ungute Gefühl,
dass die beiden über sie sprachen.
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„Du konntest deine Gefühle auch schon einmal besser
verbergen, Mellon.“ Legolas hatte Siané gerade bei
Gandalf gelassen, als er auf Aragorn stieß. Es stimmte,
er war enttäuscht und besorgt. Aber konnte man ihm das so
sehr ansehen? Vielleicht lag es aber auch nur daran, dass Aragorn
ihn schon lange kannte?
„Manchmal denke ich, dass ich euch Menschen nie verstehen
werde.“ Legolas seufzte und legt kurz seine Hand über
die Augen. So entging ihm auch das amüsierte Lächeln
seines Freundes, dass dieser nicht mehr zurückhalten konnte.
Aragorn sah es nur allzu gern, wenn das junge Mädchen den
stolzen Elben mal wieder zur Verzweiflung brachte, ohne es zu
merken.
„Vielleicht solltest du mit ihr reden, ihr klar machen,
dass sie sich dir anvertrauen kann.“ Er legte ihm eine Hand
auf die Schulter, doch Legolas ließ nur ein frustriertes
Seufzen vernehmen.
„Weißt du.. Sie hat eine lange Verletzung auf dem
Arm.“ Er stoppte kurz und zeigte auf seinen Unterarm. Er
deutete kurz die Wunde an und sprach dann weiter. „Sie hätte
es mir sagen können. Das müsste sie doch wissen. Sie..
Sie verschließt sich so sehr..“ Langsam ließ
er sich auf einen naheliegenden Stein sinken und sah zu seinem
Freund auf.
„Legolas, ich verstehe nicht, was du hast.“ Schmunzelnd
hockte sich Aragorn vor den Elben und wartete auf eine Erklärung.
„Was ich habe? Nun, in einem Moment zeigt sie endlich einmal
ihre Gefühle, im anderen zieht sie sich zurück. Man
muss Angst haben, etwas bei ihr falsch zu machen..“ Er stützte
sein Kinn auf seine Handfläche und sah Aragorn leicht sauer
an, als dieser begann zu lachen.
„Mein Freund, du erstaunst mich. Sonst bist du immer Herr
der Lage. Und nun verstört dich ein kleines Menschenmädchen?
Sei doch über ihre Entwicklung glücklich!“ Legolas
blickte auf. Glücklich? Über ihre Entwicklung? Wie sollte
er? Immerhin drang er kaum zu ihr durch. Fragend sah er den vor
ihm knienden König an. Dieser lächelte immer noch.
„Siehst du es denn nicht? Siané ist damals in Teslon
bei jeder Kleinigkeit rot geworden, wusste nicht wo sie hinschauen
sollte und benahm sich auffallend nervös in deiner Gegenwart.
Inzwischen hat sie sich doch gebessert. Sei nicht so hektisch,
das ist doch sonst nicht deine Art.“ Wieder legte er dem
Elben seine Hand auf die Schulter. Dieses Mal schienen seine Worte
eine Wirkung gehabt zu haben. Die Miene des Elben hellte sich
auf und er nickte Aragorn einsichtig zu. Langsam stand er auf.
„Ja, du hast ja recht. Ich werde mich am besten um ihre
Wunde kümmern.“ Aragorn sprach noch ein leises tu das’,
als Legolas sich zu den Taschen begab und nach Kräutern suchte.
Er folgte dem Elben mit den Augen. Langsam schüttelte er
den Kopf. Er erkannte seinen Freund kaum wieder. Aber es war gut
so. Legolas lächelte mehr als früher.. Viel mehr.
Etwas weiter entfernt saßen Gandalf und Siané immer
noch schweigend nebeneinander. Ein mulmiges Gefühl stieg
in ihrem Magen auf. Worüber dachte der Zauberer bloß
solange nach? Vielleicht legte er sich gerade seine Worte für
eine gehörige Standpauke zurecht.. Oder er überlegte,
wie man sie am besten bestrafen konnte.. Oder vielleicht. Nein,
denk nicht weiter..’ Sie schalt sich selbst, als sie
spürte, wie ihre Kehle trocken wurde. Gandalf würde
ihr helfen.. Zumindest hoffte sie das.
„Hast du Nebenwirkungen gespürt?“ Siané
erschrak fürchterlich, als Gandalf wieder die Stille durchschnitt.
Sie hatte irgendwie nicht damit gerechnet.
„N- Nein.. Ich denke nicht. Mir ging es gut.“ Sie
überlegte krampfhaft. Aber sie hatte in den Nächten
keinerlei Kälteerscheinungen gehabt. Auch keine Übelkeit
oder Schwindel. Es war alles in Ordnung gewesen. Bis auf den Traum.
„Vielleicht sollte ich dir sagen, warum der Zauber verboten
ist.“ Er sah sie an, wartete auf eine Reaktion. Sie nickte
ihm auffordernd zu. „Der Zauber ist sehr mächtig. Niemand
kann ihn richtig lenken. Denn eigentlich löscht er alles
aus, was in sein Licht fällt. Dein Hass hat ihn hervorgerufen,
aber deine Angst um uns, hat uns gerettet.“ Sie atmete laut
aus. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass sie ihre Luft angehalten
hatte. Doch er ließ sie gar nicht erst eine Frage stellen.
Er hob beschwichtigend die Hand und erzählte dann weiter.
„Manchmal kann man den Zauber nicht kontrollieren. Besonders
nicht, wenn man so von Hass erfüllt ist. Der Zauber, den
du gewirkt hast, war dämonischer Herkunft. Jemand mit noch
mehr Macht, könnte schlimmen Schaden damit anrichten. Dämonen
hätten die Möglichkeit, eine Person damit regelrecht
aus der Welt zu reißen.“ Er stockte kurz, als er merkte,
dass sie ihn nicht verstand. Er überlegte einen Moment. Wie
konnte er es ihr nur verständlich machen?
„Stell es dir so vor: Du bist nun 20 Jahre alt. In dieser
Zeit hast du jede Menge Dinge zerstört oder erschaffen. Vielleicht
hast du eine Vase aus dem Schloss zerschlagen und ein Bild gezeichnet,
dass nun an der Wand in eurem Haus hängt.
Wenn nun ein Dämon mit großer Macht diesen Zauber
wirkt, stirbst du nicht nur. Nein, du wirst aus der Welt geholt.
Es ist so, als wärest du nie geboren worden. Die kaputte
Vase würde wieder existieren und das Bild wäre nie von
dir gezeichnet worden.
Hast du das soweit verstanden?“ Siané nickte zaghaft.
Was den einen Zauber anging, hatte sie alles verstanden. Auch,
warum er verboten war. Wer weiß, was man damit alles anrichten
konnte.
„Gut, dann werde ich nun fortfahren.
Dein Hass hat dich zu diesem Zauber verleitet. Aber dieser Zauber
kann von Dämonen gespürt werden. Sie werden dich suchen.“
Ihre Augen wurden groß. Ohne darüber nachzudenken,
legte sie ihre Hand um ihren Unterarm.
„Was heißt das? Sie werden mich suchen?“ Ihre
Stimme klang rau und ängstlich.
„Das bedeutet, dass dieser Zauber von den Dämonen
geschaffen wurde. Sie leben nicht in unserer Welt. Sie können
mit Personen, die die Macht lenken können, Kontakt aufnehmen.
So etwas geschieht über Spiegel oder Träume. Wenn sie
eine willige Person gefunden haben, können sie sich mir diesen
verbinden. Ihre Macht wird größer und wenn sie genug
davon gesammelt haben, können sie in unsere Welt eindringen.
Seien wir dankbar, dass dies noch nicht einmal geschehen ist.
Aber wir wissen, dass es eine solche Dämonenwelt gibt. Sie
können uns verletzen oder gar töten. Sie quälen
uns solange, bis wir ihnen unsere Macht geben.
Es gibt etliche Berichte darüber. Daher bitte ich dich,
Kind. Sage es mir, wenn du eigenartige Träume hast. Das ist
sehr wichtig.“ Siané wollte gerade den Mund zu einer
Antwort öffnen, als Legolas sich zu ihnen gesellte. Sie schluckte
ihren Satz herunter und sah den Elben an, der sich vor sie kniete
und ihre Hand in die seine nahm.
„Ich kümmere mich nur eben um deine Verletzung. Sprecht
ruhig weiter.“ Mit einer flinken Bewegung zog er ihren Ärmel
nach oben. Er war geschickt. Der Stoff ihres Kleides berührte
nicht einmal das verbrannte Fleisch. Als sie feuerrote Stelle
sichtbar wurde, erwiderte sie Gandalfs fragenden Blick. Er sah
besorgt aus. Nein, vielleicht sogar mehr als das. Verängstigt.
„Er hat dich also schon gefunden..“
„Er?“ Legolas sah irritiert von Siané zu Gandalf.
Der Zauberer wirkte verunsichert, etwas, dass der Elb noch nie
an ihm wahrgenommen hatte. Und seine Geliebte kam ihm so hilflos
vor.
„Mädchen, erzähl mir was passiert ist. Und lasse
nichts aus. Keinen einzigen Moment.“ Sie nickte zögernd.
Langsam begann sie ihren Traum zu umschreiben. Alles, was sie
noch wusste, schien so irreal zu sein. Aber das brennende Gefühl
auf ihrem Arm, belehrte sie eines besseren. Erstrecht jetzt, wo
Legolas mit einer Flüssigkeit vorsichtig über die Stelle
rieb, sah sie das flammende Schwert wieder direkt vor Augen.
Gandalf hörte ihr bis zum Ende zu. Auch Maeglin hatte sie
erwähnt. Am liebsten hätte sie den Part ausgelassen,
in dem die Gestalt ihr gesagt hatte, dass es ihre Schuld war.
Dass sie ihn angelockt hatte. Aber dann entschied sie sich doch
dagegen.
Sie spürte auch, wie Legolas sich immer mehr versteifte,
als er ihrer Geschichte lauschte. War er sauer auf sie? Sie hoffte
nicht.
„Er scheint mehr Macht als gewöhnlich zu haben.“
Gandalf hatte wieder ein nachdenkliches Gesicht aufgelegt und
schwieg. Unsicher betrachtete sie Legolas, der inzwischen ihren
Arm leicht verbunden hatte, aber immer noch vor ihr saß.
Er lächelte ihr zu, als er ihr besorgtes Gesicht sah. Liebevoll
strich er mit dem Handrücken ihre Wange entlang. Etwas beruhigt
schloss sie die Augen und genoss das Gefühl, welches sich
durch seine sanfte Berührung in ihrem Körper ausbreitete.
„Wir werden weiter reiten.“ Siané öffnete
ruckartig ihre Augen, als sie wieder die Stimme des Zauberers
vernahm. Fragend sah sie ihn an und auch Legolas schien über
die plötzliche Hektik überrascht. „Wenn wir schnell
reiten, können wir in vier Tagen in Bruchtal sein. Noch heute
können wir Isengart hinter uns lassen. Des Nachts werden
wir deine Träume überwachen. Legolas..“ Der Elb
sah ihn an. „Du wirst sie, wenn sie einschläft, bei
dem kleinsten Verdacht auf einen Alptraum wecken. Wenn wir erst
mal im Schutz Bruchtals sind, können wir eine Lösung
finden. Der Zauber Bruchtals wird dem Dämonen ihre Träume
versperren.“ Mit diesen Worten verließ er die beiden
und scheuchte die anderen auf. Es dauerte nicht lange, da hatten
sie ihr Lager abgebrochen und saßen auf ihren Pferden.
Siané konnte es nicht fassen. Noch am gestrigen Abend
hatten Gandalf und Aragorn darüber gesprochen, dass sie in
normalem Tempo nach Bruchtal reisen würden. Schon allein,
um Sianés Schulterverletzung zu schonen. Und nun dieser
plötzliche Aufbruch. Sie wusste, dass auch dies nur zu ihrer
Sicherheit war. Aber es verängstigte sie. Die Angst, die
sie in den Augen Gandalfs gesehen hatte, ließ sie langsam
das Ausmaß der ganzen Situation begreifen, in der sie sich
befand. Aber wie war sie da noch hineingeraten? Wäre das
auch passiert, wenn sie sich damals nicht für das längere
Arbeiten während der Festlichkeiten angemeldet hätte?
Wahrscheinlich schon. Sie seufzte leise, als Legolas Arod in Bewegung
setzte. Wie hatte Tari immer gesagt? Man kann seinem Schicksal
nicht entfliehen.
--------*°*---------
Der Tag neigte sich wieder dem Ende entgegen. Die Schatten hüllten
die Landschaft ein und ließen ein gruseliges Bild vor Maeglins
Augen entstehen. Sie mussten sich in der Nähe eines Sumpfes
befinden, denn seit geraumer Zeit konnte sie die Bildung von Bodennebel
erkennen. Inzwischen war dieser schon so dicht, dass sie ihre
Füße nicht mehr sehen konnte.
Sie verdrehte die Augen. Wenn das so weiter ging, würde
sie hier noch verrückt werden. Außerdem sprach Mat
schon den ganzen Tag nicht mit ihr. Ob er ihr die Kopfnuss noch
immer übel nahm?
Sie hatte sich ein paar Schritte zurückfallen lassen, so
dass Mat gezwungenermaßen sein Tempo verringern musste.
Sie fühlte sich so ausgelaugt und müde. Am liebsten
hätte sie sich auf dem Boden niedergelassen und ihre Augen
geschlossen.
Sie spürte, wie die Müdigkeit immer mehr in ihr hochstieg.
Nur für einen Augenblick schloss sie die Augen. Und übersah
prompt eine, auf dem Weg liegende, Wurzel. Sie strauchelte und
wäre beinah gestürzt, als sie Mats festen Griff um sich
spürte. Er nahm ihre Hand und zog sie weiter.
„Danke..“ Sie sah auf ihre Hände. Seine war
ganz warm, ganz im Gegensatz zu ihrer eigenen.
„Mach das nächste Mal einfach deine schönen Augen
auf.“ Sein Satz hatte einen leicht bissigen Klang. Sie wusste,
dass sie eigentlich eine Last für ihn war. Aber sie war ihm
dankbar, dass er auf sie achtete. Vielleicht würde sie es
ihm irgendwann einmal danken. Irgendwann, wenn er sich mal nicht
so daneben benehmen würde.
Sie schmunzelte. Ob er wohl wirklich so ein Herzensbrecher war?
Vielleicht war das auch nur ein armseliger Trick um Mädchen
zu beeindrucken. Oh ja, das konnte sie sich gut vorstellen. Er
hatte in ihren Augen, auch wenn er älter war als sie, etwas
kindliches an sich.
Aber auch etwas mysteriöses. Das musste sie schon zugeben.
„Erzählst du mir, warum dich die Wölfe verstanden
haben?“ Mat blieb abrupt stehen, als sie ihre Frage gestellt
hatte. Sie bereute es schon ihn darauf angesprochen zu haben,
als sie den wahren Grund seines Stopps sah. Sie schüttelte
leicht den Kopf. ‚Wenn man davon spricht..’ Vor ihr
stand ein großer, schlanker Wolf, der den Kopf leicht auf
die Seite gelegt hatte. Maeglin öffnete erstaunt den Mund.
Die Geste sah unglaublich menschlich aus.
„Wir rasten hier.“ Sie blinzelte, als sie Mats Worte
wahrnahm.
„Jetzt? Aber es ist doch noch ein wenig hell.“ Sie
blickte zum Horizont. Der Himmel war dort noch immer ein wenig
in orangenes Licht getaucht. Auch die ersten Sterne konnte man
erkennen, die ihnen ihren Weg sicher erhellen würden.
„Ja, wir rasten hier. Es ist ungefährlich. Und auch
ich möchte einmal schlafen.“ Sie sah ihn erschrocken
an.
„Dann muss ich aufbleiben?“ Er lachte zu ihr auf
und schüttelte den Kopf.
„Nein, ich weiß, dass du den Schlaf noch dringender
brauchst, als ich. Illana wird hier bleiben. Und ein paar Wölfe
ihres Stammes sind in der Nähe. Wir sind sicher.“ Er
suchte sich eine Stelle am Boden aus und legte sich hin. Maeglin
stand jedoch unschlüssig auf der Stelle. Die Wölfin
sah sie mit großen Augen an. Und obwohl sie ihre Zähne
nicht zeigte, fühlte sich Maeglin kein bisschen wohl. Langsam
ging sie zu Mat hinüber und setzte sich neben ihn. Vorsichtig
tippte sie ihn an.
„Was denn noch?“ Er linste sie mit einem Auge an
und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, als er ihr verstörtes
Gesicht sah.
„Ich hab Angst.“
„Vor ihnen brauchst du keine Angst haben. Vertrau mir einfach.“
Er schloss müde die Augen, öffnete sie aber gleich wieder,
als er Maeglins erschrockenes Hochfahren neben sich bemerkte.
Illana war zu ihnen getreten und legte sich nun gegen Mats Kopf.
„Ich.. Ich such mir irgendwo einen Baum.“ Maeglin
wollte sich gerade umdrehen und gehen, als sie wieder Mats Hand
an ihrer fühlte. Sie sah ihn an. Sie war froh, dass er nicht
wieder sein Grinsen auf den Lippen trug. Das Grinsen, dass sich
über alles lustig zu machen schien.
„Komm ruhig her. Sie tut dir nichts. Ich kenne sie schon
lange. Außerdem ist ihr Fell warm.“ Unsicher ließ
sie sich von Mat auf den Boden ziehen. Ihr Herz klopfte schnell,
als sie das wuschelige Fell an ihrem Kopf spürte. Der Wölfin
schien es wirklich nichts auszumachen. Sie hatte die Augen geschlossen
und atmete ruhig.
„Ich hab trotzdem noch Angst.“ Mat lächelte
und strich ihr durchs Haar. Überrascht von seiner Geste lächelte
sie zurück. Schutzsuchend legte sie ihren Kopf an Mats Oberkörper.
Er würde sie schon beschützen...
--------*°*---------
Langsam ging Siané die wunderschöne Wiese entlang.
Der Himmel war blau und nur ein paar Schäfchenwolken zogen
vorüber. Die Sonne erhellte ihr Gesicht und sie fühlte
sich unglaublich leicht. Das weiche Gras zwischen ihren nackten
Zehen kitzelte sie ein wenig. Sie kicherte. Sie glaubte, fliegen
zu können.
Lachend breitete sie die Arme aus und streckte ihr Gesicht dem
Himmel entgegen. Die Vögel um sie herum sangen. Es war so
ein wunderschönes Gefühl. ‚Wenn Legolas doch nun
auch hier wäre..’ Sie sah sich um. Wo sie auch hinblickte
erstreckte sich die Wiese. Sie begann zu laufen. Es war so ein
wunderbares Gefühl. Das lebendige Gras, dass unter jedem
ihrer Schritte knackte..
Sie blieb stehen.. Knackendes Gras? Sie sah nach unten. Das grüne
Gras zerbrach unter jedem ihrer Schritte. Oh nein.. Nicht
das..’ Sie legte ihre Hand auf den Mund und ging weiter.
Das Gras knirschte und zerfiel, als sie es berührte. Knochengras..’
Sie erinnerte sich noch gut an das erste Mal, als sie sich auf
einem Friedhof in Teslon befand. Eine ihrer Nachbarinnen war gestorben.
Die unheimliche Stimmung konnte sie so schnell nicht wieder aus
ihrem Gedächtnis verbannen. Und auch nicht das Gras, dass
die Gräber bedeckte. Gras, dass so lebendig aussah. Doch
es wuchs nur auf Friedhöfen. Dort, wo die Körper der
Toten begraben waren. Wo das Gras nie so lebendig sein würde,
wie auf der restlichen Welt.
Sie zitterte, als sie auf dem Feld von Knochengras wandelte.
Sie wusste, dass dies ein Traum war. Aber sie konnte einfach nicht
aufwachen.. Ängstlich sah sie zum Himmel, an dem sich dunkle
Wolken auftürmten. Immer schneller färbte sich das Blau
zu einem tiefen Schwarz. Solange, bis nur noch Schatten das große
Feld bedeckten.
„Du dachtest, dass du mir entkommen kannst?“ Vor
ihr flammte ein Schwert auf und sie spürte, wie sich der
tödliche Blick des Dämons in sie bohrte.
„Nein.. Geh weg..“ Sie ging einen Schritt zurück.
Doch die Gestalt kam auf sie zu.
„Dummes Kind. Du musst schlafen und egal, wie lange du
dies herauszögerst, irgendwann wirst du wieder in meine Welt
fallen. Ich warte gern auf dich. Wie könnte ich auch nicht?
Junges Blut ist mir immer willkommen.“ Er nahm ihr Gesicht
in seine kalten, knochigen Hände und in seinen Augen schossen
wieder Flammen in die Höhe. Sie wand sich in seinem Griff.
Sie schrie. Doch er ließ sie nicht los. Er rüttelte
sie, schüttelte sie durch. Bis sie die Augen öffnete.
Schwer atmend fand sie sich in ihrem Lager wieder. Sie waren
nun schon zwei Tage geritten und sie hatte versucht, soviel Schlaf
zu meiden, wie es möglich war. Nun sah sie sich Legolas gegenüber,
der sich besorgt über sie gebeugt hatte.
„Alles in Ordnung, Melamin?“ Sie setzte sich ein
wenig auf und legte ihren Kopf auf seine Schulter. Langsam nickte
sie auf seine Frage hin.
„Hab wieder von ihm geträumt. Hältst du mich
wach?“ Er lächelte sie an.
„Du solltest lieber versuchen zu schlafen. Du brauchst
das. Ich passe auch auf dich auf.“ Behutsam fuhr er mit
den Fingern die Konturen ihres Gesichtes nach.
„Nein, ich will nicht. Ich möchte nicht schlafen.“
Gutmütig nickte er. Sah er doch den ängstlichen Ausdruck
in ihrem Gesicht. Wie sollte er ihr da einen Wunsch abschlagen?
„Komm, leg dich zu mir.“ Mit Leichtigkeit hob er
sie zu sich auf die Decke. Er lag auf der Seite und sah sie an.
Sie tat es ihm nach und wiederstand dem Versuch zum wiederholten
Male in seinen Augen zu versinken.
„Erzähl mir etwas von Düsterwald.“ Er war
überrascht. Zwar hatte er inzwischen gemerkt, dass viele
Dinge sie interessierten. Aber dass sie in einer solchen Situation
davon hören wollte.. Nun, es gefielt ihm und so begann er,
von den Tieren, Bäumen und Elben seiner Heimat zu erzählen.
Über den mystischen Hauch des Waldes und den wunderschönes
Festen. Er sah, wie sich ihre Augen aufhellten und er verspürte
den Wunsch, ihr all das zu zeigen.
„Es kommt mir vor, als hätte ich es schon mal gesehen.
So, wie du es beschreibst.“ Er blinzelte überrascht.
Hatte sie etwa?
„Ich habe dir davon erzählt. Als du verletzt und ohnmächtig
warst.“
„Dann habe ich deshalb von diesem wunderschönen Ort
geträumt.“ Sie konnte sich noch lebhaft an die Atmosphäre
erinnern, die sie beruhigt und verzaubert hatte.
„Ich habe dich im Arm gehalten und dir meine Heimat beschrieben.
Aber ich hatte nicht angenommen, dass du sie vor dir siehst.“
Entzückt berührte er wieder ihre Wange und tupfte einen
Kuss auf ihre Lippen.
„Du hast mich die ganze Zeit im Arm gehalten?“ Sie
lächelte glücklich bei der Vorstellung.
Legolas legte einen Arm unter seinen Kopf und in seinen Augen
glitzerte es amüsiert auf. „Nun, nicht die ganze Zeit.“
Er grinste.
Einen kurzen Augenblick dachte Siané nach, doch dann fiel
ihr siedensheiß der Vorfall wieder ein. Sie hatte sich ja
übergeben.. Beschämt drehte sie den Kopf zur Seite.
Nun machte sich Legolas doch tatsächlich darüber lustig.
Reichte es denn nicht, wenn es ihr sowieso schon peinlich war?
„Bald wird die Sonne wieder aufgehen. Dann reiten wir weiter.
Mach dir keine Sorgen. Bald sind deine Träume sicher. Zumindest
fürs Erste.“ Sie sah ihn wieder an, die leichte Röte
war aus ihrem Gesicht verschwunden.
„Hoffentlich hast du recht.“
„Vertrau uns einfach. Wir beschützen dich. Ich lasse
dich nicht allein.“ Behutsam nahm er sie in die Arme und
drückte sie etwas näher an sich. Sie musste seinen schnellen
Herzschlag spüren. Aber genau das wollte er. Sie sollte spüren,
dass sie ihm eine Menge bedeutete.
Sie verbrachten noch den Rest der Nacht in den Armen des anderen.
Er hatte Siané nicht einmal einschlafen lassen und sie
war ihm dankbar. Als das erste Rot des Morgen den Himmel küsste,
brachen sie ihr Lager ab. Bald ritten sie wieder Richtung Bruchtal.