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Haben und Halten
eine Fanfiction von Lady Rheena, übersetzt von Piquedame

Disclaimer: Mir gehört weder Legolas, Thranduil oder Düsterwald im Allgemeinen, aber Nessa gehört mir, so wie Evelyn, Kes, Malhon und all die anderen Elben die ihr in dieser kleinen fröhlichen Geschichte treffen werdet. Und für alle die das lesen und denken „was zur Hölle ist los mit dieser Idiotin von Elbin“, macht euch keine zu großen Sorgen, mir ging’s genauso, als ich’s geschrieben hab. Also hier für euch.
Warnung: Kapitel ist etwas ... anzüglich. Aber nicht heftiger als eine Folge "Verbotene Liebe"

Kapitel 9

Knoblauch und Tänze

Die nächsten paar Tage waren, gelinde gesagt, beschwerlich. Evelyn weigerte sich blankweg, mit mir zu reden. Kes schüttelte nur ihren Kopf und huschte weg, wenn ich mich ihr näherte. Malhon war sein übliches stotterndes und hoffnungsloses Selbst, alle Fortschritte, die er auf dem Fest gemacht zu haben schien, waren schon längst verschwunden. Ich blieb meistens für mich, ich las, sammelte herabgefallene Äste für den Winter, oder tat all die anderen Dinge, die nötig sind, um ein Baumhaus gemütlich zu halten. Die Apfelzeit kam und ging, ich sammelte sie allein und machte die Marmelade allein. Genauso war es mit den wilden Erdbeeren, Unmengen von Nüssen, die zu Mehl gemahlen wurden, wilde Zwiebeln zum Beizen, wilder Knoblauch, Sauerampfer und Pflaumen, wegen des schweren Weines, den man erhielt, wenn man sie fermentierte. Dann musste ich etwas davon als Zehnten für die Hallen zusammenpacken, und bevor es mir bewußt war, hatte der Herbst Einzug in den Wald gehalten.

Die Blätter wechselten schnell von Grün zu prächtigen Schattierungen von Gold und Braun, doch wenige bedeckten den Boden unter unseren Füßen. Oder besser meinen Füßen, denn Evie und Kes weigerten sich noch immer stur, mit mir zu reden. Ich bekam einen Ruf als Einzelgängerin, den ich ganz sicher nicht haben wollte. Vielleicht wäre es eine gute Idee, im nächsten Frühjahr vor jemandem zu stolpern.

Es war Brauch unter den männlichen Elben, die aus Spaß im Wald jagten, dass zwischen ihren Häusern Tausch betrieben wurde. Da es in den Hallen mehr Jäger gab als irgendwo sonst, war Fleisch das einzige, das das Dorf dem König nicht zum Geschenk machte. Ich selbst besaß einen Bogen und Pfeile, doch ich war ein eher hoffnungsloser Schütze – Ich war ziemlich hoffnungslos mit jeglicher Waffe, die größer als ein Obstmesser war – also neigte ich dazu, mit den etwas fähigeren Elben auf diesem Fest zu tauschen. Merkwürdig, dachte ich nachdenklich, während der Düsterwald Frühling, Herbst und sogar Winter mit einer ausgwachsenen Feier würdigte, war Mitsommer nur ein Ruhetag während der Obsternte. Jemand oben in den Hallen sollte daran etwas ändern.

Dennoch, ungeachtet meiner augenblicklichen Unbeliebtheit bei meinen sogenannten Freunden, hatte ich vor, mich auf dem Fest zu amüsieren. Allermindestens könnte ich Malhon betrunken machen, worauf er zusätzlich zu seiner Stotterei die Worte auch noch verschliff und damit total unverständlich wurde. Ich hatte mir sogar ein neues Kleid in Kupfer- und Mahagonitönen, welche zu meinen bronzefarbenen Haar passten, gemacht. Früh am Morgen verbrachte ich eine Stunde damit, farbige Bänder und einige Blätter in mein Haar zu flechten, bis ich fast glaubte, jede andere schillernde Frau, die es wagte, ihr Gesicht zu zeigen, ausstechen zu können. Ich hängte mir einen Korb mit meinen Tauschgütern über den Arm, kletterte die Leiter hinunter und ging ins Dorf, wo sich fast die gesamte Bevölkerung des Waldes an diesem warmen Morgen versammelt hatte. Ich entdeckte einige Elben, die ich gut genug kannte, um mit ihnen zu tauschen und schritt zielstrebig über den Marktplatz. Ich nahm gerade genug von meiner Umgebung wahr, um zu bemerken, das jetzt Kes mit Ranok zusammenwar und Evie ausgerechnet an Mihalls Arm hing.

„Guten Morgen.“ sagte ich zu der Gruppe, die gegen einen Baum fläzten während ihr Beute von den Ästen hing. „Viel Glück gestern?“

„Nicht schlecht.“ erwiderte einer und sah mich abschätzend an. „Nessa, nicht wahr?“

„Ja. Besteht die Möglichkeit, etwas von eurer Beute zu erstehen, bevor sie den Wein herausholen und ihr zu betrunken seid, um etwas anderes zu tun als durch die Gegend zu schwanken?“

„Für euch, werte Dame, natürlich.“

Im Tausch für etwas Marmelade, eine Flasche meines starken Pflaumenweins und ein großes Glas Zwiebeln erhielt ich zwei Tauben und einen Hasen, alles in allem nicht schlecht. Ich drehte mich gerade um, als ich beinahe Evelyn umkegelte. Sie warf ihr Haar zurück und verzog das Gesicht.

„Oh Nessa, es ist zwecklos. Ich kann es nicht ausstehen, dass wir nicht miteinander reden.“

„Du bist diejenige, die nicht redet.“ sagte ich. „Und wie ich sehen, bist du etwas in der Rangordnung aufgestiegen.“

Sie blickte zurück zu Kes und Ranok. Mihall war verschwunden.

„Oh ja, es funktionierte nicht, und in dem Moment, in dem wir es aufgaben, schnappte ihn sich Kes. Und Mihall schnappte sich mich.“

„Gut gemacht.“ sagte ich in einem gratulierenden Tonfall. „Du könntest es schlechter treffen.“

Sie sah mich merkwürdig an und wollte scheinbar etwas sagen, lies es dann aber sein und versuchte ein Gspräch zu beginnen.

„Die Männer des Königs werden wohl bald erscheinen.“

„Das ist schön.“ sagte ich abwesend, als ich Kes zurückwinkte, die mir winkte und dann wild und erfreut mit Ranok gestikulierte. Armer Tropf.

„Mihall sagt, dass es eine sehr gute Jagd war. Sie ging fast bis zum Tor des Waldes. Sie dauerte fast eine halbe Woche.“

„Ich denke, es gibt ihnen etwas zu tun. Und uns etwas zu essen.“ Ich zwinkerte ihr zu. „Eines Tages werde ich lernen, mit meinem Bogen umzugehen, und dann sollten sie sich besser in Acht nehmen.“

Sie rollte mit den Augen und quietschte dann aufgeregt.

„Hier kommen sie ja! Ich seh dich später – wir haben einiges nachzuholen!“

Ich bemerkte, dass Mihall den Kadaver eines Ebers trug, auch einige Andere trugen Wildbret. Sie hatten wirklich eine gute Jagd gehabt, genug, um etwas davon dem Dorf zu überlassen. Aber dann sah ich, dass sie wie genau wie alle anderen auch nur tauschten. Ich beschloß nachzusehen, ob der Eber etwas taugte, und hatte schon die halbe Distanz zwischen Mihall und mir hinter mich gebracht, als ich zu meinem Schrecken sah, wie ausgerechnet die Person, von der ich gebetet hatte sie nicht zu sehen, zu ihm trat. Obwohl ich ein inneres Lächeln nicht unterdrücken konnte angesichts des Prinzen,der zwei Waldtauben über die Schultern trug.

Verdammt noch mal, ich war zu nahe um noch vorgeben zu können, woanders hingehen zu wollen. Wie aufs Stichwort lehnte Mihall sich hinüber und sagte etwas zu Legolas, woraufhin er scharf aufsah und mich erblickte. Ein seltsamer, abwesender Ausdruck trat in seine Augen, doch er senkte seinen Blick ziemlich schnell. Ich setzte ein angenehm neutrales Gesicht auf und näherte mich Mihall, was ich ohnehin vorgehabt hatte.

„Guten Morgen Nessa“ sagte er freundlich, was man ihm anrechnen mußte. „Du tauschst, oder?“

„Wenn du Apfelmarmelade und Pflaumenwein magst.“ erwiderte ich.

„Hm, der Wein wäre ok, aber bei der Marmelade bin ich mir nicht sicher – was meinst du, Legolas?“ fragte er, seinen Begleiter nachträglich in die Unterhaltung einbeziehend.

„Oh – das istin Ordnung, glaube ich.“ Das war, so dachte ich, nicht so sehr seine Meinungin Bezug auf den Apfelwein als vielmehr ein Hinweis darauf, wie verlegen er war, mich zu sehen. Aber dieses Mal blieb sein Blick auf mein Gesicht gerichtet, als ich mich wieder Mihall zuwandte.

„Dann also nur der Wein.“ sagte ich mit einem meiner süßesten Lächeln. Ich fühlte, wie Evelyns und Kes' Blicke sich von dort, wo sie zusammen mit Ranok standen, in meinen Rücken bohrten.

„Also, wieviel hast du denn?“ fragte Mihall. „Ein Elb kann recht viel von dem Zeug trinken.“

„Schon gut, schon gut.“ sagte ich als ich den Inhalt meines Korbes unter dem Hasen und den Tauben, die ich bereits ergattert hatte, durchstöberte. „Apfelmarmelade magst du nicht, sagtest du, dann habe ich noch einen Sack Mehl, nicht dass ihr Männer wüsstet, was ihr damit anfangen solltet, zwei Krüge eingelegter Zwiebeln, einige Knoblauchzehen -“

„Wie viele?“ fragte Legolas.

„Du kochst also auch, oder wie?“ erwiderte ich. Mihall lachte.

„Nein, er kaut die Zehen auf langen Pferderitten. Die bizarrste Angwohnheit, von der ich je gehört habe, aber hier hast dus. Der einzige Zeitpunkt, an dem ich ihn nicht eine Horde von Frauen an den Schlosstoren erwartet, ist nach einem langen Ritt, weil sie alle wissen, dass er danach stinkt. Du kannst ihm für Tage nicht nahe kommen.“

Zu sagen, dass ich fast meinen Korb fallen lies, wäre eine Untertreibung. Ich hatte gedacht, dass ich die einzige Person im Wald – nein in der ganzen Welt – mit dieser seltsamen Angewohnheit war. Legolas hingegen sah wegen der Angelegenheit äußerst verlegen aus und war recht bezaubernd rosa angelaufen.

„Ich mag einfach den Geschmack.“ murmelte er.

„Es hinterläßt ein sauberes Gefühl im Mund, nicht wahr?“ stimmte ich ohne Nachdenken zu. Er blinzelte und sah mich mit einem neugierigen und zugleich seltsam durchtriebenen Ausdruck im Gesicht an. Ich wollte mich selbst treten, oder vielleicht doch besser ihn, aber stattdessen versuchte ich munter zu klingen, als ich das kleine Einkaufsnetz mit dem Knoblauch hervorholte und ihn schwingen lies.

„Kriege ich dafür einen der Vögel?“

Fast lächelnd nahm er den Sack und gab mir die fettere der zwei Tauben. Ich war mir nicht sicher, ob er das aus Dankbarkeit wegen des Fütterns seiner sonderbaren Gewohnheit oder etwas Anderem tat, aber es kümmerte mich nicht sehr. Man lehnt eine gute Waldtaube nicht ab, ganz egal unter welchen Umständen auch immer. Ich schaffte es, zu lächeln und zog mich schnell zurück, bevor noch etwas geschehen konnte. Aber ich hörte, wie Mihall mit leiser Stimme mit seinen Freund sprach, als ich wegging und ich konnte die verlegene Gesichtsfärbung nicht verhindern.

Der Rest des Morgens verging angenehm genug, da ich dem schier endlosen Gespräch von Kes und Evelyn über ihren halben Männertausch zuhörte. Um Mittag wurden kleine Tische und Stühle herausgebracht, wobei man in der Mitte Platz zum Tanzen ließ. Ungefähr zu der Zeit tauchte Ranok auf, doch er sagte nicht viel und bald folgte ihm Mihall.

„Es stört dich doch nicht, wenn mein alleinstehender Freund sich uns anschließt, oder Evie?“ sagte er mit einem unerträglich intrigantem Lächeln. Ich bemerkte Legolas direkt hinter ihm und musste dem Drang wiederstehen, meinen Kopf gegen den nächsten Baum zu schlagen.

„Oh, überhaupt nicht.“ erwiederte sie in der gleichen Weise. „Er kann meiner – ebenfalls alleinstehenden – Freundin Gesellschaft leisten. Während wir tanzen.“ fügte sie hinzu und warf Ranok und Kes einen scharfen Blick zu. Die Vier erhoben sich sofort, als die Musikanten ihre Instrumente auspackten, und ließen Legolas und mich in einer unbehaglichen Stille, die ein Boot versenken hätte können, allein am Tisch zurück. Ich wandte all meine Aufmerksamkeit den zahlreichen Tänzern zu und versuchte so zu tun,als ob er gar nicht da wäre. Das wurde unendlich schwer, als mir klar wurde, dass er mich aufmerksam beobachtete. Also sah ich verstohlen zu Seite und bemerkte, dass das nicht dieses diskrete „Ich betrachte dich aus den Augenwinkeln“ - Art von Betrachten war, sondern die „Ich stütze mein Kinn in meine Hand und starre dich verträumt an“ - Variante. Ein Flimmer von Etwas flitze über sein gesicht, als er sah, wie ich ihn anblickte. Hastig schlug ich die Augen nieder. Bei Elbereth, das war lächerlich.

„Nessa,“ begann er.

„Sag ja nichts.“ zischte ich zähneknirschend.

Er sah verletzt aus.

„Ich – ich dachte nur, dass du vielleicht tanzen willst.“

Ich stand auf, unfähig, nicht ein etwas boshaftes Vergnügen an seiner plötzlich freudigen Miene zu finden. Ich legte die Hände auf meine Hüften und ließ meinen Blick über die Lichtung schweifen.

„Das würde ich sehr gerne.“ sagte ich, als ich Kes früheren „Freund“ Ulyiss ausmachte. „Danke, dass du das vorgeschlagen hast.“ Ich hätte sehr gerne zurückgeschaut, als ich hinüber ging, nur um den Ausdruck auf seinem gesicht zu sehen, wagte es aber nicht. Ulyiss war sehr einverstanden und reichte mir entschieden seine Hand noch bevor ich richtig vor ihm stand. Danach wurde der Tag ganz allgemein angenehmer, weil ich alleinstehend war mangelte es mir nicht an Aufforderungen zum Tanzen. Es war recht einfach, die Dolchblicke die mir Evelyn und Mihall abwechselnd schickten, zu ignorieren. Es gelang mir sogar, Legolas, der noch immer dort saß und traurig jede meiner Bewegungen verfolgte, für einige Zeit zu vergessen. Gegen Mitte des nachmittags war ich jedoch vollkommen erschöpft und musste mich für einige Zeit wieder in meinen Stuhl fallen lassen.

„Bist du immer so diskriminierend?“ fragte er mich ruhig.

„Wie bitte?“

„Du hast mit praktisch jedem Elben hier getanzt. Außer mir.“

„Ja, ich glaube das habe ich.“

„Also bist du noch nicht so ganz ... über mich hinweg.“

Ich sah ihn erstaunt an.

„Über dich hinweg? Also, mit Verlaub, Eure Hoheit, soweit es mich betrifft gab es niemals ein „du“ über das es hinwegzukommen galt.“

„Warum weichst du mir dann aus?“

„Ich bin dir nicht ausgewichen.“ sagte ich entrüstet. „Du lebst im Schloss, ich lebe im Dorf. Da ist es nicht nötig, dir auszuweichen.“

„Ich meine heute.“

Ich starrte ihn an.

„Du hast kaum ein Wort zu mir gesagt, seit ich mich hingesetzt habe.“ fuhr er fort und schaffte es dabei nicht, die Bitterkeit aus seiner Stimmer zu verbannen. „Du hast mit jedem Mann außer mir getanzt, du sprichst nicht mit mir und du kannst dich kaum überwinden, mich anzusehen. Entweder bist du immer noch empfindlich wegen des Bißchen an Beziehung, das wir hatten, oder du tust es aus Rücksicht für meine Gefühle. Aber keine von beiden Möglichkeiten paßt zu dem tapferen Desinteresse, das du bestrebst auszustrahlen.“

Für einen Moment war ich sprachlos vor Schock, um nicht zu sagen verwirrt, angesichts dieser Analyse. Die Wahrheit war, dass ich mir nicht ganz sicher war, warum seine Gegenwart mich so unbehaglich fühlen lies. Wie er heraus gestellt hatte, bedeutete mir unsere einseitige Beziehung wenig bis gar nichts, und er tat mir ganz bestimmt nicht leid. Nun, vielleicht ein bißchen, berichtigte ich mich, besonders, wenn er mich auf diese Art und Weise ansah -

„Ist dir vielleicht in den Sinn gekommen,“ sagte ich laut um den Zauber seiner meerblauen Augen zu brechen. „dass ich dich möglicherweise ignoriere, nur weil ich es will und du für mich nicht sonderlich interessant bist? Du bist schließlich nur ein Prinz.“

Das saß. Er sah weg und presste die Zähne fest aufeinander. Ich lehnte mich zurück in meinem stuhl und fuhr fort, vorzugeben, er sei nicht da, was sehr viel einfacher wurde, als Gruppe aufgeregt flatternder, gutgekleideter weiblicher Elben erschien. Ich erkannt die übliche Rotte aus dem Schloß, deren einziger Lebenszweck es war, zu hoffen, die Eine zu sein, die die königliche Thronfolge sicherte. Soweit ich wußte, hatten sie alle miteinander jämmerlich versagt. Das könnte interessant werden – oh, aber ich wollte nicht im Zentrum dessen stehen, dachte ich, als ich mich erinnerte, wer neben mir saß. Ich war halb aufgestanden, als Legolas plötzlich kurz aufschrie wie ein gebissener Hund und unter dem Tisch verschwand. Glücklicherweise war er wegen des gewobenen Stoffes, der den Tisch bedeckt und bis zum boden reichte, unsichtbar, aber sein Verschwinden erschreckte mich so, dass ich blieb wo ich war, selbst als die Kurtisanen vorbei rauschten. Eine, die ich vage kannte, blieb stehen und sah mich mit einem Blick an, mit dem man wohl eine besonders eklige Kakerlake bedachte, und flüsterte mit ihren Begleiterinnen, die sofort zu kichern begannen.

„Hallo Nessa.“ sagte sie in einem verführerisch sanften Ton.

„Hallo.“ sagte ich, während ich mich verzweifelt an ihren Namen zu erinnern versuchte.

Mehr Gekicher. Es hatte sich im Schloß offenbar rumgesprochen, dass ich diejenige war, die dem Prinz die kalte Schulter gezeigt hatte. Meine scheinbare Bekannte lächelte leicht in einer ungeheuer herablassenden Art und Weise.

„Du hast Legolas hier nicht irgendwo gesehen, oder Nessa?“ sagte sie. „Man hat mir erzählt, dass er vorhin mit Mihall hierherkam.“

Ich fragte mich, was passieren würde, erzählte ich ihr, dass er tatsächlich unter dem Tisch, an dem ich gerade saß, war. Ein scharfer Druck an meinem Knöchel verscheuchte diesen Gedanken jedoch, und ich interpretierte das richitg als Bitte um Hilfe.

„Nein.“ sagte ich, unfähig so recht zu verstehen, was ich tat. Für einen Prinz lügen? Trotzdem, er stände deswegen in meiner Schuld und das könnte irgendwann nocheinmal nützlich sein.

„Ich habe ihn heute noch überhaupt nicht gesehen.“

Ein erneutes Quetschen meines Knöchels. Ich rutschte leicht auf meinem Stuhl und trat dabei Legolas leicht gegen die Seite seines Kopfes. Ich lächelt die Kuritsanen dämlich entzückt an. Sie kicherten nochmal und rauschten davon. Ich wartete, bis sie weg waren und hob dann das Tischtuch an.

„Du kannst jetzt rauskommen. Es ist sicher.“

Legolas krabbelte unter dem Tisch heraus und kniete vor mir, mit einer Mischung von Dankbarkeit und Erleichterung auf seinem Gesicht.

„Danke.“ sagte er mit echtem Gefühl, als er aufstand.

„Gern geschehen.“ sagte ich. „Ich wußte gar nicht, dass sie dich nicht nur heiraten, sondern auch auffressen wollen.“

„Das ist es nicht.“ sagte er, als er den Staub von der Vorderseite seiner Tunika klopfte. „es ist nur, dass, wohin ich auch gehe, sie zu mir streben wie ein schlechter Geruch. Ich kam früh herunter, weil ich hoffte, sie dadurch abzuhängen, doch es hätte beinah nicht funktioniert.“

„Beinahe.“ sagte ich. „Und wenn sie jemals herausfinden, dass ich gelogen habe, werden sie mich rösten.“

„Höchstwahrscheinlich.“ er hielt inne und schien kurz mit sich zu ringen. „Bist du sicher, dass du nicht tanzen willst?“ Auf meinen finsteren Blick hin fügter er schnell hinzu: „Es nur, dass ich noch nicht getanzt habe und alle anderen Mädchen sind in festen Händen, und es ist der letzte Ort, an dem sie nach mir suchen werden.“

Während ich noch versuchte, unnahbar zu wirken, war mir doch vollkommen klar, dass niemals so kaltherzig sein konnte und schon gar nicht bei diesen Augen. Ich seufzte resigniert und streckte die Hand aus.

„Gehen wirs denn an.“

Gott, das hat lange gedauert!! Danke an alle, dir mir ihr Lob ausgesprochen haben, ich hatte das dringend nötig während dieses Kapitels. Ich hoffe, dass nächste ist kürzer ... Pique

Kapitel 10

Anmerkung: Wenn du Lady Rheena, der ursprünglichen Autorin, Feedback zukommen lassen willst, kannst du das hier per eMail tun und ihr hier ein Review hinterlassen. Aber bitte auf Englisch, die gute Frau spricht kein Deutsch.
Für Feedback an die Übersetzerin Piquedame schick bitte eine Mail an Pique@OBLonline.de
Die englische Originalfassung der FF findet sich hier auf fanfiction.net





 

 

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