Disclaimer: Mir gehört weder Legolas, Thranduil
oder Düsterwald im Allgemeinen, aber Nessa gehört mir, so
wie Evelyn, Kes, Malhon und all die anderen Elben die ihr in dieser
kleinen fröhlichen Geschichte treffen werdet. Und für alle
die das lesen und denken „was zur Hölle ist los mit dieser
Idiotin von Elbin“, macht euch keine zu großen Sorgen, mir
ging’s genauso, als ich’s geschrieben hab. Also hier für
euch.
Warnung: Kapitel ist etwas ... anzüglich. Aber nicht heftiger als
eine Folge "Verbotene Liebe"
Die nächsten paar Tage waren, gelinde gesagt, beschwerlich.
Evelyn weigerte sich blankweg, mit mir zu reden. Kes schüttelte
nur ihren Kopf und huschte weg, wenn ich mich ihr näherte. Malhon
war sein übliches stotterndes und hoffnungsloses Selbst, alle
Fortschritte, die er auf dem Fest gemacht zu haben schien, waren schon
längst verschwunden. Ich blieb meistens für mich, ich las,
sammelte herabgefallene Äste für den Winter, oder tat all
die anderen Dinge, die nötig sind, um ein Baumhaus gemütlich
zu halten. Die Apfelzeit kam und ging, ich sammelte sie allein und
machte die Marmelade allein. Genauso war es mit den wilden Erdbeeren,
Unmengen von Nüssen, die zu Mehl gemahlen wurden, wilde Zwiebeln
zum Beizen, wilder Knoblauch, Sauerampfer und Pflaumen, wegen des
schweren Weines, den man erhielt, wenn man sie fermentierte. Dann
musste ich etwas davon als Zehnten für die Hallen zusammenpacken,
und bevor es mir bewußt war, hatte der Herbst Einzug in den
Wald gehalten.
Die Blätter wechselten schnell von Grün zu prächtigen
Schattierungen von Gold und Braun, doch wenige bedeckten den Boden
unter unseren Füßen. Oder besser meinen Füßen,
denn Evie und Kes weigerten sich noch immer stur, mit mir zu reden.
Ich bekam einen Ruf als Einzelgängerin, den ich ganz sicher nicht
haben wollte. Vielleicht wäre es eine gute Idee, im nächsten
Frühjahr vor jemandem zu stolpern.
Es war Brauch unter den männlichen Elben, die aus Spaß
im Wald jagten, dass zwischen ihren Häusern Tausch betrieben
wurde. Da es in den Hallen mehr Jäger gab als irgendwo sonst,
war Fleisch das einzige, das das Dorf dem König nicht zum Geschenk
machte. Ich selbst besaß einen Bogen und Pfeile, doch ich war
ein eher hoffnungsloser Schütze – Ich war ziemlich hoffnungslos
mit jeglicher Waffe, die größer als ein Obstmesser war
– also neigte ich dazu, mit den etwas fähigeren Elben auf
diesem Fest zu tauschen. Merkwürdig, dachte ich nachdenklich,
während der Düsterwald Frühling, Herbst und sogar Winter
mit einer ausgwachsenen Feier würdigte, war Mitsommer nur ein
Ruhetag während der Obsternte. Jemand oben in den Hallen sollte
daran etwas ändern.
Dennoch, ungeachtet meiner augenblicklichen Unbeliebtheit bei meinen
sogenannten Freunden, hatte ich vor, mich auf dem Fest zu amüsieren.
Allermindestens könnte ich Malhon betrunken machen, worauf er
zusätzlich zu seiner Stotterei die Worte auch noch verschliff
und damit total unverständlich wurde. Ich hatte mir sogar ein
neues Kleid in Kupfer- und Mahagonitönen, welche zu meinen bronzefarbenen
Haar passten, gemacht. Früh am Morgen verbrachte ich eine Stunde
damit, farbige Bänder und einige Blätter in mein Haar zu
flechten, bis ich fast glaubte, jede andere schillernde Frau, die
es wagte, ihr Gesicht zu zeigen, ausstechen zu können. Ich hängte
mir einen Korb mit meinen Tauschgütern über den Arm, kletterte
die Leiter hinunter und ging ins Dorf, wo sich fast die gesamte Bevölkerung
des Waldes an diesem warmen Morgen versammelt hatte. Ich entdeckte
einige Elben, die ich gut genug kannte, um mit ihnen zu tauschen und
schritt zielstrebig über den Marktplatz. Ich nahm gerade genug
von meiner Umgebung wahr, um zu bemerken, das jetzt Kes mit Ranok
zusammenwar und Evie ausgerechnet an Mihalls Arm hing.
„Guten Morgen.“ sagte ich zu der Gruppe, die gegen einen
Baum fläzten während ihr Beute von den Ästen hing.
„Viel Glück gestern?“
„Nicht schlecht.“ erwiderte einer und sah mich abschätzend
an. „Nessa, nicht wahr?“
„Ja. Besteht die Möglichkeit, etwas von eurer Beute zu
erstehen, bevor sie den Wein herausholen und ihr zu betrunken seid,
um etwas anderes zu tun als durch die Gegend zu schwanken?“
„Für euch, werte Dame, natürlich.“
Im Tausch für etwas Marmelade, eine Flasche meines starken Pflaumenweins
und ein großes Glas Zwiebeln erhielt ich zwei Tauben und einen
Hasen, alles in allem nicht schlecht. Ich drehte mich gerade um, als
ich beinahe Evelyn umkegelte. Sie warf ihr Haar zurück und verzog
das Gesicht.
„Oh Nessa, es ist zwecklos. Ich kann es nicht ausstehen, dass
wir nicht miteinander reden.“
„Du bist diejenige, die nicht redet.“ sagte ich. „Und
wie ich sehen, bist du etwas in der Rangordnung aufgestiegen.“
Sie blickte zurück zu Kes und Ranok. Mihall war verschwunden.
„Oh ja, es funktionierte nicht, und in dem Moment, in dem wir
es aufgaben, schnappte ihn sich Kes. Und Mihall schnappte sich mich.“
„Gut gemacht.“ sagte ich in einem gratulierenden Tonfall.
„Du könntest es schlechter treffen.“
Sie sah mich merkwürdig an und wollte scheinbar etwas sagen,
lies es dann aber sein und versuchte ein Gspräch zu beginnen.
„Die Männer des Königs werden wohl bald erscheinen.“
„Das ist schön.“ sagte ich abwesend, als ich Kes
zurückwinkte, die mir winkte und dann wild und erfreut mit Ranok
gestikulierte. Armer Tropf.
„Mihall sagt, dass es eine sehr gute Jagd war. Sie ging fast
bis zum Tor des Waldes. Sie dauerte fast eine halbe Woche.“
„Ich denke, es gibt ihnen etwas zu tun. Und uns etwas zu essen.“
Ich zwinkerte ihr zu. „Eines Tages werde ich lernen, mit meinem
Bogen umzugehen, und dann sollten sie sich besser in Acht nehmen.“
Sie rollte mit den Augen und quietschte dann aufgeregt.
„Hier kommen sie ja! Ich seh dich später – wir haben
einiges nachzuholen!“
Ich bemerkte, dass Mihall den Kadaver eines Ebers trug, auch einige
Andere trugen Wildbret. Sie hatten wirklich eine gute Jagd gehabt,
genug, um etwas davon dem Dorf zu überlassen. Aber dann sah ich,
dass sie wie genau wie alle anderen auch nur tauschten. Ich beschloß
nachzusehen, ob der Eber etwas taugte, und hatte schon die halbe Distanz
zwischen Mihall und mir hinter mich gebracht, als ich zu meinem Schrecken
sah, wie ausgerechnet die Person, von der ich gebetet hatte sie nicht
zu sehen, zu ihm trat. Obwohl ich ein inneres Lächeln nicht unterdrücken
konnte angesichts des Prinzen,der zwei Waldtauben über die Schultern
trug.
Verdammt noch mal, ich war zu nahe um noch vorgeben zu können,
woanders hingehen zu wollen. Wie aufs Stichwort lehnte Mihall sich
hinüber und sagte etwas zu Legolas, woraufhin er scharf aufsah
und mich erblickte. Ein seltsamer, abwesender Ausdruck trat in seine
Augen, doch er senkte seinen Blick ziemlich schnell. Ich setzte ein
angenehm neutrales Gesicht auf und näherte mich Mihall, was ich
ohnehin vorgehabt hatte.
„Guten Morgen Nessa“ sagte er freundlich, was man ihm
anrechnen mußte. „Du tauschst, oder?“
„Wenn du Apfelmarmelade und Pflaumenwein magst.“ erwiderte
ich.
„Hm, der Wein wäre ok, aber bei der Marmelade bin ich
mir nicht sicher – was meinst du, Legolas?“ fragte er,
seinen Begleiter nachträglich in die Unterhaltung einbeziehend.
„Oh – das istin Ordnung, glaube ich.“ Das war,
so dachte ich, nicht so sehr seine Meinungin Bezug auf den Apfelwein
als vielmehr ein Hinweis darauf, wie verlegen er war, mich zu sehen.
Aber dieses Mal blieb sein Blick auf mein Gesicht gerichtet, als ich
mich wieder Mihall zuwandte.
„Dann also nur der Wein.“ sagte ich mit einem meiner
süßesten Lächeln. Ich fühlte, wie Evelyns und
Kes' Blicke sich von dort, wo sie zusammen mit Ranok standen, in meinen
Rücken bohrten.
„Also, wieviel hast du denn?“ fragte Mihall. „Ein
Elb kann recht viel von dem Zeug trinken.“
„Schon gut, schon gut.“ sagte ich als ich den Inhalt
meines Korbes unter dem Hasen und den Tauben, die ich bereits ergattert
hatte, durchstöberte. „Apfelmarmelade magst du nicht, sagtest
du, dann habe ich noch einen Sack Mehl, nicht dass ihr Männer
wüsstet, was ihr damit anfangen solltet, zwei Krüge eingelegter
Zwiebeln, einige Knoblauchzehen -“
„Wie viele?“ fragte Legolas.
„Du kochst also auch, oder wie?“ erwiderte ich. Mihall
lachte.
„Nein, er kaut die Zehen auf langen Pferderitten. Die bizarrste
Angwohnheit, von der ich je gehört habe, aber hier hast dus.
Der einzige Zeitpunkt, an dem ich ihn nicht eine Horde von Frauen
an den Schlosstoren erwartet, ist nach einem langen Ritt, weil sie
alle wissen, dass er danach stinkt. Du kannst ihm für Tage nicht
nahe kommen.“
Zu sagen, dass ich fast meinen Korb fallen lies, wäre eine Untertreibung.
Ich hatte gedacht, dass ich die einzige Person im Wald – nein
in der ganzen Welt – mit dieser seltsamen Angewohnheit war.
Legolas hingegen sah wegen der Angelegenheit äußerst verlegen
aus und war recht bezaubernd rosa angelaufen.
„Ich mag einfach den Geschmack.“ murmelte er.
„Es hinterläßt ein sauberes Gefühl im Mund,
nicht wahr?“ stimmte ich ohne Nachdenken zu. Er blinzelte und
sah mich mit einem neugierigen und zugleich seltsam durchtriebenen
Ausdruck im Gesicht an. Ich wollte mich selbst treten, oder vielleicht
doch besser ihn, aber stattdessen versuchte ich munter zu klingen,
als ich das kleine Einkaufsnetz mit dem Knoblauch hervorholte und
ihn schwingen lies.
„Kriege ich dafür einen der Vögel?“
Fast lächelnd nahm er den Sack und gab mir die fettere der zwei
Tauben. Ich war mir nicht sicher, ob er das aus Dankbarkeit wegen
des Fütterns seiner sonderbaren Gewohnheit oder etwas Anderem
tat, aber es kümmerte mich nicht sehr. Man lehnt eine gute Waldtaube
nicht ab, ganz egal unter welchen Umständen auch immer. Ich schaffte
es, zu lächeln und zog mich schnell zurück, bevor noch etwas
geschehen konnte. Aber ich hörte, wie Mihall mit leiser Stimme
mit seinen Freund sprach, als ich wegging und ich konnte die verlegene
Gesichtsfärbung nicht verhindern.
Der Rest des Morgens verging angenehm genug, da ich dem schier endlosen
Gespräch von Kes und Evelyn über ihren halben Männertausch
zuhörte. Um Mittag wurden kleine Tische und Stühle herausgebracht,
wobei man in der Mitte Platz zum Tanzen ließ. Ungefähr
zu der Zeit tauchte Ranok auf, doch er sagte nicht viel und bald folgte
ihm Mihall.
„Es stört dich doch nicht, wenn mein alleinstehender Freund
sich uns anschließt, oder Evie?“ sagte er mit einem unerträglich
intrigantem Lächeln. Ich bemerkte Legolas direkt hinter ihm und
musste dem Drang wiederstehen, meinen Kopf gegen den nächsten
Baum zu schlagen.
„Oh, überhaupt nicht.“ erwiederte sie in der gleichen
Weise. „Er kann meiner – ebenfalls alleinstehenden –
Freundin Gesellschaft leisten. Während wir tanzen.“ fügte
sie hinzu und warf Ranok und Kes einen scharfen Blick zu. Die Vier
erhoben sich sofort, als die Musikanten ihre Instrumente auspackten,
und ließen Legolas und mich in einer unbehaglichen Stille, die
ein Boot versenken hätte können, allein am Tisch zurück.
Ich wandte all meine Aufmerksamkeit den zahlreichen Tänzern zu
und versuchte so zu tun,als ob er gar nicht da wäre. Das wurde
unendlich schwer, als mir klar wurde, dass er mich aufmerksam beobachtete.
Also sah ich verstohlen zu Seite und bemerkte, dass das nicht dieses
diskrete „Ich betrachte dich aus den Augenwinkeln“ - Art
von Betrachten war, sondern die „Ich stütze mein Kinn in
meine Hand und starre dich verträumt an“ - Variante. Ein
Flimmer von Etwas flitze über sein gesicht, als er sah, wie ich
ihn anblickte. Hastig schlug ich die Augen nieder. Bei Elbereth, das
war lächerlich.
„Nessa,“ begann er.
„Sag ja nichts.“ zischte ich zähneknirschend.
Er sah verletzt aus.
„Ich – ich dachte nur, dass du vielleicht tanzen willst.“
Ich stand auf, unfähig, nicht ein etwas boshaftes Vergnügen
an seiner plötzlich freudigen Miene zu finden. Ich legte die
Hände auf meine Hüften und ließ meinen Blick über
die Lichtung schweifen.
„Das würde ich sehr gerne.“ sagte ich, als ich Kes
früheren „Freund“ Ulyiss ausmachte. „Danke,
dass du das vorgeschlagen hast.“ Ich hätte sehr gerne zurückgeschaut,
als ich hinüber ging, nur um den Ausdruck auf seinem gesicht
zu sehen, wagte es aber nicht. Ulyiss war sehr einverstanden und reichte
mir entschieden seine Hand noch bevor ich richtig vor ihm stand. Danach
wurde der Tag ganz allgemein angenehmer, weil ich alleinstehend war
mangelte es mir nicht an Aufforderungen zum Tanzen. Es war recht einfach,
die Dolchblicke die mir Evelyn und Mihall abwechselnd schickten, zu
ignorieren. Es gelang mir sogar, Legolas, der noch immer dort saß
und traurig jede meiner Bewegungen verfolgte, für einige Zeit
zu vergessen. Gegen Mitte des nachmittags war ich jedoch vollkommen
erschöpft und musste mich für einige Zeit wieder in meinen
Stuhl fallen lassen.
„Bist du immer so diskriminierend?“ fragte er mich ruhig.
„Wie bitte?“
„Du hast mit praktisch jedem Elben hier getanzt. Außer
mir.“
„Ja, ich glaube das habe ich.“
„Also bist du noch nicht so ganz ... über mich hinweg.“
Ich sah ihn erstaunt an.
„Über dich hinweg? Also, mit Verlaub, Eure Hoheit, soweit
es mich betrifft gab es niemals ein „du“ über das
es hinwegzukommen galt.“
„Warum weichst du mir dann aus?“
„Ich bin dir nicht ausgewichen.“ sagte ich entrüstet.
„Du lebst im Schloss, ich lebe im Dorf. Da ist es nicht nötig,
dir auszuweichen.“
„Ich meine heute.“
Ich starrte ihn an.
„Du hast kaum ein Wort zu mir gesagt, seit ich mich hingesetzt
habe.“ fuhr er fort und schaffte es dabei nicht, die Bitterkeit
aus seiner Stimmer zu verbannen. „Du hast mit jedem Mann außer
mir getanzt, du sprichst nicht mit mir und du kannst dich kaum überwinden,
mich anzusehen. Entweder bist du immer noch empfindlich wegen des
Bißchen an Beziehung, das wir hatten, oder du tust es aus Rücksicht
für meine Gefühle. Aber keine von beiden Möglichkeiten
paßt zu dem tapferen Desinteresse, das du bestrebst auszustrahlen.“
Für einen Moment war ich sprachlos vor Schock, um nicht zu sagen
verwirrt, angesichts dieser Analyse. Die Wahrheit war, dass ich mir
nicht ganz sicher war, warum seine Gegenwart mich so unbehaglich fühlen
lies. Wie er heraus gestellt hatte, bedeutete mir unsere einseitige
Beziehung wenig bis gar nichts, und er tat mir ganz bestimmt nicht
leid. Nun, vielleicht ein bißchen, berichtigte ich mich, besonders,
wenn er mich auf diese Art und Weise ansah -
„Ist dir vielleicht in den Sinn gekommen,“ sagte ich
laut um den Zauber seiner meerblauen Augen zu brechen. „dass
ich dich möglicherweise ignoriere, nur weil ich es will und du
für mich nicht sonderlich interessant bist? Du bist schließlich
nur ein Prinz.“
Das saß. Er sah weg und presste die Zähne fest aufeinander.
Ich lehnte mich zurück in meinem stuhl und fuhr fort, vorzugeben,
er sei nicht da, was sehr viel einfacher wurde, als Gruppe aufgeregt
flatternder, gutgekleideter weiblicher Elben erschien. Ich erkannt
die übliche Rotte aus dem Schloß, deren einziger Lebenszweck
es war, zu hoffen, die Eine zu sein, die die königliche Thronfolge
sicherte. Soweit ich wußte, hatten sie alle miteinander jämmerlich
versagt. Das könnte interessant werden – oh, aber ich wollte
nicht im Zentrum dessen stehen, dachte ich, als ich mich erinnerte,
wer neben mir saß. Ich war halb aufgestanden, als Legolas plötzlich
kurz aufschrie wie ein gebissener Hund und unter dem Tisch verschwand.
Glücklicherweise war er wegen des gewobenen Stoffes, der den
Tisch bedeckt und bis zum boden reichte, unsichtbar, aber sein Verschwinden
erschreckte mich so, dass ich blieb wo ich war, selbst als die Kurtisanen
vorbei rauschten. Eine, die ich vage kannte, blieb stehen und sah
mich mit einem Blick an, mit dem man wohl eine besonders eklige Kakerlake
bedachte, und flüsterte mit ihren Begleiterinnen, die sofort
zu kichern begannen.
„Hallo Nessa.“ sagte sie in einem verführerisch
sanften Ton.
„Hallo.“ sagte ich, während ich mich verzweifelt
an ihren Namen zu erinnern versuchte.
Mehr Gekicher. Es hatte sich im Schloß offenbar rumgesprochen,
dass ich diejenige war, die dem Prinz die kalte Schulter gezeigt hatte.
Meine scheinbare Bekannte lächelte leicht in einer ungeheuer
herablassenden Art und Weise.
„Du hast Legolas hier nicht irgendwo gesehen, oder Nessa?“
sagte sie. „Man hat mir erzählt, dass er vorhin mit Mihall
hierherkam.“
Ich fragte mich, was passieren würde, erzählte ich ihr,
dass er tatsächlich unter dem Tisch, an dem ich gerade saß,
war. Ein scharfer Druck an meinem Knöchel verscheuchte diesen
Gedanken jedoch, und ich interpretierte das richitg als Bitte um Hilfe.
„Nein.“ sagte ich, unfähig so recht zu verstehen,
was ich tat. Für einen Prinz lügen? Trotzdem, er stände
deswegen in meiner Schuld und das könnte irgendwann nocheinmal
nützlich sein.
„Ich habe ihn heute noch überhaupt nicht gesehen.“
Ein erneutes Quetschen meines Knöchels. Ich rutschte leicht
auf meinem Stuhl und trat dabei Legolas leicht gegen die Seite seines
Kopfes. Ich lächelt die Kuritsanen dämlich entzückt
an. Sie kicherten nochmal und rauschten davon. Ich wartete, bis sie
weg waren und hob dann das Tischtuch an.
„Du kannst jetzt rauskommen. Es ist sicher.“
Legolas krabbelte unter dem Tisch heraus und kniete vor mir, mit
einer Mischung von Dankbarkeit und Erleichterung auf seinem Gesicht.
„Danke.“ sagte er mit echtem Gefühl, als er aufstand.
„Gern geschehen.“ sagte ich. „Ich wußte gar
nicht, dass sie dich nicht nur heiraten, sondern auch auffressen wollen.“
„Das ist es nicht.“ sagte er, als er den Staub von der
Vorderseite seiner Tunika klopfte. „es ist nur, dass, wohin
ich auch gehe, sie zu mir streben wie ein schlechter Geruch. Ich kam
früh herunter, weil ich hoffte, sie dadurch abzuhängen,
doch es hätte beinah nicht funktioniert.“
„Beinahe.“ sagte ich. „Und wenn sie jemals herausfinden,
dass ich gelogen habe, werden sie mich rösten.“
„Höchstwahrscheinlich.“ er hielt inne und schien
kurz mit sich zu ringen. „Bist du sicher, dass du nicht tanzen
willst?“ Auf meinen finsteren Blick hin fügter er schnell
hinzu: „Es nur, dass ich noch nicht getanzt habe und alle anderen
Mädchen sind in festen Händen, und es ist der letzte Ort,
an dem sie nach mir suchen werden.“
Während ich noch versuchte, unnahbar zu wirken, war mir doch
vollkommen klar, dass niemals so kaltherzig sein konnte und schon
gar nicht bei diesen Augen. Ich seufzte resigniert und streckte die
Hand aus.
„Gehen wirs denn an.“
Gott, das hat lange gedauert!! Danke an alle, dir
mir ihr Lob ausgesprochen haben, ich hatte das dringend nötig
während dieses Kapitels. Ich hoffe, dass nächste ist kürzer
... Pique
Kapitel 10
Anmerkung: Wenn du Lady Rheena, der ursprünglichen
Autorin, Feedback zukommen lassen willst, kannst du das hier
per eMail tun und ihr hier
ein Review hinterlassen. Aber bitte auf Englisch, die gute Frau spricht
kein Deutsch.
Für Feedback an die Übersetzerin Piquedame schick bitte eine
Mail an Pique@OBLonline.de
Die englische Originalfassung der FF findet sich hier
auf fanfiction.net