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Haben und Halten
eine Fanfiction von Lady Rheena, ab jetzt übersetzt von Viechle!

Disclaimer: Mir gehört weder Legolas, Thranduil oder Düsterwald im Allgemeinen, aber Nessa gehört mir, so wie Evelyn, Kes, Malhon und all die anderen Elben die ihr in dieser kleinen fröhlichen Geschichte treffen werdet.

Anmerkung der neuen Übersetzerin: Oh mein Gott, ich wurde mit Reviews überschüttet! (duckt sich und wartet bis die Luft wieder rein ist) Danke, danke, DANKE! Um meinen Dank auszudrücken ist hier das 16. Kapitel. Ja, ich denke, wahrscheinlich war Legolas gar nicht so ein großer Trottel, immerhin ist er verrückt nach ihr. Vielleicht findet sie das ja bald heraus...

Kapitel 29
Die Schlacht

 

Passend zu meiner neuen Gewohnheit, ein kleines bisschen verrückt zu sein, gehörte ich zu denen, die schließlich über den Hügel und in die Ebene von Erebor gingen, mittenhinein, um verwundete Elben zu finden und sie nach Möglichkeit vom Schlachtfeld zu bringen. Aber bei dem für mich typischen Glück stolperte ich zuallererst über einen Zwerg, in dem ein Ork-Pfeil steckte.

„Ach!“ schrie er. „Dies ist mein Ende und hier nähert sich der Engel, der mich zu Durins Halllen bringt!“

„Falsche Antwort,“ sagte ich, „ich bin nur eine Elbe.“

„Das Waldvolk schickt sogar seine Jungfrauen in den Kampf?“ rief er aus. „Arm ist das Geschlecht des Elbenkönigs.“

„Nicht so ganz, und ich bin auf jeden Fall keine Jungfrau, aber macht euch nichts draus.“ Und ich half ihm auf, ihn halb über die Erhebung zurück tragend. Eines muss ich den Zwergen lassen, sie mögen unangenehme und hässliche kleine Dinger sein, aber sie haben Durchhaltevermögen ohne Ende.

„Nessa, das ist ein Zwerg,“ sagte Kes zu mir, als ich meine Last auf einer Seite ihres Feuers ablud.

„Das macht ihn zu etwas anderem als einem Ork,“ murrte ich. „Das ist mir gut genug!“

In diesem Moment stolperte Relessa zu uns herüber, die gerade einen unserer Elben an einem anderen Feuer gelassen hatte.

„Nessa – Evie sagte, ich soll dir sagen, dass sie Legolas gesehen hat – er ist auf der entfernten Anhöhe – sie müssen dort schon mit Messern arbeiten – die Pfeile sind ihnen ausgegangen – Warge sind dabei, sie zu besiegen -“

„Warge, die meinen Prinzen angreifen?“ Ich stand auf. „Verdammt!“

„Nessa, bist du dir wirklich sicher?“ fragte Evie, zwischen zwei Stichen an Mihall´s Schulter.

„Du bist verrückt!“ protestierte er. „Autsch! Ihr seid alle verrückt, hier so aufzutauchen!“

„Sei still!“ befahl ich ihm. „Es wird gut gehen, Evie. Es muss!!“ Ich klemmte mir zwei Rollen Pfeile unter. „Wünsch mir Glück.“

„Du bist wahnsinnig.“ sagte Mihall noch einmal, als ich mich auf den Weg zum Hügel machte. „Aua!“

Ich ignorierte ihn, hielt auf dem Gipfel der Anhöhe an, und blickte hinüber zu dem entfernten Erdhügel, auf dem Legolas offensichtlich im Augenblick versuchte, sich abschlachten zu lassen.

„Also gut,“ sagte ich zu mir selbst. „ Hier hilft alles nichts.“

Und ich rannte aufs Schlachtfeld. Wie ich auch nur einen halben Yard schaffte ist mir schleierhaft, aber irgendwie schaffte es ein ziemlich verrücktes Elbenmädchen mit einem Bündel Pfeile unter jedem Arm, all den schwingenden Äxten und Schwertern, geworfenen Speeren und sausenden Pfeilen zu entgehen. Vielleicht ist es das, was Zauberer Schicksal nennen.
Während ich manchmal rutschend zum Stehen kam um einen Zusammenstoß zu vermeiden, ein anderes Mal wiederum vorwärts preschte, um einem solchen zu entgehen, war ich überzeugt, dass, wenn ich Legolas in all diesem Durcheinander je finden sollte, ich ihm nur noch die Pfeile geben könnte, um danach theatralisch zu seinen Füßen in Ohnmacht zu sinken.

Aber meine Bewegungen und Gedanken wurden ziemlich abrupt unterbrochen, als ich in jemandes Rücken hineinraste, der herumschwang und mit einem Speer drohte.

„N-N-N-Nessa?“

„Malhon! Seit wann bist du ein Soldat?“

„S-s-s-s- Ducken!“

Im Reflex tat ich es und er spießte mit dem Speer einen Ork auf, der dabei gewesen war, mir den Kopf zu spalten.

„Gut, ich will dich nicht aufhalten!“

Er versuchte gar nicht erst darauf zu antworten. Ich nahm meine Last wieder auf und war schon auf halbem Weg zur entfernten Anhöhe, bevor ich überhaupt merkte, wo ich war. Auf der Spitze konnte ich Ranok sehen, Ulyiss und einige andere Bekannte mit gezückten Messern, aber da war kein –

Dann sah ich ihn.

Ich werde diesen Moment niemals vergessen. Dies war ein total anderer Elb als der oft freche und verspielte, den ich kannte. Ein in einen schwarzen Lederpanzer gehüllter Krieger-Prinz mit flammenden Augen, das Haar wild durcheinander, durch Orks tauchend und sich drehend, die ihn nicht bremsen konnten, egal was sie auch versuchten. Ein leerer Köcher war auf seinen Rücken geschnallt, sein Langbogen ebenso sorgfältig aber ohne Munition nutzlos, in einer Hand hatte er ein filigranes Messer, während die andere ein erbeutetes Orkschwert hielt. Als ich sah, dass ich nichts für ihn tun konnte, machte ich mich auf den Weg zum Gipfel, der eben erst getöteten Leiche eines Orks ausweichend, der den Hügel hinunterrollte. Ich hörte Ranok Legolas´ Namen schreien, es erklang das Surren einer Bogensehne und danach ein einfallsreicher Fluch. Aber der Prinz vollführte einen unmöglichen Sprung über die knurrenden Kiefer eines Wargs und raste den Hügel hinauf, wo er schlitternd vor mir zum Stehen kam.

„Nessa? Was, im Namen aller Valinor, tust du hier?“

Ich antwortete, indem ich ihm ein Bündel Pfeile zuwarf. Er fing es auf und starrte mich ungläubig an.

„Wie zum-„

„Ich glaube, wir werden wahrscheinlich länger leben, wenn du zu fragen aufhörst und zu schießen anfängst!“ schrie ich ihn an. Er schubste mich zurück, sodass ich den Felsen direkt im Rücken hatte und zog dann die Hülle vom Bündel, steckte die Pfeile in den Köcher, nahm den Bogen zur Hand und legte einen einzelnen Pfeil in einer perfekten und geschickt ausgeführten Bewegung darauf. Der Langbogen sang und zwei Orks fielen, beide mit vom gleichen Pfeil durchbohrten Genick. Aber nun konnte ich sehen, dass selbst die beiden Packen Pfeile, die ich gebracht hatte, nicht lange reichen würden, selbst bei Legolas´ Fähigkeiten mit seiner Waffe. Dann kam ein Ruf von irgendwoher und breitete sich schrittweise auf dem ganzen Feld aus.

„Die Adler! Die Adler kommen !“

„Adler?“ sagte ich. Die Orks hatten mit ihrem Sturmangriff aufgehört und kauerten sich angstvoll nieder. Aber es gab kein Entkommen, als die großen, geflügelten Schatten herabtauchten und mit Schnabel und Klauen das Orkfleisch von Kopf bis Fuß zerrissen. Legolas nahm seinen Bogen herunter und wies die nächststehenden Elben an, die ich für seine Truppe hielt, sich zum Berg zurückzuziehen um den Riesenvögeln nicht im Weg zu sein. Ich drückte mich platt gegen dien Felsen – nun, wo meine Jagd vorüber war, erinnerte ich mich daran, dass ich mitten in einer Schlacht zwischen mindestens fünf Armeen war, und ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass ich in meinem ganzen Leben noch nie so viel Angst hatte.

Als die Adler im Sturzflug auf sie herabstießen, verloren Orks und Warge bald den Mut und fingen an zu flüchten, wie verrückt loszurasen und brüllten auf ihrem Weg zurück in die schwarzen Länder im fernen Osten, aus denen sie gekommen waren. Legolas rief seine Elben zusammen und Ströme von übriggebliebenen Elbenpfeilen ergossen sich auf die Ork-Rücken. Dann waren sie fort und die Ebene war leer und still, abgesehen von versprengten Gruppen aus Menschen, Zwergen oder Elben, die versteckt standen oder hockten, um dem Angriff der Adler zu entgehen.
Ich sah eine einzelne Gestalt über den anderen aufragen, schmal und in Grau gekleidet, mit einem Stab aus Holz in einer Hand, die den Adlern etwas in einer seltsamen Sprache zu rief. Sie antworteten mit lauten, wehklagenden Schreien und lösten sich dann in winzige, schwarze Staubwolken in der Luft auf, so schnell verschwindend, wie sie erschienen waren. Die Elben rückten von den Felswänden ab und schauten ihnen ehrfürchtig nach, bis die Retter nicht mehr zu sehen waren. Ich lehnte mich zurück an den kalten Stein und versuchte mich zu beruhigen, denn ich zitterte. Was auf Mittelerde war in mich gefahren, dass ich quer über ein Schlachtfeld lief, nur um ein paar dämliche Pfeile zu übergeben?

„Nessa?“

Ich öffnete meine Augen wieder und fand Legolas Gesicht nur wenige Zentimenter entfernt von meinem, seine Augen weit vor Sorge. Ich konzentrierte meinen Blick auf seine schmalen Lippen, sah sie Worte formen.

„Bist du in Ordnung? Du bist blass geworden und zitterst.“

„Ich glaube nicht,“ sagte ich, verwundert darüber, dass meine Stimme nicht zitterte, „dass ich mich zu einem Soldaten eigne,“

„Warum bist du hierher gekommen?“ fragte er leise, während er eine schmutzbedeckte Hand an meine Wange legte.

„Ich weiß nicht mehr. Es könnte etwas mit dir zu tun haben – oder mit Núrenoi – irgend so etwas.“ Ich bemerkte die Risse in seinem ledernen Überwurf und das Blut, das aus einem großen Schmiss an seiner Seite herausquoll, nicht zu vergessen einen riesigen Bluterguss auf seiner Wange.

„Du bist verletzt.“

„Mir geht es gut.“ Er neigte sich vor und küsste mich fest auf die Lippen. „Komm, lass uns von hier verschwinden. Dieser Ort stinkt.“

Ich ließ zu, dass er meine Hand nahm und mich führte, während er seinen Kopf mal hierhin mal dorthin wandte um seine Truppe zusammenzurufen. So kam ich zuletzt im behelfsmäßigen Krankenlager mit einer Eskorte von etwa achtzehn kampfmüden Elben an, von denen ich die meisten noch nie zuvor in meinem Leben gesehen hatte. Irgendwann ließ ich Legolas´ Hand los und begann stattdessen, die Gruppe selbst zu führen, damit wir zum richtigen Lager gingen und beinahe sofort begannen hinter mir eine Menge geflüsterte Kommentare.

„Ist sie das, Legolas?“

„Das ist ja ´ne ganz Tolle, Leaf, wo hast du sie gefunden?“

„Das Mädel hat Mumm, das sage ich dir.“

„Außerdem ist sie hübsch anzuschauen, sag mal -“ und das Flüstern wurde zu leise, dass ich es nicht mehr hören konnte.

Legolas´ Antwort war dann umso lauter und sehr aufgebracht. „Keran, wir kommen frisch vom Schlachtfeld und du denkst an so etwas ?“

Männer, dachte ich. Du musst es ihnen servieren. Sonst kommen sie normalerweise und holen es sich.

Anmerkung der Übersetzerin: Bei dem letzten Satz könnt ihr euch denken, was ihr wollt ... wir haben nicht den leisesten Schimmer, wie man das englische Original deutsch ausdrücken soll. Auf englisch heißt es:

‚Men, I thought. You have to hand it to them. Otherwise they usually come and take it away.’

Denkt euch, was ihr wollt, wir haben uns nicht im Stande gesehen, das angemessen zu übersetzen. Vorschläge werden allerdings gerne entgegen genommen ;-)

 

 

Kapitel 30

 

 

 

 

 

Anmerkung: Wenn du Lady Rheena, der ursprünglichen Autorin, Feedback zukommen lassen willst, kannst du das hier per eMail tun und ihr hier ein Review hinterlassen. Aber bitte auf Englisch, die gute Frau spricht kein Deutsch.
Für Feedback an die Übersetzerin Viechele schick bitte eine Mail an Viechele@gmx.net





 

 

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