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Haben und Halten Disclaimer: Mir gehört weder Legolas, Thranduil oder Düsterwald im Allgemeinen, aber Nessa gehört mir, so wie Evelyn, Kes, Malhon und all die anderen Elben die ihr in dieser kleinen fröhlichen Geschichte treffen werdet. Anmerkung der neuen Übersetzerin: Oh mein Gott,
ich wurde mit Reviews überschüttet! (duckt sich und wartet
bis die Luft wieder rein ist) Danke, danke, DANKE! Um meinen Dank auszudrücken
ist hier das 16. Kapitel. Ja, ich denke, wahrscheinlich war Legolas
gar nicht so ein großer Trottel, immerhin ist er verrückt
nach ihr. Vielleicht findet sie das ja bald heraus... Kapitel 19 Ein Umstand in diesem Wald, für den ich schon immer dankbar war, ist, dass die Winter zwar sehr kalt sind und sehr plötzlich kommen, sie aber sehr oft genauso schnell wieder verschwinden, und noch dazu früher als in den meisten anderen Gegenden. Der erste Schnee schmolz im zweiten Monat des neuen Jahres, und befreite damit den tröpfelnden Fluss, der durch Legolas’ Lichtung floss. Damit wurde sie ein perfekter Platz, um ein bisschen Frieden und Ruhe zu finden. Wir begannen, und regelmäßig dort zu treffen; er, um unangenehme Begegnungen mit der mittlerweile widerlich unterwürfigen Núrenoi zu vermeiden, und ich, um den wissenden Blicken meiner Freunde im Dorf zu entgehen. Oder vielleicht mochten wir einfach die Gesellschaft des anderen, ich weiß nicht. Ich war nie eine eifrige Leserin gewesen, was auch daran lag, dass ich nur zu wenigen Büchern Zugang gehabt hatte, abgesehen von dem halben Dutzend, das meine Mutter Jahrhunderte lang akribisch in einem schwarzen Schrank eingeschlossen hielt. Aber die Hallen schienen diese Dinger geradezu zu züchten, und obwohl ich zunächst Legolas’ Enthusiasmus nur zynisch zugehört hatte, ließ ich mich letzten Endes doch dazu überreden, einen der Wälzer zu leihen. Die Poesie darin hatte mich gefangen genommen, und so entwickelte ich sehr schnell eine Art verzehrende Leidenschaft für diese Kunst. Infolge dessen verbrachten wir viele dieser ruhigen Tage auf der Lichtung und lasen zusammen. Heute war einer dieser Tage. Legolas, in einem der Abfälle von geistiger Abwesenheit, die er ab und an hatte, hatte an diesem Morgen nur ein Buch mitgebracht, und so teilten wir es, indem wir die Seiten vorsichtig so positionierten, dass wir beide lesen konnten. Okay, okay, ich saß auf seinem Schoss und hielt den Band vor uns beiden geöffnet, wobei er sein Kinn leicht auf meiner Schulter abgelegt hatte, um besser sehen zu können. Aber welche andere Möglichkeit gab es schon? Ich gebe zu, dass ich es außergewöhnlich gemütlich fand, da zu sitzen und mich auf dem großen Baumstamm an ihn zu lehnen, weiches Gras unter meinen Füßen, einen seiner angenehm warmen Arme um mich gelegt (eine Geste, die ihn zuerst nervös hatte zögern lassen), das warme Sonnenlicht, das leise Piepen von Vögeln in den Bäumen... „Ich bin fertig mit der Seite“, informierte ich ihn. „Ich schon seit einer Ewigkeit“, sagte er abwesend und streckte geschickt einen seiner langen Finger aus, um zur nächsten Seite zu Blättern. Über meinen entnervten Seufzer musste er lachen. „Mit der Übung wirst du schneller, Nessa.“ „Das hast du mir vor einem Monat auch schon gesagt!“ Das nächste Gedicht war eine Menge romantisches Zeug von irgend einem Elb, der sich in einen Baum oder einen Fluss oder etwas ähnlich banales verliebt hatte. Ich wandte meine Augen ab, und erlaubte mir, mich ein bisschen mehr in die halbe Umarmung meines Freundes zu lehnen. Meinen Kopf ließ ich nach hinten auf seiner Schulter sinken. Unsicher bewegte er seinen Arm, um mich ein wenig fester halten zu können, und blätterte wieder eine Seite weiter. Ich gab die Gedichte auf, weil ich sowieso viel zu schläfrig vom warmen Sonnenlicht war, um mich weiter darum zu kümmern. Dann drehte ich mich auf die Seite und kuschelte mich an seine Brust. Legolas schien halb zu lächeln, als ich meine Augen zu fallen ließ, aber dann erstarrte er. Ich öffnete meine Augen und sah sein Gesicht an, unfähig ein inneres Grinsen über seinen Gesichtsausdruck zu unterdrücken. Sein Mund war ein wenig geöffnet, seine Augen mit erschrockener Bestimmtheit auf das Buch gerichtet, und sein Arm angespannt um mich gelegt. Ich zog eine Augenbraue nach oben und wollte gerade nach einer Erklärung fragen, als ich die Erklärung <i>fühlte</i>, und im gleichen Moment auch seine Ohrspitzen pink werden sah. Ich presste meine Lippen zu einer dünnen Linie zusammen, um das unvermeidliche Lachen zu unterdrücken, und setzte mich langsam auf, um mich dann neben ihn zu setzen. Er zuckte, weil er auf eine bissige Bemerkung wartete, aber ich konnte wirklich nichts derartiges zu ihm sagen. Ich nahm ihm das Buch aus der Hand, schloss es und legte es ins Grad, während er in einem Versuch, das Problem zu verstecken, die Knie an seine Brust zog. Ich sah zum Himmel nahm abwesend eine meiner Haarsträhnen in die Hand, und begann damit, sie vor meinem Gesicht zu flechten. „Nessa“, sagte er nach einem Moment leise. „Ja, Legolas?“ Er sah mich nervös von der Seite an. „Bist du wütend auf mich?“ Ich dachte einen Moment darüber nach, aber es gelang mir nicht, genug Ärger aufzubringen, um das guten Gewissens mit ja beantworten zu können. „Nein, ich glaube, man könnte sogar fast sagen, dass ich mich geschmeichelt fühle.“ „Wirklich?“ Er warf mir einen ungläubigen Blick zu. „Na ja, es passiert mir nicht täglich, dass ich eine solche Reaktion auslöse, nur weil ich auf jemandem sitze“, sagte ich. „Es tut mir leid“, sagte er mit belegter Stimme. „Du bist nur ... ich meine ... es tut mir leid, das ist alles.“ „Ich weiß“. Ich stand auf und küsste ihn leicht auf die Stirn. „Nimm ein Bad im Fluss. Schön kühl.“ Als ich mich auf den Weg zu bewegte, stand er hastig auf und rief mir nach. „Sehe ich dich morgen?“ „Vielleicht. Ich weiß nicht. Ich dachte mir, vielleicht gehe ich mal einige meiner anderen Freunde besuchen“, sagte ich spitz. „Oh. In Ordnung.“ Auf dem Weg nach hause musste ich den Kopf schütteln, während ich in mich hineinlachte, aber als ich dann meine Leiter erklettert hatte und mit einer Tasse Tee dasaß, fand ich dann, dass die Sache im Prinzip gar nicht so lustig war. Ich hatte nie zu wenige Verehrer gehabt – der Wald war großzügig genug, damit sogar die unauffälligste Frau regelmäßig „Gesellschaft“ bekommen konnte – aber in all meinen vorherigen Beziehungen, egal wie lange sie gedauert hatten, hatte ich niemals einen so großen Effekt auf einen einzigen Mann gehabt. Legolas hatte die Kontrolle über sich verloren, als wäre er ein unerfahrener Jüngling! Und ich wusste mittlerweile genug über das Leben in den Hallten um zu wissen, dass das nicht an mangelnder weiblicher Gesellschaft liegen konnte; den Mädchen in der Küche zufolge war der Prinz männlich genug. Was also fand er dann so unglaublich attraktiv an mir? Ich ließ meine Tasse auf dem Tisch stehen und ging zum Spiegel in meinem Schlafzimmer, um kritisch das Spiegelbild zu betrachten. Mein Haar reichte bis knapp unter meine Schultern; sein Kupfer-Glanz war selten genug, um mich ein wenig eitel im Bezug darauf zu machen. Ich betrachtete zweifelnd meine wolkengrauen Augen, die Legolas sternensilber genannt hatte, meine zu hohen Wangenknochen, mein zu ausgeprägtes Kinn, und meine Ohren, die viel zu grober Spitzen hatten, um besonders verführerisch zu sein. Natürlich änderte sich hier die Mode von Zeit zu Zeit – manchmal galten Ohrspitzen in der Größe, wie Hasen sie hatten, als außergewöhnlich attraktiv, aber im Moment zogen diejenigen die meisten Blicke auf sich, die eine fast menschliche Form hatten. Meine fielen genau genommen in keine dieser Kategorien. Mein Blick wanderte nach unten zu meinen Armen, die von meiner Arbeit zwar fest, aber nicht zu muskulös waren, meinen Brüsten, eher fest als besonders groß (wie Núrenoi schon sehr nett festgestellt hatte), meinem Bauch, der zufriedenstellend flach war, und meinen Beinen, die dank langer Stunden, die ich mit Laufen verbracht hatte – auch zur reinen Freude, nicht nur, um bei Festlichkeiten nicht gefangen zu werden-, keine Anzeichen überflüssigen Fettes aufwiesen. Nicht hässlich vielleicht, gestand ich mir ein, weil ich keine Täuschung falscher Bescheidenheit wollte, aber genauso wenig eine dralle Schönheit. Die Überlegung, dass Legolas einfach die Person mochte, die ich war, leuchtete nicht ein, denn ich hatte den größten Teil des letzten Jahres damit verbracht, absolut biestig ihm gegenüber zu sein. Ein ängstlicher Ruf von draussen holte mich auf meiner Verwunderung. Ich konnte einen Seufzer nicht unterdrücken, als ich die leicht besorgte Stimme zuordnete. Von allen unerwarteten Besuchern ... Aber wirklich. „Was ist denn, Malhon?“, rief ich zurück. Es entstand zuerst eine Pause, während er die Leiter nach oben kletterte, und dann eine noch längere, bis er den Mut dazu fand, in mein Schlafzimmer zu sehen. „Ähm, Nessa?“ „Hallo“, sagte ich, und dreht mich vom Spiegel weg. „W-w-was machst d-d-du?“ „Ich denke nur grade ein bisschen nach. Kann ich dir irgendwie helfen?“ Unverständliches Stottern folgte. Ich verschränkte die Arme und wartete, bis die kehligen Laute zu einigermaßen verständlicher Sprache wurden. „W-w-w-wo w-w-warst du die ganze Z-z-zeit? Ich ha-habe seit T-tagen versucht, d-d-dich zu f-f-fi-fiinden. D-d-du bist immer w-w-weg.“ Ich blinzelte. Meine Abwesenheit von meinem Flett um Legolas auf unserer Lichtung zu Treffen musste länger gewesen sein, als ich gedacht hatte ... Unsere Lichtung? Was zum Teufel dachte ich da? „Ich bin viel spazieren gegangen“, log ich sanft. „Aber jetzt bin ich da, also was ist passiert?“ „E-e-evie hat n-nur g-g-gesagt, sie hätte d-d-dich nicht g-g-gesehen.“ Er sah nach, ob es mir gut ging. Wie rührend. „Also, wir geht es gut, Malhon, vielen Dank. Wirklich, in meinem Alter brauche ich kein Kindermädchen mehr.“ „W-w-wenn du s-s-s-s-sicher bist-„ “Ich bin sicher!” Er ging ohne versucht zu haben, einen weiteren Satz herauszubringen, und ich
könnte schwören, dass er den ganzen Weg zurück zum Dorf gerannt
ist. Hauptsächlich meiner eigenen Selbstzweifel wegen beschloss ich, dass
Legolas – zumindest für die nächste Woche – ohne mich
würde auskommen müssen.
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