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Die Erben Düsterwaldes
-eine Fanfiction von Mameha
Disclaimer: Alle Charaktere gehören ihren rechtmäßigen
besitzern, uns gehört nichts.
Kapitel 3
Die Elben des Osthochlandes
Das Licht wurde immer stärker und schließlich traten sie
auf einen Vorsprung, der hoch in den Bergen lag.
Die Hobbits rissen verwundert ihre Augen auf. Hier waren keine ausgedörrten
Bäume, kein verwahrlostes dunkles Land. Alles war grün und
freundlich und der Wunsch ewig hier zu bleiben machte sich in ihnen
breit.
„Seid willkommen in unserem Reich“, begrüßte
sie Aryalon, der gerade seine Kapuze herunterzog und seinen Mantel
nach hinten über die Schulter schlug.
Legolas sah etwas erstaunt auf, als dieser sich als Elb entpuppte.
Nein, eigentlich war er nicht wirklich erstaunt. Seit seiner Begegnung
mit diesem Mädchen in der letzten Nacht, hatte sich dieses vertraute
Gefühl in ihm ausgebreitet.
Man hatte sie bereits erwartet. Aber wie konnte das sein?
Obwohl er nur ihr Gesicht bisher hatte sehen können, war er von
ihr fasziniert. Sie strahlte etwas aus, das er nicht erklären
konnte. Wer war sie? Zweifellos gehörte sie zu diesem Volk. Ihre
Kleidung war die gleiche wie die der Krieger, doch war er sich sicher,
dass ein Teil von ihr anders war.
Ob er sie noch einmal wieder sehen würde?
Alleine schon bei dem Gedanken an sie, spürte er, wie ein Kribbeln
durch seinen Bauch strömte. Doch gleichzeitig hätte er sich
auch ohrfeigen können. Seine Heimat war in größter
Gefahr und er dachte an eine Frau.
„Bitte entschuldigt, dass wir euch solange im Unklaren lassen
mussten“ sprach Aryalon in seine Gedanken hinein „Doch
wir mussten zuerst die Schlucht erreichen“.
„Ihr seid das Elbenvolk, welches wir suchen nicht war?“
fragte Belag immer noch leicht misstrauisch.
„Sie sind es und man hat uns bereits erwartet“ beantwortete
Legolas die Frage.
Aryalon nickte zustimmend „Wir haben gehört, was im Düsterwald
geschehen ist und Geritor hat mich geschickt, damit wir keine Zeit
mehr verlieren.“
„Ihr seid über die Geschehnisse Düsterwaldes informiert?“
erstaunt sah Legolas auf.
Wie konnte das sein?
„Ja, doch jetzt ist nicht die rechte Zeit für Erklärungen.
Wir haben noch ein gutes Stück vor uns und die Sonne versinkt
schon hinter den Bergen.“
„Bitte verzeiht, aber was ist mit meinem Freund geschehen?“
Sorge sprach aus dem Prinzen, der sich nicht vorstellen konnte, wo
und wie man dem Zwerg hier in dieser Abgelegenheit helfen konnte.
Dazu noch in dieser Grotte.
„Meine Schwester bringt ihn zu meinem Heim und dort wird man
sich auch bestens um seine Wunden kümmern, seid unbesorgt“
meinte Aryalon nur „Morgen werde ich euch zu ihm bringen.“
Er führte seine Gäste einen schmalen Weg hinunter, bis sie
den Fuß des Berges erreichten.
Der Anblick, der sich ihnen dabei bot, raubte ihnen den Atem.
Ein malerisches Bild erstreckte sich vor ihnen. Die Sonne berührte
schon fast den Horizont und färbte ihn in alle Arten von Rottönen.
Alte Bäume ragten hoch und stolz in die Höhe. Es waren hauptsächlich
Baumsorten die sie nicht kannten, doch vereinzelt standen da auch
Mallorn wie es Legolas und Meradeth sofort auffiel. Ein kleiner Bach
suchte sich kreuz und quer einen Weg durch sie hindurch und an seinen
Ufern blühten in allen Farben die schönsten Blumen.
Es war alles so friedlich und kaum zu glauben, dass auf der anderen
Seite des Berges diese endlosen grauen und vertrockneten Öden
liegen sollten.
„Hey, riecht ihr das auch! Braten, Brot und frischer Kuchen!
Irgendwo kocht hier jemand eine köstliche Mahlzeit“, rief
Pippin plötzlich sehr aufgeregt und strich sich genüsslich
über den Bauch.
Belag hielt seine Nase in die Luft „Unsinn, euer Hunger spielt
euch einen Streich“.
„In solchen Dingen solltet ihr einem Hobbit vertrauen. Wenn’s
ums Essen geht besitzen sie ein besonderes Gespür“, lachte
Aragorn hinter ihnen.
„Es kommt aus dieser Richtung“, grinste jetzt auch Merry
und zeigte auf ein kleines unscheinbares Häuschen.
Aryalon, der alles mitbekommen hatte, schüttelte grinsend den
Kopf.
„Ihr habt Recht. Die Nasen der beiden Hobbits sind wirklich
außergewöhnlich“, sagte er als sie auf das Haus zugingen
„Hier werden wir die Nacht über rasten und uns ausruhen“.
Als sie eintraten, brannte bereits ein großes Feuer und ein
einladend gedeckter Tisch stand vor ihnen.
Mehrere Elben hantierten umher, um das Abendessen vorzubereiten.
„Ihr seid spät dran Aryalon“, rief es ihnen schon
entgegen.
„Kommt näher und wärmt euch auf, diese Grotten sind
nun wirklich nicht gerade der angenehmste Ort“, winkte die Elbenfrau
sie herbei.
„Zieht diese klammen Umhänge aus und setzt euch“,
zugleich wurden sie zu einer Bank am Feuer geschoben und ihnen ein
Becher mit Wein unter die Nase gehalten.
„Habt vielen Dank gute Frau“, bedankte sich Aragorn.
„Hey, es gibt auch Pasteten“, stürzte Pippin auf
einen der Gastgeber zu und wollte schon danach greifen. Doch dann
besann er sich seiner Manieren und ging mit gesenktem Kopf wieder
einen Schritt zurück.
„Ich wollte nicht….es tut mir leid“, murmelte er
verlegen.
„Bitte greift zu! Ich kenne der Hobbits unersättlichen
Hunger“, grinste die Elbe, die sich nun als Faithea vorstellte.
Seine Augen leuchteten als er gerne zugriff.
„Und was ist mit mir? Schließlich bin ich auch ein Hobbit!“
meldete sich jetzt auch Merry und schien etwas beleidigt.
Auch ihm wurde eine gereicht und lachend ging die Frau zum Ofen um
nach dem Braten zu sehen.
Eine Stunde später saßen alle an der gedeckten Tafel und
genossen die Köstlichkeiten vor ihnen. Belags staunen wuchs immer
höher, als er den beiden Hobbits ungläubig zusah wie diese
Unmengen an Nahrung verdrückten. Sie mussten zwei Mägen
haben, nein, wohl eher drei!
Die beiden Hobbits, Belag und Meradeth wurden ganz von den Elben des
Tales in Anspruch genommen. Unzählige Fragen über ihr Heimat
und was sonst noch so in der Welt geschieht, prasselten auf sie herein.
Aryalon hatte mit Legolas und Aragorn wieder am Kamin Platz genommen
und redete mit ihnen über die Ereignisse des vergangenen Tages.
„So nun erzählt, wie lange wart ihr uns schon auf der Spur?“
schon seit sie die Grotte verlassen hatten, brannte Legolas diese
Frage auf der Zunge.
Nachdem alle gegessen hatten und man wieder am Feuer saß, fand
er, dass es nun an der Zeit war ein paar Antworten zu bekommen.
„Nun. Eigentlich habt ihr uns sofort bemerkt. Ihr habt uns kaum
eine Möglichkeit gegeben, herauszufinden, ob alle von euch auf
derselben Suche waren“, erklärte Aryalon ruhig.
„Darum die Frage mit dem Schatz, nicht wahr?“ jetzt ging
Aragorn ein Licht auf.
„Ja“, war die schlichte Antwort des dunkelhaarigen Elben.
Sie wurden unterbrochen als die Tür aufging. Von draußen
drang kalte Luft herein und fluchend flog ein dunkelgrüner Umhang
über den erstbesten Stuhl.
„Mylady ihr seid wohlauf“, Faithea drückte das Wesen
fest an sich.
„Aber ja“ lächelte die junge Elbenfrau und trat unvermittelt
auf Aryalon zu.
„Vater erwartet euch morgen Mittag und lässt fragen, ob
alle wohlauf sind“, sagte sie knapp zu ihm.
„Was machst du denn hier? Warum hast du nicht einen Boten geschickt?“
Aryalon blickte seine Schwester lächelnd an und schloss sie erleichtert
in die Arme.
„Ist alles gut gegangen?“
Sie lächelte und wollte grade etwas sagen, doch sie drehte sich
plötzlich um. Sie fühlte den Blick von Legolas auf sich.
„Eurem Freund geht es gut, er wird bereits versorgt und ist
in ein paar Tagen wieder auf den Beinen“.
Da das genau die Frage war, die der Prinz hatte stellen wollen, atmete
er erleichtert auf. Doch sein Blick haftete weiter auf ihr. Dieses
Gesicht! Er erkannte es.
Die graue Kleidung war gegen einen grünen Rock ersetzt worden.
Sie trug ein beige besticktes Hemd mit nur leicht auseinander gehenden
Ärmeln, das ihren Hals und den oberen Teil ihres Dekolletes offen
ließ. Dazu eine passend kurze grüne Tunika, die wiederum
von einer edlen Beigen mit dunkel bestickter Schärpe gehalten
wurde. Ihr blondes Haar war ungewöhnlich kurz für eine Elbe.
Es bedeckte grade mal die Hälfte ihres Rückens und war leicht
gelockt. Die Seiten waren zurückgesteckt und einzelne dünn
geflochtene Zöpfe fielen auf ihre Schultern herab. Sein Blick
blieb an ihren hell grünen Augen hängen, die so strahlend
wie ein Wald beim ersten Tageslicht aussahen.
„Ihr seid das Mädchen, das ich letzte Nacht gesehen habe!“
Ein sanftes Lächeln war seine Antwort.
„Ihr kennt euch bereits?“ ungläubig schnellte Aryalon
wieder von seinem Sitz auf.
„Ja wir sind uns zufällig in den Wäldern begegnet“,
sie zuckte nur die Schultern.
Der Ausdruck ihrer Augen allerdings sagte etwas anderes und außerdem
kannte er seine Schwester schon viel zu lange.
Sie wollte ihn sehen, darum war sie hier!
„Darf ich euch meine Schwester Eleya vorstellen“, fand
Aryalon seine Sprache wieder.
„Ich bin erfreut euch kennen zu lernen Eleya und dieses Mal
ohne ein Messer an meiner Schlagader“, Legolas blaue Augen leuchteten
auf, als er ihre Hand zu seinen Lippen führte.
„Ganz meinerseits Legolas Grünblatt, Prinz des Düsterwaldes“
„Du solltest langsam zurück, es ist schon spät“,
Aryalon schluckte sein Erstaunen hinunter, denn noch nie hatte er
einen solchen Ausdruck ihn ihren Augen gesehen.
„Wir sehen uns morgen.“
Damit schnappte sie sich wieder ihren Umhang und ein verstohlener
letzter Blick, begegnete dem des Prinzen.
„Was war denn das gerade Legolas?“ Aragorns Grinsen ging
über das ganze Gesicht.
„Nichts, was soll denn sein?“, stieß der Prinz mühevoll
hervor, doch eine leichte Röte verriet ihn.
„Nichts? Schon klar“ der schelmische Ausdruck hing immer
noch auf seinen Lippen „Na dann, erzähl uns mal von deinem
nächtlichen Angriff.“
Die Ironie in seiner Stimme war nicht überhörbar. Jetzt
verstand er auch was, ehr gesagt wer, Legolas in der vergangenen Nacht
so aus dem Takt gebracht hatte.
^^^^^^
Als Gimli zuckend erwachte, versuchte er mit der Hand sofort nach
seiner Axt zu tasten, doch er hatte kaum die Kraft seinen Arm zu heben.
Er fühlte sich ausgelaugt und erschöpft, wie selten zuvor.
Der Versuch sich aufzusetzen endete äußerst schmerzvoll
und er ließ sich wieder in die weichen Kissen sinken. Wo waren
denn die Orks geblieben? Es war gar kein Getrampel oder sonst ein
Geräusch zu hören?
WEICHE LAKEN ?!
Schlagartig öffnete er die Augen und fasste um sich. Die Sonne
schien hell und er blinzelte vorsichtig in den Raum, den er vor sich
fand. Zu seiner Verwunderung lag er in einem gemütlichen Bett,
seine Wunde war ihm neu gebunden worden und schmerzte nicht mehr ganz
so stark. Eine kühle und angenehm nach Kräutern riechende
Essenz war darauf gestrichen worden. Licht fiel durch die großen
Fenster. Außerhalb konnte er Bäume sehen und alles schien
sehr friedlich zu sein. Die Wände des Zimmers waren aus Holz
und mit künstlerischen Schnitzereien versehen. Sie waren eindeutig
elbisch, sogar ähnlich einiger von denen, welche er schon einmal
im Düsterwald gesehen hatte.
Ein kalter Umschlag, der auf seine Stirn gelegt wurde, holte ihn aus
seinen Gedanken zurück.
„Guten Morgen, Gimli Gloins Sohn“, begrüßte
ihn eine freundliche weibliche Stimme
„Endlich seid ihr erwacht.“
Sein Blick fiel auf ein junges menschliches Mädchen mit hellbraunen
Haaren und blauen Augen.
„Wo bin ich hier? Die Orks?“ brachte er nur mühsam
hervor.
„Ihr seid ihn Geritors Haus und in Sicherheit“, mit einem
beruhigenden Lächeln drückte sie ihn zurück in die
Kissen und die Schultern des Zwerges entspannten sich sichtlich.
„Und wer seid ihr?“
„Mein Name ist Odine. Spart eure Kräfte, alle eure Fragen
werden bald beantwortet werden“, ohne ein weiteres Wort verließ
sie das Zimmer.
„Geritor?“ ihm kam der Name so verdammt bekannt vor? Grund
Gütiger, wenn es derjenige war, den sie suchten.
Er musste sofort zu Legolas, er musste es ihm sagen.
Ein stechender Schmerz durchzuckte seinen Oberkörper und er gab
fluchend den Versuch auf, aus dem Bett zu steigen.
„Ich würde an eurer Stelle ruhig noch ein wenig länger
liegen bleiben!“ sprach eine ihm wohl bekannte Stimme „Sonst
hätten wir uns nicht die Mühe machen brauchen euch den ganzen
Weg hierher zu schleppen!“
„Wo ist Legolas? Ich muss ihn sprechen“, murrte der Zwerg.
„Was gibt es denn so Dringendes zu berichten?“ lächelnd
schloss die junge Elbenfrau lautlos die Tür hinter sich und setzte
sich auf einen Stuhl neben dem Bett.
Den grauen Umhang hatte sie abgelegt und gegen ein Kleid in verschiedenen
Grüntönen gewechselt. Das Haar fiel ihr halb offen über
die Schultern und sämtliches Bedrohliches, das sie in der schlichten
Kleidung noch umgeben hatte, war verschwunden.
Gimli zögerte einen Moment und überlegte, wie viel er ihr
erzählen könnte.
„Wie schon gesagt wurde, wir sind auf der Suche nach einem Elben
namens Geritor“, sagte er dann schließlich nur und bekam
ein lautes Lachen.
„Warum Elben, warum sind es bei mir immer nur Elben!“
nuschelte er in seinen Bart herein, da die Frau neben ihm sich immer
noch nicht hatte ganz beruhigen können.
„Gimli Gloins Sohn, mir scheint ihr seid noch nicht wieder ganz
bei der Sache“ ihr Blick war nun ernster und ein Lächeln
zog sich wieder über ihre Lippen „Ich heiße euch
willkommen in Geritors Haus! Seid unser Gast solange es euch beliebt“.
„Danke“, knurrte er schlicht.
„Gern geschehen“, grinste sie „Ich sehe schon, wir
werden uns blendend verstehen“
„Wann kann ich Geritor sprechen? Es gibt wichtige Neuigkeiten,
die er erfahren muss“, fragte der Zwerg nun höflicher.
„Wir wissen schon mehr über euch und euer Vorhaben, als
ihr glaubt!“ lächelte sie sanft.
„Aber woher?“
„ Nachdem wir die schlechte Post aus dem Düsterwald erhalten
hatten, wusste Geritor, dass die Zeit gekommen war“ erklärte
sie geduldig „Er schickte mich und meinen Bruder, um Ausschau
nach euch zu halten“.
„Dann wart es ihr es, die uns neben den Orks verfolgt haben?“
langsam wurde Gimli einiges klarer.
„Ja! Sonst lebt in dieser Gegend niemand weiter.“
„Dann werdet ihr uns helfen?“ Hoffnung flammte in Gimli
auf und seine Gedanken schweiften wieder zu seinem Freund.
“Sobald eure Freunde eingetroffen sind, werden wir alles in
Ruhe besprechen“, sagte sie bestimmend und befahl „So
lange werdet ihr euch noch etwas erholen und versuchen wieder zu Kräften
zu kommen!“
Der Zwerg sah sie einen Moment baff an.
„Wer meint ihr eigentlich, dass ihr seid, so mit mir zu sprechen!“
brodelte er auf einmal schlagartig über.
„Ich bin Eleya, Geritors Tochter“, erwiderte sich schlicht
und schloss die Tür hinter sich.