Disclaimer: Diese Geschichte wird aus
Orlis Sicht erzählt. Wir haben alle unsere Idee davon, wie er
ist. Bitte belästigt mich nicht damit, zu sagen, daß ihr
ihn Euch so nicht vorstellt – ich verstehe das. Das ist ganz
und gar meine Interpretation und wenn euch das nicht gefällt...
na, dann lest es nicht. Danke an Wisdom’s Fool für die
Idee und für die Überwindung meiner Schreibblockade und
an Kayla für ihre Ermutigung und die Namenssuche... - Aelora
Epilog
Love will lead us, alright
Love will lead us, she will lead us
Can you hear the dolphin’s cry?
See the road rise up to meet us
It’s in the air we breath tonight
Love will lead us, she will lead us
The Dolphin’s Cry – LIVE
Dezember 2003
Los Angeles
Das war es also.
Nach diesem Abend würde es keine Premieren mehr geben, zu denen
man zusammen erscheinen mußte, keine Tage würden mehr im
Kalender ein Jahr vorher eingekreist, in der Erwartung, einander zu
sehen.
Es war vorbei.
Es war sowohl ein glückliches, aber auch ein trauriges Ereignis.
Ich würde die Jungs vermissen, keine Frage. Sicher, wir würden
Freunde bleiben, uns treffen und Dinge unternehmen.
Aber Menschen leben sich immer auseinander. Das ist unvermeidlich.
Und wenn es nichts mehr gibt, das uns zusammenbringt, was uns verbindet...
Nun, darüber will ich nicht wirklich nachdenken.
In 'Herr der Ringe‘ mitzuwirken war eine Erfahrung, von der
ich nie gedacht hätte, daß ich das Glück haben würde,
sie zu erleben. Es ist die tollste Sache, die mir je passiert ist.
Aber es ist wirklich Zeit, weiterzumachen. Ich werde den Presserummel
nicht vermissen.
Ich werde die Massen von Fantasy-Drehbüchern nicht vermissen,
die mir immer noch geschickt werden und mit denen man mich in eine
Schublade stecken will.
Ich lächelte einem Fotografen zu, der mich darum bat und sah
zu den Fans, die sich an den Seiten des Teppichs drängten. Ich
versuchte, von einem Reporter wegzukommen, der mir die üblichen
Fragen stellte, so daß ich hinübergehen und Hi sagen und
ein paar Autogramme geben könnte, aber mein Presseagent hielt
mich an der Schulter zurück.
Das wäre auch etwas, das ich nicht vermissen würde. Ich
wollte eine Weile bei kleineren Filmen bleiben, die keinen Medienrummel
verursachen würden.
„Lij!“
Oh! Da war eine Entschuldigung.
Ich entschlüpfte meinem Agent und dem Reporter, die mir nachriefen,
und warf mich Billy entgegen, als er den Teppich hinaufrannte.
„Wo hast du gesteckt, Blauauge?“ fragte er und wackelte
mit den Augenbrauen.
„In Bloomies Bett,“ antwortete ich leichthin und lachte
über den verdutzten Ausdruck auf seinem Gesicht. „Wo wir
gerade von Bloomie reden - “
„Noch nicht hier.“
„Die Reporter schon.“
Ich folgte Billys Blick zu den Geiern, die an den Seitenstreifen nahe
dem Eingang des Kinos warteten – nun, eigentlich überall.
Sie hatten Liv eingekreist – seit den letzten zwanzig Minuten.
Irgendwie hatte sich Ian bereits durch sie hindurch geschlängelt
und genoß nun einen Drink in der Lobby. Wie ich Peter kannte,
würde er bis zum letzten Moment warten, so daß sie nicht
mehr als ein paar Worte von ihm hören konnten.
„Glaubst du, ich käme für einen winzigen Drink an
ihnen vorbei?“ fragte er nachdenklich.
„Ich möchte sehen, wie du das versuchen willst.“
„Hmm. Hört sich nach einer Herausforderung an. Schau zu.“
Billy bewegte sich an der Seite entlang, schüttelte den Fans
die Hände, ließ die üblichen Fotos von sich schießen,
schrieb Autogramme, akzeptiere Kuß um Kuß – er flirtete.
Er bahnte sich seinen Weg an der Seite entlang und verlor sich ab
und zu in der Masse der Hände. Er war fast an der Tür.
Verdammt, ich begann zu glauben, daß er es geschafft hätte.
Aber als er gerade nach dem Türgriff greifen wollte, stürzte
sich Entertainment Tonight auf ihn. Ich lachte über seinen Gesichtsausdruck
und drehte mich gerade rechtzeitig um, um Sean und Christine zu sehen,
wie sie über den Teppich kamen und mitten in die Willkommensrufe
der Menge gerieten.
„Frodo, mein lieber Freund.“ Sean umarmte und küßte
mich. „Du siehst so einsam aus.“
„Was? Weil ich keinen Reporter an der Backe habe?“
„Ziemlich viel los hier, was?“
„Das kannst du laut sagen,“ antwortete ich und hätte
jetzt wirklich gerne eine Zigarette gehabt, aber ich hatte mir vor
langer Zeit geschworen, mich niemals rauchend filmen zu lassen. „Ich
dachte, die anderen Premieren wären schon schlimm gewesen. Aber
es wird immer verrückter.“
„Es ist fast vorbei,“ sagte Sean und klopfte mir auf den
Rücken.
„Ich weiß.“ Ich zwang mich zu einem Lächeln.
„Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich froh oder traurig darüber
bin.“
Er umarmte mich nochmal, nahm dann Christines Hand und schritt mutig
von dannen.
Ich vermißte ihn jetzt schon. Vielleicht sollte ich reingehen,
mir einen Drink holen und ein paar philosophischen Sprüchen von
Ian lauschen oder so. Er schaffte es immer, daß man sich besser
fühlte.
Ich wandte mich um, bereit, zu gehen, als ein plötzlicher
Aufschrei der Menge mich zurückhielt und mich grinsen ließ.
„Orli! Orli! Orli!“
Ich schüttelte den Kopf und wandte mich um, um Orli aus der gerade
angekommen Limousine steigen zu sehen, er grinste den Fotografen und
Fans zu, streckte dann seine Hand aus und half Torrie hinaus.
Sie flüsterte etwas in sein Ohr, das ihn zum Lachen brachte und
küßte sie, bevor er seinen Arm um ihre Taille legte und
losging. Bam! Reporter Nummer eins. Ich grinste, als Orli alles gelassen
hinnahm und seine Presseagentin zu ihm rannte und etwas zu ihm sagte,
während er weiter versuchte, dem Reporter zu antworten und seiner
Agentin eine Antwort zuzunicken. Mein Blick schweifte zu Torrie, die
versuchte, sich von seiner Seite zu lösen, wo er sie hielt und
deren Augen stetig gen Himmel rollten. Ich kicherte. Sie sah fürchterlich
aus.
Ohne Zweifel war es Orli am Schlechtesten ergangen, seit 'Ringe‘
herausgekommen war. Der plötzliche Ruhm, der über ihn gekommen
war, war überwältigend gewesen.
Ich war froh, daß es nicht mich getroffen hatte. Ich glaube,
New Line hatte es am Anfang für mich so gedacht, daß Frodo
der Star von alledem wäre, aber es war nicht so geschehen. Torrie
hatte einmal gescherzt, daß die ganze Marketingabteilung gefeuert
worden sein mußte, nachdem 'Die Gefährten‘ angelaufen
war und sie wieder von Neuem beginnen mußten, dieses Mal mit
dem Schwerpunkt auf Legolas.
Sie hatten sogar versucht, Peter dazu zu bewegen, neue Szenen zu drehen
und Legolas mit einzubringen. Gott sei Dank hatte Peter da nicht mitgemacht.
Ich hatte vorgeschlagen, einen Legolas Hobbit zu entwerfen und ihn
einfach der Gruppe hinzuzufügen.
Er brauchte keinen Text oder so. Er konnte einfach nur da stehen und
sexy aussehen.
Orli gab mir eine Kopfnuß dafür, daß ich es auch
nur gesagt hatte.
Ich grinste, als Torrie sich schließlich unter Orlis Arm hindurch
duckte, zu mir schoß und ihn mit dem Reporter allein ließ.
Er warf ihr einen verärgerten Blick zu, bevor seine Agentin ihn
am Arm griff und zum nächsten Interview zog. Ich breitete die
Arme aus, als Torrie sich mir näherte und umarmte sie fest.
„Das war knapp, was?“ fragte ich und küßte
ihre Wange.
„In der Tat.“
„Ich nehme an, du konntest ihn nicht dazu überreden, dich
zuhause zu lassen?“
Sie rollte mit den Augen. „Kaum. Ich habe sogar die alte 'Man
braucht mich auf der Arbeit‘ Sache probiert. Ich habe sogar
meinen Pager mitgebracht, in der Hoffnung, daß Scott mich anruft
und sagt, es gäbe einen Notfall.“
Ich lachte. „Du bist furchtbar! Orli mag es, dich bei sich zu
haben.“
„Ich weiß,“ seufzte sie. „Bei der ersten war
es ja noch spaßig, aber muß es so viele geben? Ich glaube,
wenn die japanische Premiere stattfindet, werde ich sicherstellen,
daß ich im Roten Meer filme oder so.“
„Du bist verrückt,“ sagte ich.
„Danke, daß du es bemerkt hast.“
Wir wandten uns wieder zu Orli, der in seinem dritten Interview steckte.
Ich war froh, daß ich meinen schon früh aus dem Weg gegangen
war. Jetzt konnte ich einfach da stehen und den anderen zugucken.
Orli pirschte sich vorsichtig an seine Fans heran, und ich glaube,
seine Agentin bemerkte das, denn sie versuchte ihn wieder auf den
Teppich zu ziehen, denn er entzog sich ihrem Zerren und wandte sich
der ersten Gruppe zu, wurde sofort von Büchern und Zetteln und
Postern zum signieren überschwemmt. Er redete einen Moment weiter
mit dem Reporter, bevor er seinen Fans die gesamte Aufmerksamkeit
zuwandte und dort blieb, bis der Reporter den Wink verstand und davon
ging.
Ich schielte zu Torrie, deren Blick nicht von Orli abschweifte. Sie
hatte ein sanftes Lächeln auf ihrem Gesicht, als sie ihn ansah,
und ich erinnerte mich an ein Gespräch bei einem ähnlichen
Ereignis, als ich sie fragte, an was sie dachte, wenn sie ihn ansah.
„Liebe,“ hatte sie leise geantwortet. „Abgesehen
von dem Sexobjekt und dem wagemutigen Kerl und dem Talent sehe ich
nur Liebe. Das ist Orli für mich. Schlicht und einfach. Liebe.“
Ich glaube, ihre Antwort beschrieb ihre Beziehung.
Oh, ich sage nicht, daß diese nur Friede, Freude, Eierkuchen
war.
Es waren immer noch Orli und Torrie, und ich schwöre, um ihr
Haus hatte man einen Lärmschutzwall gezogen, den sie mit ihren
Streitereien manchmal durchbrachen. Aber ihre Auseinandersetzungen
waren nie von Dauer und endeten meist damit, daß man sie tagelang
nicht zu Gesicht bekam.
An dem Morgen, an dem die zwei stursten und starrköpfigsten Menschen,
die ich je in meinem Leben getroffen hatte, sich endlich gegenseitig
– statt jedem anderen - ihre Liebe eingestanden hatten, fand
ich Orli gekleidet als Legolas am Set vor, er saß in einem der
Assistentenstühle und wartete darauf, daß der Dreh endlich
begann. Sein Blick war irgendwie abwesend und ein Dauerlächeln
war ihm ins Gesicht gemeißelt. Ich konnte nicht anders, als
ihn zu sticheln.
„Ich liege wohl richtig in der Annahme, daß du letzte
Nacht was hinbekommen hast,“ bemerkte ich, ließ mich neben
ihn in einen Stuhl fallen und streckte meine Hobbitfüße
aus.
Er sah mich mit diesem vollkommenen Legolas-Ausdruck an, ihr wißt
schon, jener, der einem die Schuhe auszieht. Nur, daß ich keine
trug. „Du kannst das, was zwischen mir und Torrie passiert ist,
wohl kaum als 'etwas hinbekommen‘ bezeichnen.“
„Oh Scheiße.“ Ich rollte mit den Augen. „Laß
mich raten. Die Erde bebte, der Himmel stürzte ein und so ein
Mist, richtig?“
Orli schenkte mir auch noch dieses dämliche Lächeln... Okay,
ich bin vielleicht ein Kerl, aber verdammt noch mal, wenn das nicht
ausgesprochen niedlich war.
„So in der Art, ja,“ antwortete er, dann stand er auf
und ging fort. Verdammter Elb.
Seitdem kleben sie aneinander. Orli erschien sogar in einem der 'The
Vast Blue' Specials.
Ich hatte natürlich gefragt, ob dieses das Special über
die Gefahren des Meeres war, die man auf hoher See fangen konnte –
nämlich so was erschreckendes wie Orli. Ich habe noch eine Kopfnuß
dafür bekommen.
Orli machte sich schließlich von seinen Fans los und eilte zu
uns, bevor seine Agentin oder ein anderes Mitglied der Presse ihn
fangen konnte. In dem Moment, als er uns erreichte, glitt seine Hand
in Torries – fast unbewußt.
„Hey Lij!“ Er zog mich zu ihm, umarmte mich und plazierte
einen nassen Kuß auf meinem Mund. Bastard.
Ich wischte mir mit der Hand über den Mund. „Orli, nicht
in der Öffentlichkeit, Mann.“
„Ja, Schatz,“ fügte Torrie hinzu. „Wir nehmen
den süßen kleinen Hobbit heute Nacht mit nach Hause und
dann kannst du mit ihm alles anstellen.“
„Ooh. Kann’s kaum erwarten.“ Orli grinste mich mit
hochgezogener Augenbraue an.
„Ihr beide macht mir Angst,“ erklärte ich ihnen mit
einem Lächeln.
„Was mir Angst macht, ist noch eine verdammte Frage danach,
wann ich endlich eine Webseite aufbaue,“ sagte Orli mit einem
dramatischen Schütteln. „Laßt uns reingehen, bevor
mich noch ein Reporter nach Elben fragt.“
Orli griff meine Hand und zog mich und Torrie mit ihm mit und wir
stürmten durch die Reporter und Fotografen hindurch, als ein
Fan durch die Barrikaden hindurchschlüpfte und sich an Orlis
Hüfte warf. Torrie machte eine Bemerkung darüber, daß
sie darauf hätte kommen sollen, während die Security kam
und das Mädchen wegtrugen und wir es dankbar zur Tür schafften,
wo Ian und Billy applaudierten.
Wir griffen uns ein paar Drinks, standen da und redeten, während
Dom und schließlich Viggo ankamen und sich durch ihre Interviews
quälen mußten, bis sie uns schließlich Gesellschaft
leisten konnten. Schließlich standen Orli und ich etwas abseits,
knabberten an ein paar Häppchen, während Torrie mit Christine
verschwunden war, wahrscheinlich waren sie auf einem Mädchentrip
zum Klo oder so.
„Wie geht es Sean?“ fragte ich. „Kommt er zu dieser
nicht?“
Orli schüttelte den Kopf und nahm einen Schluck von seinem Tee.
Seit dem Unfall hatte er keinen Alkohol angerührt. Ich war so
stolz auf ihn. Gott, ich klang wie ein Vater. „Er sagte, die
London Premiere war genug. Er ist sowieso diese Woche mit seinen Töchtern
verreist.“
Ich nickte. Torrie, Sean und Orli waren gute Freunde, als ob sie die
Vergangenheit einfach hinter sich gebracht und mit ihren Leben weitergemacht
hätten, als ob die Dinge endlich richtig gestellt wären
oder so. Sean hatte eine Weile gebraucht, um über alles hinweg
zu kommen, aber er hatte niemandem die Schuld zugeschoben. Torrie
hatte versichert, daß er sich ziemlich schnell wieder verabredet
hatte und ich konnte mir nicht helfen, aber ich fragte mich, ob da
nicht etwas Eifersucht in ihrer Stimme mitschwang, wenn sie es sagte.
Ich konnte natürlich die Absurdität der ganzen Situation
nicht hinnehmen, ohne meinen Kommentar dazu abzugeben. Ich meine,
seit dem Anfang hatte ich Torrie beobachtet, wie sie ein totaler Idiot
war, sich wegen Orli zu Grunde richtete und sich weigerte, ihm etwas
zu sagen, egal, wie sehr ich sie ermutigte. Habt ihr eine Ahnung,
wie kurz davor mein Kopf war, zu explodieren, als ich Orli vor dem
Fernseher sitzen sah und er Torrie anglotzte? Ich meine, es war wie
ein verdammter Kopfschuß. Den ich nicht vorausgesehen hatte.
Ich denke, ich war einfach zu sehr von der Situation mitgenommen oder
so.
Mein Blick schweifte zu Orli und ich sah ihn einen Moment an, während
seine Augen den Raum durchsuchten. Ich hatte das Gefühl, daß
er Torrie suchte und auf sie wartete. In letzter Zeit hatten wir nicht
wirklich die Möglichkeit gehabt, miteinander zu reden, jedes
Mal, wenn wir uns trafen, schien es, als wären wir von der Presse
umgeben.
„Bist du glücklich, Orli?“ fragte ich.
Er lächelte breit, ohne mich anzusehen. „Ist es das? Glück?
Ich glaube, es wäre eher Euphorie.“
Ich grinste. „Du wirst mir gegenüber doch nicht etwa zum
Poeten, oder?“
Orli lachte. „Scheiße. Ich könnte mit Torries Gelächter
nicht umgehen.“ Er sah zu mir. „Du weißt ja, Frauen
haben wirklich ein starkes Ego.“
„Amen.“ Ich leerte meinen Wein und folgte Orlis Blick
zu Torrie, die angehalten hatte, um mit Billy und Dom zu reden.
„Nächsten Monat wird sie mit einmonatigen Dreharbeiten
über Haie anfangen,“ bemerkte Orli.
Ich runzelte die Stirn.
Normalerweise brachte Orli sowas nicht zur Sprache, wenn es nicht
etwas bedeutete. „Oh?“ fragte ich und wartete auf mehr
Informationen.
„Eine ganze Sendung wird sich um die Großen Weißen
drehen.“
Ich zog eine Grimasse. „Sie wird doch nicht versuchen, mit ihnen
zu schwimmen, oder?“
Er zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht. Ich... ich
habe nicht gefragt. Ich will es auch eigentlich gar nicht wissen.“
Ich sah ihn an, sah ihn wirklich an. „Du bist zu Tode geängstigt,
oder?“
Er nickte und folgte ihr mit den Augen durch den Raum.
„Dann bitte sie, es nicht zu tun,“ schlug ich vor.
Orli schüttelte den Kopf. „Das kann ich nicht machen, Lij.“
Er wandte sich zu mir und lächelte. „Wir mischen uns nicht
in das ein, was dem anderen Spaß macht. Das weißt du.
Es ist ihr Job. So wie ich mir auch sicher bin, daß sie den
Gedanken nicht mag, daß ich Sexszenen mit meinen Co-Stars spiele,
wird sie mir sicher nicht sagen, daß ich es lassen soll.“
„Schauspielen bringt dich aber nicht um.“ Ich bereute
diese Worte in dem Moment, als ich sie sagte, denn Orli erbleichte
ein wenig. „Ich meine, nicht, daß es das wird. Diese Dinge
werden immer sehr genau vorbereitet und ich bin sicher, sie werden
jede Vorkehrung treffen, damit sie keiner Gefahr ausgesetzt sein wird
und ich helfe dir damit wirklich nicht, oder?“
Er schenkte mir ein kleines Lächeln. „Ist schon okay. Du
sagst ja nichts, worüber du nicht wirklich nachgedacht hast.“
Die Unterhaltung endete abrupt, als Torrie neben Orli auftauchte,
er seinen Arm um sie legte und sie für einen schnellen Kuß
an sich zog. Ich sah ihnen schweigend zu und wußte, daß
sie im Moment gar nicht bemerkten, daß ich da war.
Sie verloren sich ineinander und es war irgendwie cool, außerhalb
zu sein und dem zuzusehen. Man erlebt es nicht oft, echte Liebe zwischen
zwei Personen zu sehen.
Nur für einen Moment.
Ein Prickeln durchfuhr mich und ich runzelte die Stirn, wandte meinen
Blick von ihnen ab und zum Kino, wo sich die Leute zu versammeln begannen.
Ich wünschte, Orli würde Torrie sagen, daß er ein
wenig Angst um sie hatte.
Ich denke, wenn sie es wüßte, würde sie nichts Dummes
tun.
Vielleicht würde ich es ihr später sagen müssen, wenn
Orli nicht in der Nähe war.
Er würde mich vielleicht später dafür verkloppen, aber
das wäre es wert.
Ich denke, wir haben die Geheimnisse zu lange einander verschwiegen.
FIN
-Ende-