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Dienen

-eine Fanfiction von Gillian

Disclaimer:
Alle Charaktere Tolkiens gehören Tolkien. Alle Orte und historischen Ereignisse aus Tolkiens Welt gehören Tolkien. Ich verdiene mit dieser Geschichte kein Geld. Allerdings erhebe ich Anspruch auf das Urheberrecht aller meiner eigenen Charaktere, Orte und Handlungen. Ich möchte gefragt werden, bevor sie für eine andere Geschichte weiterverwendet werden.


~ ~ ~ Kapitel 9 ~ ~ ~
„Konsequenzen“

 

Die beiden Hobbits waren total aufgeregt. Hatte Legolas eine Freundin? Nun ja, zumindest hatten sie sich geküsst. Das war ja schon mal ein guter Anfang.
„Legolas, du Schuft! Wieso hast du uns nicht erzählt, dass du eine Freundin hast?“ Pippin grinste, als der Elb mit Shanya auf ihn zukam.
„Pippin, halt den Mund“, meinte Legolas auf einmal sehr schüchtern. Leicht lächelnd sah er Shanya an, die seinen Blick ebenso scheu erwiderte. Dann umarmte er die beiden Hobbits und zog Shanya heran.

„Also. Shanya, darf ich dir vorstellen, das sind Merry und Pippin. Sie sind sehr gute Freunde von mir. Wir haben einiges zusammen durchgemacht.“
„Es freut mich wirklich sehr, Eure Bekanntschaft zu machen, werte Herren.“ Shanya deutete höflich einen Knicks an. Schließlich hatte sie hier zwei Helden vor sich stehen.
Die Hobbits verbeugten sich tief vor ihr, baten aber gleichzeitig darum, einfach nur Merry und Pippin genannt zu werden.
„So werte Herren sind wir nun wirklich nicht, Shanya.“
Merry grinste über das ganze Gesicht.
Als Shanya ihn daraufhin verständnislos ansah, zwinkerte er sie an: „Du wirst schon noch merken, was ich meine.“

~ * ~ * ~

Nachdem Shanya den beiden Hobbits ihre Zimmer gezeigt hatte, erledigte sie ihre Hausarbeit. Die vier Gefährten hatten sich derweil in die Sonne gesetzt. Ihr Gespräch drehte sich um Thramos, Shanya und die Geschehnisse der vergangenen Tage.

„Und er behandelt sie wirklich so schlecht?“ Pippin hatte Mitleid mit der Halbelbin. Sie war ihm sofort sympathisch gewesen.
„Ja, leider. Aber das wird sich bald ändern“, sagte Legolas und nippte an seinem Tee.
„Er hat vor, sie zum Ball mitzunehmen. Und danach will er, dass sie mit ihm kommt, weg von hier.“ Gimli übernahm für seinen Freund die Erklärung.

„Weißt du was, Legolas? Das ist die beste Idee, die du seit langem hattest.“ Merry grinste ihn an. „Aber eigentlich hatten wir vor, ins Dorf zu reiten. Wir haben noch ein bisschen was zu besorgen.“

„Ihr wollt ins Dorf? Dann begleiten wir euch besser. In dieser Gegend sieht man Fremde nicht allzu gern.“ Legolas ging ins Haus, um Shanya Bescheid zu geben. Er fand sie in der Küche.

„Shanya? Wir reiten ins Dorf. Merry und Pippin wollen ein paar Kleinigkeiten besorgen. Kommst du mit?“
Die Halbelbin schüttelte den Kopf. „Ich kann nicht. Ich muss das Abendessen vorbereiten und noch das Bad putzen.“
„Kannst du das nicht später machen? Wir haben doch grad erst Mittag.“
Shanya lächelte. „Und zwei Hobbits als Gäste. Wenn die Geschichten stimmen, ist unsere Vorratskammer heute Abend eh leer.“
Legolas grinste. Da könnte sie Recht haben.
Shanya sah ihn an. „Ich möchte Thramos auch nicht reizen. Geht ihr nur. Ich erledige in der Zwischenzeit meine Arbeit.“
„Soll ich vielleicht doch besser hier bleiben?“ Legolas machte sich Sorgen. Er ließ sie nicht gern allein mit ihrem tyrannischen Onkel.
Shanya schüttelte den Kopf. „Nein, geh mit deinen Freunden mit. Du hast die Stimmung im Dorf erlebt. Es ist besser, wenn du sie begleitest.“
Legolas seufzte. „Na gut. Soll ich dir was mitbringen?“
Shanya konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Nein. Nein, danke. Ich brauche nicht. Aber danke für das Angebot.“

„Legolas“ Nun komm schon!“, schallte Merrys Stimme von draußen zu ihnen.

Die Elbin lächelte. „Nun geh schon. Ich komme schon zurecht.“
„Wir sind in 4 Stunden wieder da.“
„Gut.“ Shanya nickte. Das bedeutet 4 Stunden Angst.
„Pass auf dich auf“, sagte Legolas, dann verließ er die Stube. Shanya sah ihn traurig hinterher.

~ * ~ * ~

Sie war damit beschäftigt, das Bad zu putzen, als Thramos in der Tür erschien.

„Wir haben neue Gäste?“ Er hatte sich an den Türrahmen gelehnt und beobachtete seine Nichte, wie sie die Wanne reinigte.

„Ja, zwei Hobbits. Sie sind auf dem Weg zum Ball der Königin. Sie sind zwei der Ringgefährten.“ Shanya kümmerte sich nicht weiter um ihn, sondern ging ihrer Arbeit nach.

Thramos beobachtete sie. Shanya spürte seine Blicke in ihrem Rücken und hielt mit ihrer Tätigkeit inne. Sie sah ihn an.
„Ist irgendwas?“

Thramos kam ins Zimmer und schloss die Tür hinter sich. Shanya war unwohl. Angst kroch durch ihre Adern.

„Ich dachte, ich hätte dir klar gemacht, dass ich nicht will, dass du dich mit diesem Elben abgibst, Shanya. Aber leider musste ich feststellen, dass dich das anscheinend überhaupt nicht interessiert.“

Shanya wurde schlecht. Das konnte doch gar nicht sein.

„Ich weiß nicht, was du meinst.“

Rumms! Ihr Kopf flog zur Seite, als Thramos Schlag sie völlig unvermittelt traf. Shanya strauchelte, konnte sich allerdings auf den Beinen halten. Ihr Kopf schmerzte.

Wütend funkelte sie ihren Onkel an. „Wofür war das?“

Thramos’ Stimme klang bedrohlich leise: „Ich hab gesehen, wie du diesen Elb geküsst hast! An der Koppel! Ich hatte dich gewarnt, Shanya!“

„Du hast mich gewarnt?“ Shanya erwiderte. Sie konnte nicht anders. Sie hatte genug. Genug von den Schlägen, genug von ihrer Angst. Sie wollte doch einfach nur in Ruhe leben.
„Ich bin nicht dein Eigentum! Ich kann tun und lassen, was ich will! Und ich küsse, wen ich will, verdammt noch mal! Das hast du nicht zu entscheiden! Ich hab genug davon, hörst du! Du bist nicht mein Vater! Und ich mag Legolas. Ist das denn so verkehrt? Er ist ein Elb! Er ist genau wie ich! Und das kannst du nicht verhindern!“

Sie schrie ihm diese Worte entgegen. Tränen traten in ihre Augen, als sie endlich das sagte, was sie all die Jahre hinuntergeschluckt hatte. Thramos erwiderte ihren Blick mit Eiseskälte.

„Na warte. Dir bringe ich schon noch Manieren bei!“

Shanya konnte sich gegen die harten Schläge ihres Onkels nicht wehren. Immer und immer wieder schlug er auf sie ein. Diesmal allerdings nicht auf ihr Gesicht. Dieses verschonte er. Vielleicht aus Angst vor Legolas.

Auch als sie bereits am Boden lag, ließ er nicht von ihr ab. Immer wieder schlug er ihr mit seinen Fäusten in den Bauch und auf ihren Oberkörper. Shanya krümmte sich vor Schmerzen und hoffte verzweifelt auf Hilfe. Aber ihre Hilfeschreie wurden durch die Tränen, die ihr übers Gesicht rannten, erstickt. Es hätte sie ja ohnehin niemand gehört. Legolas war im Dorf. Er konnte ihr nicht helfen.

 

Thramos schlug und trat wie von Sinnen auf die Halbelbin ein. Immer wieder rammte er ihr seinen Fuß in den Unterleib. Als er ihr vor den Brustkorb trat, hörte er, wie die Rippen brachen.

Als er endlich von ihr abließ, lag Shanya halb bewusstlos am Boden. Sie wusste, dass er ihr ein paar Rippen gebrochen hatte. Jeder Atemzug verursachte stechenden Schmerz in ihrem Körper, der sich durch Mark und Bein zog. Sie krümmte sich zusammen und atmete schwer.

Thramos beugte sich mit einer gefährlichen Ruhe über sie: „Wenn du dem Elben irgendetwas davon erzählst, Shanya, dann kannst du was erleben. An dich komme ich dann vielleicht nicht mehr heran. Allerdings wüsste ich zu gerne, was du tun würdest, wenn du Camaro eines schönen Morgens tot im Stall finden würdest. Das liebe Pferdchen des Herrn Papa. Es wäre doch wirklich zu schade um das schöne Tier. Zwing mich nicht, es darauf ankommen zu lassen. Ich finde dich, Shanya. Egal, wo du dich versteckst. Egal, wo dein Elbenfreund dich zu verstecken versucht. Ich finde dich. Ich werde deine Freunde finden, Shanya, deine Familie. Ich werde dich verfolgen bis ans Ende meiner Tage. Du wirst dich immer fragen müssen, ob deine Kinder sicher sind, wenn sie das Haus verlassen. “

Er erhob sich. Mit einem spöttischen Lächeln sah er auf sie hinab. „Haben wir uns verstanden?“

Als Shanya sich nicht rührte, wiederholte er seine Frage: „Ich will wissen, ob wir uns verstanden haben?“

Erst, als Shanya nickte, sah er zufrieden aus und verließ den Raum.

Shanya blieb am Boden liegend mit ihrer Angst, ihrer Trauer und ihren Schmerzen zurück.

 

~ ~ ~ tbc ~ ~ ~

Kapitel 10

 





 

 

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