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Dienen

-eine Fanfiction von Gillian

Disclaimer:
Alle Charaktere Tolkiens gehören Tolkien. Alle Orte und historischen Ereignisse aus Tolkiens Welt gehören Tolkien. Ich verdiene mit dieser Geschichte kein Geld. Allerdings erhebe ich Anspruch auf das Urheberrecht aller meiner eigenen Charaktere, Orte und Handlungen. Ich möchte gefragt werden, bevor sie für eine andere Geschichte weiterverwendet werden.


~ ~ ~ Kapitel 31 ~ ~ ~

 

 

Verlobung, Zweifel und eine letzte Nacht

 

 

Die Monate vergingen. Legolas und Shanya waren zusammen mit den Hobbits, Gimli und auch Samin, die sich zu Shanyas Freude dazu entschlossen hatte, an ihrer Seite zu bleiben, in Richtung des Düsterwaldes aufgebrochen und hatten Bruchtal vorläufig den Rücken gekehrt.

Während Gimli die vier Hobbits bis ins Auenland begleitete, trennten sich Legolas, Shanya und Samin von der Gruppe und ritten allein weiter in den Düsterwald.

 

Zu Shanyas und auch Legolas' Erleichterung wurde die Elbin gut aufgenommen, abgesehen von ein paar bissigen Blicken der Dienstmädchen. Shanya verstand sich gut mit Legolas' Vater Thranduil, vielleicht, weil sie am Anfang noch sehr schüchtern gewesen war. Mit der Zeit hatte sie dann jedoch an Selbstsicherheit gewonnen und ließ sich nicht mehr so schnell das Wasser reichen.

 

Legolas hatte die vergangenen Monate dazu gebraucht, Shanya sowohl im Bogenschiessen als auch im Nahkampf auszubilden. Er hatte dabei festgestellt, dass sie mit einem Langschwert nicht so gut zurechtkam, mit zwei Kurzschwertern allerdings umso besser. Dieser Umstand hatte Legolas stolz lächeln lassen. Es gab nicht viele Elbinnen, die im Umgang mit gleich zwei Schwertern so geschickt waren wie Shanya. Da er selbst mit zwei Kurzschwertern kämpfte, wusste er, wie schwierig und auch gefährlich dies war.

 

So gingen die Monate ins Land und Shanya lebte scheinbar glücklich an der Seite des Thronerben. Der Mai war angebrochen und Shanyas 23. Geburtstag stand bevor. Zu ihrer Überraschung hatte Legolas sowohl die vier Hobbits als auch den Zwergen eingeladen und wieder einmal hatten sich die fünf Gefährten auf den Weg in den Düsterwald gemacht.

 

Es war eine schöne Feier. Shanya war der Mittelpunkt des Abends, Legolas natürlich immer an ihrer Seite. Es wurde viel getanzt und gelacht, die Hobbits rissen einen Witz nach dem anderen und auch der Zwerg stand ihnen diesmal in nichts nach.

 

Als Legolas sich während des Essens plötzlich erhob und zu einer kleinen, aber ausdrucksstarken Rede ansetzte, bemerkte Shanya wieder einmal, wie sehr sie ihn liebte. Und auch er unterstrich seine Gefühle für sie, als er sie bat, aufzustehen. Shanya hatte keine Ahnung, was er vorhatte, als er seine lange Kette unter seiner Tunika hervorholte. Sie kannte diese Kette. An ihr befestigt waren zwei identische Anhänger mit den Insignien der königlichen Familie des Düsterwaldes. Er öffnete die Kette, entnahm einen Anhänger und befestigte diesen an einer zweiten Kette. Dies alles geschah in absoluter Stille, da anscheinend jeder außer Shanya wusste, was er tat.

Als er sich seine eigene Kette wieder umgehangen hatte, sah er Shanya an, die seinen Blick verwirrt erwiderte.

„Shanya, ich liebe dich und möchte die Ewigkeit mit dir verbringen. Mein Herz habe ich dir bereits geschenkt. Wir sind aneinander gebunden und ich werde nie wieder eine Frau so lieben wie dich. Und deswegen bitte ich dich hiermit, mir die größtmögliche Freude zu machen. Trage diese Kette als Zeichen unserer Liebe. Werde meine Frau und verbringe die Ewigkeit mit mir."

 

Shanya spürte, wie alle Blicke im Festsaal auf sie gerichtet waren. Er hatte um ihre Hand angehalten. Himmel, hatte er sie denn nicht vorwarnen können?

Doch Shanya wusste auch, dass sie nicht „Nein" sagen konnte. Dazu liebte sie ihn zu sehr.

Lächelnd trat sie auf ihn zu und deutete auf die Kette in seiner Hand. „Lege sie mir um."

Legolas lächelte, tat, was sie gesagt hatte und zog seine Verlobte dann zu einem leidenschaftlichen Kuss an sich. Um sie herum brandete Applaus auf und die Gäste ließen die zukünftige Königin des Düsterwaldes hochleben.

 

~ * ~ * ~

 

Um ein Uhr nachts endete dann jedoch auch diese rauschende Geburtstagsfeier, die sich plötzlich in eine Verlobungsfeier verwandelt hatte und Legolas und Shanya machten sich auf den Weg in ihr gemeinsames Schlafgemach.

 

~ * ~ * ~

 

„Was ist mit dir?" Legolas sah Shanya an, die den ganzen Abend seltsam ruhig an seiner Seite gewesen war.

„Gar nichts. Es geht mir gut." Shanya lächelte ihn an. Ein flaues Gefühl hatte sich in ihrer Magengegend gebildet, als sie ihn ansah und glatt anlog. Es ging ihr ganz und gar nicht gut. Eine Entscheidung hatte sich in den vergangenen Wochen entwickelt, von der sie wusste, dass sie richtig war. Aber dennoch war ihr zum Heulen zumute, als sie daran dachte, was sie vorhatte.

„Wirklich?" Legolas nahm ihr das nicht ganz ab. Dafür kannte er sie zu gut.

„Wirklich. Mach dir keine Sorgen." Shanya kuschelte sich an ihn und Legolas zog sie fester in seine Arme. Schmusend schlenderten die Verlobten die Gänge entlang zu ihrem Gemach und achteten dabei nicht auf die Blicke der an den Ein- und Ausgängen postierten Wachen.

 

In ihrem Schlafgemach angekommen, verschwand Shanya sofort im angrenzenden Badezimmer.

 

~ * ~ * ~

 

Als sie wenig später ins Bett kletterte, lächelte Legolas sie an und zog sie zu sich. Shanya fügte sich lachend und kuschelte sich an ihn.

„Shanya, ich merke doch, dass irgendetwas nicht stimmt. Kam mein Antrag zu überraschend?"

„Nein! Nein, ich liebe dich, Legolas. Wie hätte ich ablehnen können? Süßer, es ist wirklich alles in Ordnung. Es geht mir gut."

„Wir lassen uns mit der Hochzeit Zeit, einverstanden? Wir planen alles ganz in Ruhe und ohne Hektik."

„Das wär mir sehr lieb, danke." Shanya rutschte noch etwas weiter an ihn und bettete ihren Kopf auf seiner nackten Brust.

„Es geht dir also wirklich gut?" Noch immer schien Legolas nicht zufrieden gestellt zu sein.

Shanya lachte. „Sicher. Ich muss mich nur erst daran gewöhnen, mit dir verlobt zu sein. Das ist alles."

„Aber wenn es nicht so wäre und dich etwas bedrücken würde, dann würdest du doch mit mir darüber reden, nicht wahr?" Legolas sah sie an.

Shanya lächelte und nickte dann. „Natürlich."

 

Dabei war gar nichts in Ordnung. Shanya hatte eine Entscheidung gefällt, die sowohl ihr als auch sein Leben ganz gewaltig durcheinander bringen würde. Doch sie konnte nicht mit ihm darüber reden. Er würde es nicht verstehen und versuchen, sie daran zu hindern. Vor allem jetzt, nachdem er ihr einen Antrag gemacht hatte.

Shanya spürte, wie Traurigkeit in ihr hochstieg und sie fühlte Legolas' prüfenden Blick auf ihr. Um sich selbst und auch ihn zu beruhigen schob sie sich etwas weiter nach oben und verschloss seine Lippen ohne ein weiteres Wort mit ihren.

 

~ * ~ * ~

 

Legolas lächelte, als Shanya ihn zärtlich küsste.

 

Er zog sie enger an sich und legte seine Arme fest um sie. Ihre Zungen spielten leidenschaftlich miteinander und neckten sich immer wieder gegenseitig.

 

Ein Schauer lief Shanya den Rücken hinunter, als Legolas seine Hände unter ihr Nachthemd gleiten ließ. Zart, beinah kaum spürbar, ließ er sie an ihren Seiten hoch und runter fahren.

Legolas registrierte zufrieden ein leichtes Seufzen seiner Verlobten, die den Kuss beendete und ihre Lippen an seinem Hals entlangfahren ließ. Legolas küsste ihre Schultern, während seine Hände immer noch ihren Rücken streichelten.

 

Shanya seufzte. Es fühlte sich so gut an. Er fühlte sich so gut an. Seine Hände auf ihrem Rücken, sein Körper unter ihrem. Wenn es doch für immer so sein könnte.

Als wenn Legolas etwas von ihren düsteren Gedanken geahnt hätte, drehte sich der Elb plötzlich mit ihr und begrub Shanya unter ihm. Leidenschaftlich küsste er sie, während seine rechte Hand nach unten fuhr und ihr linkes Bein umschloss. Bestimmend zog er es hoch und Shanya winkelte es an. Sie drückte ihren Körper näher an seinen, wollte mehr von diesen zarten Berührungen spüren.

 

Legolas' Mund suchte sich einen Weg an ihrem Hals entlang und hinterließ eine Spur von brennenden Küssen. Zart knabberte er an ihrer samtartigen Haut, biss ab und zu leicht hinein, nur um die malträtierte Stelle dann wieder sanft zu küssen. Shanya atmete schneller und er spürte, wie sie sich fallen ließ.

 

Seine Hände schoben sich weiter unter ihr Nachthemd, zogen es über ihren Kopf. Ihre Blicke trafen sich und die Welt schien stehen zu bleiben. Ihre grün schimmernden Augen blickten direkt in seine strahlenden blauen, bevor er lächelte und sie zärtlich küsste.

Seine Hände glitten über ihren durch die harten Trainingsstunden der vergangenen Monate durchtrainierten Bauch. Er hielt in seinen Liebkosungen inne, als seine Fingerspitzen die feine Narbe an ihrer Seite berührten. Shanya zuckte merklich zusammen, ihre Augen öffneten sich und sie suchte Legolas' Blick.

 

Mit einem aufmunternden Lächeln ließ er seine Fingerspitzen über die Narbe gleiten.

„Wie gerne hätte ich all das verhindert." Seine Stimme war nicht mehr als ein Flüstern, doch Shanya verstand jedes einzelne Wort.

„Legolas, es ist nicht wichtig. Jetzt nicht mehr."

 

Legolas' Blick glitt wieder zurück zur Narbe und er nickte lächelnd.

„Ja, du hast Recht. Jetzt nicht mehr."

 

Er senkte seine Lippen auf die letzte Erinnerung an Shanyas Leben in Imris. Zärtlich liebkoste er die Stelle, die Shanya an den Rand des Todes gebracht hatte.

Die Elbin schloss wieder die Augen und glitt zurück in die Kissen. Seufzend gab sie sich den Berührungen ihres Verlobten hin, dessen Lippen ruhelos über ihren Körper wanderten.

 

~ * ~ * ~

 

!!! Anmerkung der Autorin: !!!

Diese Stelle dieses Kaps ist nicht für Jugendliche unter 18 Jahren geeignet. Deswegen überspring ich meine Erzählungen in dieser Version.

Aber im Grunde geschieht eigentlich nicht wirklich was Wichtiges. Die Beiden schlafen miteinander, sagen sich, dass sie sich lieben und schlafen ein...

 

~ * ~ * ~

 

Später in dieser Nacht stand Shanya leise auf und verschwand im Badezimmer. Sie zog sich an und packte einige wenige persönliche Sachen zusammen. Die Kette mit den Insignien der königlichen Familie hängte sie sich um, sie war nun einmal seine Verlobte und das würde sich auch nicht ändern.

 

Dann setzte sie sich an einen kleinen Tisch und schrieb im Schein einer Kerze und mit Tränen in den Augen ein paar Zeilen an ihren Geliebten.

 

~ * ~ * ~

 

Noch lange stand Shanya in dieser Nacht an ihrem gemeinsamen Bett und betrachtete Legolas. Er schlief tief und fest, zu sehr hatte ihn der Liebesakt der beiden ausgelaugt, als dass er nun aufgewacht wäre.

Und doch hoffte sie es. Wenn er doch nur aufwachen und sie zurückhalten würde. Doch er tat es nicht. Er ließ sie gehen.

Mit Tränen in den Augen beugte sie sich zu ihrem Geliebten hinab und legte ihre Lippen ein letztes Mal sanft auf seine. Den Brief legte sie auf ihr Kissen. Sie wusste, sie würde den Düsterwald bereits weit hinter sich gelassen haben, wenn er ihre Zeilen lesen würde.

 

„Ich liebe dich. Hörst du? Ich liebe dich." Sie flüsterte es ihm zu, in der Hoffnung, er würde es hören. Und vielleicht tat er das, denn ein Lächeln bildete sich auf seinem hübschen Gesicht.

Nach einem letzten Blick auf die Liebe ihres Lebens verließ sie leise weinend das Zimmer.

 

~ * ~ * ~

 

Nachdem Shanya sich zum Pferdestall geschlichen hatte, trat sie an Camaros Box. Der junge Hengst begrüßte sie mit einem leisen Wiehern.

„Na, mein Freund? Bereit für eine kleine Reise?"

Shanya schluckte die immer wieder aufsteigenden Tränen hinunter und begann, ihren treuen Hengst zu satteln.

 

Plötzlich hörte sie, wie eine weitere Box geöffnet wurde. Erschrocken fuhr sie herum und hielt erstaunt inne.

Samin lächelte sie an, während sie ihr eigenes Pferd sattelte.

 

Shanya spürte Tränen der Erleichterung in sich aufsteigen, als Samin stillschweigend um die Erlaubnis bat, sie begleiten zu dürfen. Shanya nickte und schweigend fuhren beide fort, ihre Pferde fertig zu machen.

 

~ * ~ * ~

 

Nachdem sie die Pferde aus dem Stall geführt hatten, saßen beide auf.

Shanya weinte leise, als sie ein letztes Mal zu den Gebäuden der Königsfamilie schaute.

„Ich weiß nicht, was uns erwarten wird, Samin. Ich weiß nicht, wie lange wir weg sein werden. Bitte sei dir dessen bewusst. Ich weiß nicht, was geschehen wird."

 

Samin nickte, lächelte Shanya dann jedoch an: „Aber ich weiß, dass jeder einen Freund an seiner Seite braucht, um in Mittelerde überleben zu können. Ich bin da, Shanya. Ich lass dich nicht allein."

 

Shanya schluchzte beim Klang dieser Worte und Tränen liefen ihr die Wangen hinab.

 

Legolas...

 

„Ich komme wieder. Bitte vergiss das nie." Shanya flüsterte es in die Richtung ihres Schlafgemachs, in dem Legolas vermutlich noch immer selig träumte.

 

Dann wendeten die beiden Elbinnen ihre Pferde und verließen den Düsterwald in eine ungewisse Zukunft.

 

 

 

~ ~ ~ tbc ~ ~ ~

 

 

Kapitel 32

 

 





 

 

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