Disclaimer: Disclaimer: Abgesehen von Filegon und Lalaithwen
gehört mir nichts, alles andere *including Legolas* gehört
nur J.R.R. Tolkien...und wie immer verdiene ich kein Geld mit dieser
Story! *wäre ja auch n Ding...tz*
Alles Gedankengut der Autorin ist unter dem Copyright des "persönlichen
Gedankenguts" als "geschützt" zu akzeptieren.
Lalaithwen war sich sicher, alles nur geträumt zu haben, als
sie langsam wieder zu sich kam. Sie hatte schreckliche Kopfschmerzen,
wie nach einer honigweindurchzechten Nacht. Wahrscheinlich hatte Filegon
sie in irgendeine Schenke geschleppt und nun konnte sie sich an nichts
mehr erinnern, außer an...blaue Augen. Ja, tiefblaue Augen,
wie sie sie noch nie zuvor gesehen hatte. An nichts anderes konnte
sie sich erinnern. Das verwirrte sie nur noch mehr und als sie sich
aufrichten wollte, um wie geglaubt aus ihrem Bett zu steigen, bemerkte
sie zum ersten Mal, dass sie an Händen und Füßen gefesselt
war. Lalaithwen, die sich noch immer nicht an den kleinen Diebeszug
durch den Markt erinnern konnte, geriet in Panik. In welchen Schuppen
hatte ihr Bruder sie nur mitgeschleppt? Vielleicht hatte der Wirt
mal wieder mitbekommen, dass die beiden nicht bezahlen konnten und
sie nun hier angekettet. (wie es leider viel zu oft vorgekommen war
in früheren Tagen) Aber wo zum Bimbam war Filegon? Was war mit
ihm geschehen? Und wieso war alles in ihrer Umgebung so dunkel, dass
sie nichts sehen konnte? War sie erblindet? Oder steckte sie in einem...Verlies?
Die Elbin bekam es mit der Angst zu tun, sie wusste ja noch nicht
einmal, WO sie war. Sie zerrte wie wild an den Eisenketten, die ihre
Knöchel und Handgelenke fest umschlossen, so lange, bis sie sich
die Haut wund rieb und jeder weitere vergebliche Befreiungsversuch
nur noch mehr Schmerzen bereitete. Vor lauter Verzweiflung wollte
sie schreien, aber sie realisierte, dass ihre Stimme nicht mehr als
ein leises Krächzen war und sie nur mit Mühe wenige Laute
hervorbringen konnte. "Hilfe...wo bin ich...", ihre Stimme
erstarb sofort wieder. Ihre Kehle fühlte sich trockener an als
ein Stückchen Lembas und allein schon durch die letzte Anstrengung,
die sie vorhin aufgebracht hatte bei dem Versuch ihre Fesseln zu lösen,
ließ ihr Herz förmlich rasen, ihre Brust fühlte sich
wie zugeschnürt an, das Atmen fiel ihr schwer. Kraftlos lehnte
sie sich zurück, versuchte, ihre Gedanken zu ordnen, ihre Angst
zu verdrängen.
Dann kehrte die Erinnerung zurück...Stück für Stück.
Vor ihrem inneren Auge spielte sich die gesamte Marktszene noch einmal
ab, wie Filegon den Verkäufer abgelenkt hatte während sie
das Gemüse stahl...und dann...die Flucht vor der nudelholzschwingenden
Alten. Wäre sie nicht gewesen, wäre alles glatt gegangen
und Lalaithwen und ihr Bruder hätten seit Tagen endlich wieder
etwas im Magen gehabt. Irgendetwas musste dann schiefgegangen sein,
hatte man sie gefasst? Wenn ja, wo war Filegon, hatten sie ihn in
dem ganzen Trubel mit heiler Haut davonkommen lassen? Sie ärgerte
sich, noch nie war etwas schiefgegangen bei einem ihrer Streifzüge
und ausgerechnet an solch einem Tag, an dem sie mehr mit einem Mal
erbeutet hatte als jemals zuvor, musste sie erwischt werden.
"Himmel Arsch und Zwirn!", maulte sie vor sich hin und
rüttelte wütend an den Fesseln, die Schmerzen ignorierend.
"Nanana, wir wollen doch nicht anfangen, herumzufluchen",
erklang eine belustigte Stimme ganz in der Nähe und Lalaithwen
zuckte zusammen. Die ganze Zeit über war jemand bei ihr gewesen
und sie hatte es in ihrer Panik gar nicht mitbekommen. (nun gut, sie
war so oder so nicht immer ein Blitzmerker gewesen) Sie konnte niemanden
erkennen, ihre Umgebung schien schwärzer als Düsterwalds
Nächte zu sein, sie konnte nicht einmal die Begrenzung des Raumes,
in dem sie gefangen war, ausmachen. Und dazu noch diese Stimme...sie
kam ihr seltsamerweise bekannt vor, obwohl sie sie nicht sofort zuordnen
konnte. Unsicher, was sie nun tun sollte, schwieg sie und wartete
ab. Der Unbekannte, der in einem Raum mit ihr verweilte, beobachtete
sie. Das konnte sie regelrecht spüren. Solange sie nicht sehen
konnte, mit wem sie es zu tun hatte, würde sie auf der Hut sein
müssen. Vielleicht war er ebenso ein Gefangener wie sie, oder
einer der Wachen. In diesem Moment kam ihr der erschreckende Gedanke,
dass es tatsächlich eine der Wachen sein konnte, die auf dem
Gemüse, das sie auf dem Marktplatz verstreut hatte, ausgerutscht
war - und sich nun vielleicht auf grausame Art und Weise dafür
rächen wollte...einmal hatte sie eine Geschichte über einen
Kerkermeister in Mordor gehört, der seine Opfer schrecklich quälte,
indem er sie durchkitzelte, bis sie sich buchstäblich totlachten.
Gut, diese Story hatte ihr einmal Filegon erzählt, als sie gerade
einmal 500 Jahre alt gewesen war und er hatte ihr damit nur einen
Schrecken einjagen wollen. Aber trotzdem kamen ihr nun all diese Gedanken
in den Sinn, eine traumatische Kindheitserinnerung, und sie wünschte
sich weit fort...ganz weit fort!!!
"Was ist, hat es dir so plötzlich die Sprache verschlagen?",
lachte die Stimme und zu Lalaithwens Schrecken erklang sie nun noch
näher als zuvor. Ohne dass sie es so recht bemerkte, kniff sie
ängstlich die Augen zusammen (obwohl sie mit offenen Augen schon
nichts sehen konnte) und wagte es kaum noch zu atmen. Sie lauschte
angestrengt auf jedes kleinste Geräusch, wer immer da bei ihr
war, sie war ihm hilflos ausgeliefert! "Keine Angst, Mädchen,
denkst du etwa, ich will dir etwas antun? Hätte ich es denn dann
nicht schon längst getan?", sagte er und Lalaithwen erzitterte,
als sie den warmen Hauch seines Atems direkt vor ihrem Gesicht spürte.
Sie senkte ihren Kopf, wagte es nicht, ihre Lider zu öffnen.
Er schien ihr wachsendes Unbehagen zu bemerken und zog sich langsam
wiederum zurück. Sie saß zusammengekauert, so weit es die
Ketten zuließen, regungslos da und wartete nur darauf, dass
irgendetwas Schreckliches geschehen würde. Vielleicht hatte er
ihr bis jetzt nur nichts getan, weil er sie foltern wollte, wenn sie
wieder ganz bei Bewusstsein war. (Keine Frage, Lalaithwen hatte eine
blühende Fantasie, aber wer hätte in so einem Moment voller
Angst nicht annähernd dasselbe gedacht?)
"Ich sehe, es ist hoffnungslos, aus dir ein paar Worte herauszubekommen,
ich hätte dich wohl eher in dem Glauben lassen sollen, allein
hier zu sein, dann wärest du vielleicht ein wenig gesprächiger
gewesen!", spaßte er weiter, doch ihr war ganz und gar
nicht zum Scherzen zumute. "Wo bin ich?", brachte sie nur
mit erstickter Stimme hervor. Zunächst herrschte bedächtiges
Schweigen, der Duft von Wachs erfüllte den Raum, dann aber hörte
sie ihn antworten: "Mach deine Augen auf, dann wirst du es sehen"
Na toll, einen besseren Ratschlag hätte er ihr nicht geben können,
dachte sie in diesem Augenblick, wagte es dann aber doch, vorsichtig
die Lider zu öffnen. Erschrocken blinzelte sie gegen das plötzliche
Licht, auf das sie nicht gefasst war. Dieser Elb oder was immer er
war, schien einige Kerzen angezündet zu haben, denn sie sah nun
nicht nur den Raum, in dem sie gefangen war, sondern auch einen langen
Gang, der sich hinter den Gitterstäben erstreckte. Sie war tatsächlich
in einem Verlies! "Du bist im Kerker des Palastes vom Düsterwald",
fuhr er fort und endlich wandte sie sich ihm zu. Erschrocken zuckte
sie zusammen, als sie ihn erblickte. "Was ist?", lächelte
er, "Bin ich denn so schrecklich anzusehen?"
Das war er ganz und gar nicht, es war der Elb, den sie bei ihrer
Flucht beinahe über den Haufen gerannt hatte, sie erkannte ihn
an seinen Augen. "Ist das eine rhetorische Frage?", gab
sie nur leise zurück, und verfluchte sich selbst in diesem Moment
für ihren blöden Kommentar, doch sie war nicht mehr in der
Lage, einen vernünftigen Gedanken zu fassen. Wider erwarten lachte
der Elb (er schien nur ein wenig älter als Filegon zu sein) und
schaute sie direkt an, worauf sie verschüchtert den Blick senkte.
"Du gefällst mir, kleine Gemüsediebin, du bist nicht
auf den Mund gefallen!" "Nein, wohl eher auf den Kopf, wie
es sich anfühlt...", murrte sie, sie war ganz und gar nicht
in der Laune, dem Vergnügen des Elben beizutragen. "Ja,
die Wachen hatten so ihre Schwierigkeiten, dich zu fassen, haben dich
sogar leicht verwundet. Aber du bist immer weitergelaufen...bis..."
Lalaithwen wurde rot, als er sie so angrinste, ihre Situation gefiel
ihr immer weniger, ein peitscheschwingender Foltermeister wäre
ihr sogar lieber gewesen, als diese Konversation mit ihm, der sich
über sie lustig machte. "Ich weiß, ich habe Euch umgerannt,
na und, ist das der Grund, dass ich angekettet bin? Ich habe Hunger
gehabt und habe mir das Gemüse hart erarbeitet..."
"Gar keine Frage", erwiderte er beiläufig.
"Ich habe niemandem geschadet, warum werde ich dann hier festgehalten,
als wäre ich ein Meuchelmörder?"
"Der König ist derzeit nicht gut auf Unruhestifter zu sprechen,
aber keine Sorge, er wird sich schon wieder beruhigen. Bis dahin bleibst
du aber besser noch hier, schließlich soll es ja noch etwas
auf dem Frühlingsfest zu essen geben!"
"Wie war das? Ihr müsst sicherlich nicht hungern, nicht
wahr? Ihr seid sicher einer dieser wohlhabenden Waldelben. Ihr habt
Euer warmes Bett, immer genug zu essen und zu trinken.", fuhr
sie ihn wütend an, er lachte sie aus und das verletzte ihren
Stolz.
"Ja, endlich mal, nach langer Zeit. Hör auf, dich zu beschweren,
es wird dir nicht aus deiner Lage helfen...ich sorge dafür, dass
du gut verpflegt wirst, bis mein Vater dir gestattet, wieder unbeschwert
ehrliche Händler auszurauben!", gab er ebenso erzürnt
zurück, machte kehrt und rief eine der Wachen zu sich. "Wache,
ich wünsche zu gehen!"
"Sehr wohl, Euer Hoheit, mein Prinz!", sagte ein Elb ehrfürchtig
und entließ ihn aus der Zelle. Lalaithwen war anfangs überrascht,
als sie den Wachmann so sprechen hörte, dieser Elb, mit dem sie
zusammengestoßen war, war doch tatsächlich der Sohn des
Königs! (Sie wusste, sie war in das gewaltigste Fettnäpfchen
getreten, was man sich vorstellen konnte)
"Ich wünsche zu gehen...", äffte sie ihn wütend
für sich nach, "...wenn ich das sagen würde..."
Kapitel 3
Finda kannst du deine Reviews, Lob, Anregungen und
(konstruktive!) Kritik unter dieser Adresse zukommen lassen: Stoffpferd@OBLonline.de