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Black Hawk Down Review
-Von Verena

Zu allererst sollte ich vielleicht eins klarstellen: Ich mag Kriegsfilme nicht. Wirklich, seit "Der Soldat James Ryan" habe ich eine starke Abneigung gegen dieses Genre entwickelt.
Ich würde mich nicht als besonders zimperlich beschreiben, aber beim "Ryan" habe ich mir nie mehr als die ersten 40 Minuten ansehen können, dann wurde ich depressiv.

Deshalb war ich recht angenehm von Black Hawk Down überrascht. Zumindest am Anfang.

Ich will niemandem von euch Einzelheiten der Story etc. verraten, denn vielleicht seht ihr euch den Film ja noch selbst an und wenn ich da schon alles vorwegnehme ist's nicht mehr so toll.

Der Film beginnt mit einem schwarzen Hintergrund, dann taucht ein Zitat von Platon auf. Der antike Philosoph meinte einst "Nur die Toten haben das Ende des Krieges erlebt."
Und so ist es. Es folgen Einstellungen von toten Somalis, verbrannter Wüstenerde und Elend, immer wieder unterbrochen von erklärenden Textpassagen, z.B. wie die Situation in Somalia ist und dass man US Elitesoldaten in das vom Bürgerkrieg zerrüttete Land schickte, um vor allem dem lokalen Kriegsherr Adid das Handwerk zu legen, der die Hauptstadt Mogadishu unter seiner Kontrolle hat.

Untermalt wird das ganze von trauriger, afrikanisch-orientalisch anmutender Musik von Hans Zimmer, der schon in "Gladiator" großartige Arbeit leistete. Die Musik ist es auch, die einen großen Teil zur Spannung und zur Stimmung des Films beiträgt.

Der Zuschauer wird schnell in die Handlung mit hereingerissen, ob er will oder nicht.
Bereits erwähnte afrikanische Musik untermalt Szenen, in denen das Elend Somalias und seiner Einwohner gezeigt wird, wenn dagegen die Amerikanischen Soldaten im Bild sind ertönt typische Neue-Welt-Musik mit viel e-Gitarre. Dies manipuliert den Zuschauer natürlich schon sehr unauffällig, da man die Kriegszenen mit den Amerikanern unwillkürlich als "cool" empfindet, während der Klagegesang das Leid der farbigen Bevölkerung noch mehr herausstellt.

Die weitere Handlung der Story dürfte weitläufig bekannt sein: Die US-Marines bekommen den Befehl, Adid ein für alle Mal den Gar aus zu machen, und alles geht schief. Geht schief mit Todd Blackburns Sturz aus einem "Black Hawk", einem der Helikopter. Der junge Soldat, der mit dem Satz "I'm here to kick some ass" ("Ich bin hier, um so richtig zu kämpfen" könnte man es auf Deutsch sagen) seinen Dienst antritt ist vor allem eins: Jung. Unerfahren.
Orlando Blooms Performance als Grünohr, der vollkommen ambitioniert und idealistisch ins Kriegsgebiet reist, ein aufgeregtes und fahriges Auftreten hat und ständig Kaugummi kaut ist wirklich gut. Genau wie die Leistungen aller anderen Schauspieler.

Orlando taucht zum ersten Mal in der 10. Minute des Films auf, und gleich mit einem Zitat, dass den wissenden Fan zumindest zum Schmunzeln bringen muss: Er erkundigt sich nach dem Wasser des angrenzenden Meers, es wäre ja in netter Strand dort unten.... Was natürlich auch perfekt zum "realen" Orlando passt, der bekannter Weise gerne surft.

Nun, kurz darauf folgt seine erste längere Einstellung, er meldet sich bei seinem ihm zugeordneten Offizier. Ansonsten ist der Kerl kaum im Film zu sehen, seine Figur wird zwar immer wieder kurz gezeigt, aber es wird nicht oft näher darauf eingegangen.

Ein Zitat, dass mir wirklich im Gedächtnis hängen blieb stammte vom von Josh Hartnett verkörperten Sergeant: Darauf angesprochen, dass er ja was für die "Skinnies" ("Haut und Knochen, gemeint sind die Somalier) übrig habe meint er:
"There are two things we can do. We can help, or we can sit back and watch the country destroy itself on CNN" (Es gibt zwei Dinge, die wir tun können. Wir können helfen, oder wir können uns zurücklehnen und auf CNN zuschauen, wie das Land sich selbst vollkommen zerstört). Jedenfalls in dieser Art war besagtes Zitat, und es hat sich aus was für einem Grund auch immer in mein Gedächtnis eingebrannt.

Überhaupt wird das ganze Leben der Soldaten recht realistisch dargestellt, in den Helikoptern spielt beruhigende Musik aus der Heimat (Elvis!) während man sich darüber streitet, ob "Limo" jetzt denn ein Wort sei oder nur eine Abkürzung für Limonade, und deshalb gar nicht als Wort zu zählen sei. Kleine Belanglosigkeiten, die aber wohl zum Leben gehören. Auch habe ich selten einen Film gesehen, in dem das Wort "Fuck" so oft verwandt wurde wie in BHD.

Insgesamt ist der Film technisch extrem gut gemacht, die Kameraführung ist absolut genial, Ridley Scotts Regie und Inszenierung ist wie gewöhnlich gut und schon angesprochene Musik von Hans Zimmer gut. Auch die Schauspieler sind wie erwähnt in Topform, und zwar allesamt.
Nur, was zurückbleibt ist ein leicht mulmiges Gefühl, oder zumindest ging es mir, der Kriegsfilmhasserin, so. Senatorfilm fertigte den verschobenen Start mit Etwas wie "passt nicht in die heutige Weltsituation". Dem kann ich nur zustimmen.
In einer Zeit, in der dann und wann eine Terroristenbombe Urlauber in die Luft sprengt, Afghanistan dem Erdboden gleichgemacht wurde, der Nah-Ost Konflikt wieder mal bedrohlich auf Messers schneide steht und die El Kaida unter der Führung von Terrorchefs operiert, passt es einfach nicht, auch noch dieses wahre Ereignis, diese Tragödie zu verfilmen.

Krieg hat der Zuschauer schon, wenn er sich nur dazu bequemt, um 20 Uhr die Tageschau einzuschalten. Brauch man das dann wirklich auch noch im Kino?

Es ist natürlich die Sache des Einzelnen, dies zu entscheiden.
Nur, wer von BHD einen Orlando-Film in HdR-Manier erwartet, der wird bitter enttäuscht werden. Seine Rolle ist klein, meist ist sein Gesicht im Schatten kaum sichtbar oder nur teilweise zu erahnen und um ehrlich zu sein, der Haarschnitt steht ihm wirklich nicht.
Wer nur wegen Orlando oder einem anderen "Beau" in diesen Film möchte - oder reinzugehen plante - dem möchte ich davon abraten. Vor allem, wenn man eine Kriegsfilmallergie hat.

Wer aber trotz allem immer noch fähig ist, sich über zwei Stunden Elend und Krieg anzusehen, der sollte sich diesen wirklich brillant gemachten Film anschauen gehen.

Aber letztendlich ist das ja wie gesagt jedem selbst überlassen.

 





 

 

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