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Q&A Interview Orlando Bloom - ugo.com

Q&A Interview mit Orlando Bloom (Quelle: ugo.com)

Orlando Bloom gehört zur besten Spezies der aufsteigenden Stars. Er ist kein Kinderstar, den wir in irgend welchen sinnlosen Komödien bewundern können, und auch kein heroischer Testosteronprotz aus einem Effektfeuerwerk von Produzent Michael Bay ("Armageddon")

Anstatt dessen ist er der Elb Legolas in der Herr der Ringe Trilogie. Da wir ihn nicht über seine früheren Projekte ausfragen durften (in einem hat er Sex mit seiner Schwester, die einen Satz Spielkarten aus Menschenhaut besitzen wollte, in einem anderen wird er verrückt nachdem er sich einen Cocktail aus Extasy und LSD reingezogen hat) sprachen wir mit ihm über Der Herr der Ringe: Die Gefährten ... und andres.

UGO: Wie hast du es geschafft, an dieses Projekt ranzukommen?

Orlando Bloom (OB): Es gab eigentlich ein riesiges Casting, dass in allen englischsprachigen Ländern der Welt abgehalten wurde. Ich hab ursprünglich in London für die Rolle des Faramir vorgesprochen und ein paar Monate später traf ich Peter Jackson und seine Partnerin Fran Walsh. Ich hab noch mal vorgesprochen und er hat mir Anweisungen erteilt. Später rief man mich, oder vielmehr meinen Agenten, an und sagte mir, dass ich die Rolle des Faramir nicht bekommen würde, aber ob ich denn nicht mal für Legolas vorsprechen würde?

Ich war natürlich total davon begeistert, also trug ich ein paar Wochen später meine Version des Legolas vor. Wieder einige Wochen danach bot man mir die Rolle entgültig an. Alles in allem hat der Prozess sechs Wochen gedauert, und war für mich recht heftig.

UGO: Und dann hat man euch alle für die Dauer des gesamten Projekts zusammen eingesperrt, oder?

OB: Stimmt, es waren 18 Monate Drehzeit.

UGO: Denkst du, dass traditionelle Fantasyfilme eine Chance haben, ein breites Publikum zu begeistern?

OB: Diese Bücher wurden vor Jahren geschrieben und standen auch für einige Zeit ganz oben auf der Bestsellerliste. Es sind epische Märchen die mit so vielen Geschichten gefüllt sind: Aufregende Abenteuer von Hobbits, Zwergen, Elben und Zauberern. Es hat das beste der besten Elemente einer phantastischen Geschichte und ich denke, Peter hat diese Momente aus dem Buch genommen und ihnen Form gegeben, sie in den Film gepackt. Und das macht es einen sehr spannenden Film.

Mark Ordesky [der Executive Producer des Films] hat mich angerufen und mir gesagt, dass der Film an seinem ersten Tag in Amerika 18 Millionen US-Dollar eingespielt hat und auch in Ländern wie z.B. Dänemark, Schweden und Deutschland alle Rekorde gebrochen hat. Ich meine, es hat mehr eingespielt als je zuvor in solch einer Zeit, was wirklich fantastisch ist. Außerdem wurde der Film für vier Golden Globes nominiert - glaube ich zumindest, denn als er mir das erzählt hat hab ich noch halb geschlafen. Er hatte mich sehr früh am Morgen angerufen [lacht]

Dennoch ist es alles sehr spannend. Bis jetzt scheint es, dass die Leute über alle maßen gut auf den Film reagieren, was großartig ist, denn in diesem Film steckt unser aller Herzblut und wir versuchten, unser bestes um es zu einem Film zu machen, den sich auch Leute ansehen können die den Herrn der Ringe noch nicht gelesen hatten - aber natürlich sollte der Film auch den hohen Ansprüchen der Fans der Bücher genügen. Es war ein riesiges Unterfangen aber es war die beste Erfahrung meines Lebens und diese Zeit hat mein Leben auch verändert.

UGO: Waren es die Fantasy-Elemente, die dich zu dem Film hinzogen?

OB: Nein, ich hatte so etwas noch nie gemacht! Ich hab diesen Job zwei Tage vor meinem Abschluss an der Schauspielschule bekommen. Ich war für drei Jahre in der Londoner Guildhall Schauspielschule. Der Herr der Ringe ist ja schon seit geraumer Zeit veröffentlicht und in England und auch sonst in den meißten englischsprachigen Ländern der Welt sehr bekannt. Aber als ich von dem Casting hörte ging ich nicht direkt deswegen dort hin, sondern weil es einfach da war und jeder dort hinging. Wirklich jeder versuchte einen Part in diesem Film zu bekommen.

Gerade für einen jungen Schauspieler wie mich war die Möglichkeit, 18 Monate vor der Kamera mit Peter Jackson und dieser Ausstattung und Crew zu arbeiten einfach etwas beispielloses. Es gab nie die Frage, ob ich denn wollte oder nicht. Für mich gab's nur ein "Wo kann ich unterschreiben?" Als ich das Angebot bekam war ich hin und weg, es war die Chance meines Lebens.

UGO: Erzähl uns von Legolas und was die Fans von ihm in den kommenden Filmen erwarten können!

OB: Legolas ist ein ziemlich interessanter Typ. Die Elben wurden von Tolkien erschaffen um die magische und mystische Spezies darzustellen, denen fast alles möglich ist. Sie haben übermenschliche Stärke, ihre Reflexe sind unglaublich, ihre Sinne sind verblüffend und sie sind unsterblich; sie leben ewig. Und Legolas hat eben all diese Fähigkeiten: Er ist ein Kämpfer, ein Bogenschütze und er wird zum Auge und Ohr der Gefährten. Wenn eine Gefahr droht ist Legolas der erste, der sie bemerkt und er lässt Aragon oder die anderen davon wissen. Er taucht nach der hälfte des Films auf und bietet in Bruchtal Frodo seinen Bogen zum Schutz an und ist wirklich ein ziemlich cooler Kerl.

Ich hab eine lange Zeit damit verbracht, bogenschießen zu lernen, was meine Waffe ist, die meiste Zeit siehst du mich Pfeile durch die Gegend feuern. Für den zweiten und dritten Film musste ich mit Pferden umgehen lernen und mich im Schwertkampf üben. Bob Anderson hat mir das beigebracht, und er ist wirklich fantastisch. Um mich zu wiederholen, es war wirklich eine tolle Zeit für mich Legolas zu spielen und er ist ein interessanter kleiner Charakter. Ich hab viel Zeit darin verwandt, ihn so real wie möglich zu machen. Ich war mir immer bewusst, dass es da draußen Leute gibt, die Fans des Herrn der Ringe sind und darauf hofften, Legolas und den Rest der Gefährten zu sehen. Wir wollten es einfach dem Buch gerecht verfilmen.

UGO: In einer Szene schießt du drei oder mehr Pfeile sehr schnell und sehr kurz hintereinander ab, warst du das wirklich oder ein Stuntdouble oder per PC gemacht? [Bemerkung des Redakteurs: Wir haben mit jemandem darum gewettet.]

OB: Ja, das war wirklich ich, ich hab das alles gemacht, aber sie haben die Pfeile hinterher reingeschnitten. Ich hab den ersten rausgeholt und ich glaube an dem Tag hab ich so um die fünfzig Pfeile verschossen. Diese waren aber gefährlich und flogen in alle Richtungen davon, trafen also nicht immer so genau ihr Ziel. Schließlich haben sie die Pfeile also hinterher per CG reingeschnitten. [Bemerkung des Redakteurs: Wir haben diese Wette gewonnen.]

UGO: Denkst du, dass die Elben für die Tolkien Fans so etwas werden wie für die Trekkies die Klingonen?

OB: Wer weiß das schon? Alles ist möglich. Ich denke, dass es schon Menschen gibt, die Elbisch sprechen, wir werden also sehen. Ich bin einfach nur froh, dass wir diesen Film gedreht haben, es ist wie ein Wunder, dass er gemacht wurde und ich hoffe, dass die Fans mit der gleichen Energie darauf ansprechen, die wir darin verwandt haben. Wir haben 18 Monate mit allem was wir hatten gearbeitet und versuchten nach bestem Willen es einen sehr besonderen Film zu machen. Für jeden, der daran mitgearbeitet hat war es ein sehr wichtiges Projekt und hoffentlich werden die Fans es auch als ein solches würdigen und annehmen.

UGO: Danke, Orlando, wir haben es gesehen und es war hervorragend!

OB: Fantastisch! Ich bin froh, dass es euch gefallen hat und freut euch schon mal auf den nächsten Teil!

Natürlich hat uns Orlando nie unsere wichtigste Frage beantwortet, und zwar ob er uns denn nicht mal Liv Tylers Telefonnummer geben könnte. Und wenn nicht, kannst du bitte jemand anderen danach fragen?

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