Ein Tolkien- Elb: Der Schauspieler
Orlando Bloom ist der Meinung, Legolas sei ein sehr
würdevoller Elb.
Orlando Bloom möchte gleich etwas von den
Elben erzählen. Sie kommen ausschließlich
in den „Der Herr der Ringe“- Büchern
vor und sind nicht so zerbrechliche, ätherische,
schadenfrohe Wesen, wie feenhafte Kreaturen oft
in Geschichten beschrieben werden. Elben kann
man eher als edel, redegewandt und magisch beschreiben.
Sie haben einen scharfen Verstand und wissen genau,
wo sie in Mittelerde, der imaginären Welt,
die J.R.R Tolkien erschuf, ihren Platz einnehmen.
„Sie sind eine sehr interessante Rasse,
die älteste von Mittelerde.“, erklärt
der junge, erstklassig ausgebildete britische
Schauspieler. „Elben sind so magisch und
haben übermenschliche Kräfte und Fähigkeiten.
Außerdem besitzen sie eine Reaktionsfähigkeit
wie kein anderer, weil sie immer so aufmerksam
sind.“
Doch Elben können durchaus
auch Kämpfer sein, die töten. Deshalb
verbrachte Bloom Wochen mit der Vorbereitung auf
das Bogenschießen, denn darin ist der furchtlose
Legolas ein Meister. Legolas wird ein Verbündeter
des heldenhaften Hobbits Frodo (Elijah Wood), der
sich gegen Sauron behaupten muss.
Im Januar wird Bloom als eine andere Art von
Kämpfer zu sehen sein, nämlich in Ridley
Scotts Film „Black Hawk Down“, der
von einer fehlgeschlagenen U.S. –Mission
in Somalia handelt. Aber Orlando sagt, dass der
blondhaarige Elb immer einen besonderen Platz
in seiner Karriere einnehmen wird. Während
der Dreharbeiten zu „HdR“, fing er
sogar langsam an, wie ein Elb zu denken und zu
handeln. Nebenbei wurde er noch ein Profi der
elbischen Sprache, die sich ebenfalls Tolkien
ausgedacht hatte.
„Am Anfang begannen wir mit
Bewegungstraining, reiten und Bogenschießen.“
Wie man in den Filmen sehen kann, ist Legolas ein
hervorragender Bogenschütze.
„All diese Sachen halfen mir, mich in meine
Rolle hineinzuversetzen. Es half mir, wie ein Elb
zu fühlen...und die Welt der Ringe zu verstehen.“
Bloom beschäftigte sich viel mit der Kultur
der Elben. Er entdeckte, dass er einen Charakter
spielte, der zwar an gebrochenem Herzen sterben
konnte, aber nicht das Opfer von Zeit und Krankheit
war. Trotzdem sind die Elben in Mittelerde eine
aussterbende Spezies. Die Zeit ist abgelaufen
für sie, so dass sie im Laufe der Jahre zu
einem Mythos werden.
„Elben wurden als engelhafte Geister erschaffen,
mit großer Lebensfreude, aber ebenso tiefer
Trauer. Ihre Bewegungen und das, was sie tun,
sind sehr überlegt. Ich arbeitete daran,
genau das zu verkörpern. Dabei spielten die
körperlichen Fähigkeiten eine große
Rolle.“
Bloom denkt, dass er ein bisschen zu jung war,
als er die Bücher das erste Mal zu lesen
versuchte, doch trotzdem vergaß er nie,
welchen Eindruck sie auf ihn gemacht hatten.
„Als ich ein Kind war, habe ich „Der
Hobbit“ durchgelesen (Tolkiens Prolog der
Ringe- Trilogie) und die Hälfte von „Der
Herr der Ringe“. Natürlich habe ich
es wieder hervorgeholt, als die Castings begannen.
Nachdem er die drei Bücher als Erwachsener
gelesen hatte, bemerkte er, wie stark sich die
Charakter, besonders Legolas, bei ihm eingeprägt
hatten und wie wichtig das Filmprojekt für
ihn war.
„Man wollte die ganzen Fans
berücksichtigen. Ich wusste auch noch, wie
viel mir die Bücher als Kind bedeuteten, auch
wenn ich sie nicht vollständig gelesen hatte.
Es war richtig gut, an so einem Projekt zu arbeiten
und unglaublich nützlich. Die Figuren, die
man sonst nur aus dem Buch kannte, wurden auf einmal
wirklich.
Bloom bewies sich in seinen Szenen als glänzender
Schauspieler. Aber auch Neuseeland, wo die drei
Teile 18 Monate lang gedreht wurden, gefiel Orlando
sehr gut.
Am schwierigsten war wohl für ihn, dass
die ganze Trilogie gleichzeitig gedreht wurde.
„Ich empfand das als die größte
Herausforderung. Eine Szene aus dem dritten Teil
konnte zum Beispiel am Nachmittag gedreht werden
und eine andere Szene des ersten Teiles am Morgen.
Ein bisschen wie jonglieren. Es war ein Alptraum,
alles im Kopf zu behalten und eine klare Vorstellung
von deiner Rolle zu bekommen, nahezu unmöglich.“
Man versuchte, sich nach Tolkiens Vorstellungen
zu richten und natürlich nach dem Buch.
„Wir hatten das Buch immer bei uns. Es wurde
unsere Bibel.“
Vielen Dank an Katharina für die Übersetzung!!