No Roles Barred - Orlando Bloom
ID-Magazin
Eine drahtige, vollendete Person, ein großäugiger
Chorknabengesichtsausdruck, ein schlaues schelmisches Grinsen:
Ein viktorianischer Traumjunge oder ein Elb aus Mittelerde?
Beide in den Fall von Orlando Bloom, ein fantastisch-namiger
24 Jahre alter Typ [Orlando ist ursprünglich ein Held in
einem Liebesstück von Shakespeare, Bloom bedeutet "erblühen"...
also der erblühende Liebhaber lol], mit einem fantastischen
Leben. Das, im Moment, sicherlich ihm eine Menge abverlangt
angesichts dieser plötzlichen Berühmtheit, die er
durch seinen ersten Kinoauftritt im Herr der Ringe, dem Film,
der wohl die Produktion des Jahrhunderts ist und nur der erste
in einer weiten Reihe ist. Ein Film, der gerade erst vollständig
das Interesse für alle Interviews in den nächsten
2 Monaten geweckt hat, dämpft nicht die leidenschaftliche
Begeisterung des Canterburyers für ihn: "Ich habe
lustige Klamotten angehabt, und bin Mit Pfeil und Bogen, durch
Neuseeland gerannt, und das 18 Monate Lang. Wie verrückt
ist das ?"
Orlando (ich denke es ist besser ihn "Bloom"
zu nennen ) wurde ein paar Tage bevor er die Theaterschule abschloss
ausgewählt, um in Peter Jacksons Adaption für die
J.R.R. Tolkien Trilogie mitzuspielen. Und das nur mit der einzigen
Filmerfahrung, durch seine kleine Rolle als Prostituierter in
dem Film `Wilde `(1997). (Haben Sie lustvoll Stephen Fry ansehen
müssen? Exakt. Das kann man tatsächlich tun.)
Es kann sein, das der junge Schauspieler verständlicherweise
ein bisschen baff war, als er von der möglichen Änderung
seiner Zukunft erfuhr: "Es war wie, `Oh mein Gott.` Ich
konnte es nicht glauben, ich war so glücklich. Und dann
habe ich mich erst richtig reinversetzt."
Er war einer der ersten Filmmitglieder, der nach
Neuseeland reiste, denn er musste für ein intensives Training
im Reiten, Bogenschießen, Schwertkampf und scheinbar allen
Dingen, die eben männlich erscheinen; musste Extramonate
üben.
"Manchmal waren die Dreharbeiten echt heftig, ich konnte
einen Pfeil schießen, während ich auf einem Pferd
ritt" sprudelt er heraus.
Natürlich keine normalen Fähigkeiten
heutzutage, die man auch im Alltag gebrauchen kann.... Sicherlich
heutzutage, wo Actionhelden (besonders die Vielzahl an Schwarzeneggers)
die letzten Dinge sind, die irgendjemand will; Sachen über
die Orlando vielleicht
ein kleinbisschen traurig ist.
"Ich liebe Dinge die gefährlich sind" erklärt
er "Eines Tages, sprang ich vom höchsten Bungeejumpingturm
Neuseelands. Fünf mal in einem Zeitraum von einer halben
Stunde! Ich wusste, dass dies die Produzenten nicht so sehr
erfreuen würde, deswegen erzähle ich es ihnen
immer erst danach."
Während des Filmes, für über anderthalb
Jahre in einer der wohl am isoliertesten Ortschaften die man
sich vorstellen kann ließ Orlando enge Bande mit den Orten
und Leuten knüpfen.
"Es wurde richtig mein Zuhause. Es war erstaunlich, als
hätte man die schönsten Stellen von England, Irland,
Schottland und Wales zusammengestellt zu einer Insel; Berge,
Ebenen, gleitende Felder und nicht zu vergessen...Unmengen Schafe",
erinnert er sich." Und wenn du zusammen an so einem riesigem
Projekt arbeitest, dann hast du keine andere Wahl, aber
du kannst Freunde fürs Leben finden." Zurzeit trägt
er eine Marke dieser Kameradschaft, jeder von den neun Schauspielern,
welche die "Gefährten des Ringes" spielen (eingeschlossen
Elijah Wood, Sean Astin und Viggo Mortensen), entschieden sich
für ein keltisch-wirkendes Tattoo um ihrer gemeinsamen
Zeit zu gedenken.
" Das war kein Ritual, das ich in den nächsten Projekten
wiederholen werde", betont Orlando.
Bei dem Thema über seine eigene Rolle, Legolas,
könnte Orlando für Stunden reden, so sehr ist er mit
der Rolle vertraut. Und das gerade, wo sich Websiten zur Zeit
mit solchen unheimlich wichtigen, kleinlichen Fragen wie "wie
alt ist der Superelb zurzeit" (2931 wenn du's wissen willst)
beschäftigen und widmen.
Ist Orlando nicht genervt, bei dem besessenem Fandrama um die
Trilogie? "Am Anfang war ich sehr beängstigt, aber
jetzt weiß ich; das ich die ganze Sache zu umarmen habe
und mich
nicht davon einschüchtern lassen soll. In bestimmten Punkten
muss ich sagen, `sieh ich habe mein bestes getan` ich glaube,
die Leute sind damit einverstanden was sie sehen."
Unvermeidlich zur Zeit, wo jeder Aspekt des Kinos
revolutioniert, jedes kulturelle Produkt nach frischem Inhalt
durchsucht wird, das die `Herr der Ringe` - Geschichte, die
sich mit der Korruption des Guten und der Zerstörung des
Bösen beschäftigt und damit ja so viele Leitgedanken
unserer Zeit wiederspiegelt, ein trotz allem populäres
und vieldiskutiertes Beispiel ist.
Für Orlando und den Rest der Filmmitglieder, wie auch immer,
klingt die Erfahrung wie genießerisches Herumtollen, doch
man sollte dies stets im Übertragenem Sinn betrachten.
"Wenn du es noch in der Grundform siehst, dann sind die
Parallelen zur jetzigen Situation verzerrt", erklärt
er "aber ich glaube, das die Leute es sich ansehen, um
für eine Weile
auszuspannen."
Seine Rolle in Ridley Scotts neustem Action-Thriller
"Black Hawk Down" hat er bereits abgedreht und schaut
so nun entschlossen in die Zukunft. Der junge Schauspieler ist
entschlossen, sich nicht auf seinem Filmdebüt in Hollywood
auszuruhen.
Inzwischen ist Orlando erpicht darauf, auf die Theaterbühne
zurück zu kehren. "Ich weis noch nicht genau, was
ich als nächstes mache," bekennt er, "aber ich
finde, die Idee gut, wieder etwas kleineres zu machen. denn
es lässt dir, wenn du darüber nachdenkst, viele Optionen
offen."
Dank an Lisa (und Kath, sorry das ich mal wieder
soviel Verwirrung gestiftet hatte...) für die Übersetzung!