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Orlando Bloom - Times Artikel

Vielen Dank an Kara fürs Übersetzen!

Es ist nicht üblich, so leicht an einen Star ranzukommen, aber der britische Schauspieler Orlando Bloom ist mit mir am Telefon. Obwohl er mitten in den Vorbereitungen zu den „drei Musketieren“ steckt und einem Freund hilft, seine Hochzeit zu organisieren.


„Ich bin der Trauzeuge. Es ist unheimlich wichtig es richtig zu machen, vor allem wenn man die Eltern der Braut noch gar nicht kennt. Ich habe online nach Reden gesucht, nach allem. Ich denke, jetzt hab ichs geschafft. Zumindest nachdem ich die Flüche raus gelassen habe.“
 
Bloom, 33, heiratete selbst im Juni, nämlich Miranda Kerr, mit der er seit drei Jahren zusammen ist und die im Januar ihr erstes Kind erwartet. „Wir entschieden uns dazu durchzubrennen. Es war das romantischste überhaupt - ein wenig Hals über Kopf, aber grossartig, herrlich, einfach perfekt für uns. Die Heirat planten wir bereits, aber als wir dann zur Location kamen, einer privaten Insel in der Karibik ankamen, begannen wir uns zu fragen, warum warten? Warum es nicht gleich jetzt machen? Unsere Familien und Freunde sind über die ganze Welt verstreut, von Australien über England nach Amerika und ich werde für eine lange Zeit arbeiten, dass es einfach, weißt du... Den Weg den wir wählten war wunderschön. Nur wir beide.“
 
Doch Orlando Bloom ist aus einem anderen Grund so gesprächig, nicht wegen der Hochzeit, sondern weil er auf seinem Weg zu Bekanntheit und Erfolg seine ungewöhnliche Freundschaft mit einem Underground Künstler aus London, namens David Miles aufrechterhalten konnte, der in besetzten Häusern lebt und ohne Geld Kunst aus Abfall macht, den er auf der Strasse findet. Sie sind Freunde seit Miles dem damals 17-jährigen Bloom in Kent mit seinem A-Level Abschluss in Kunst geholfen hat.
 
Und nun ist Bloom außer sich vor Freude, dass er nach 15 Jahren Überzeugungsarbeit Miles dazu gebracht hat, seine Kunst der öffentlichkeit zu zeigen.
 
„Ihn zu so etwas zu bringen, ist wie eine Dampflock den Hügel hinauf zu schieben.“ Sagt Bloom. „Ich sagte immer, David, du kannst nicht allein von Kreativität und Kunst leben. Es ist schön, so zu reden, aber wie willst du etwas Essbares auf den Tisch bringen? Aber er sieht die Welt nicht so, genau darum bin ich froh, ihn zu meinen Freunden zählen zu können.“ Bloom erinnert sich zurück, als er das erste Mal „Fluch der Karibik“ drehte und in einem privaten Bungalow auf Schloss Marmont, einem  Hotel im glitzernden Rock'n'Roll Stil in Hollywood, lebte. „Ich nahm David mit, damit er mir für zwei ein halb Monate dort Gesellschaft leistete. Der ganze Bungalow wurde zu einem Atelier umfunktioniert, David schnitt, machte Collagen, fotografierte und leimte. Ich kam vom Dreh nach Hause und er hatte eine riesige 1.2 Meter Barbie in einem 99-Cent Laden gekauft und zerstörte sie auf wunderschönste Weise. Das war zu der Zeit, als Paris Hilton so berühmt war, also wurde die Puppe - na ja, David war ganz in seine Umgebung vertieft. Er hing neben dem Pool mit all den Leuten rum und machte Kunst daraus. Wenn er nicht grad seine Wäsche hinaus hängte und Bus fuhr.“
 
Ich sprach mit Miles über seine Tage auf Schloss Marmont. „Ah ja, das war ein Stück namens „Love on the Outside“ und war eine eher grauenvolle gehende Puppe. Zwei Stücke der Ausstellung wurden dort im Schloss fertig gestellt, mit Orlando.“
 
Die Ausstellung heisst „Because You're Worthless“, eine Anspielung auf den  L'Oreal Slogan, und ist die erste einer Serie namens „London, Paris, New York, Beverly Hills“. Es ist weit entfernt vom Haus in Kent, wo Miles mit einem Schrotthändler als Vater aufgewachsen ist. Im Alter von 13 zeichnete er ausnahmslos Bilder; mit 16 verdiente er sein erstes Taschengeld mit gemalten Fälschungen.
 
Später erschuf er ein berüchtigtes, besetztes Künstler-Haus,in Highgate, in Nord London, namens Cholmeley Dene, das in „the World of Interiors“ gezeigt wurde. 1987 tapezierte er das Zimmer im Groucho Club mit tausenden von hand-gedruckten Din A4 Seiten, weigerte sich den, wie er sie nennt, „Geld Leuten“ („money people“) etwas zu verkaufen und statt einer Eröffnung feierte er dieses Event mit einer Schliessung. Er hatte auch eine richtige Ausstellung, 1985, „Ich machte alles richtig und war sehr erfolgreich, aber ich wurde damit nicht glücklich Also entschied ich mich Geld und Status zu beseitigen, alles, um heraus zu finden, was Künstler zu sein wirklich bedeutet. Zu welchem Zweck? Heute denke ich, um die Dinge im täglichen Leben um zu gestalten. Es ist nicht so, dass es das Geld ersetzen würde, aber Fantasie und Kreativität geben dir viel mehr zurück. Wenn man sich umschaut sieht man, dass wir schon von überfluss umgeben sind.“
 
Diese Weltanschauung ist es, die Bloom ein dringend benötigtes Gegengewicht zu seinem Hollywood-Erfolg verschaffte. „über die Jahre, die Hochs und Tiefs und die immer wieder aufkommenden Verrücktheiten des Lebens, die ich erlebte, war er immer der Typ zu dem ich ging, wenn ich Fragen in Bezug auf meine Arbeit hatte.“ sagt Bloom. „Manchmal hat er mich hoch genommen. Er machte Witze über die „Marke“, die ich laut ihm geworden bin und fragte mich, warum ich das überhaupt gemacht habe. Soll ich noch einen vierten Fluch der Karibik drehen oder mache ich fünf Filme, die vielleicht keiner sehen wird? Wenn ich mit David spreche, wird er sagen, mach die fünf Filme die niemand je sehen wird, denn die helfen mir zu wachsen. Alle anderen würden das Gegenteil sagen. Er ist ein grosser moralischer Kompass.“
 
Nun ist klar, Miles hat gute Beziehungen. Er traf Oberon Sinclair, seinen jetzigen Galeristen, in Courtney Loves Haus. Der New Yorker Künstler Tom Sachs ist sein geschätzter Freund. Er half sogar Bloom, etwas zu der Ausstellung bei zusteuern, eine Drahtskulptur die Miles selbst darstellt.
 
„Mein einzige Sorge ist, dass ich richtige Preise für seine Kunst zahlen müsste, sobald er erfolgreich ist.“ lacht Bloom. „Aber weisst du was? Ich wäre glücklich damit, jeden Preis zu zahlen.“
 
 

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