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Ridley Scotts „Königreich der Himmel“
Liebe, Tod & Ehre

TV Movie, Ausgabe erste Maiwoche 2005

Königreich der Himmel

Fünf Jahre nach „Gladiator“ bringt Ridley Scott ein Abenteuer-Epos mit Orlando Bloom als Kreuzritter auf die Leinwand. TV Movie sprach mit dem britischen Kult-Regisseur über Riesenschleudern, Morddrohungen und Ritter, die Filme drehen.

Für „Gladiator“ Russell Crowe endete der Kampf in Rom zwar tragisch, dafür feierte der Film Truomphe: Über 456 Millionen Dollar spielte das Schwert-und-Sandalen-Epos weltweit ein, als Bonus gabs 2001 fünf Oscars. Lange kursierte danach das Gerücht, es würde eine Fortsetzung von „Gladiator“ geben. Daran zeigte Sir Ridley Scott (67) jedoch kein Interesse. Jetzt kehrt der Brite zwar nicht zu den Sandalen, aber immerhin zum Schwert zurück: Für 130 Millionen Dollar drehte der Regisseur von „Alien“ (1979), „Thelma &Louise“ (1991) und „Black Hawk Down“ (2001) in Marokko und Spanien einen Film über die Kreuzzüge im 12. Jahrhundert- und die Konfrontation zwischen Christen und Moslems. In der Rolle des pazifistischen Ritters Balian von Ibelin: Orlando Bloom (28), nach „Fluch der Karibik“ und „Troja“ geübt im Umgang mit scharfen Schwertern und schönen Frauen.

Mr. Scott, warum mussten Sie einen Film über die Kreuzzüge drehen?
Weil ich mich mein Leben lang über schlechte Ritter-Filme geärgert habe. Meines Wissens hat es nie einen guten Film über die Kreuzzüge gegeben. Oder?

Sie erhielten vor Drehbeginn Morddrohungen von islamistischen Extremisten. Hatten Sie Angst am Set in Marokko?
Absolut nicht. Ich traf jeden Morgen 2000 Moslems auf der Straße, die mir fröhlich „Guten Morgen! Guten Morgen!“ zuriefen. Ich kannte Quarzazate, vor vier Jahren drehten wir dort „Black Hawk Down“. Damals hatte ich nur Angst um die Kinder. Die wagten sich immer gefählich nah an die startenden und landenden Helikopter.

Orlando Bloom als Ritter ohne Furcht und Tadel-war das Ihre Idee?
Ich hatte mit Orlando Bloom bereits bei „Black Hawk Down“ zusammengearbeitet und ihn dabei gut kennen gelernt. Ich mag seine Art, und er hat genau das, was zur Rolle des Balian von Ibelin passt. Denn ebenso wie die Filmfigur ist Orlando ein sehr klarer und reiner Mensch.

Worin bestand für Sie die größte Herausforderung beim Dreh?
Die größte Herausforderung bei einem aufwendigen Film wie „Königreich der Himmel“ ist, die Kontrolle über alles zu behalten. Und das Tag für Tag. Du verlässt morgens deinen Wohnwagen und stehst 100 Teammitgliedern und 2000 Statisten gegenüber, die alle auf deine Anweisungen warte. Und das sechs Monate lang. Aber das ist Teil meines Jobs. Ich sae immer: Wenn es keinen Spaß bringt, sollte mans lassen.

Die Kamp- und Schlachtszenen gerieten Ihnen ziemlich brutal…
„Akkurat“ triffts eher. Ich lege in meinen Filmen Wert auf größtmöglichen Realismus. Diese Riesenschleudern mit den Napalmähnlichen Brandbomben hat es 1187 tatsächlich gegeben. Die Sarazenen waren auch in dieser Hinsicht den Westeuropäern weit voraus. Davon einmal abgesehen: Tatsächlich geht es in den zwei Stunden und 25 Minuten eindeutig mehr um Frieden als um Krieg.

Das Visuelle spielt in Ihren Filmen eine außerordentliche Rolle. Woher rührt das?
Mein Vater war in der Armee, wir zogen deshalb ständig um. Der häufige Wohnortwechsel hatte zur Folge, dass ich sehr schlecht in der Schule war. Ein Lehrer riet meinen Eltern, mich auf eine Kunsthochschule zu schicken. Dort blühte ich auf. Ich fing an zu malen, besuchte Fotografiekurse. Nichts lehrt dich besser, anders – sprich: in Bildern – zu denken als ein Kunststudium.

Fühlen Sie sich wohl in Hollywood?
Ich bin immer sehr gut behandelt worden. Weniger, weil die meisten meiner Filme erfolgreich waren – sondern weil ich immer ehrlich gewesen bin. Ich wusste stets zu schätzen, dass die Hollywood-Studios eine Menge Geld in meine Projekte stecken. Davor habe ich Respekt.

Sie wurden 2003 von der Queen zum Ritter geschlagen. Wie fanden Sie das?
Das kam für mich überraschend. Ich dachte erst, jemand macht sich über mich lustig. Aber ich schwöre: Wegen des „Sir“ habe ich „Königreich der Himmel“ nicht gedreht

Text rüdiger rapke

Abschließend sollte man anfügen, dass "Königreich der Himmel - Kingdom of Heaven" in der TV Movie eine sehr gute Bewertung erhielt.

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