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Elizabethtown - Bloom und Dunst
Artikel aus dem ACED Magazine - November 2005

Vielen Dank an Nienna fürs Abtippen und Übersetzen! 

 

Orlando Bloom und Kirsten Dunst spielen die Hauptrollen in Elizabethtown, der bezaubernden Produktion über die vielen Rückschläge im Leben und die dem Schicksal angeborene Fähigkeit, alles wieder ins Lot zu bringen.

Orlando beschreibt die Thematik des Films am Besten, wenn er sagt,  „Ich glaube, wir können alle den Gedanken nachvollziehen, dass sich das Leben nicht um das momentane Glück dreht, das du fühlst, wenn du dir ein neues Haus kaufst. Ich meine, beruflicher Erfolg bedeutet, dass du dir ein neues Haus, ein neues Auto oder was auch immer kaufen kannst... ein neues Leben. Aber in Wirklichkeit kannst du nichts von diesen Dingen mitnehmen, wenn du gehst. Das Leben dreht sich um die Verbindungen zu deiner Familie und um die Eindrücke, die den Menschen von dir bleibt. Das ist es, was Drew in diesem Film lernt. Familie, Freunde und der Tod seines Vaters, mit dem er zurechtkommen muss – das sind die Dinge, die dazu führen, dass er ein glücklicher Mensch wird und fähig ist, dieses Mädchen zu lieben.“

Orlando erkennt Ähnlichkeiten mit sich selbst, wenn er den Rollencharakter des Drew beschreibt.  „Na ja, ich fühle mich immer so, als stünde ich ein bisschen auf des Messers Schneide, nah am Fiasko, was auch immer es sein mag; und ich hatte sozusagen meinen eigenen Weckruf, als ich mir den Rücken gebrochen habe. Der Anruf vom Tod seines Vaters, den Drew bekommt, und die Erfahrung, nach Hause nach Kentucky zu fahren, das ist etwas, das ihn sein eigenes Leben zur Kenntnis nehmen lässt.  Es lehrt ihn, seine Familie und Freunde zu schätzen, mit dem Tod seines Vaters zurechtzukommen und schließlich, sich in das Mädchen zu verlieben. Ich hatte diese Art Erfahrung, als ich mir meinen Rücken gebrochen habe, und es war gewiss ein Weckruf. Ich habe ihn gebraucht.“

Auch Kirsten sinniert über ihre Rolle in Bezug auf sich selbst und ihre Erfahrungen.  „Ich kann das definitiv nachvollziehen, dieses „anderen-Leuten-gefallen-wollen“ - sich selbst so sehr herzugeben, das es eigentlich schon ein kleiner Schritt zu viel ist. Früher war ich definitiv viel mehr so als jetzt, deshalb konnte ich das nachvollziehen. Ich bin eher der „das Glas ist halb voll“ – Typ. Ich habe eine Menge Dinge, für die ich dankbar sein kann. Ich versuche, die positive Seite zu sehen. Ich bin nicht mehr so optimistisch... bis zu dem Punkt, wo man völlig ignoriert, was man will; man sein Leben völlig ignoriert. Sie [Claire] ist ziemlich unverschämt. Ich bin nicht so frech und freimütig wie Claire. Ich bin schüchterner als sie.“

Obwohl Orlando in den letzten Jahren viele beneidenswerte Charaktere darstellen durfte, sagt er, dass ihn diese bestimmte Rolle auf eine andere Art und Weise herausgefordert hat. „Nun, ich bin Engländer, er ist Amerikaner... das war eine Herausforderung. Ich meine, einen Amerikaner zu spielen, meine erste zeitgenössische Rolle... . Ich fühlte mich so glücklich, dies mit jemandem wie Cameron Crowe machen zu dürfen, und mit einem großartigen Aussprachetrainer wie Tim Monack zu arbeiten. Es war etwas, was ich tun musste, sozusagen ein Passierschein für britische Schauspieler, es war cool.“

Kirsten hingegen sah die Rolle selbst nicht als eine einzige Herausforderung.  „Ich glaube nicht, dass es nur eine Herausforderung gibt. Ich glaube, es ist eher so, dass jeder Tag anders ist. Du musst mit verschiedenen Hindernissen und Personen umgehen, und mit Situationen, die das Filmemachen so unvorhersehbar werden lassen. Du glaubst, du kriegst es auf eine bestimme Art und Weise hin, aber dann läuft es ganz anders. Für mich besteht die Herausforderung darin, erhört zu werden und meinen eigenen [Frei-]Raum zu bekommen, so dass ich meinen Job möglichst frei erledigen kann.“

Kirsten beschreibt ihren typischen Tag auf dem Set:  „Ich stehe auf, gehe in die Maske, bekomme meine seltsame Haarverlängerung, bestelle Frühstück, probe, ziehe mich an und gehe zur Arbeit.“

Auf dem Set zu arbeiten war für sie angenehm, dank der ausgezeichneten Regieführung von Cameron Crowe.  „Er ist ein toller Regisseur, er arbeitet sehr stark mit den Leuten zusammen, mit denen er zu tun hat. Schlussendlich habe ich mich sicher bei ihm gefühlt, und ich habe auf sein Urteil vertraut. Das ist es, was du wirklich willst - ein Regisseur bei dem du dich gut aufgehoben fühlst, weil du dann auch verwundbar sein kannst.“

Orlando spricht ebenfalls darüber, wie großartig es war, mit Cameron zu arbeiten, und nennt uns seinen Lieblingsfilm von Cameron Crowe.  „Almost Famous... Ich fand ihn cool. Ich liebe die Musik. Ich liebe die Bilder. Ich fand es toll, wie man in den Film hineingezogen wurde. Du wurdest in diese wundersame Welt gezogen, von der du eigentlich nichts wusstest, und es war cool.“

Elizabethtown war eine nette Veränderung für Orlando, wenn man bedenkt, dass er in einem historischen Film nach dem nächsten gespielt hat.  „Es war eine Erleichterung, nicht auf ein Pferd steigen zu müssen. Es gab beinahe einen Moment im Film, in dem man mir ein Schwert gab, aber sie haben das rausfallen lassen. Aber mal kein Schwert zu haben... ja, das war klasse. Es war toll, einfach nur ein normaler Kerl zu sein.“

Dann spricht Orlando über einige seiner Favoriten unter den Produktionen, in denen er bis dato mitgewirkt hat.

„Bis jetzt ist Elizabethtown mit ein paar anderen der beste. Ich meine, es war eine wirklich außergewöhnliche Erfahrung, diesen Film zu machen und einen Amerikaner zu spielen, und den Süden Amerikas und Kentucky zu erleben, das Herz Amerikas... diese tolle Gastfreundschaft im Süden war ein Erlebnis. Ich liebte es, Kingdom of Heaven zu drehen; es war ein komplizierter, schwieriger Film, und sehr bemerkenswert für mich. Und Herr der Ringe... Ich habe unglaubliches Glück gehabt. Um ehrlich zu sein, es ist schwierig, sich einen davon herauszupicken, weil ich all diese Erlebnisse sehr schätze.“

Etwas anderes, das er schätzte, war sein Trip mit dem Auto, nachdem die Dreharbeiten zu Elizabethtown beendet waren. “Es war unglaublich. Ich bin von Scottsbluff in Nebrasca zurück bis nach Los Angeles gefahren. Es war tiefgründig... nur ich und mein Hund, in einem großen Auto auf der weiten Straße. Das verblüffende an Amerika ist, dass es komischerweise nicht so einschüchternd ist, wenn du hindurch fährst, obwohl du zwei Tage im Auto verbringst. Du begreifst, dass es dort riesige, weite Landschaften gibt, wo du stundenlang unterwegs bist, ohne auch nur einer Menschenseele zu begegnen. Ich glaube, ich bin fast eine Stunde lang gefahren, ohne ein anderes Auto zu sehen, das war schon irgendwie merkwürdig. Aber sehr beeindruckend.

Orlando sprach weiter über einige der Leute, die ihn dazu inspiriert haben, Schauspieler zu werden.  „Ich war immer inspiriert von den Schauspielern, die ich im Fernsehen und in Filmen gesehen habe, weil ich dachte, wow... wenn du Schauspieler bist, kannst du alles sein, was du willst. Du kannst irgendeiner dieser Charaktere sein. Ich erinnere mich dass ich Hustler gesehen habe, als ich sehr jung war. Mein Cousin, ein Regisseur und Fotograf, war in L.A, und er hat den Film ausgeliehen. Ich dachte, wow, das ist so cool. Ich war total fasziniert von Paul Newman. Johnny Depp war großartig... Daniel Day Lewis. Es gibt so viele wahnsinnig talentierte Schauspieler, die Liste ist endlos. Ich habe mit vielen von ihnen gearbeitet, und ich bin sehr glücklich, die Chance zu haben, mit ihnen zu arbeiten. Ich liebe es einfach, im Dunkeln zu sitzen und mich in der Welt eines Charakters, eines Films zu verlieren. Das ist es, was mich wirklich inspiriert hat.“

Ab da vertieften wir uns in ein Gespräch über Musik, und Kirsten sagt uns, welche Musik Videos sie gerne sieht.

„Ich liebte diese Guns N Roses Videos, November Rain...  Ja, die waren wie Epen. Ich erinnere mich, dass ich auf das nächste gewartet habe, als ich kleiner war. Und dann mag ich... Ich mochte Tom Petty’s „Mary Jane’s Last Dance“ – Video. Im Moment mag ich dieses Video von Gwen Stefani, “I Know We’re Cool”. Sofi Mueller hat es gedreht, glaube ich... Und jedes Mal, wenn es läuft, bin ich wie besessen davon. Es ist wunderschön, ich liebe es.“ 

Auch Orlando spricht über seine musikalischen Interessen.  „Ich habe immer Jeff Buckley im CD-Player. Ich mag das Neue von Coldplay. Ich mag U2 und Iron and Wine... Franz Ferdinand. Im Moment gibt es einen Haufen guter Künstler da draußen.“

A propos ‚da draußen’: Thema Fanseiten und Online-Gemeinden. Kirsten besucht tatsächlich ihre Internetseiten.  „Ja, manchmal sehe ich die Fotos durch, weil sie (die Webmistress) mehr Bilder hat als ich selbst. Meine Freunde und ich waren im Urlaub, und wir dachten, ‚Oh, lass uns mal auf die Website gehen und gucken, welche sie diesmal ausgesucht hat’. Weißt du, was ich meine... Sie hat mein Leben auf eine Art dokumentiert... Selbst ich habe nicht einmal die Hälfte von dem Kram, den sie hat oder gefunden hat... Es ist irgendwie witzig, aber wenigstens können wir alle sehen, was wir anhaben und ob wir gut darin aussahen. Es ist wirklich lustig.“

Orlando hingegen macht kaum jemals einen Computer an.  „Ich gehe nie online, also kann ich nichts dazu sagen. Ich bin sozusagen selbst nicht drin in dieser Welt, aber ich bekomme einen Haufen Informationen darüber, was auf den Fanseiten usw. passiert, von Freunden, meiner Mutter, meinem Manager, oder von anderen Leuten, die mich auf dem Laufenden halten. Ich weiß, dass ich viel Unterstützung von Fans bekomme, die offenbar direkt über das Internet kommunizieren, und ich bin all diesen Leuten dankbar.“

Worauf freut sich Orlando, wenn die Dreharbeiten und Werbung für seine laufenden Produktionen beendet sind?

„Endlich Zeit mit meiner Familie und Freunden zu verbringen... das genügt. Weißt du, ich will nach Hause, und zurück nach London... und eine Zeit lang einfach nur ausspannen.“

Also – verpasst diese fantastische Story nicht, auch wenn Orlando ein bisschen zimperlich ist, wenn er sich selbst auf dem Bildschirm sieht: „Es ist immer sehr, sehr, sehr seltsam... immer!“ sagt er.

Es mag seltsam für ihn sein, aber bestimmt nicht für die Tausenden von Fans, die es alle genießen werden, Elizabethtown zu sehen – in den Hauptrollen die talentierten und faszinierenden Orlando Bloom und Kirsten Dunst.

 

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