Max Deutschland
Mai 2005
Dank an Sylwia für's Abtippen!
Der zarte Eroberer
Sandalen, Rüschenhemden, Brustpanzer – selten
ist Orlando Bloom auf der Leinwand in moderner Kluft zu sehen. Als
Action-Boy der Sagenwelt hat sich der britische Beau in die Herzen
der Zuschauer gefochten. Doch egal, ob er in „Der Herr der Ringe“
den Elben Legolas gespielt hat, in „Fluch der Karibik“
einen verliebten Piratenjäger oder in „Troja“ den
romantischen Heißsporn Paris, seine Helden wirkten stets sonderbar
zart und zerbrechlich. Mit „Königreich der Himmel“
nimmt der 28-Jährige nun eine Image-Korrektur vor. Zwar wirft
er sich für das Ritterspektakel wieder in altertümliche
Kleidung wie ein Kettenhemd und schnürt sich ein Schwert um,
doch agiert er hier ungestümer als in den Blockbuster-Märchen
zuvor. Sein Landsmann, der Regisseur Ridley Scott, der vor ein paar
Jahren schon Russell Crowe in „Gladiator“ als antike Kampfmaschine
zu Starruhm führte und damit eine Lawine an Historienschinken
lostrat, schickt Bloom in ein wahrlich martialisches Gemetzel. Das
130-Millionen-Dollar-Epos handelt von der Schlacht um Jerusalem, bei
der 1187 Kreuzritter gegen Moslems ins Feld zogen. Scott inszeniert
gewohnt explizit, kein kämpferisches Detail des Religionskriegs
wird ausgelassen. Zwischen den abgehackten Gliedmaßen und Blutfontänen
macht Orlando Bloom einen erstaunlich reifen Eindruck. (cbu)