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„Ich muss mich jeden Tag kneifen“

Gala, Mai 2005. Dank an Lea für's Abtippen!

Mädchenschwarm Orlando Bloom hat mit seinen 28 Jahren bereits Hollywood erobert. Und kann’s selbst kaum glauben....

Verschlafen fährt er sich mit der Hand durch die dunklen Locken und nippt vorsichtig an einer Tasse Tee. „Sorry“, entschuldigt sich Orlando Bloom beim GALA-Interview im Ritz-Carlton-Hotel in Pasadena. „Ich bin noch etwas müde.“ Kein Wunder: Vor drei Tagen war der 28-Jährige noch in der Südsee, um zusammen mit Johnny Depp am zweiten Teil von „Fluch der Karibik“ zu arbeiten. Gestern ging’s zum U2-Konzert nach Los Angeles – inklusive Date mit Frontmann Bono. Heute gibt der Jungstar in Pasadena Interviews zu seinem neunen Ritter-Epos „Königreich der Himmel“ – und morgen? „Ich glaube, wir fliegen zurück in die Karibik, oder war erst noch ein Termin in New York?“ Orlando grinst verlegen und streichelt seinen schwarzen Labrador-Mischling Kinley, den er aus den dreckigen Straßen Marokkos gerettet hat. (Verena: Und spätestens hier sollte man den Redakteur auf Grund schlampiger Recherche verprügeln: Orlandos aus Marokko geretteter Hund heißt Sidi, und ist bestimmt kein Labrador. Auf Grund dieses groben Schnitzers kann man nun an der "Echtheit" des gesamten Interviews zweifeln... )

Gala: Ist ihr Hund immer bei Ihnen?

Orlando Bloom: So oft es eben geht. Ich bin total vernarrt in ihn. Er ist wirklich ein guter Freund. Und den kann man in Hollywood gut gebrauchen. Sonst könnte ich das ganze Gezerre auch nicht aushalten.

Gala: Vor sechs Jahren waren Sie noch Schauspielschüler, heute steht Ihr Name für Blockbuster wie „Der Herr der Ringe“ und „Fluch der Karibik“...

Bloom: Ja, und dabei muss ich noch so viel lernen. Ich weiß selbst nicht genau, wie das alles so schnell passieren konnte und muss mich jeden Tag kneifen, um’s zu glauben. Berühmtheit ist schon ein merkwürdiges Tier. Es ist ja eigentlich nichts weiter als eine Wahrnehmung, die andere Menschen von dir haben. Eine fixe Idee. Mehr nicht. Ich muss mich jedenfalls noch an die Begesiterung meiner Fans gewöhnen.

Gala: Sie bekommen täglich unzählige Heiratsanträge – haben Sie sich denn inzwischen wenigstens an Ihre Rolle als Mädchenschwarm gewöhnt?

Bloom: Sie müssen mal auf ein Film-Set mit Johnny Depp oder Brad Pitt kommen. Dann merken Sie, was echte Frauenhelden sind (lacht). Unglaublich! Gegen diese Jungs bin ich ein kleiner Bubi.

Gala: Dabei sehen Sie in Ihrem neuen Film durch den Bart, den sie als Kreuzritter tragen, überhaupt nicht mehr wie ein Teenager aus. Ihre erste „erwachsene“ Rolle?

Bloom: Ja, es ist tatsächlich meine erste große Hauptrolle. Und Sie haben Recht: Ich fühle, dass der Übergang vom Kind zum Mann jetzt abgeschlossen ist. Aber keine Angst: Einige meiner Kindheitsräume möchte ich trotzdem weiter ausblenden.

Gala: Stehen Sie denn auch weiter zu Ihrer Aussage, in die Idee der Liebe verliebt zu sein? Was haben Sie damit eigentlich gemeint?

Bloom: Wir haben doch alle diese fantastische Idee von der großen Liebe. Aber die Umsetzung einer solchen Liebe in der Realität ist schwer zu erreichen. Aber die Umsetzung einer solchen Leibe in die Realität ist schwer zu erreichen. Uns beschäftigen doch so viele Dinge im Leben, dass es schwer fällt, sich die Zeit zu nehmen, diese wahre Liebe zu finden.

Gala: Zu Ihrer gescheiterten Beziehung mit Schauspielkollegin Kate Bosworth äußern Sie sich nicht. Versuchen wir es mal allgemeiner – leiden Sie gelegentlich an Versagensängsten?

Bloom: Ich bin jemand, der immer alles geben will. Natürlich möchte ich nicht enttäuschen. Aber wer möchte das schon im Leben.

Gala: Wie wichtig ist es Ihnen, was andere Menschen von Ihnen denken?

Bloom: Ich versuche, in jeder Situation meines Lebens mein Bestes zu geben. Dann spielt es keine so große Rolle mehr, was andere von einem denken. Außerdem versuche ich immer ehrlich zu sein – mit mir selbst und mit anderen. Auch wenn das manchmal weh tut.

Gala: Was ist Ihr Ziel im Leben?

Bloom: Ich möchte der Welt schon etwas hinterlassen, will ernst genommen werden. Bisher hatte ich viel Glück mit meinen Filmen. Deswegen sollte ich jetzt wohl auch einfach aufhören, dann können mir zumindest auch keine großen Fehler mehr unterlaufen (lacht).

Gala: Wen bewundern Sie?

Bloom: Bono von U2 ist für mich ein moderner Held. Er nutzt seine Berühmtheit, um sich humanitär zu engagieren. Das finde ich absolut positiv.

Gala: Sie selbst sind momentan nicht gerade unterbeschäftigt. Was machen Sie, wenn Sie dem Stress mal entfliehen wollen?

Bloom: Ich bin ein großer Brasilien-Fan. Dorthin fahre ich unheimlich gerne. Außerdem verbringe ich so viel Zeit wie irgend möglich mit meinen Freunden und mit meiner Familie.

Gala: Sind Sie ein glücklicher Mensch?

Bloom: Glück ist relativ. Ich bin ein sehr zufriedener Mensch. Das ist doch schon einmal ein guter Anfang oder?

 

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