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Artikel aus der Cinema Source

Vielen Dank an Nienna fürs Abtippen und Übersetzen! 

 

Nicht viele Schauspieler wurden so schnell ins öffentliche Rampenlicht katapultiert wie Orlando Bloom. Seit seinem Durchbruch in der Rolle des Legolas, dem furchtlosen, überaus fähigen Kampfelben in Der Herr der Ringe – Die Gefährten, ist Bloom einer von Hollywoods begehrtesten jungen Talenten. In seinem neuen Film Elizabethtown bekommt Orlando eine Auszeit von Schwert, Pfeil und Bogen und wagt einen Vorstoß in Richtung Tragikomödie. Für den jungen Schauspieler ist dies eine Chance, Abwechslung ins Spiel zu bringen und sich von den Rollen loszumachen, die das Publikum von ihm gewöhnt ist.

Elizabethtown spielt im Kern der Südstaaten der USA. Bloom spielt Drew Baylor, einen Geschäftsmann aus Oregon, der einen beruflichen Misserfolg erleidet und sowohl seinen Job als auch seine Freundin verliert. Er ist kurz davor, Selbstmord zu begehen, als er die Nachricht vom plötzlichen Tod seines Vaters erhält. Auf dem Flug in seinen kleinen Geburtsort Elizabethtown in Kentucky lernt er die Flugbegleiterin Claire kennen. Während er zu Hause ist, erhält Drew eine neue Perspektive vom Leben und wird dadurch auf einen Weg geführt, den er sich zuvor nie hätte träumen lassen, erfüllt von Selbsterkenntnis und einer unerwarteten Romanze.

Für Bloom war die Tatsache, eine Rolle in einem ungewohnten Genre zu spielen, nicht die einzige neue Erfahrung.  „Dies war meine erste zeitgenössische Hauptrolle. Das war eine neue Verantwortung, eine neue Brücke, die ich überqueren musste.“  Nicht nur der Druck, die Hauptfigur des Films zu sein, lastete auf ihm – er musste auch seinen bezaubernden britischen Akzent gegen einen amerikanischen Akzent eintauschen.  „Ich glaube, es ist, wenn man eine richtige Karriere in Amerika anstrebt, eine Art Passierschein für jeden britischen Schauspieler, die Rolle eines Amerikaners anzunehmen.“  Ich weiß, was jetzt jene Menschen denken, die den Film noch nicht gesehen haben: War der Akzent gut?  Ja, Bloom war der Sache gewachsen.

Der Film widmet sich einigen verschiedenen Themen und schafft so eine vielschichtige, sehr reelle Geschichte.  „Er handelt von Leben und Tod, von Erfolg und Versagen, und ich glaube, um das Leben zu erfahren und wirklich genießen zu können, muss man dem Tode einmal ins Auge geblickt haben... Und das verdeutlicht dieser  Film. Er ist eindrucksvoll, weil er zudem die großartige Liebesgeschichte von Drew Baylor und Claire Colburn erzählt.“  Nicht zu vergessen der unbeschwerte und manchmal etwas schwarze Humor, der oft und genau rechtzeitig zutage tritt.

Einige der humorvollen Elemente in diesem Film werden durch Drew vermittelt, wenn er versucht, den Sinn in seinem Leben zu finden. Elizabethtown wird als herzlich und warm geschildert – genau das, was Drew braucht, wobei er sich aber unbehaglich fühlt, diese Herzlichkeit anzunehmen. „Der Hintergrund in diesem Film, jenes Amerika, das du siehst, ist dieses Herzstück - dieser Sinn für Gemeinschaft, Familie und Freundschaft“, was zufälligerweise genau das ist, was seine Heimatstadt zu bieten hat.

Bloom war wirklich in der Lage, die Wärme im Herzen Amerikas zu empfangen und es in seine Rolle einklingen zu lassen.  „Als Brite habe ich New York, L.A., Miami, die großen Städte in Amerika erlebt, und ich liebe sie. Sie sind voller Leben, pulsierend und verrückt; es sind großartige Orte, aber weißt du... sie sind irgendwie einfach wild zusammengewürfelt. Es gibt da draußen auch noch ein anderes Amerika, das ebenfalls faszinierend ist, und das ist dieses Herzstück.“  Diese Leute und ihre Auffassung haben den Film wirklich inspiriert und ihn zu etwas entwickelt, das jeder nachvollziehen kann.

Und entwickelt hat er sich in der Tat. Der Film bringt nicht nur Veränderungen in Bloom’s Rolle des Drew mit sich, sondern er gab ihm selbst auch die Gelegenheit, einen Schritt zurückzutreten und mit etwas Abstand die Entwicklung seiner eigenen beruflichen Laufbahn zu betrachten.  „Bisher habe ich in meiner Karriere meistens, bis zu diesem Film wahrscheinlich, meine Kinderträume ausgelebt.“  Als Kind wusste Bloom, dass er Schauspieler werden wollte; allerdings war er nicht sicher, wie weit er kommen würde.  „Ich habe nie daran gedacht, nach den Sternen zu greifen oder so was. Als ich jung war, wollte ich Schauspieler sein, denn als ich begriffen hatte, dass diese Charaktere, die ich im Fernsehen sah, in Filmen, in Theaterstücken oder sogar bei Straßenkünstlern... als ich begriff, dass diese Charaktere von Schauspielern dargestellt wurden, dachte ich, wenn ich Schauspieler bin, kann ich jeder dieser Charaktere sein. Das war wirklich spannend für mich.“  Sicherlich war es aufregend für Bloom,, einen Piraten, Prinzen und Elben zu spielen, aber nun ist es für ihn an der Zeit, seinen Horizont zu erweitern. Falls ihr ihn fragt, wieso (und ich weiß, dass ihr neugierig seid): „Ich habe mich selbst nie als einen Action-Abenteuer-Typen gesehen.“

So sieht’s also aus für Bloom und Elizabethtown. Bloom hat in der Hauptrolle erfolgreich die Zügel einer Geschichte in die Hand genommen, zu der jeder auf die ein oder andere Art und Weise einen Bezug finden kann. „Es hat mich an so vieles erinnert. Man vergisst so leicht, was im Leben wichtig ist. Und wirklich wichtig im Leben ist Familie, und Freundschaft. Zu Beginn des Films hat Drew vergessen, was wichtig im Leben ist, und seine Reise besteht darin, dies wieder schätzen zu lernen. Und er tut das, indem er diesen Trip durch Amerika unternimmt.“  Wenn mich das Gespräch mit Orlando Bloom zu einer Sache inspiriert hat, dann mit Sicherheit dazu, meine Koffer zu packen und einfach aufzubrechen, um das Land in mich aufzusaugen. Ich habe nur eine Frage: Wer kommt mit?

 

 

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