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Artikel aus der Broadsword

November 2005

Vielen Dank an Katrin fürs Abtippen und Übersetzen! 

 

Regisseur Ridley Scott ist der Meister des epischen filmischen Geschichtenerzählens. In Königreich der Himmel wendet er sich nun den Kreuzzügen zu – dieser weltformende 200-Jahre-Zustammenstoß zwischen Europa und dem Osten – um die Geschichte eines Franzosen zu umrahmen, der seine Bestimmung als Ritter entdeckt und dann auslebt, was dieser ruhmreiche Titel wirklich bedeutet.

Orlando Bloom spielt Balian, einen Schmied, der seine Familie und beinahe seinen Glauben verloren hat. Die religiösen Kriege, die im fernen Heiligen Land wüten, scheinen ihm fern zu sein, dennoch wird er in diese immense Drama hineingezogen. Inmitten des Pomps und der Intrigen im mittelalterlichen Jerusalem verliebt er sich, wächst zu einem Führer heran, und benutzt schließlich all seinen Mut und seine Fähigkeiten, um die Stadt gegen überwältigende Uneinigkeiten zu verteidigen (Anmerkung: Bin mir hier nicht ganz sicher, aber ich denke, der Autor spielt auf die religiösen Konflikte zwischen Christen und Muslimen an).

Mit dem Ausruf „Gott wünscht es!“ trieb Papst Urban III. 1905 das christliche Europa in einen Wahn, die heilige Stadt Jerusalem zurückzufordern, die von muslimischen Armeen, die im 7. Jh. über den Mittleren Osten fegten, erobert war. Tausende folgten dem Ruf, von Königen zu Bauern, und erfolgreiche Wellen von Kreuzfahrern fanden ihren Weg ostwärts währen der nächsten 200 Jahre, indem sie alte Städte belagerten, Königreiche gründeten und so die Saat eines religiösen Konflikt für zukünftige Jahrhunderte säten.

Jerusalem wurde im Ersten Kreuzzug (es gab insgesamt acht) wieder übernommen und mehrere Generationen christlicher Fürsten regierten hier. Aber im Jahr 1186 – als unsere Geschichte beginnt – war das Königreich voll von Differenzen, und Saladin’s wachsende Macht bedrohte seine Existenz, nur aufrecht erhalten durch den Ersatz der Garnisonen mit frischen Kräften aus Europa.

Zu dieser Zeit – zwischen dem Zweiten und Dritten Kreuzzug – setzte sich in Jerusalem gerade ein zerbrechlicher Frieden durch, durch die Bemühungen des aufgeklärten christlichen König Balduin IV., unterstützt von seinem Ratgeber Tiberias und der militärischen Zurückhaltung des legendären Muslimenführer Saladin. Aber Balduin’s Tage sind gezählt und Züge des Fanatismus, der Gier und der Eifersucht unter den Kreuzfahrer drohen, die Waffenruhe zerfallen zu lassen. Balduin’s Vision des Friedens – ein „Königreich der Himmel“ – wird von einer Handvoll Ritter, darunter Godfrey von Ibelin, geteilt, die schwören, sie mit ihrem Leben und ihrer Ehre aufrecht zu erhalten. Als Godfrey sein Schwert an seinen Sohn (Balian) weitergibt, gibt er auch diesen heiligen Eid weiter: die Hilflosen zu beschützen, den Frieden zu sichern und auf die Harmonie zwischen Religionen und Kulturen hinzuarbeiten, damit ein Königreich der Himmel auf Erden gedeihen kann.

Der Mittelpunkt der Geschichte ist der junge Schmied Balian, dessen Talente über das rohe Schmieden von Eisen hinaus gehen. „Balian ist ein (Kunst)Handwerker, ein Techniker“, erklärt Orlando Bloom. „Er hat die Fähigkeit, sich ein Schloss anzusehen und zu verstehen, wie es am besten beschützt würde, was ihm später auf seiner Reise nützlich sein wird.“

Als die Geschichte beginnt, ist Balian verzweifelt, was Bloom einen „desolaten Zustand“ nennt. „Er hat seine Frau verloren. Er hat sein Kind verloren. Man trifft einen Mann, der eigentlich in der Hölle ist.“ In diesem Moment taucht ein Ritter mit seiner Gruppe von Brüdern auf. Liam Neeson spielt Godfrey von Ibelin, der Frankreich verlassen hat, um ein Kreuzfahrer zu werden, und dessen Tapferkeit und Rechtschaffenheit ihm einen Platz nahe König Balduins eingebracht haben. „Als diese Kreuzfahrer Jerusalem übernommen haben, wurden sie sehr mächtige Männer,“ sagt Neeson. „Ihnen wurden große Zuschüsse an Land gegeben. Sie wurden fast wie kleine Königreiche in sich.“

Godfrey ist nach Frankreich zurückgekehrt, um seinen Sohn zu finden. Er bietet ihm eine Familie an. Er bietet ihm die Chance, sein Sohn zu sein und für ihm in Heiligen Land zu arbeiten. Obwohl Balian sich anfangs Godfrey widersetzt, lassen ihm die Umstände hinterher keine Alternative, als sich seinem Vater anzuschließen. „Balian ist eigentlich verloren,“ beschreibt Bloom. „Sein einziger Vorsatz, dass er mitgeht, besteht darin, Antworten auf die Fragen zu finden, die in seinem Kopf schwirren. Er ist ein junger Mann auf einer Reise des spirituellen, persönlichen und politischen Wachstums und Entdeckens. Er sucht nach Vergebung und Verständnis. Also trifft er sich mit Godfrey und sie machen sich auf.“

In einem Hinterhalt auf der Reise wird Godfrey in einem Kampf tödlich verletzt. Als ein letzter Akt der Ablösung schlägt Godfrey seinen Sohn zum Ritter und überträgt ihm die Mission, den Frieden in Jerusalem zu erhalten. „Ich überzeuge ihn, nach Jerusalem zu gehen – dass es für uns alle einen Weg nach vorn gibt, Christen und Muslime, zusammenzukommen und zivilisiert zu werden,“ sagt Neeson. „Godfrey ist dies erst nach vielen vielen Jahren des sinnlosen Tötens bewusst geworden.“

In Jerusalem trifft Balian die Gruppe der Charaktere, die die Stadt zu dieser Zeit bestimmt, einschließlich der blutdurstigen und machthungrigen Fanatiker Reynald und Guy de Lusignan. Nach der Vernichtung der christlichen Ritter im Kampf von Hattin bringt Saladin seine Armee zu den Mauern von Jerusalem. Getreu seines ritterlichen Kodex, nimmt Balian es auf sich, die Stadt zu verteidigen, und mit seinen Fähigkeiten als Führer und Techniker wandelt er die Stadt in eine Festung. Letzten Endes ist es ein Kampf, der er nicht gewinnen kann, mit nur einer kleinen Zahl an Kämpfern, um eine 200.00 Mann starke Armee abzuwehren. Aber er triumphiert, da er die Verteidiger zusammenbringt und über ihr Überleben verhandelt. Balian ist ein Mann, der den Titel des Ritters mit einer Schwere nimmt, wie es andere nicht tun, betont Monahan.  „Du wirst durch deine Taten definiert – nicht, was du sagst, was du behauptest zu sein, aber das, was du tust,“ sagt er. „Dieser Film wurde durch den Kodex des Rittertums geschaffen. Wie Ridley gesagt hat, in dem Film geht es darum, deinen Kopf und dein Herz zu gebrauchen.“

   

 

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