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Interview aus der Bravo
November 2005

Vielen Dank an queenoftherings fürs Abtippen!

In Elizabethtown angelt sich Kirsten Dunst als freche Stewardess einen an Selbstzweifelnden Orlando Bloom. 

Suite 1218 im Four Seasons Hotel von Los Angeles: Von außen deutet nicht darauf hin welcher Weltstar sich einquartiert hat. Ich klopfe an die Tür – und es dauert keine 3 Sekunden bis Orlando Bloom mir öffnet. Er lächelt leicht gequält und wirkt auch beim Interview irgendwie bedrückt…

Du spielst in Elizabethtown einen jungen Mann, dessen Vater gerade gestorben ist. Hängt dir die Rolle immer noch nach?

Ich konnte mich auf jeden Fall gut mit ihr identifizieren. Zum Glück hatte ich zwar keinen Todesfall in der Familie, aber ich habe in letzter Zeit sehr viel nachgedacht und so zu mir selbst gefunden.

Das heißt, du wusstest früher nicht, was du vom Leben wolltest?

Nicht immer. Mein Leben war oft sehr plan- und ziellos. Nach außen habe ich das glänzende Image eines Filmstars, der alles haben kann. Aber die Realität sieht oft ganz andres aus.

Heißt das etwa du bist unglücklich mit deinem Leben?

Ich kann mich nicht beschweren - natürlich habe ich ein gutes Leben: Seit der Herr der Ringe drehe ich einen großen Film nach dem anderen, Mädchen kreischen mir auf der Straße nach , ich verdiene gutes und Geld und so weiter. Aber der Ruhm hat auch Schattenseiten.

Welche zum Beispiel?

Ich bin ständig auf Reisen und habe kein richtiges zu Hause. Zwar habe ich mittlerweile eine Wohnung in London – aber die steht meistens leer. Und ich sehe meine Familie kaum noch: Das letzte Mal haben wir Weihnachten vor 3 Jahren miteinander gefeiert.

Was willst du tun, damit das in Zukunft besser wird?

Ich versuche meinem Leben einen neuen Sinn zu geben. Ich will ein guter Mensch sein und anderen Menschen und Lebewesen helfen.

Wie genau willst du das anstellen?

Es sind ganz einfache Dinge, auf die ich bislang vor lauter Stress nicht geachtet habe. Zum Beispiel habe ich in Marokko meinen Hund Sid das Leben gerettet. Vom Fenster meines Hotels aus konnte ich ihn beobachten: Er war total abgemagert und hat vor lauter Hunger Kamelkacke gefressen. Früher hätte ich weggesehen und ihn seinem Schicksal überlassen - in dem Moment hatte ich das Gefühl ihm helfen zu müssen.

Wie geht es ihm denn heute?

Sid ist wieder kerngesund und begleitet mich überall hin. Es ist ein schönes Gefühl, ihn vor dem sicheren Tod gerettet zu haben.

Was planst du noch?

Wenn ich sehe wie viele Menschen täglich in Afrika Hunger leiden, dann weiß ich, dass ich noch sehr viel Arbeit vor mir habe. Ich will meine Augen nicht verschließen, sondern aktiv helfen. Ich unterstütze unter andrem die „ONE“ Kampagne von Brad Pitt und U2 - Sänger Bono. Sie wollen die Welt auffordern, sich endlich um die Probleme Afrikas zu kümmern.

 

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