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Interview aus der Amica
Mai 2005
Danke an Cat und Möpschen für's Abtippen!


Orlando Bloom ist eindeutig unser Lieblingsritter: Kein anderer sieht im Kettenhemd so kerlig und trotzdem niedlich aus. AMICA sprach mit ihm über Frauen, Tanzen und sein sagenhaft langes Schwert.

A = Amica; O.B: = Orlando Bloom

A: Oh. Ist das ein großer Hund.

O.B.: Sein Name ist Sidi.

A: Ihre neue Liebe?

O.B.: Ja. Ich habe ihn in Marokko bei den Dreharbeiten zu "Königreich der Himmel" gefunden. Ich sah ihn zum ersten Mal, als er von einer Ruine saß und das nächste Mal, als er aus einer Pappschachtel Kamelscheiße fraß. Da dachte ich mir, den nehme ich mal mit und bade ihn. Und dann habe ich mich in ihn verliebt.

A: Was sagt Ihre Exfreundin Kate Bosworth dazu?

O.B.: Nichts.

A: Sie habe Ihre Trennung zwei Tage vor diesem Interview bekannt gegeben. Irgendwie wirken Sie nicht besonders niedergeschmettert.

O.B.: Bin ich auch nicht.

A: Frauen kommen und gehen, der Hund bleibt.

O.B.: Sidi reist tatsächlich überall mit mir hin. Ich habe gerade einen Pass für ihn beantragt. Dann braucht er nicht mehr in Quarantäne.

A: Und Kate? Hat kein Loch hinterlassen?

O.B.: Sie wissen doch, dass ich diesen Teil meines Lebens gern für mich behalten möchte.

A: Aber wenn Sie doch öffentlich Schluss machen. Sie waren ein sehr hübsches Paar.

O.B.: Mein Leben hat sich durch die Trennung überhaupt nicht geändert.

A: Das ist nicht gerade schmeichelhaft für die Verlassene.

O.B.: Es ist eine Tatsache. Ich habe vorher sehr viel gearbeitet. Und jetzt auch. Ich habe kaum Freizeit. Mein nächster Urlaub ist führestens im Dezember.

A: Sind Schauspieler alle beziehungsgestört? Oder haben Sie einen Beruf, der Beziehungen stört?

O.B.: Das ist doch offensichtlich? (Das Interview fand in der Woche statt, in der sich Brad Pitt und Jennifer Aniston trennten.)

A: Liegt das an der allgegenwärtigen Versuchung?

O.B.: Ich bin mir nicht sicher, ob es Verlockungen sind oder die Tatsache, dass man sehr oft getrennt ist. Vielleicht bin ich auch einfach zu jung.

A: Wir sollten wohl langsam auf Ihren neuen Film zu sprechen kommen, Ridley Scotts Kreuzzug-Epos "Königreich der Himmel".

O.B.: Richtig.

A: Wollten Sie wieder einmal zeigen, wie gut Sie in historischen Kostümen aussehen? Werden Sie je zeitgenössische Kleidung tragen?

O.B.: Tu ich doch demnächst. In "Elizabethtown" von Cameron Crowe. Ich spiele einen modernen Amerikaner.

A: Kann es sein, dass Sie sich ohne Rüstung nackt fühlen?

O.B.: Sie meinen, höhö, ohne mein langes Schwert? Die Dreharbeiten von "Königreich der Himmel" waren auf jeden Fall anders als "Troja". Aber ich glaube, das lag in diesem Fall am amerikanischen Akzent. Das war eine echte Herausforderung für mich als Briten.

A: Verstehen Sie Amerika?

O.B.: Ich weiß nicht. Es ist einer dieser unbeschreiblichen Orte. Es widerspricht sich selbst die ganze Zeit. Verstehen Sie? Wie viele großartige Länder und Ideen in der Welt widerspricht es sich. Es steht für eine Sache und tut eine andere, es ändert laufen seine Meinung.

A: Sie ja auch. Nach "Troja" behaupteten Sie, das sei es jetzt erst mal gewesen mit den historischen Dramen. Und dann drehen Sie einen noch viel opulenteren.

O.B.: Ja, ja ich weiß. Aber es ist ein Ridley-Scott-Film! Ich las das Drehbuch auf dem Rückflug von Mexiko. Ich hatte dort gerade "Troja" abgedreht. Und ich hatte echt nicht im Sinn, schon wieder so ein Epos mit Schwert zu machen. Aber dann las ich Ridleys Derhbuch, und es war einfach unglaublich gut. Meine Rolle ist das genaue Gegenteil von Paris in "Troja". Paris war der feige, kleine Bruder. Und jetzt bin ich ein sehr männlicher Typ, ein zurückhaltender Held, ein Mann auf einer körperlichen, spirituellen, emotionalen und politischen Entdeckungsreise.

A: O je. Hört sich nach Kunst an.

O.B.: Ich kann Ihnen nur sagen, ich las das Drehbuch und musste sofort mit Ridley Scott sprechen. Es war verrückt. Zwölf Stunden später war ich beim Screentest. Und am nächsten Tag hatte ich schon einen falschen Bart und fuchtelte mit Blut und Dreck beschmiert mit einem Schwert in der Hand.

A: Das klingt recht vielseitg.

O.B.: Nun, ich stemmte eine Menge Gewichte und nahm ungefähr 20 Pfund zu. Balian, meine Rolle, ist Schmied und naturgemäß viel breiter gebaut als ich. Ich stellte ihn mir wie einen richtigen Brocken vor, deswegen nahm ich auch Stimmunterricht, um präsenter zu wirken.

A: Renée Zellweger würde für so eine Leistung einen Golden Globe gewinnen.

O.B.: Ich weiß nicht, ob mir die Tranformation gelungen ist. Der Film ist ja noch im Schnitt.

A: Gut. Dann können wir ja wieder auf anderes Wesentliches zurückkommen. Meine fast 40-jährige, verheiratete Freundin hat ein Foto von ihnen am Spiegel kleben.

O.B.: Oh, das tut mir leid. O Mann, das ist so seltsam. Da will ich gar nicht dran denken.

A: Ob Sie wollen oder nicht, Sie gelten eben als Sexsymbol für Frauen aller Altersklassen. So schlimm kann das doch nicht sein?

O.B.: Nun, gewiss ist es sehr schmeichelhaft. Aber in Wirklichkeit ... Ich bin seit "Der Herr der Ringe" daran gewöhnt, bei Premieren einiges Aufsehen zu erregen. Aber bei den Dreharbeiten zu "Königreich der Himmel" beeinträchtigte das Aufsehen zum ersten Mal meinen Arbeitsalltag. Dauernd warteten irgendwelche Frauen vor meinem Hotel. Das hat mich schon etwas verstört.

A: Was haben die Frauen vor Ihrem Hotel getan?

O.B.: Sie riefen meinen Namen. 24 Stunden am Tag.

A: Verliert man da den Respekt?

O.B.: Nein. Aber ich muss noch lernen, mich daran zu gewöhnen. Auf einal brauche ich Leute, die dafür sorgen, dass ich ungestört weiterleben kann. Es ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber dafür habe ich ja auch viel Glück gehabt.

A: Wird es langweilig, wenn einen dauernd alle Frauen haben wollen? Muss man sich da einen Hund anschaffen fürs Herz?

O.B.: Ich werde ja nicht auf Schritt und Tritt belagert. Glaube ich jedenfalls. Ehrlich gesagt gehe ich kaum noch aus. Ich arbeite zurzeit wirklich sehr viel.

A: Oder gehen Sie kaum noch aus, weil sich die Mädchen sowieso vor Ihrer Haustür stapeln?

O.B.: Ich weiß nicht. Es gibt diese öffentliche Wahrnehmung von mir. Aber die Fans, die am Straßenrand kreischen, wissen ja nicht, wer ich bin. Die verzehren sich ja nicht nach Orlando Bloom. Die kennen mich doch gar nicht. Die halten mich für Legolas, Will Turner oder sonst wen, den ich gespielt habe.

A: Halten Sie sich für annähernd so sexy wie Ihr Image?

O.B.: Machen Sie Witze? Wenn eine meiner Verehrerinnen eine Woche mit mir zu Hause verbringen würde, hätte sie eine vollkommen andere Geschichte zu erzählen.

A: Wieso? Schnarchen Sie oder Schlimmeres?

O.B.: Das ist mein Berufsgeheimnis.

A: Geheimnis gilt nicht für Sexidole.

O.B.: Also gut. Ich schnarche nicht. Aber ich tanze gern.

A: Zu Hause?

O.B.: Nein. Aber ich liebe es eben, mich zu bewegen. Ich gehe auf Konzerte und in Clubs, um zu tanzen.

A: Solche Männer sind sehr selten.

O.B.: Hm. Ich war neulich in Memphis tanzen. Ich liebe einfach Musik. Da könnte ich mich völlig vergessen. Obwohl ich kein besonders guter Tänzer bin. Das habe ich nie gesagt. Ich bin auch kein guter Surfer oder Snowboarder und habe trotzdem großen Spaß daran.

A: Verdirbt es einem nicht den Spaß, wenn mann dabei dauernd unter Beobachtung steht?

O.B.: Das gehört zu dem Anpassungsprozess, in dem ich mich befinde. Lernen zu leben, als ob niemand zuschaut.

A: Ein schönes Schlusswort. Trotzdem bitte zum Abschluss noch fünf Fragen für die 15-jährige in uns?

O.B.: Los!

A: Welchen Frauentyp bevorzugen Sie?

O.B.: Ob blond oder braun ist mir völlig egal. Es ist mehr eine Sache der Energie. Lustigerweise geistert seit Jahren dieses Zitat von mir durch die Presse, demzufolge ich Schauspieler geworden bin, um Mädels zu kriegen. Das habe ich nie gesagt. Natürlich nicht! (seufzt) Frauen sind faszienierend und ich beklage mich nicht über ihre Aufmerksamkeit.

A: Ihre Lieblingsfilme?

O.B.: "The Hustler", "Der letzte Mohikaner", "Butch Cassidy und Sundance Kid" und "Taxi Driver", weil sie den größten Einfluss auf mich hatten. "Der Clou". Und ich liebe Paul Newman.

A: Zu welcher Musik tanzen Sie?

O.B.: National Skyline, Franz Ferdinand. Bester Typ zum Tanzen: Rufus Wainwright. Aber eigentlich kaufe ich nicht viel Tanzmusik. Früher mochte ich Jazzfunk sehr gern.

A: Welches Buch lesen Sie gerade?

O.B.: "Hey Nostradamus!" von Douglas Coupland. Das müssen Sie lesen ...

A: Der letzte Ratschlag Ihrer Mutter?

O.B.: Der gleiche wie immer: Sei vorsichtig.

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