porträt
orlando bloom - youngmiss.de
Januar 2004
Danke an Andowen für's Einschicken!
*Vom Elb - zum Piraten der Herzen
War ja klar. Ein Mann, der so überirdisch gut aussieht,
kann nicht von dieser Welt sein. Jetzt ist Orlando Bloom, 26,
in Jerry Bruckheimers Piraten-Spektakel "Fluch der Karibik"
neben Johnny Depp zu sehen*
Dieses blonde, volle Haar, die Augen, so blau,
als würden alle sieben Weltmeere darin zusammenfließen,
und eine Haut wie Alabaster. Ganz nebenbei bewegt er sich mit
der Eleganz eines Baletttänzers durch die Reihen seiner
ärgsten Feinde. Treffsicher schießt er einem monströsen
Ork nach dem anderen Pfeile in die hässliche Visage.
Aber wie bei Traummännern üblich, bleibt auch dieser
unerreichbar. Schließlich ist die Schönheit ein Elb,
heißt Legolas und hat 2931 Jahre auf dem Buckel. Zumindest
in Tolkiens Kultwerk "Der Herr der Ringe". In der
schnöden Wirklichkeit liest sich das alles schon etwas
unspektakulärer: Da hört Legolas auf den Namen Orlando
Bloom, und seine Haare sind brünett statt blond. Er hat
Knopfaugen, und sein Teint ist dunkel wie der eines italienischen
Erntehelfers. Was für die ansonsten oft enttäuschende
Wahrheit ziemlich weit vorn ist. Kaum einen anderen der neun
Gefährten ersehnt man im zweiten Teil der Verfilmung so
heiß her (wobei ein großer Teil dieses "man"
weiblich ist) wie den smarten Bogenschützen. Und über
kaum einen anderen möchte man mehr erfahren. Nur verrät
Orlando nicht allzu viel über sich, aber das gehört
vielleicht zum Image eines Elb dazu.
Der Knochenbrecher
Mit der Schauspielerei hat er angeblich nur wegen
der Mädchen angefangen, denn, so sagte er einmal: "Geld
ist mir ziemlich egal, solange ich jemanden in einem Film küssen
darf." Weiterer Grund für die Geheimniskrämerei:
Herr Bloom ist recht jung (geboren 1977) und hatte bislang nicht
die Gelegenheit, seine Biografie aufzustocken.
Zudem nahmen die 18 Monate Dreharbeiten zum "Herrn der
Ringe" einen guten Teil seiner Zeit in Anspruch. Und wenn
der Brite dann tatsächlich weiter an seiner Karriere hätte
feilen können, lag er bandagiert, eingegipst oder sonstwie
lädiert in einem Krankenhausbett. Hinter dem hübschen
Antlitz steckt nämlich ein ziemlich kaputter Körper
mit einer Vorliebe für Extremsport. Rippen, Nase, Arm,
Handgelenk, einen Finger, den Zeh und beide Beine hat sich Orlando
bereits gebrochen. Sein Schädel war dreimal angeknackst,
und vor drei Jahren fiel er bei einer Party von Freunden aus
dem Fenster und brach sich den Rücken. Damals meinten die
Ärzte, er würde nie wieder gehen können. Zwölf
Tage nach der Operation spazierte Orlando Bloom aus der Klinik.
Der Adrenalin-Junkie
Diesen Briten haut eben so schnell nichts um:
Einer, der als kleiner Junge jahrelang glaubte, dass Superman
existiert, verlässt sich auf sein Selbstvertrauen.
Mit 16 kehrt Orlando deshalb seiner Heimatstadt Canterbury den
Rücken, um in London die Schauspielerei zu lernen. Anfangs
spielt er noch kleine Rollen am Nationalen Jugendtheater. Drei
Jahre später und zwei Tage vor seinem Abschluss an der
renommierten Guildhall School for Music and Drama unterschreibt
er den Vertrag für seinen Part als Legolas. Der Drehort
Neuseeland ist perfekt für den "Adrenalin Junkie",
wie sich Orlando in einem Interview mal selbst bezeichnete.
Dort lernt er surfen, verfeinert beim Springen von Brücken
sein geliebtes Bungee-Training oder fährt mit den Kollegen
zum Snowboarden. Und als Zeichen seiner ewigen Verbundenheit
zu den Filmgefährten lässt er sich das elbische Symbol
der Zahl Neun unter die Haut stechen. Schließlich ist
diese Zeit für ihn "bislang die beste meines Lebens!"