Party Animal Orlando Bloom
Aus der Skip! Kinomagazin, Dezember/Januar 2004
Danke an all die vielen User, die auf diesen Artikel hingewiesen
oder ihn eingesandt haben!
Als Elbe Legolas hat Mädchenschwarm Orlando Bloom beim Der
Herr der Ringe-Dreh nicht nur Pfeile verschossen. Im Interview
förderte Elisabeth Sereda Sauftouren, Extremsport-Eskapaden
und ein gebrochenes Rückgrat zutage.
Skip: Wie war der letzte Tag am Set von Der
Herr der Ringe für dich?
Orlando Bloom: Der ist gar nicht lange her, wir
haben ja einige Szenen nachdrehen müssen. Es war wirklich
emotionell. Ich konnte gar nicht so richtig glauben, dass ich
die blonde Perücke und die Spitzohren zum letzten Mal getragen
hatte.
Skip: Wie eng wart ihr alle befreundet?
Orlando Bloom: Ach, total! Wir verstanden uns wirklich
ganz prächtig. Wir waren oft gemeinsam surfen, und das brachte
uns noch viel enger zusammen. Besonders mich, Elijah Wood, Billy
Boyd und Dominic Monaghan. Und dann war da natürlich das
Saufen. Abgesehen vom Film und der harten Arbeit, die aber auch
wirklich befriedigend war, hatten wir einen großartigen
Lebensstil. Wir veranstalteten Dinnerpartys und kleine Ausflüge
und unheimliche Sauftouren durch die örtlichen Pubs. Wir
soffen, tanzten und taten alles, was Gott verboten hat.
Skip: Wie würdest du Regisseur Peter Jackson
im nachhinein beschreiben?
Orlando Bloom: Was mich am meisten an ihm fasziniert
hat, war seine unglaubliche Ruhe. Er hat eine Megaproduktion kommandiert,
tausend Statisten, Live-Action-Kreaturen und ein paar wahnsinnige
Schauspieler, und auch mitten im größten Stress ist
er nie ausgerastet. Er verliert auch nie den Überblick. Er
weiß jede Sekunde genau, was er macht, wo wer zu sein hat
und was er von allen anderen will. Dieses Selbstvertrauen gab
uns allen eine ungeheure Sicherheit. In all den Jahren des Drehens
gab es keinen einzigen Moment der Panik. Und das ist nur Peter
zu verdanken.
Skip: Was hast du vom Set mit nach Hause nehmen
dürfen?
Orlando Bloom: Mein Schwert! Ich bin sicher die
hätten mir auch die Perücke und die Ohren geschenkt,
aber wer will das schon? [Anmerkung: In Live-Interviews sagte
er, er habe Perrücke, Ohren und Bogen mitsamt Pfeilen mitgenommen.
Klingt logischer, da er im Film nie ein echtes Schwert sondern
höchstens lange Messer benutzt...]
Skip: 1998 hast du dir bei einem Fall aus dem
dritten Stock das Rückgrat gebrochen, einige Zeit dachten
die Ärzte, dass du gelähmt bleiben wirst. Hat dich das
verändert?
Orlando Bloom: Das hat mein Leben verändert,
keine Frage. Es war auch ein Riesenweckruf für mich. Ich
war plötzlich für meine Beine dankbar, etwas, das ich
bis dahin einfach als selbstverständlich hingenommen hatte.
Ich war plötzlich dankbar für jede Minute, die ich gehend
verbracht habe. Ich genieße mein Leben jetzt viel bewusster.
Ist schon bemerkenswert., dass ich ein Jahr danach diese große
Actionrolle bekommen habe!
Skip: Bist du sehr sportlich?
Orlando Bloom: Bis zu meinem Unfall nicht, aber
jetzt umso mehr. In Neuseeland lernte ich all die örtlichen
Sportarten: Bungeejumping, Skydiving und Surfen. Und ich war dabei
natürlich wilder als alle anderen.
Skip: Hat dir das Bungeejumping bei der Szene
für Troy geholfen, wo du in Malta von der Klippe springen
musstest?
Orlando Bloom: Ja, auch wenn das viel schwieriger
war, das Wasser war kalt und tief und die Wellen irre hoch. Die
haben mir dreimal einen Stuntman angeboten, aber natürlich
wollte ich es selbst versuchen. Und zum Glück hatten wir
die Szene schon nach zwei Takes im Kasten.
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