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Kino & Co Mai 2004


Vielen Dank an Jasy fürs Abtippen!

 

Troja

 

Ein Heldenepos, das fas die Leinwand sprengt. Liebe und Hass, Männer und Mythen, Ehre und Verrat, Leidenschaft und das legendäre Troja: Brad Pitt, Orlando Bloom, Eric Bana, Peter O´Toole und Brian Cox ziehen in die größte Schlacht der Kinogeschichte, am Regie-Olymp wacht Wolfgang Petersen.

 

Immer dann, wenn Männer etwas ganz, ganz Dummes machen, geben sie nachher einer Frau die Schuld dafür. Bei den alten Griechen war das natürlich auch nicht anders: Nur weil er sich an der schönen Helena nicht satt sehen konnte, trat der junge Heißsporn Paris einen Krieg los, der die Geschichte seines Landes für immer veränderte. Besagte Helena war nämlich ausgerechnet die Ehefrau von Menelaos (im Film gespielt von Brendan Gleeson), dem König von Sparta – der sich natürlich nicht gefallen lassen konnte, dass ihm so ein dahergelaufener Jüngling seine Königin abspenstig macht.

Dass dieser Jüngling noch dazu ein echter Prinz ist, der Prinz von Troja genauer gesagt, macht die Rache für Menelaos noch süßer: Jetzt hat Menelaos´ Bruder Agamemnon (Brian Cox), der mächtige König von Mykene, nämlich endlich einen guten Grund, den als unbezwingbar geltenden Stadtstaat Troja anzugreifen: Die Rettung der Familienehre dient ihm als schöne Entschuldigung für seine Machtgier.

König Agamemnon hat auch einen starken Trumpf im Ärmel. Er schickt den stärksten Krieger, den die damalige Welt kennt, in den Kampf: den legendären und scheinbar unbesiegbaren Achilles (Brad Pitt). Er führt ein mächtiges Heer an, mit dem er Trojas Befestigung endlich stürzen wird. Statt eines schnellen Sieges erwartet Achilles und seine Männer allerdings ein jahrelang andauerndes Gemetzel, denn die Mauern um Troja erweisen sich tatsächlich als uneinnehmbar. Dazu befehligen Trojas König Priamos (Peter O`Toole) und sein ältester Sohn Hektor (Eric Bana) eine Streitmacht, die bereit ist, ihre Stadt bis auf den letzten Blutstropfen zu verteidigen.

Wild trieben es die alten Griechen. Die Heldensagen aus der klassischen Antike überholen an Spannung, Leidenschaftlichkeit und Blutgehalt mit links so ziemlich alles, was aus Hollywoods Storywerkstatt kommt. Eine der berühmtesten Erzählungen aus dem alten Griechenland ist die in Homers Ilias überlieferte Geschichte um die stolze Stadt Troja, deren junger Prinz Paris sich in die – verheiratete – Helena verliebte und so einen Krieg provozierte, der erst nach jahrelangem Blutvergießen sein Ende fand – und das auch nur durch einen sagenhaften Trick, das sprichwörtlich gewordene Trojanische Pferd.

Diese epische Legende auf Leinwand zu bannen, war eins der ambitioniertesten Filmprojekte seit langem – und in einer Zeit, in der Blockbuster-Superlative einander fast jedes Wochenende überholen, will das was heißen. Mit Troja setzt Regisseur Wolfgang Peterson filmische Maßstäbe für Jahrzehnte. Der epischen Wucht der Geschichte (Homers Originalvorlage wurde von 25 Stunden-Kultautor David Benioff aufbereitet) entspricht die Besetzung von geradezu olympischem Ausmaß: Kaum ein Hollywood-Hero wollte sich schließlich die Chance entgehen lassen, mit derartiger Breitenwirkung in die Geschichte einzugehen. Nirgends sonst lassen sich sowohl gestählte Muskeln als auch gepflegte Schauspielkunst so großflächig präsentieren wie in einem Heldenepos. Die erste Wahl für Achilles, den sagenhaften Kriegsherrn, der Agamemnons Heer gegen Troja führt, war natürlich Brad Pitt, der in der Rolle enormes Identifikationspotenzial fand: „Achilles ist eine faszinierende Figur. Auf den ersten Blick erscheint er hart und kalt, doch hinter seinen eisernen Muskeln schlägt ein großes, edles Herz!“ Seinen Widersacher am Feld, Trojas Prinz Hektor, spielt der Australier Eric Bana, der schon als Hulk Durchschlagskraft bewies – seinen Bruder, den verliebten Paris, verkörpert Hollywoods Herzbube Orlando Bloom: „Paris ist ein echter Anti-Held, behütet und verwöhnt, der nie lernt, Verantwortung zu tragen – und nur, weil er sich nicht beherrschen kann, opfert er alles, was ihm lieb und teuer ist!“

Allerdings ist es ja auch nicht irgendein Mädchen, an das er sein Herz verliert, sondern ausgerechnet das allerschönste. Die Besetzung der legendären Lady war natürlich eine enorme Herausforderung. Auf der ganzen Welt suchte Petersen in monatelangen Casting-Sessions nach seiner Helena, bis er ausgerechnet in seiner Heimat fündig wurde: Im deutschen Top-Model Diane Kruger fand er antikes und modernes Schönheitsideale perfekt vereint.

(kz/gb)

 

Action-Abenteuer

Troja (Troy): USA 2004. Regie: Wolfgang Petersen. Buch: David Benioff, nach dem Homer-Epos Ilias. Kamera: Roger Bratt. Schnitt: Peter Honess. Musik: Gabriel Yared. Produktion: Wolfgang Petersen, Gail Katz, Diana Rathbun, Colin Wilson. Mit Brad Pitt, Eric Bana, Orlando Bloom, Diane Kruger, Sean Bean, Brian Cox, Peter O´Toole, Julie Christie, Brendan Gleeson, Rose Byrne.

 

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