Interview aus der Young Miss
Deutsche Ausgabe September 2003
Dank an Caro,
Michi, Andfalathwen und Anke für's Abtippen!
Orlando Bloom, 26
Du bist als Elb in Herr der Ringe berühmt
geworden, und jetzt spielst du in Fluch der Karibik einen Piraten.
Welche Rolle passt besser zu dir?
Ich habe es genossen, für eineinhalb Jahre ein perfektes Wesen
zu sein. Ich hatte nie so saubere Fingernägel wie als Legolas
(lacht). Piraten sind dagegen eher so etwas wie die Rockstars des
18. Jahrhunderts. Die lassen es krachen! Das kommt meiner Abenteuerlust
sehr entgegen.
Stehst du privat auch auf Action?
Ich bin ein Adrenalin-Junkie, teste gern meine Grenzen. Ich liebe
Snowboarding, Skydiven, Surfen, Mountainbiking, Bungee-Jumping...
Ist Adrenalin deine einzige Droge?
Ja, die ist gefährlich genug.
Lebensgefährlich?
Manchmal schon. Es gibt kaum einen Knochen, den ich mir noch nicht
gebrochen habe: Das eine Bein beim Motorradfahren, das andere und
ein paar Rippen beim Reiten, Nase, Arm und Handgelenk beim Snowboarden.
Aber das war nicht das Schlimmste. Vor fünf Jahren verletzte
ich mich bei einem Unfall schwer am Rücken. Seitdem halte ich
mich nicht mehr für unsterblich.
Was genau ist damals passiert?
Ich wollte cool sein und versuchte, aus einem Fenster im dritten
Stock auf die Dachterrasse meiner Freunde zu klettern. Dabei hab
ich den Halt verloren, bin 15 Meter tief gefallen. Die Ärzte
dachten, ich würde nie wieder laufen können. Aber nach
zwei Wochen kehrte das Gefühl in meine Beine zurück. Ich
hatte verdammtes Glück!
War das eine Art Wiedergeburt?
Ja, das kann man sagen. Ich lebe seitdem bewusster, achte mehr darauf,
was ich meinem Körper antue oder in ihn reintue. Ich bin Vegetarier
und trinke lieber Tee als Alkohol. Meinen Adrenalinschub krieg ich
auch im Job. Für Wolfgang Petersens neuen Film Troy durfte
ich auf Malta von einer 30 Meter hohen Klippe springen. Das war
fast das Beste am ganzen Dreh. Außer meinem Filmpartner Brad
Pitt natürlich.
Aus der Young Miss 9/03
Interview: Michele Manelis