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Orlando Bloom Artikel aus der Wienerin
(Österreichs größtes Frauenmagazin) November 2003
Text: Janina Lebiszak
Danke an Pink für's Abtippen!

ORLANDO BLOOM

Ob als Elbenprinz oder als säbelschwingender Pirat in Fluch der Karibik:
Shootingstar Orlando Bloom macht selbst in Strumpfhosen stets gute Figur.

Eine stillgelegte Fabrikshalle, irgendwo in Chelsea: Kondenswasser tropft von der Decke, es riecht nach Maschinenöl und Männerschweiß. Orlando Bloom trägt kurze, weiße Shorts und bearbeitet verbissen einen Sandsack, der vom Dachträger baumelt. Seine Haare sind lockig und dunkel, die Augen braun. Man muss schon genau hinsehen, um in ihm jene Sagengestalt zu erkennen, die den 26-jährigen Schauspieler aus Kent berühmt gemacht hat: den blonden Elben-Krieger Legolas, der im dreiteiligen Fantasy-Epos Herr der Ringe mit Pfeil und Bogen für das Gute kämpft.

Boxender Milchmann
Für die Dreharbeiten zu The Calcium Kid zeigt sich Orlando zum ersten Mal in seiner Filmkarriere ganz ohne großes Kostüm. Dafür aber mit jeder Menge schwarzem Humor. Und nimt in der britischen Low-Budget-Komödie. (Ist das Österreichisch und hat was zu bedeuten? Oder nur ein Tippfehler? -eine verwunderte Verena) Nur die Horde euphorischer Fans, die sich am Set versammelt haben und "Orlando, bitte heirate mich"-Schildert schwenken, erinnert daran, dass sich der androgyne Brite bereits zum Sexymbol gemausert hat.
"Sínd die nicht süß?", fragt Orlando mit einem Kopfnicken Richtung Groupie-Getöse: "Ich muss schon zugeben, ich finde diesen Hype ziemlich aufregend. Obwohl mir klar ist, dass die Leute da draußen nicht mich, sondern die Rolle, die ich spiele anhimmeln.
Außerdem wird im Internet jede Menge Mist über mein Sexleben verbreitet. Meine Mutter hält mich regelmäßig darüber auf dem Laufenden. Obwohl ich sie anflehe, das bloß nicht mehr zu tun."
Da wäre zum einen das Grücht über seine amouröse Schwäche für beiderlei Geschlechter. Dieses hält sich hartnäckig, seidem er in der Verfilmung von Oscar Wilde ausschweifendem Leben einen Strichjungen gab und kurz danach äußerst innig mit seinem -guten und schwulen-Freund, dem deutsch Schauspieler Andre-Marc Schneider, gesichtet wurde. "Alles Quatsch", so Orlando und schlägt etwas zu fest in die Eingeweide des Sandsacks; "Ich habe nur keine Berührungsängste meine Freunden gegenüber. Und einen Mann zu küssen bringt mich nicht gleich ins Grab. "

Held Im Hautengen Kostüm
Die Beweggründe, eine florierende Karriere vor der Kamera zu starten, klingen jedoch äußerst heterosexuell: "Wenn ich ehrlich bin, habe ich nur wegen der Frauen mit der Schauspielerei angefangen. Wir hatten in unser Klasse ein Mädchen, für das alle Jungen schwärmten. In der Mittagspause machten wir Wettrennen auf dem Spielplatz, um herauszufinden, wer für einen Tag ihr Freund sein sollte. Ich sah mir im Fernsehen immer gerne Superman an und malte mir aus, wie ich einfach herbeifliege, das Mädchen schnappe und wieder abzische. Als ich dann feststellte, das Superman auch nur ein Schauspieler ist - da dachte ich: Wow, das ist der richtige Job für mich! "

"Beliebtheitsumfragen
Sind Etwas Seltsames.
Ich Weiss Nicht Mal, Gegen Wen Ich Da Antrete. "

Und nur wenige Jahre nach jenen prägenden Hinterhof-Abenteuern sollte Orlando selbst zum ersten Mal in ein hautenges Kostüm steigen. Und das täglich, über ein Jahr lang. So lange dauerten die strapaziösen Dreharbeiten zur Peter Jacksons Verfilmung des Fantasy-Klassikers Herr der Ringe.
"Eine Menge Augenbrauen mussten ausgezupft und viele Haare ausrasiert werden, um Orlando Bloom in Legolas zu verwandeln", erinnert er sich an die Zeit im fernen Neuseeland: "Außerdem musste ich täglich üben, um die geschmeidigen Bewegungen, die einen Elben ausmacht, zu erlernen.
Ohne dabei über die eigenen Füße zu stolpern. Das ist fast wie Ballet-Tanzen.
Insgesamt kann man sagen, dass ich heute die Frauen besser verstehe denn je!"

Verwunderter Errol Flyn
In seiner neuen Rolle darf der Shooting Star aus Kent endlich wieder den wilden Kerl markieren. Und ficht im Abenteuerspektakel Fluch der Karibik an der Seite von Johnny Depp gegen eine Horde untoter Piraten. Wieder ein Fall von Heldentum in engen Hosen? "Nein, nur Johnny und Geoffrey Rush bekamen das komplette Piratenstyling mit Augenklappe und allem Drum und Dran verpasst.
Ich muss gestehen, ich war sogar etwas eifersüchtig. Ich spiele ja eher den Schmalspur-Piraten, einen Abenteurer und harmlosen Typen. Auf der anderen Seite bin ich derjenige, der am Schluss das hübsche Mädchen bekommt."
Womit sich immerhin ein lang gehegter Kindheitstraum erfüllt hätte. . .
Doch bevor es so weit kommt, musste Bloom erst beweisen, dass er auch als Schwertkämpfer eine gute Figur macht; "m Film gibt es einen Dialog zwischen mir und Johnny. Er sagt: "'Hey, du kannst gut mit dem Säbel umgehen.' Und ich antworte: 'Klar, ich übe ja auch täglich drei Stunden.' Ich hatte also keine adere Wahl, als wirklich verdammt gut zu sein."
Von derart intersivem Körpereinsatz zeigte ich selbst Regisseur Gore Verbinski beeindruckt. Und scheut nicht den Vergleich mit Mantel-und-Degen-Legende Errol Flyn, der bereits in den 50ies die sieben Kino-Meere besegelte.
Dessen Todesmut scheint Orlando tatsächlich im Blut zu liegen: "Ich bin nicht pingelig. Kriegswunden gehören zum Dreh dazu. Und zum Leben. Im Laufe der letzten Jahre habe ich mir schon meine Rippen, meine Nase, beide Beine, einen Arm, mein Handgelenk, einen Finger, und eine Zehe gebrochen. Und ich habe mir schon dreimal meinen Schädel und einmal meinen Rücken angekneackst."

Sexy Orlando Blommt
Hübsch anzusehen ist Mr. Bloom troz allem Blut vergießen, was nicht nur seine aktuelle Flamme, die Newcomer-Actrice Kate Bosworth, bestätigen kann:
Kein Hochglanzmagazin, dass den Londoner noch nicht auf die obersten Ränge der sexiest people alive gehieft hat. "Das Witzige ist, dass ich diesem ganzen Beliebtheits-Rankings überhaupt nicht richitg folgen kann. Ich habe keine Ahnung, wer gerade in den Charts oben ist, wer angesagt ist und wer nicht. Deshalb ist es ein bisschen merkwürdig, in diesen ganzen Umfragen vertreten zu sein. Ich weiß nicht mal richtig, gegen wen ich da antrete!"
Ein paar Celebrity-Namen sollten ihm aber mittlerweile geläufig sein.
Brad Pitt zum Beispiel. Oder Eric Bana, der zuletzt als giftig-grüner Kino-Hulk Aufsehen erregte. Mit diesen beiden Routiniers Dreht Orlando nämlich gerade in Malta, Mexiko und Marokko für die Verfilmung der Ilias-Sage Troya. Und stiftet als intriganter Paris Unfrieden im 100 Milionen US-Doller teurer Sandalen-Epos.
Das Schwert wird ihm also so bald niemand mehr aus der Hand nehmen können.
Denn selbst in einem kurzen Toga-Röckchen sieht Orlando Bloom noch irgendwie glaubwürdig aus . . .

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