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Widescreen September 2003


Vielen Dank an Jasy fürs Abtippen!

 

Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs

 

Filmfacts

Deutscher Filmstart: 17. Dezember 2003

Premiere: 1. Dezember 2003, in Neuseeland

Regie: Peter Jackson

Darsteller: Elijah Wood, Ian McKellen, Viggo Mortensen, Sean Astin, Liv Tyler, Orlando Bloom, Christopher Lee, Cate Blanchett u. v. a.

 

Laut Peter Jackson wird der dritte Teil den stärksten Eindruck im Kino hinterlassen und den Aufwand der ersten beiden Filme rechtfertigen. Wir verraten, was Sie in Die Rückkehr des Königs erwartet

 

Mittelerde, früher März im letzten Jahr des dritten Zeitalters: Rohan ist nicht besiegt. Die Bedrohung durch Isengard und den Verräter Saruman ist mithilfe der Ents beseitigt. Die Ringträger nähern sich der letzten und schwierigsten Etappe ihrer Aufgabe, sich in das Feindesland Mordor einzuschleichen und den Schicksalsberg zu erreichen. Über dem Reich der Menschen, Gondor, ziehen von Umbar im Süden, Minas Morgul im Osten und dem schwarzen Tor im Norden die schwarzen Wolken des Krieges auf. Die Elben um Elrond und Galadriel bereiten sich darauf vor, Mittelerde für immer zu verlassen. Das ist die Situation, in der uns der zweite Teil der Herr der Ringe-Trilogie zurückließ. Die Handlung des letzten Films der Serie folgt erneut den ursprünglichen Ring-Gefährten.

Gandalf und Pippin machen sich von Isengard aus eilig nach Minas Tirith, der Hauptstadt Gondors, auf, um Kunde über den Fall Sarumans und die bevorstehende Verstärkung durch die Reiter von Rohan zu bringen. Pippin tritt in die Dienste der Stadtwache und des Herrschers von Gondor, Truchsess Denethor, dem Vater von Boromir und Faramir. Dieser leider unter lähmenden Depressionen, deshalb organisiert Gandalf den Widerstand der Stadt.

Merry wird Knappe von Theoden, dem König von Rohan, und reist mit seinen Reitern an der Nordseite des Weißen Gebirges entlang durch die Wälder zur Verstärkung Gondors. Begleitet wird er dabei von Dernhelm, einem mysteriösen Reiter, der seine wahre Identität erst auf dem Schlachtfeld enthüllt. Vor Minas Tirith werden sich beide durch besondere Tapferkeit auszeichnen, die den Stoff für Legenden liefert.

Frodo und Sam folgen ihrem Führer Gollum in die Nähe von Minas Morgul, der von Mordor vor langer Zeit eingenommenen Schwesterstadt von Minas Tirith an der Westseite des Grenzgebirges. Dort führt ein steiler, geheimer Pfad zu einem tiefen, dunklen Tunnel ins Herz des Feindeslands. Aber Gollum spielt ein falsches Spiel und lockt die Hobbits in eine Falle, um sich endlich wieder in den Besitz des geliebten und gehassten Ringes zu bringen. Dieses Vorhaben bringt das Schicksal der Welt ins Taumeln. Frodo wird verwundet und von Orks gefangen genommen. Nur Sams Treue und das Geschenk Galadriels können ihn und die freien Völker jetzt noch retten.

Aragorn wird unterdessen klar, das es sein Schicksal ist, die Krone seiner Ahnen anzunehmen. Zusammen mit Legolas und Gimli beschreitet er den gefürchteten Pfad der Toten und ruft die geisterhafte Armee der Vorväter zu Hilfe. Diese Krieger brachen einst ihren Treue-Eid gegenüber Aragorns Vorfahren. Elendil und nur die Erfüllung ihres Schwurs kann sie noch erlösen. Aragorn besiegt die Verbündeten Saurons im Süden und eilt Minas Tirith auf den eroberten Schiffen und mit frischen Truppen aus Süd-Gondor zu Hilfe.

Auf dem Pelennor, der Ebene vor Minas Tirith, kommt es zur heftigen Schlacht, in der die freien Völker die Bedrohung der Stadt abwenden können. Aber erst der Erfolg von Frodo und Sam kann sie ganz beseitigen. Nur eine selbstmörderische Herausforderung an Sauron vor den Toren von Mordor kann den beiden Hobbits die Ablenkung verschaffen, die sie für ihren Erfolg brauchen. Der letzte Tag des dritten Zeitalters bricht an.

Armin Lenz

 

Schon gewusst?

Ø   Noch in diesem Jahr wurden in Neuseeland zusätzliche Szenen gedreht und bereits fertige Szenen nochmals etwas ausgebaut oder nachgebessert.

Ø   Schauspieler, die mit ihren Drehs endgültig fertig waren, bekamen von Produzent Barry Osborne jeweils ein Original-Schwert oder anderes Erinnerungsstück an ihre Rolle geschenkt.

Ø   Die Verabschiedung von Viggo Mortensen fand in der goldenen Halle von Edoras statt, seine Stuntcrew tanzte für ihn den Maori-Kriegstanz, die Haka und die Hobbits sangen.

Ø   Die Tochter von Sean Astin (Samweis), Alexandra, schlüpfte im Film in die Rolle von Samweis´ erster Tochter Elanor.

Ø   Fünf verschiedene Todesszenen wurden für Saruman gedreht. Schauspieler Christopher Lee sagte, er habe keine Ahnung, welche der Szenen im fertigen Film gezeigt wird.

Ø   Angeblich war der Erste Schnitt von Die Rückkehr des Königs sechs Stunden lang.

Ø   Viggo Mortensen tauchte so tief in seine Rolle ein, dass er bei einem halbstündigen Gespräch nicht wahrnahm, dass ihn Peter Jackson die ganze Zeit mit seinem Rollennamen Aragorn ansprach.

Ø   Für die Kampfszene im dritten Ringe-Teil, an der über 200.000 digitale Streiter beteiligt sind, musste WETA DIGITAL anbauen, um das gesamte Computer-Equipment unterzubringen.

Ø   Annie Lennox wird dieses Mal den Titelsong singen.

 

 

P… P… Piraten!

 

Bedeutet der Fluch der Karibik die Wiedererweckung des Piratenfilms? Ein Rückblick auf 80 Jahre Abenteuer auf hoher See.

 

„Piraten waren die Rockstars ihrer Zeit“, meint Johnny Depp. Deswegen habe er in seine Rolle auch etwas von Keith Richards hineingepackt. Depp mimt in Fluch der Karibik Captain Jack Sparrow, eine Figur mit Kultcharakter. Goldzähne, Bärtchen, Kopftuch, Rastalocken mit eingeflochtenen Münzen und Perlen. Ein cooler Typ, ein Rebell, der sich nicht um Regeln und Gesetze schert, sondern sein Leben lebt. It´s better to burn out than to fade away!

Seeräuber, Piraten, Freibeuter, Korsaren, Bukaniere – seit Jahrhunderten faszinieren die rauen Gesellen, die einst die Weltmeere unsicher machten, die Menschen. Ganz besonders aber Kinder und Jugendliche, von denen wohl jeder irgendwann einmal von einem Leben ohne elterliche und gesellschaftliches Zwänge träumt. Als 1883 Stevensons Die Schatzinsel als Buch erschien, wurde sie rasch zum Bestseller. Im selben Jahr wurde Douglas Fairbanks sen. geboren, der nach zahlreichen Piraten-Kurzfilmen 1926 endgültig den Beginn der großen Zeit der Seeräuber auf der Leinwand einläuten sollte. Der schwarze Pirat war der Prototyp für alle folgenden Freibeuter der Leinwand: ein Rächer (am Mörder seines Vaters), ein Frauenschwarm (im Film wie im wahren Leben) und vor allem ein überaus agiler und sportlicher Held mit flinker Klinge. Die verklärte Darstellung des romantischen Lebens auf hoher See wurde durch ihn perfekt inszeniert. Nur einer schaffte es noch, ihn zu überbieten: 1935 betrat erstmals der später berühmteste und galanteste Pirat aller Zeiten die Planken: Errol Flynn gab in Unter Piratenflagge sein Leinwanddebüt. Sein Held war nicht ganz so sportlich, aber noch mehr ein Eroberer der Frauenherzen und immer der Edle (in diesem Fall ein Arzt), den die Umstände zu seinem Piratenleben zwangen. Andere Darsteller versuchten sich in der Folgezeit ebenso als Herrscher der Meere, doch keiner erreichte je seine Popularität, weder Frederic March noch Tyrone Power oder Gene Kelly in seinem Musical Der Pirat. 1951 brach mit Jean Peters als Freibeuterin Anne Providence erstmals eine Frau in die Männerdomäne ein. Beachtenswert, aber mit nur mäßigem Erfolg. Ein Jahr später schlich sich Errol Flynn nach längerer Abstinenz zurück auf die Leinwand und als Offizier inkognito in ein Piratennest ein, um Gegen alle Flaggen zu kämpfen. Es war das große Comeback des edlen Herzensbrechers. Doch es währte nur kurz. Im selben Jahr bewies Burt Lancaster mit seinem Der rote Korsar, einer gelungenen Kombination von Abenteuerfilm und Komödie und zugleich einer aberwitzigen Parodie auf den Seeräuberfilm, dass die Zeit der hehren Seehelden ihren Zenit überschritten hatte. In den nächsten 20 Jahren folgten diverse italienische Varianten (u. a. mit Lex Barker, Rod Tayler und Terence Hill), die ähnlich wie die Spaghettiwestern ein kränkelndes Hollywood-Genre wieder zu beleben versuchten, aber nur mäßig erfolgreich waren. Auch Regisseur Roman Polanski scheiterte 1986 bei diesem Versuch: Seine Slapstick-Komödie Piraten blieb ebenso eine Eintagsfliege wie der mit Special Effects gespickte Film Die Piratenbraut, der aufgrund der mangelnden Ausstrahlung seiner beiden Hauptdarsteller sowie der dünnen Story 1995 baden ging. Dies bewies einmal mehr, was seit Errol Flynn hätte klar sein müssen: Piratenfilme stehen und fallen mit ihrer Besetzung. Ein Hauptdarsteller mit Charme ist dabei ebenso unumgänglich wie ein ihm ebenbürtiger, möglichst fieser Gegenspieler. Ein Johnny Depp und ein Geoffrey Rush eben, die beide etwas beherrschen, was man Leinwandpräsenz nennt. Wenn diesen wie in Fluch der Karibik dann noch attraktive Jungdarsteller wie Orlando Bloom und Keira Knightley, eine sensationelle Ausstattung und bombastische Effekte zur Seite stehen, scheint erstmals seit den frühen 50ern wieder einmal die richtige Mischung gefunden. Vielleicht läutet der Disney-Blockbuster ja eine neue Piraten-Ära im Kino ein. Bereits im November folgt Master & Commander, ein viel versprechendes Seefahrtsabenteuer in der Napoleonischen Ära, für das Russell Crowe wieder in eine historische Uniform schlüpfte und mit dem er an seinen Mega-Erfolg Gladiator anknüpfen will, der eine Renaissance der Sandalenfilme bewirkt hat. Wolfgang Petersens Troja (Deutschlandstart Mai 2004) und zwei kommende Alexander-der-Große-Verfilmungen stehen ebenfalls in den Startlöchern. Vielleicht gelingt dem Fluch der Karibik Ähnliches. Nicht nur Kinder und Jugendliche würden sich darüber freuen. Ein Sequel soll bereits in Planung sein, die Besetzung zum größten Teil beibehalten werden. Wir dürfen also auf mehr gespannt sein. Die „Rockstars der Meere“ sind zurück!

Tim Sünderhauf

 

Fluch der Karibik

 

Kinostart: 2. September

OT Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl

Genre Action

Produktion USA 2003

Laufzeit 143 Min.

Darsteller Johnny Depp, Geoffrey Rush, Orlando Bloom

Regie Gore Verbinski

FSK noch nicht bekannt

 

Echte Helden, gerissene Piraten und gewaltige Seeschlachten: Das längst totgesagte Piratenabenteuer kehrt bombastischer als je zuvor auf die Leinwand zurück.

 

Schäumende Gischt, donnernde Kanonen und im Wind flatterndes Segeltuch. Welchem Kind schlägt da nicht das Herz höher? Die große Zeit der Seeräuber auf der Leinwand schien mit Errol Flynns Tod vorbei zu sein. Doch nun hat sie ein Mann wiederaufleben lassen – größer, gewaltiger und actionreicher als je zuvor: Jerry Bruckheimer. Der Produzent zahlreicher Kassenschlager wie The Rock, Armageddon und Pearl Harbor beweist mit Fluch der Karibik, dass er weiß, worauf es bei einem Piratenfilm ankommt.

Für den leicht abgehalfterten, aber noch immer von einem Mythos umgebenen Captain Jack Sparrow ist die Karibik so etwas wie ein Abenteuerspielplatz. Dumm nur, dass sein ehemaliger Maat Barbossa ihm sein Schiff, die „Black Pearl“, mitsamt seiner Mannschaft weggenommen hat. Als Barbossa Port Royal überfällt und die hübsche Gouverneurstochter Elizabeth entführt, machen sich Sparrow und Elizabeths Jugendfreund Will auf, das Mädchen zu befreien. Doch sie haben gleich mehrere Probleme. Zum einen ist die britische Navy unter Commodore Norrington, der Elizabeth ehelichen will, hinter ihnen her. Zudem lastet auf Barbossas Piraten ein Fluch, der sie unsterblich macht und im Mondlicht zu Skeletten mutieren lässt. Und dann scheint Will auch noch mittels eines geheimnisvollen Amuletts in die Geschichte des Fluchs verwickelt zu sein.

Herrliche Kostüme und imposante Schiffe, fiese Einäugige und schöne Frauen, exotische Eilande und prunkvolle Schätze – das sind die Zutaten, die Bruckheimer und Regisseur Gore Verbinski opulent in Szene gesetzt haben. Doch noch wichtiger: Die Haubitzen dröhnen, die Planken krachen und stählerne Klingen durchschneiden mit einer Leichtigkeit die Pulverdampfgeschwängerte Luft, dass es eine Freude ist.

Daneben bietet Fluch der Karibik eine männliche Darsteller-Riege, die restlos überzeugt. „Legolas“ Orlando Bloom als schmucker junger Herzensbrecher, Geoffrey Rush als fieser Barbossa und allen voran der geniale Johnny Depp als schrullig-charmanter Jack Sparrow liefern neben reichlich Abenteuer auch viel zu lachen. Nur Keira Knightley bleibt etwas blass angesichts dieser geballten Men-Power. So gilt es zum Schluss nur noch eines anzumerken: Wenn auch aus dem Hause Disney, ist dies kein Familienfilm für die ganz Kleinen. Denn wenn die Piraten sich in halbverweste Skelette verwandeln, würde sich auch ein Errol Flynn ins Strumpfhöschen machen.

Tim Sünderhauf

 

„Ein Genuss, diesen Mann auf der Leinwand zu sehen“ tim Sünderhauf

Hat ab vor Johnny Depp. Ob als Ichabod Crane (Sleepy Hollow), Frederick Abberline (From Hell) oder nun Jack Sparrow. Kaum einer versteht es so wie er, den seltsamsten Vögeln ein skurriles oder geheimnisvolles Leben einzuhauchen. Sein Captain Sparrow, ein leicht wirr im Kopf wirkender, aber tatsächlich ziemlich cleverer Überlebenskünstler, sorgt für die größten Lacher im Film und ist einmal mehr eine darstellerische Glanzleistung. Ein Genuss, diesen Mann auf der Leinwand zu sehen.

Wertung

5 von 5 Sternen

Action

Humor

Spannung

Erotik

Anspruch

3 von 3 Sternen

2 von 3 Sternen

2 von 3 Sternen

0 von 3 Sternen

0 von 3 Sternen

Pro: Grandiose Effekte, opulente Bilder, gruselig-komische Stimmung: Ein geniales Leinwandabenteuer!

Contra: Eine einfach gestrickte Story, ein paar zu lang geratene Kampfszenen und ein recht rosa Happy End.

 

Sequel – Fortsetzung

opulent – im Überfluss

 

Auszüge aus dem Interview mit Gore Verbinski:

 

Widescreen: Johnny Depp war also erste Wahl. Wie war es mit den anderen Darstellern?

Gore Verbinski: Sie waren alle meine erste Wahl. Das ist sehr selten, dass du deine erste Wahl für alle Rollen bekommst. Aber als Johnny Depp an Bord kam, gab er dem Film eine besondere Note. Piraten, Karibik, Walt Disney, Jerry Bruckheimer, da erwartest du etwas Besonderes. Wenn du dann aber Johnny Depp einbaust, das erwartet keiner. Da denkt dann der eine oder andere: „Hm, vielleicht ist das interessanter, als ich dachte.“ Dadurch bekamen wir andere tolle Schauspieler. So verpflichteten wir relativ schnell Geoffrey Rush. Alec Guiness oder Peter Sellers (beide verstorben, Anm. d. Red.) konnten wir ja nicht bekommen, daher war er unsere nächste Wahl. Er versteht es. Niedertracht in einer ganz bestimmten Weise auszudrücken. Keira war eine wundervolle Entdeckung. Orlando brauchten wir, damit er das Ganze ausbalanciert, für die romantischen Anforderungen an so einen Film.

 

W: Die Darsteller bekamen Fecht- und Stuntunterricht. Waren Sie neidisch, dass die Darsteller so eine coole Arbeit hatten und Sie nicht?

GV: Nein, ich war nicht neidisch. Für mich war keine Zeit für so etwas. Das ist eine Heidenarbeit. Ich glaube, Geoffrey Rush war dabei der Engagierteste. Für Orlando Bloom war es sehr einfach, da er ja schon seine Vorkenntnisse aus Der Herr der Ringe mitbrachte. Johnny Depp hatte sehr gute Stunt-Doubles. Er brauchte nur zwei Schläge zu erlernen und stahl damit all den anderen die ganze Show. Es war ein tolles Team. Es ist aber auch wirklich harte Arbeit.

 

W: Es ist ja inzwischen schon von Fluch der Karibik, Teil 2 die Rede. Würden Sie den machen?

GV: Na ja, einen Schritt nach dem anderen. Wenn wir die Leute wieder zusammenbekommen – und natürlich als Erstes ein gutes Skript haben -, wenn also jeder zu bekommen ist, dann ja. Aber es dauert Jahre, bis wieder alle zeitlich unter einen Hut zu kriegen sind.

 

Auszug aus dem Interview mit Johnny Depp:

 

Widescreen: Johnny, in Fluch der Karibik sind Sie dafür bezahlt worden, wovon Sie als fünfjähriger Junge wahrscheinlich geträumt haben. Haben die Dreharbeiten Spaß gemacht?

Johnny Depp: Oh ja. Da wurde ein Traum wahr, den wohl wirklich jeder von uns mal gehabt hat. Gore (Verbinski, Regisseur), Orlando (Bloom) und ich haben uns manchmal mittendrin angeschaut und genau das gedacht – dass wir dafür noch bezahlt werden …

 

 

Der Herr der Ringe – Die zwei Türme

 

26. August

Produktion USA/ NZL 2002

Laufzeit 172 Min.

Darsteller Elijah Wood, Viggo Mortensen, Orlando Bloom, Ian McKellen, Liv Tyler, Miranda Otto

Regie Peter Jackson

Audio DD 5.1 EX (D, E)

Bild 16:9

UT D, E

FSK ab 12

Preis ca. € 22,-

 

Die Reise geht weiter und die Schlacht um Mittelerde hat begonnen. Das epische Mittelstück der Tolkien-Trilogie erscheint jetzt endlich auf DVD und hält so manche Überraschung bereit.

 

Nicht ganz vier Monate, bevor mit Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs der dritte Teil des gewaltigen Epos in den Kinos startet, erscheint in Kürze die DVD-Ausgabe von Die zwei Türme. Auf zwei randvollen Silberlingen werden damit neben dem gewaltigen Werk von Peter Jackson unzählige Extra-Features veröffentlicht. Doch zunächst für die wenigen, die Die zwei Türme noch nicht kennen, ein paar Worte zur Story des Films:

Nach Boromirs Tod und Gandalfs Sturz in die Tiefen von Khazad-Dum zersplittert die Gemeinschaft der Gefährten. Aufgeteilt in drei Gruppen, müssen sie sich gegen die bösen Mächte Sarumans und Saurons wehren. Ringträger Frodo und sein treuer Freund Sam setzen ihren Weg nach Mordor, dem schrecklichen Reich Saurons, fort und treffen auf die schizophrene Kreatur Gollum, die selbst einmal im Besitz des einen Rings war und von ihm korrumpiert wurde. Gollum erklärt sich bereit, Frodo und Sam zu führen. Doch sein wahres Interesse gilt „seinem Schatz“, dem Ring Saurons. Unterdessen können sich Merry und Pippin aus den Fängen der Uruk-Hais befreien und verbünden sich im Fangornwald mit dem mächtigen Baumwesen Baumbart. Aragorn, Gimli und Legolas schließen sich auf ihrer Suche nach Merry und Pippin den Reitern von Rohan an, die den Ansturm von Sarumans Heer auf ihre Heimat erwarten. In Helms Klamm kommt es schließlich zu einer gewaltigen Schlacht, in der sich nicht nur Aragorn, Gimli und Legolas als letzte Hoffnung Rohans erweisen. Auch Gandalf, wiedergeboren als der Weiße, und die Elben stehen dem Volk Rohans zur Seite. Doch der Kampf um Mittelerde hat erst begonnen …

Spannender, noch gewaltiger, ein epochaler Meilenstein der Kinogeschichte, so lässt sich Der Herr der Ringe – Die zwei Türme wohl am ehesten zusammenfassen. Ein Einspielergebnis von 72 Millionen Euro allein in Deutschland spricht für sich. Bei dem in drei parallel verlaufenden Strängen erzählten Werk ist wirklich alles vom Feinsten. Ob Special Effects, Kostüme, Story-Telling oder Charaktere: Peter Jackson gelang es, sein grandioses Regiestück Die Gefährten noch zu übertreffen. Bei einer Gesamtlänge von knapp drei Stunden kommt keine Sekunde Langeweile auf, so dass der Streifen schneller zu einem Ende kommt, als man es wahrhaben möchte. Was bleibt, ist das gierige Verlangen nach einer Fortsetzung. Doch auch wenn Die Rückkehr des Königs am 18. Dezember noch vor dem Christkind kommt, die Wartezeit ist ähnlich lang und nervenzehrend.

Glücklicherweise hat man die DVD-Ausgabe aber noch mit einer Bonus-Disc ausgestattet, die über zwei Stunden Zusatzmaterial enthält. Und für alle, die den dritten Teil gar nicht mehr erwarten können, findet sich hier auch eine 10-minütige Vorschau auf den Abschluss der Trilogie. Neben einigen Filmausschnitten gibt es in diesem Feature vor allem kleine Einblicke in die Produktion und hinter die Kulissen. Ähnlich gestalten sich auch die Features „Am Set von Der Herr der Ringe – Die zwei Türme“ und „Die Rückkehr nach Mittelerde“. Bei Ersterem handelt es sich um ein Making-of, bei dem Schauspieler, Produzenten und Mitarbeiter am zweiten Teil zu Wort kommen. Viel interessanter und auch amüsanter ist der zweite Hintergrundbericht. Das knapp 45-minütige TV-Special zeigt die Protagonisten und Macher von Der Herr der Ringe von ihrer privaten Seite. Liv Tyler, Elijah Wood und einige andere Stars erzählen, was sie in den 18 Monaten der Dreharbeiten außerhalb des Sets erlebt und gemacht  haben. Ein Resultat dieser Freizeitgestaltung neben den Dreharbeiten hat ebenfalls seinen Weg auf das DVD-Package gefunden. Sean Astins Kurzfilm The Long and Short of It wurde exklusiv auf den zweiten Silberling gebannt. Der Darsteller von Sam brachte in dem Kurzfilm vor allem Akteure hinter der Kamera dazu, die Seiten zu wechseln und als Schauspieler zu agieren. Auch hierzu findet man noch ein witziges Making-of. Daneben gibt es insgesamt 8 Dokumentationen, die zunächst nur online verfügbar waren, für den DVD-Release aber noch ergänzt und umgeschnitten wurden. Besonders spektakulär sind dabei die Dokus zur Schlacht von Helms Klamm und Gollum. Abschließend hat man auch an eine Vorschau auf die Extended-DVD-Version des Streifens gedacht. Und spätestens hier kommt man doch ein bisschen ins Grübeln, warum man sich eigentlich die Doppel-DVD-Ausgabe zugelegt hat. Wer sich noch bis November gedulden kann, erhält mit der XXL-Ausgabe einen um mehrere Szenen erweiterten Film und insgesamt vier DVDs, also noch mehr Zusatzmaterial und noch mehr Herr der Ringe. Zwar wird auch der Preis dementsprechend hoch liegen (ca. 50 Euro), aber allein die neuen Filmszenen machen ungemein neugierig, da besonders diejenigen, die die Bücher kennen, auf ihre Kosten kommen werden. Zu den technischen Aspekten muss man nicht viele Wort verlieren: Weder beim Ton noch beim Bild ließ man sich lumpen und lieferte Spitzenqualität ab. Alle Heimkino-Fans werden schon bei der Eröffnungssequenz mit Gandalf in einen kollektiven Freudentaumel verfallen, der bis zur letzten Szene anhält.

Thomas Raab

 

Wertung

5 von 5 Sternen

Technik

5 von 5 Sternen

Grandiose Bild- und Tonqualität

Ausstattung

5 von 5 Sternen

Für ein Doppel-DVD-Set äußerst umfangreich und vielfältig

Action

Humor

Spannung

Erotik

Anspruch

2 von 3 Sternen

1 von 3 Sternen

3 von 3 Sternen

0 von 3 Sternen

2 von 3 Sternen

 

 

Der Ring-Rekord

Das Kinoepos Der Herr der Ringe machte Regisseur Peter Jackson auch zu einer Art Herr der Rekorde. So bescherte der zweite Teil derTrilogie dem Filmemacher zum Beispiel das beste Startwochenende aller Zeiten in Deutschland. Die DVD-Ausgabe der Gefährten war weltweit der meistverkaufte Silberling des Jahres 2002. Bis der Abschluss der Trilogie ebenfalls vollständig vermarktet wird – sei es also Kino- oder DVD-Fassung -, werden sicherlich noch einige andere Rekordzahlen dazukommen.

 

Der Ring schließt sich – Die Rückkehr des Königs

Im dritten Teil der Ring-Trilogie entbrennt der Kampf um Mittelerde endgültig. Gandalf und Aragorn versuchen die Völker Mittelerdes zu vereinen und sich zusammen gegen das übermächtige Heer Saurons aufzulehnen. Frodo setzt seine nahezu unmöglich erscheinende Mission fort, den Ring in den Feuern des Schicksalsberges zu zerstören. Und Aragorn stellt sich seinem Schicksal als Isildurs Erbe …

 

Noch mehr Mittelerde – Das Bonusmaterial

Ø     Hintergrund-Dokus
Am Set von Der Herr der Ringe – Die zwei Türme
Rückkehr nach Mittelerde: Warner Brothers TV-Special
The Long and Short of It, ein Kurzfilm von Sean Astin
Das Making of The Long and Short of It

Ø     Dokumentationen von lordoftherings.net
Die Mächte der Dunkelheit
Das Sounddesign von Mittelerde
Edoras: Die Hauptstadt Rohans
Die Bewohner von Mittelerde
Gandalf der Weiße
Waffen und Rüstungen
Die Schlacht um Helms Klamm
Wie Gollum zum Leben erweckt wird

Ø     Exklusive Vorschau auf Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs

Ø     Der Herr der Ringe – Die zwei Türme Original-Kinotrailer und TV-Werbespots

Ø     Musikvideo „Gollum´s Song“ von Emiliana Torrini

Ø     Vorschau auf das Videospiel Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs

Ø     Vorschau auf die erweiterte DVD-Spezialedition von Der Herr der Ringe – Die zwei Türme

 

 

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