OBL als Startseite | Lesezeichen setzen Deutschlands größte Orlando Bloom, Legolas und Will Turner Seite - die beste Adresse zum Thema. Bilder, Downloads, Artikel, Community und noch vieles mehr
 

Widescreen August 2003


Vielen Dank an Jasy fürs Abtippen!

 

Set-Report:

 

Fluch der Karibik

 

Eine Themenpark-Attraktion wird verfilmt. Widescreen erhielt Einblick Hinter die Kulissen eines viel versprechenden Piratenabenteuers.

 

Die Hälfte der Dreharbeiten an Disneys großem Sommerspektakel Fluch der Karibik ist abgeschlossen und von Studio 2 weht ein deutlicher Geruch nach Chlor über den großen Parkplatz der Studios in Burbank in Kalifornien. Drinnen schwappen Millionen Liter grünliches Wasser durch eine künstliche Lagune von einem Meter fünfzig Tiefe und verschwinden in einem Labyrinth aus düsteren, mit Stalaktiten überzogenen Höhlen.

Geoffrey Rush hockt auf dem Gipfel eines Einsturz gefährdet wirkenden Hügels, der aus überfließenden Schatzkisten besteht. Es blitzen und schimmern Goldmünzen und Perlenketten neben anderen wertvollen Beutestücken, die Captain Barbossa – so der Name seiner Filmfigur – während eines langen, gesetzwidrigen Lebens angehäuft haben muss.

„Wie sieht dein Plan aus, Jack?“, verlangt er zu wissen und stößt dabei sein Entermesser in Richtung seines Schauspielkollegen Johnny Depp. „Du kannst mich nicht töten und ich kann dich nicht töten!“

Die Arbeiten in St. Vincent stehen zwar noch an, aber Fluch der Karibik hat bereits einen herausragenden Ankerplatz in Disneys sommerlicher Filmflotte eingenommen. Analysten glauben einen Hit zu riechen. Johnny Depp und die englische Jungschauspielerin Keira Knightley spielen neben Geoffrey Rush und Orlando Bloom die Hauptrollen. Letzterer ist den Kinofans als Legolas aus Der Herr der Ringe gut in Erinnerung. Der Produzent Jerry Bruckheimer verspricht ein auf heutige Sehgewohnheiten zugeschnittenes, klassisches Hochsee-Abenteuer. Das Drehbuch stammt aus der Feder desselben Teams, welches bereits mit Shrek eine Oscar-Nominierung eingefahren hat. Dazu kommen zahlreiche Galeonen in Originalgröße, verblüffende Spezialeffekte von ILM und, wie wir selbst überprüfen konnten, einige der imposantesten Kulissen, die je in einem Filmstudio errichtet wurden.

„Es hat ein bisschen von allem“, begeistert sich Bruckheimer, „eine großartige Geschichte über Gut und Böse, tolle Action, Romantik und diese unglaublichen Spezialeffekte!“

Natürlich gehört Klappern zum Handwerk, aber Jerry Bruckheimer ist vermutlich der kommerziell erfolgreichste Produzent aller Zeiten und hat mit Titel wie Flashdance oder Pearl Harbor eine ganze Latte an Kassenerfolgen in den Büchern stehen. Man kann annehmen, dass er ein Gespür für potenzielle Hits hat.

Er ist auch der Mann, der größtenteils den modernen Actionfilm erfunden hat. Ob Top Gun, Beverly Hills Cop, The Rock, Crimson Tide oder Armageddon – die Liste lässt sich beliebig fortsetzen – Bruckheimer steht für Meilensteine. Spezialeffekte, größere und bessere Explosionen, Soundtracks, welche die Kinositze erbeben lassen und in den meisten Fällen ausgesprochen gesunde Verkaufszahlen sind seine Markenzeichen. Fluch der Karibik verspricht dieser Tradition zu folgen.

Aber selbst Bruckheimer gesteht, dass er ursprünglich Bedenken hatte, als Disney ihm die Idee präsentierte. Einen Film, der als Vorlage die Geisterbahn „Pirates of the Caribbean“ in Disneyland hat? Das roch mehr nach Konzernmarketing als kreativer Eingebung. Doch das Drehbuch von den Shrek-Autoren Ted Elliott und Terry Rossio weckte sein Interesse. Die beiden hatten zehn Jahre zuvor bereits erfolglos versucht, Disney für die Idee zu begeistern.

Bruckheimer aber war erfreut über ihre Fähigkeit, den intelligenten Humor aus Shrek mit der mysteriösen Story über eine umherziehende Bande von untoten Piraten, die sich im Schein des Mondlichts in Skelette verwandeln, zu verbinden. Die Vorstellungen der Schreiber zogen auch Regisseur Gore Verbinski an. Er hatte gerade Ring fertig gestellt und wusste daher, wie man ein Publikum aus dem Kinosessel aufschreckt.

„Der Film hat Schwertkämpfe, Schiffe, Seeschlachten, sogar eine Figur mit einem Holzauge, also alles, was man gemeinhin von einem Piratenfilm erwartet“, sagt Bruckheimer, „dazu kommt dieses besondere Element, das vielleicht etwas düsterer ist als gewöhnlich. Das ist ein Film, den Kinder lieben werden, aber er hat auch eine Menge zu bieten für den Rest der Familie.“

Herr der Ringe-Aufsteiger Orlando Bloom spielt, was er den „ernsten, jungen Helden“ des Films nennt. Er scheint den ungezügelten Enthusiasmus des Ensembles zu verkörpern, wenn er von seiner Besetzung erzählt:

„Ich sagte nur `Wo muss ich unterschreiben?´“, lacht er. „Ich meine, ist es nicht der Traum jedes kleinen Jungen, ein Pirat zu sein? Dann bekam ich das Drehbuch und ich konnte sehen, dass es eine tolle Figur war und dass der Film wirklich in die Vollen geht. Der Produzent sollte Jerry Bruckheimer sein, der Filme wie Top Gun gemacht hat, also war mir klar, dass nicht daran gespart würde, um ihn spektakulär, authentisch und lustig zu machen. Dann kam noch Johnny Depp hinzu“, erzählt Bloom, „Mit ihm zu arbeiten, hat mich sehr gelockt.“ Depp selbst meint, Fluch der Karibik zu machen, sei eine einfache Entscheidung gewesen.

„Ich mochte schon immer Piratenfilme“, sagt er, „und ich dachte, das hier könnte Spaß machen und sehr unterhaltsam werden, ohne mich zu verkaufen. Ich stellte mir auch vor, dass es toll wäre, einen Film zu machen, den meine Kinder anschauen und genießen können. Wissen Sie, ich mag Disney-Filme und wenn man eine Tochter von dreieinhalb Jahren hat, dann schaut man viel Disney-Zeug an.“

Depp, der den verwegenen Captain Jack Sparrow spielt, sieht auf alle Fälle sehr nach Pirat aus. Sein Hemd ist aufgeknöpft und weit, die Haare fallen ihm in die Augen und er hat Perlen in seinen wuscheligen Bart geflochten. Nie sah er so gefährlich gut aus, er hat sogar ein paar Goldzähne. Offensichtlich hat er sich auch viele Gedanken über seine Filmfigur gemacht.

„Er ist ein Kerl, der vermutlich zwei- oder dreimal um die Welt gesegelt ist und überall ein paar Souvenirs hat mitgehen lassen“, erklärt er, „Er bindet sein Haar mit einem Band hoch, flicht eine Perle in seinen Bart, steckt sich einen weiteren Ring an. Ich entschied, dass Piraten die Rockstars ihrer Zeit waren. Sie stehen für totale Freiheit, Ungehemmtheit, Chaos, Freude, Verwüstung und was immer passiert, passiert eben.“

Um sich auf ihre Rollen vorzubereiten, mussten Depp, Bloom und die anderen Ensemble-Mitglieder vor der Produktion für einige Wochen in die „Piratenschule“. Dort wurden sie von demselben Fechtlehrer trainiert, der zur goldenen Zeit Hollywoods bereits Errol Flynn schliff und mittlerweile über 80 Jahre alt ist.

Bloom, der an diesem Tag gerade seinen 26. Geburtstag feierte, hat sich zur Vorbereitung einige Errol-Flynn-Filme angeschaut. Er nahm sich auch die Zeit, für eine Szene, in der er und Depp eine Galeone stehlen, die Grundlagen des Segelns zu erlernen. Das Fechten bereitete ihm aber die größten Sorgen.

„Ich habe eine Situation im Film, wo ich mit Johnny Depps Figur kämpfe“, erklärt er, „und er sagt darin `Oh, du bist ziemlich gut mit einer Klinge´ und ich antworte `Nun, ich übe auch drei Stunden täglich´. Also hatte ich keine Wahl. Ich musste ziemlich gut werden, um glaubwürdig zu sein.“

„Ich will auch einen Degen, aber ich bekomme keinen“, beschwert sich Keira Knightley, die junge, englische Schauspielerin, welche die weibliche Hauptrolle im Film spielt. Ihre Freunde zu Hause riefen sie während der Dreharbeiten laufend an, um herauszufinden, ob Johnny Depp wirklich so wundervoll sei, wie sie annehmen. „In Wahrheit sind viele meiner Freundinnen hoffnungslos in ihn verknallt“, sagt Knightley. Sie erklärt dann, dass die Figur, die sie spielt, zwar keinen Degen haben darf, aber trotzdem keines der üblichen Mädchen ist, die verzweifelt ihrer Rettung harren.

„Sie ist eine Art modernes Mädchen, das in einer Welt des 18. Jahrhunderts festsitzt“, sagt Knightley und fügt hinzu, dass sie den größten Teil des vorherigen Tages damit zugebracht hat, „Piraten über Bord zu schmeißen“. Sie hat die blauen Flecken, um es zu beweisen. Zusammen mit Depp und anderen Teilnehmern leistet auch Knightley ihren Beitrag dazu, Geoffrey Rush und seine verfluchte Piratenbande auf der Leinwand zu bekämpfen. Die Szene, in denen sich Menschen aus Fleisch und Blut in vom Computer erzeugte Skelette verwandeln, wo immer sie von Mondlicht berührt werden, stellte besondere Anforderungen an die Beteiligten.

„Neulich“, erzählt Knightley, „drehten wir eine Szene, in der ich mit einem großen Stock gegen einige Piraten kämpfe. Nach einigen Aufnahmen sagten sie mir, dass ich das jetzt ohne Piraten machen muss. Nach einer Weile muss ich das dann auch ganz ohne Stock machen, also bekämpfe ich niemanden mit nichts und soll auch noch entsprechend reagieren. Ich dachte die ganze Zeit: Warum hast du beim Pantomime-Unterricht nie aufgepasst?“

Zum Zeitpunkt des Setbesuches standen noch sechs Wochen der Dreharbeiten an. Die Schnittarbeiten und das Einfügen der Spezialeffekte werden die Filmemacher sicherlich bis kurz vor Start des Streifens beschäftigen. Aber mit Ausnahme eines kleinen Feuers durch eine in Brand geratene Klebepistole in der ersten Drehwoche erinnert sich Produzent Jerry Bruckheimer an keine Produktione, die glatter verlaufen wäre.

„Ich denke, was den Job des Produzenten wirklich ausmacht, ist das: das Publikum an einen Ort mitzunehmen, wo es nie zuvor war“, sagt Bruckheimer, „Fluch der Karibik“ wird zu etwas, was sie so noch nie gesehen haben.“

Es wird sicher spektakulär, fügt Keira Knightley hinzu. Sie gibt zu, dass sie als Neuling bei einer großen Studioproduktion immer noch erstaunt ist, welchen Aufwand die Filmemacher treiben. „Ich nehme an, so ist Hollywood“, sagt sie mit einem Schulterzucken, „man kann ein Schiff einfach in die Luft jagen, wenn man muss“.

Johnny Depp sagt, dass selbst seine dreieinhalbjährige Tochter Lily, die beim ersten Anblick ihres Vaters im Piratenkostüm „etwas geschockt“ war, nun eine positive Meinung hat. „Sie mag die Rastalocken.“

Was Depp selbst angeht, so hatte er selten so viel Spaß wie als Pirat. Er grinst: „Darauf hab ich mich in gewisser Weise mein ganzes Leben lang vorbereitet.“

 

Armin Lenz

 

Pirates of the Caribbean

Die Themenpark-Attraktion wurde im Februar 1967 in Disneyland Los Angeles eröffnet. Die Wasserfahrt begeistert durch die einzigartige Karibik-Atmosphäre, zwei Gefällstrecken und das witzig inszenierte Kabarett aus liebevoll gestalteten Animatronix-Figuren. Eine moderne Version gibt es in Disneyland Paris zu bestaunen.

Technische Daten:

Ø   Fahrtzeit: 14,5 Minuten

Ø   Kapazität: 3.400 Gäste pro Stunde

Ø   Wassermenge: 2,8 Millionen Liter

Ø   Erster Fall: 21 Grad Gefälle; Distanz: 15,6 Meter

Ø   Zweiter Fall: 21 Grad Gefälle; Distanz: 11,1 Meter

Ø   Maximale Beckenhöhe: 12 Meter

 

Die Schönen und das Biest

Zwei der derzeit schönsten Männer im Filmgeschäft, der Charakterkopf Geoffrey Rush und die aparte junge Newcomerin Keira Knightley – da schlagen nicht nur Frauenherzen höher. Das Ganze platziert man vor die romantische Kulisse der Karibik des 18. Jahrhunderts, mischt Gefahr, eine Liebesgeschichte und Magie dazu, schon hat man einen zeitgemäßen Kassenhit – so das Rezept von Produzent Jerry Bruckheimer. Es könnte sogar schmackhaft sein!

 

 

 

Zurück zum Artikelindex





 

 

 nach oben

Wir sind nicht Orlando Bloom, gehören nicht zu seinem Management und stehen auch sonst in keinerlei Kontakt zu ihm. Briefe und Mails an ihn können von uns nicht weitergeleitet werden. || Disclaimer | Impressum
Texte, Layout und Grafiken Copyright © 2002-2010 OBL.
Design & Inhalte by Verena und dem OBL Team

Seite optimiert für: [Firefox] [1024x768] [JavaScript] [Muchos Colores] [Verdana]

Proudly Hosted by All-Inkl.com

Besucher seit dem 6. Februar 2002

 

 

nach oben