Interview aus der R-TV
(eine etwas kleinere Fernsehzeitschrift aus der Tageszeitung)
Dank an Belethrod und Nicky für's Abtippen!
Rückkehr der Piraten
Das Genre galt als erledigt. In Fluch der Karibik gelingt
Johnny Depp und Orlando Bloom überraschend eine Wiederbelebung.
Er ist der Teen-Star schlechthin. Der junge Brite Orlando Bloom ist
in kürzester Zeit zum Super-Helden aufgestiegen und beherrscht
diesen Kinoherbst.
Elbischer Held in Herr der Ringe, Soldat in Black Hawk Down, romantischer
Gangster in Ned Kelly, griechischer Held in Wolfgang Petersens Troja
und Pirat in Fluch der Karibik. Sie haben die volle Trefferquote, was
den Kindheitstraum von der Schauspielerei angeht.
O.B.: (lacht) Dass ich das alles hintereinander machen durfte, ist
schon unglaublich. Und es hat wirklich Spaß gemacht.
Welcher dieser Filme war für Sie das größte Abenteuer?
O.B.: Die Erfahrungen mit Herr der Ringe in Neuseeland sind nicht zu
übertreffen. Es war meine erste große Filmrolle, und es war
mehr als das. Ein einzigartiges Erlebnis.
In Ihren Filmen wird rein körperlich viel von Ihnen verlangt.
Wie halten Sie es mit den Stunts? Machen sie alles selbst?
O.B.: Alles kann man sowieso nicht machen, außer man ist Jackie
Chan. Ich halte es in einem vernünftigen Rahmen. Johnny Depp hat
mir das noch mal sehr klar gemacht. Er sagte, die Stuntleute werden
für Stunts bezahlt, nicht die Schauspieler. Und wenn du dir bei
einem Stunt deinen Körper versaust, dann war es das! Also sollte
man zweimal nachdenken, bevor man Stuntleuten ihren Job wegnimmt.
Hört sich sehr vernünftig an von einem, der sich fast
jeden Knochen (einschließlich Wirbelsäule) gebrochen hat
und als Fan von Extremsportarten gilt.
O.B.: (lacht) Stimmt. Aber das mit den Extremsportarten hat erst in
Neuseeland angefangen. Snowboarding, Bungee Jumping, Rafting, Skydiving.
Die machen das alle da. Ich suche aber bestimmt nicht die Gefahr!
In Fluch der Karibik verhelfen Sie dem Piratendasein zu neuem Leinwandleben.
Johnny Depp gelang ja eine phantastische Piratenkarikatur!
O.B.: Die hat er selber aus dem Hut gezaubert. Diese krummbeinige Keith-Richards-Version
eines Piraten stand ja nicht im Drehbuch. Ich habe jede Szene mit ihm
geliebt und war unendlich neidisch und gleichzeitig dankbar, dass er
mich nicht völlig an die Wand gespielt hat.
Was kommt als Nächstes? Nach welcher Rolle sehnen Sie sich
nach all Ihren gigantischen Abenteuerfilmen nun am meisten?
O.B.: Ich könnte mir gut vorstellen, jetzt mal einen Film zu machen,
in dem es um drei Kerle geht, die nur am Tisch sitzen und Karten spielen.
Das wäre mal eine nette Abwechslung.
Stationen
Orlando Bloom
Geboren am 13. Januar 1977 in Canterbury, England. Sohn des südafrikanischen
anwalts, Autors und Bürgerrechtlers Harald Bloom, studiert an der
Guildhall School of Music and Drama in London. engagierte Theaterarbeit
und kleinere Rollen. Kinodebüt 1997 in "Oscar Wilde",
gelangt in der Rolle des Legolas in der Trilogie "Herr der Ringe"
zu Weltruhm. seitdem wohl nicht nur Mädchenschwarm.