Artikel über Legolas aus derNautilus
(Nr. 20, Sept/Nov. 03)
Vielen Dank an Abendstern fürs Abtippen!
Der Elb Legolas
Mit
der Verfilmung des Herr der Ringe hat Tolkiens Parade Elb Legolas
auch die Herzen der Kinozuschauer im Sturm erobert. Insbesondere seine
anmutige Eleganz und sein Geschick mit dem Bogen sowie sein mysteriöses
Wesen (auf der Leinwand hervorragend verkörpert durch Orlando Bloom,
siehe Porträt des Schauspielers auf der vorigen Seite) schlugen die
Zuschauer sofort in den Bann.- Ein
guter Grund, einen genaueren Blick auf diesen Gefährten zu werfen.
Elbische Herkunft
Legolas'
Liebe zu den Wundern der Natur liegt in seiner elbischen Herkunft begründet.
Als Sohn des Elbenkönig Thranduils wächst er in einer Gemeinschaft
von im Düsterwald lebenden Sindar Elben auf. Selbst sein Name
drückt seine Naturliebe aus, der dem Elbischen übersetzt "grünes
Blatt" bedeutet. Als Liebhaber der Natur ist er ein Gegner Saurons,
dessen dunkle Monster auch Legolas´ Heimat, den Düsterwald
verheerten. Im Dritten Zeitalter zwangen Riesenspinnen, Orks und andere
finstere Kreaturen die Sindar (Grauelben), in den Norden ihres Heimatwaldes
auszuweichen. Und so schließt sich der erfahrene Fährtenleser
und Bogenschütze Legolas, als einer der Ersten in Elronds Rat, der
Gemeinschaft des Ringes an. Er kennt seine Gegner gut -und bekämpft
das Böse in der Hoffnung, den Düsterwald wieder zu befreien
und Mittelerde vor der Zerstörung zu bewahren.
Legolas' Volk, die Grauelben, sind einst mit einer
großen Sehnsucht zum Meer und nach Valinor jenseits des Meeres im
Westen, beschenkt worden. Diese Sehnsucht nach dem Meer ergreift in Gondor
schließlich auch Legolas er sehnt danach, zu seinen Verwandten
hinter dem Horizont zu fahren.-Ein Wunsch, der ihn mit Melancholie erfüllt
und dem er Jahren nach dem Ringkrieg nachgibt.
Aussehen und Fähigkeiten
Der schlanke Elb Legolas strahlt die grazile Anmut
aus, die vielen Vertretern seines Volkes zu eigen ist. Seine helle Hautfarbe,
seine blauen Augen und seine blonden Haare verleihen ihm eine fast engelsgleiche
Aura.
Als Elb verfügt Legolas
natürlich über die außergewöhnlichen Fähigkeiten
seines Volks. Er vermag so weit und so scharf wie ein Adler zu sehen,
weshalb er zum Beispiel auf der Reise durch Rohan die nahenden Reiter
bereits über mehrere Wegstunden hinweg erspähen kann.Auch die
typisch elbische Leichtfüßigkeit ist Teil seines Wesen. So
läuft er scheinbar mühelos über den tiefen Schnee auf dem
Gebirgspass des Rothorns (Caradhars). Als exzellenter Reiter kann er mit
Tieren wie etwa Adlern und Pferden sprechen. Diese Fähigkeit kommt
unter anderem zum Einsatz, als Eómer das feurige Pferd Arod zugewiesen
bekommt, welches er problemlos ohne Sattel und Zügel reitet. Zudem
schläft Legolas wenig : Er erholt sich, indem er seine Gedanken auf
den Pfaden der elbischen träume wandeln lässt. Dies ist eine
Art der Meditation, für welche die Elben nicht viel Zeit benötigen.
Nicht zuletzt besitzt er große Unempfindlichkeit gegenüber
dem Wetter. Selbst ein von Saruman gesandter Schneesturm im Nebelgebirge
vermag ihn nur geringfügig zu beeinträchtigen.
So wie Legolas sich äußert und bewegt,handelt
er auch im Kampf : Schnell und effizient. Jeder seiner Pfeile schießt
er mit genauer und doch fließende Bewegungen ab und erreicht
dabei eine tödliche Treffsicherheit. Selbst in schwierigen Situationen,
wie dem eindrucksvollen Filmauftritt im zweiten Teil, als er auf einem
Schild eine Treppe in der Hornburg heruntersurft, trifft jeder seiner
Pfeile einen Ork.
Geheimnisvolles Wesen
Zunächst mag Legolas´
Charakter ausgesprochen typisch für einen Elben erscheinen. Er ist
Freundlich, aber still, oft sogar verschwiegen. Keine unnötigen Bemerkungen,
keine Schilderungen allzu persönlicher Belange kommt über seine
Lippen. Nichts erfährt man über seine Eltern, erst nach Monaten
gemeinsamen Reisen gibt er zu verstehen, wie jung ihm seine Gefährten
erscheinen. Bei genauer Betrachtung lassen sich jedoch Hinweise auf das
Wesen hinter dieser scheinbar undurchdringlichen Maske des anmutigen Kriegers
finden. Legolas´ genaueres Alter wird im Roman von
J.R.R. Tolkien nicht genannt. In Peter Jacksons Verfilmung
ist er 2931 Jahre alt was für einen unsterblichen Elben noch
recht jung ist. Im Vergleich der älteren Elben zeigt er, im Buch
wie im Film, eine vergleichsweise jugendliche Emotionalität. Er beweint
Gandalfs Tod in den Minen von Moria, zeigt sich verärgertüber
die Reiter Rohans und bedroht mit Pfeil und Bogen sogar Eomer. Ebenfalls
wetteifert er mit dem Zwerg Gimli um Zahlen der erschlagen Orks und amüsiert
sich über die Reitversuch seines zwergischen Gefährten.
Insbesondere die enge
Freundschaft von legolas und dem Zwergen Gimli zeigt seine für einen
Elben erstaunliche Offenheit. Gemeinsam mit Aragorn nehmen Legolas und
Gimli nach dem Zerfall des Bundes die Verfolgung der orkischen Entführer
der Hobbits Merry und Pippin auf. Durch ihre gemeinsamen Erlebnisse legen
Elb und Zwerg nicht nur persönliches Misstrauen ab, sondern überwinden
auch Vorurteile ihrer eigenen Völker. Trotz der Streitereien zwischen
Elben und Zwergen, wie sie auch in Elronds Rat ausbrechen, entwickelt
Legolas eine tiefe und beständige Freundschaft mit Gimli. Nach dem
Ringkrieg gründet Legolas zunächst eine Kolonie von Waldelben
in Ithilien, doch danach reist er mit seinem zwergischen Freund erneut
durch Mittelerde. Sie besuchen Orte wie den Wald Fangorn und die Grotte
von Aglarond und segeln im Vierten Zeitalter über das große
Meer. Gemeinsam verlassen die Freunde nach Aragorns Tod (121 Jahre nach
der Zerstörung des Einen Ringes ) als letzte Mitglieder der Gemeinschaft
des Rings Mittelerde.