Artikel über Orlando aus derNautilus
(Nr. 20, Sept/Nov. 03)
Vielen Dank an Lianna und Abendstern fürs Abtippen!
Filmstar über Nacht
Orlando Bloom
Adrenalinsüchtig, doch mit Tiefgang
Orlando Bloom wurde am 13. Januar 1977 im Ort Canterbury in der
britischen Grafschaft Kent geboren. Sein Vater Harry war Anti-Apartheid-Aktivist
in Südafrika. Harry starb, als Orlando vier Jahre alt war. Seine
Mutter Sonia leitete eine Sprachschule und unterstützte seine darstellerischen
Ambitionen von klein auf. Orlando hat eine vier Jahre ältere Schwester
namens Samantha. Als Kind war er Legastheniker, was sich mit den Jahren
allerdings besserte.
Zielstrebig
Bloom wuchs in einem großen Haus auf dem Land auf und ging 1993,
im Alter von 16 Jahren, von der High School ab, um in London dem National
Youth Theatre beizutreten. Dort lernte er die Grundlagen des Schauspielens
und bekam eine Rolle in der Englischen Fernsehserie Casuality. In dieser
ersten Rolle spielte er einen Selbstverstümmeler. Anschließend
erhielt er ein Stipendium für die British Drama Academy. Dort verkörperte
er die Hauptrolle in dem Theaterstück A Walk in the Vienna Woods.
Er fiel einem Agenten auf und erhielt die Rolle eines Strichers im Kinofilm
Wilde. Obwohl er nur einen einzigen Satz sprach, wurde Bloom danach mit
Film- und Fernsehangeboten geradezu überschüttet. Der Brite
beschloss jedoch, erst einmal seine Ausbildung fortzusetzen. Die Guildhall
School of Music and Drama nahm ihn auf. Hier spielte er unter anderem
in den Theaterstücken Peer Gynt, Mephisto, Antigone und Mystery Plays.
2000 trat er in der TV-Serie Midsomer Murders wieder vor eine Fernsehkamera.
Von Faramir zu Legolas
Während seiner Zeit in Guildhall sprach er auch für eine Rolle
in der anstehenden Produktion The Lord of the Rings vor. Regisseur Peter
Jackson zog ihn für die Rolle des Faramir in Erwägung. Doch
die Tests zeigten Jackson, dass Bloom für den Part nicht der Richtige
war. Stattdessen beschloss der Regisseur, Bloom sei perfekt für die
Rolle des Legolas. Orlando erfuhr zwei Tage vor seinem Abschluss an der
Guildhall von dieser Entscheidung. Die nächsten 18 Monate verbrachte
er in Neuseeland, wo er seine Szenen für die gesamte Trilogie abdrehte.
Für diese Rolle wurde sein braunes Haupthaar mit einer blonden Perücke
kaschiert, seine braunen Augen wurden mit Kontaktlinsen blau gefärbt.
Bloom war der erste Darsteller am Set, weil er ein ausgedehntes Training
für seine Rolle absolvieren musste. Dazu gehörten Bogenschießen,
Reiten, Schwertkampf und Paddeln.
Über Nacht ein Star
Der Herr der Ringe: Die Gefährten wurde ein Riesenerfolg und Orlando
Bloom über Nacht ein Star. Er gewann den Preis für „Best
Breakthrough Performance“ der 2001 Internet Movie Awards, das „Beste
Debüt“ der 2002 Empire Awards und den „Best Breakthrough
Male Performance“ der 2002 MTV Movie Awards. Seine Darstellung des
Legolas führte zu weiteren Filmangeboten, darunter in Black Hawk
Down. Für diese Rolle übte Bloom einen Südstaatenakzent,
rasierte sich den Kopf kahl und verbrachte einige Zeit in einem Ausbildungslager
in Georgia. Als nächstes spielte er Joe Byrne im Film Ned Kelly,
bevor er seine erste Hauptrolle in The Calcium Kid erhielt. In diesem
Film stellt er einen Milchmann dar, der zum Boxer umsattelt und eine Chance
auf den Weltmeistertitel bekommt. 2002 nahm er die Rolle des Will Turner
in Pirates of the Caribbean an. Für diesen Film lernte er das Fechten.
Aufgrund der Dreharbeiten zu diesem Abenteuerfilm konnte er bei einigen
Premieren zu Die zwei Türme sowie einigen Nachdrehs für die
Trilogie nicht dabei sein. In Pirates of the Caribbean spielt Orlando
Bloom neben Johnny Depp, den er zu den Menschen zählt, die er am
meisten bewundert. Ein anderer Name auf der Liste der von Bloom hoch geschätzten
Menschen ist Daniel Day-Lewis. Interessanterweise ist die Rolle, die Bloom
in einem anderen Film, Remains of the Piano, spielt.
Höher, schneller weiter
In seiner Freizeit ist Bloom ein Extremsportler und selbst erklärter
Adrenalinjunkie. Er betreibt Skydiving, Bungeejumping, Paragliding, Surfen
und Snowboarding. Dabei hat er sich schon diverse Knochenbrüche zugezogen.
Er ist Vegetarier und vermeidet Milchprodukte. Mindestens zwei Tätowierungen
zieren seinen durchtrainierten Körper: eine Sonne am Bauchnabel (Seine
Lieblingsfarbe ist gelb), und das Elbenzeichen für 9 am Handgelenk.
Letzteres teilt er mit den anderen Darstellern der Gefährten aus
dem Herrn der Ringe (mit Ausnahme von Gandalf alias Ian McKellen). Wäre
er kein Schauspieler, wäre er Bildhauer geworden. Noch heute plant
er, ein Studio zu kaufen, in dem er in seiner freien Zeit an Skulpturen
arbeiten kann. – Wenn er denn freie Zeit hätte …