Interview von Kino.de
Dank an Sinara für den Artikel!
A new Hero is born : Besonders junge Frauen werden tief
ins Herz gestroffen, wenn Orlando Bloom als Elbenkrieger Legolas Greenleaf
seine Pfeile abschießt. Bevor im Dezember der dritte und letzte
Teil von "Herr der Ringe" startet, kämpft der 26-jährige
Beau in "Fluch der Karibik" gegen eine Horde gespenstischer
Piraten.
<<Haben Sie als Junge auch davon geträumt,
mal unter Piratenflagge zu segeln ?
Orlando Bloom : Klar ! Ich habe mich gern als Pirat verkleidet
und mir alte Filme mit Errol Flynn angesehen. Besonders die Schwertkämpfe
mochte ich, weshalb ich ganz glücklich darüber bin, in "Fluch
der Karibik" so oft zur Klinge greifen zu dürfen. Schauspieler
haben das große Glück, sich wie große Jungs austoben
zu dürfen, und dafür auch noch bezahlt zu werden.
<<Sind sie privat auch so ein Draufgänger?
Ich habe mal Bungee Jumping gemacht und bin mit einem Snowboard
einen Berg herunter geschlittert. Ich mag es einfach, mich auch physich
herauszufordern, und wenn es für eine Rolle ist, umso besser.
<<Demnächst sieht man Sie in Wolfgang Petersens
" Troja" schon wieder in einem historischen Gewand. Möchten
Sie nicht gern mal ohne angeklebte Ohren oder Zöpfen vor der Kamera
stehen?
Das wäre sicherlich mal eine Abwechslung. Vielleicht
sollte ich einen Film machen, indem man die ganze Zeit um einen Tisch
sitzt und Karten spielt. Aber das wäre bestimmt sehr langweilig!
Ich mag Filme, in denen viel passiert, und dafür nehme ich gern in
Kauf, immer wieder neue Kostüme zu tragen - die übrigens manchmal
ziemlich unbequem sind.
<<Verkleiden Sie sich manchmal auch privat, um
in der Öffentlichkeit nicht erkannt zu werden?
Glücklicherweise kommt es nur bei öffentlichen
Veranstaltungen wie Filmpremieren zu Massenaufläufen, wenn die Leute
wissen, dass ich gleich um die Ecke komme. Sonst kann ich eigentlich ganz
normal über die Straße gehen, ohne erkannt zu werden - ich
empfinde das als glücklichen Umstand. Vielleicht liegt es daran dass
ich in natura anders aussehe als auf retuschierten Filmfotos. Photoshop
sei Dank !
<<Wie gehen Sie damit um, der neue Mädchenschwarm
zu sein?
Der ganze Rummel um meine Person ging mir anfangs mächtig
auf die Nerven. Heute respektiere ich Fans auf Filmpremieren, die stundenlang
auf mich warten, um ein Autogramm zu bekommen. Dann nehme ich mir die
Zeit, auch wenn ich persönlich nie auf den Gedanken kommen würde,
einen ganzen Nachmittag zu opfern, um mir von einem Schauspieler eine
Unterschrift zu holen.
<<Sie vermeiden das Wort Star ....
Ja, weil ich nie Ambitionen hatte, einer zu werden....
Im Ernst, als ich meine Karriere begann, hatt ich nur einen
Wunsch: Als arbeitsloser Schauspieler nicht auf der Straße zu landen.
Ich war ehrgeizig, studierte fleißig, spielte Theater, aber von
dem großen Durchbruch träumte ich nie.
Jetzt muss ich damit leben, das mich jeder kennt.
Aber ich sage mir, morgen ist es ein anderer junger Schauspieler, der
von Teenagern verehrt wird. Sie brauchen Stars, um ihre Phantasien und
Sehnsüchte auszuleben. Seit ich das weiß, sehe ich das Ganze
viel entspannter.
<<Wie waren Sie als Teenager ?
Schon als Kind waren Kunst und Theater meine Lieblingsfächer.
Daher wusste ich schon sehr früh, was ich einmal werden will. Mit
dieser Zielstrebigkeit beobachtet ich Straßenkünstler, ging
ins Theater und schaute mir Filme an.
Ich verbrachte meine ersten Jahre in Canterbury, wo ich
auch geboren wurde. Aber schon mit 16 ging ich nach London, weil ich wusste,
dass ich nur hier Schauspieler werden kann. Mir ist nichts zugeflogen,
sondern ich habe hart dafür gearbeitet, um dort zu sein, wo ich heute
bin.