Moviestar - Januar/Februar
2002
Vielen Dank an Jasy fürs Abtippen!
Eine
Reise nach Mittelerde
Der
Herr der Ringe: Die Gefährten
„Es wird künftig zwei
Arten von Leuten geben: die, die
Herr der Ringe schon
gelesen haben, und jene, die es noch tun werden“, schwärmte einst die
„London Sunday Times“, als das Fantasy-Epos von J. R. R. Tolkien anno
1954 zum ersten Mal erschien.
Die Grundhandlung ist
simpel: ein Kampf zwischen Gut und Böse, der um einen Meisterring
tobt, der von zwanzig Ringen, die an unterschiedliche Gruppen verteilt
wurden, der entscheidende ist im Kampf um die Macht. In Teil 1
Die Gefährten muss
ein kleiner Hobbit namens Bilbo mit seinen Freunden sowie Elfen,
Zwergen und Menschen zu einer langen Reise durch den Fantasy-Kontinent
Mittelerde aufbrechen. Der Ring muss an einem bestimmten Ort zerstört
werden, damit er nicht in die Hände des dunklen Herrschers Sauron
fallen kann, der nach der Macht über alle Völker strebt. Um Frodo und
die Gefährten zu stoppen, schickt Sauron seine schwarzen Reiter aus,
die allesamt Ringgeister sind, sowie Heerscharen von brutalen
humanoiden Monstern namens Orks …
So simpel wie die
Grundhandlung ist, so komplex ist das Handlungsgewebe, in dem Tolkien
detailliert die Geschichte und Geografie einer ganzen Welt entwickelt
und dabei viele unvergessliche Gestalten und einen packenden
Spannungsbogen erschafft. Inzwischen liegt die weltweite Auflage
seines Romans bei 100 Millionen und das Epos zählt neben der Bibel (an
deren Übersetzung Tolkien mitgearbeitet hat) zu den meistverkauften
Büchern der Welt.
Der Traumfabrik waren
solche Superlative noch nicht genug: Für spektakuläre 300 Millionen
Dollar hat der Neuseeländer Peter Jackson das Werk in seiner Heimat
verfilmt, alle drei Teile gleichzeitig – sehr zum Schrecken der
Produzenten. Jedes Jahr zu Weihnachten soll als Bescherung eine neue
Episode in die Kinos kommen. Wenn das Werk floppt, wird es ein ganzes
Hollywood-Studio in die Tiefe reißen …
Doch die Gefahr
scheint gering. Jene pompösen 20 Minuten, die beim Filmfest Cannes als
Weltpremiere gezeigt wurden, bekamen tosenden Applaus und versprechen,
dass hier das Fantasy-Genre neu definiert wird. Atemberaubende Bauten,
spektakuläre Monster und grandiose Massenszenen, wie sie so noch nie
zu sehen waren. Inmitten der effektvollen Wunderwelt keine kalten
Computerspiel-Figuren, sondern märchenhafte Gestalten mit Seele –
allen voran Elijah Wood als jugendlicher Held mit großen blauen Augen.
Und Shakespeare-Mime Ian McKellen als sein Beschützer, der
charismatische Zauberer Gandalf, natürlich mit Rauschebart.
Die
Größenunterschiede zwischen den kleinwüchsigen Hobbits und den anderen
Gestalten wirken verblüffend, raffinierte Kameratechnik und
Spezialeffekte machen´ s möglich. Stolze 550 jener berühmten CGI’s (computer
generated images) sollen die Trickkünstler in den ersten Teil
eingebaut haben. Zudem wird jedes einzelne Bild noch digital
bearbeitet, um so für die passenden Farben zu sorgen.
Auch die Ausstattung
lässt sich nicht lumpen: 900 handgemachte Rüstungen, 2000 Waffen,
20.000 Requisiten-Teile sowie 1600 künstliche Füße und Ohren als
Monstermasken sollen für die perfekte Illusion der künstlichen
Fantasywelten sorgen.
Grandios gelungen ist
das in jener Szene, in der die Abenteurer durch eine geheimnisvolle
Bergmine wandern, in der dreiäugige Zyklopen, Kämpfer mit
Alien-Fratzen und Heerscharen von bissigen Mini-Monstern lauern. In
hochhaushohen Höhlen stürzen Treppen und Wände ein, auf dem freien
Feld steht dann eine Armee, die an die legendäre Massensequenz aus
Stanley Kubricks Monumentalepos
Spartacus erinnert.
„Klotzen statt
Kleckern“ machten sich auch die Marketingstrategen zum Motto. Über
eine Million Mark ließ man sich die teuerste Cannes-Party aller Zeiten
zum Tolkien-Großereignis kosten: Die Originalkulissen wurden eigens
aus Neuseeland importiert, düstere schwarze Reiter samt diverser
Fantasy-Monster begrüßten die verblüffte Gästeschar im exklusiven
Landschloss, die bald nicht nur das Büfett, sondern auch allerlei der
Originalrequisiten abräumte. Mittendrin, ganz entspannt und ohne die
übliche VIP-Abschirmung, die Akteure: ein Hobbit, der in echt eher wie
ein Punk aussieht, oder Elfen-Darstellerin Liv Tyler, barfuss im Gras
und gelassen mit einer Zigarette in der Hand. „Wir Elfen sind
unsterblich. Im Film bin ich schon 3000 Jahre alt, und Cate Blanchett
ist sogar noch meine Großmutter“ gibt die hübsche Tyler zu Protokoll,
sogar echtes Elfisch kann sie sprechen – eine Sprache, die Tolkien
einst eigenhändig erfunden hat.
Dass er in seinem
Roman die Frauen fast vergessen hat, wird auf der Leinwand leicht
nachgebessert: Immerhin drei Frauen dürfen nun auftreten. Männlich
bleibt derweil der Elf Legolas, gespielt vom britischen Newcomer
Orlando Bloom, der sich frisch von der Theaterschule in das
Fantasy-Abenteuer stürzen durfte. Gleiches Casting-Glück hatten die
beiden bislang unbekannten Hobbit-Darsteller Billy Boyd (als Schussel
Pippin) und Dominic Monaghan (als Komiker Merry). Eigentlich sollten
alle Hobbits aus England stammen, doch die Insel gab trotz intensiver
Suche nicht genügend der passenden Gesellen her. Die andere Hälfte des
Zwergen-Quartetts fand man in Amerika: als Sam wurde Sean Astin (Goonies)
engagiert, die Hauptrolle des fröhlichen Frodo Baggins bekam der
19jährige Elijah Wood (Der
Eissturm, The
Faculty) – mit einem selbst gedrehten Bewerbungsvideo
setzte er sich gegen 150 Ring-Rivalen durch.
„Die Hobbits haben
eine sehr positive Haltung zum Leben. Selbst nach einer Tragödie, bei
der sie sich fast wie Kinder verhalten, sind sie einige Stunden später
doch wieder guter Laune“, erläutert Wood die Philosophie der kleinen
Helden, „zudem gibt es eine große Gemeinschaft zwischen ihnen, sie
bestehen zusammen ihre Abenteuer, lassen sich nie im Stich, sondern
sind stets füreinander da. Gerade für junge Leute kann das eine
faszinierende Botschaft sein: Egal, wie schwer ein Weg auch scheinen
mag, gemeinsam lassen sich alle Probleme lösen.“
Kein ganz leichter
Weg waren auch die insgesamt 274 Drehtage für die Darsteller, völlig
abgeschieden, jenseits von Hollywood, am Ende der Welt. Und zudem das
Problem, drei Filme gleichzeitig zu drehen. Die Rollenverteilung von
Gut und Böse galt selbst während der pausen: „Die schwarzen Reiter
redeten beim Essen immer nur vom Bösen. Die Elfen philosophierten über
Unsterblichkeit. Und wir Hobbits tranken eben unser Bier“, erinnert
sich Wood amüsiert an die Drehzeit. Die phantastischen Vier verstanden
sich derart gut, dass sie sogar noch ihren wohlverdienten Urlaub
gemeinsam verbrachten.
Die drohende Hysterie
durch eine kommende Kultwelle sieht Shakespeare-Mime Sir Ian McKellen
(Gods and Monsters)
ganz gelassen: „Wenn ich nun als kleine Puppe im Spielzeugladen ende,
nehme ich das als Kompliment. Ich sammle ohnehin Figuren des 19.
Jahrhunderts – warum also nicht auch einmal mich selbst.“ Sein
Magier-Widersacher Saruman alias Christopher Lee sieht gleichfalls
wenig Grund zur Aufregung: „Vermutlich wird es uns auch noch als
Schachfiguren geben. Auch wenn wir es nicht zugeben, nehmen wir das
alles als Kompliment.“ Wohl kaum ein Schauspieler hat mehr Filmrollen
gespielt als er. Oder wie die Queen kürzlich sagte, als sie ihn zum
CBE (Commander of the British Empire) ernannte: „Sie haben aber eine
lange Karriere gehabt!“ Und die ist noch lange nicht zu Ende. So wird
er auch in Star Wars –
Episode 2 im nächsten Frühjahr dabei sein – (natürlich)
wieder als Schurke.
In vielfacher
Hinsicht kann man den Herr
der Ringe mit
Star Wars vergleichen. Beides sind Trilogien, die weniger
aus Sequeln bestehen als vielmehr einen Film darstellen, der aus drei
untrennbaren Teilen besteht, die als Ganzes konzipiert wurden.
Gegenüber Episode 1,
der technisch perfekte Unterhaltung bot, wurden viel ungerechte
Vorwürfe laut. Aber weder Jar Jar Binks noch die auf Kinder
zugeschnittene Story (die sicher einen Kontrast zu den düsteren
Fortsetzungen schaffen sollte) waren wirklich kritikwürdig. Doch an
einem gibt es nichts zu deuteln: Selbst gestandene Schauspieler wie
Liam Neeson konnten ihren Klischeefiguren nicht sonderlich viel Leben
einhauchen!
Ganz anders Peter
Jacksons Der Herr der Ringe.
Bei dem einstigen Splatter-Meister führt jeder Charakter ein
Eigenleben und hat eine Tiefe, von der die
Star Wars-Helden
nur träumen können. Ein Grund dafür ist, dass Jackson zwar – wie Lucas
– alle Fäden in der Hand hält, sich aber nicht zum Tyrannen aufspielt,
der Schauspieler auf Stichwortgeber für die Technik reduziert, sondern
Jackson gab jedem Akteur die Gelegenheit, zu seiner eigenen
Interpretation zu finden, um Tolkiens Figur zum Leben zu erwecken.
Und somit haben wir
es hier mit einem Film zu tun, der inszenatorisch voller Wunder ist
und damit doch keine der unzähligen Figuren erdrückt, sondern ihnen
Raum gibt, sich zu entfalten und zu plastischen Charakteren zu werden.
Das ist vielleicht das größte Wunder an diesem grandiosen
Herr der Ringe, der
es verdient hätte, ein Blockbuster zu werden, weil er nicht mit
einfacher Story und simplen Typen darum buhlt.
Dieter Oßwald
Der Herr der
Ringe: Die Gefährten
The Lord of the
Rings: The Fellowship of the Ring
Farbe, USA 2001, 165
Min.
Regie: Peter
Jackson. Drehbuch: Fran Walsh, Philippa Boyens,
Peter Jackson nach dem Roman von J. R. R. Tolkien. Musik:
Howard Shore. Titelsong: Enya. Kamera: Andrew Lesnie.
Schnitt: John Gilbert, D. Michael Horton, Jamie
Selkirk. Casting: Victoria Burrows, John Hubbard,
Amy MacLean, Liz Mullane, Ann Robinson.
Spezialeffekte: Digital Domain, Weta Digital.
Produktinsdesign: Grant Major. Art director: Dan Hennah.
Set decorators: Tanea Chapman, Alan Lee, Victoria
McKenzie. Kostüme: Ngila Dickson. Associate Producers:
Rick Porras, Ellen Somers. Ausführende Produzenten: Mark
Ordesky, Bob Weinstein, Harvey Weinstein, Saul Zaentz.
Co-Produzentin: Fran Walsh. Produzenten: Peter Jackson,
Barrie M. Osborne, Tim Sanders. Produktion: New Line
Cinema, The Saul Zaentz Company, WingNut Films
Darsteller: Elijah
Wood (Frodo Beutlin), Ian McKellen (Gandalf der Graue),
Viggo Mortensen (Aragorn), Sean Astin (Samweis „Sam“
Gamdschie), Liv Tyler (Arwen Undómiel), Cate Blanchett (Galadriel),
John Rhys-Davies (Gimli), Billy Boyd (Peregrin „Pippin“
Tuk), Dominic Monaghan (Meriadoc „Merry“ Brandybock),
Orlando Bloom (Legolas Grünblatt), Hugo Weaving (Elrond),
Sean Bean (Boromir), Ian Holm (Bilbo Beutlin), Andy
Serkis (Smeagol/ Gollum), Alexandra Astin (Elanor), Brad
Dourif (Grima Schlangenzunge), Sala Baker (Sauron),
Christopher Lee (Saruman)
Verleih: Warner
Deutscher Start:
19. Dezember
Herr
der Ringe von A – Z
Alles oder nichts
Erstmals in der
Filmgeschichte wurde eine Trilogie am Stück abgedreht. Mit der
Mammutinvestition von 300 Millionen Dollar wird hoch gepokert. Denn
für die letzte Episode klingelt die Kasse erst an Weihnachten 2003.
Wird das erste Werk ein Flop, schaut es zappenduster aus.
Boom
Der Roman zählt zu
den meistverkauften Büchern der Welt. Er ist in 40 verschiedenen
Sprachen erhältlich, die Auflage liegt bei 100 Millionen. Entsprechend
groß ist die Neugier auf den Film: Kaum war der Trailer im Netz, gab
es in der ersten Woche superlative 6,6 Millionen Zugriffe. Die
Klick-Zahl bei Star Wars
fiel sechsmal geringer aus.
CGIs
Von den berühmten „computer
generated images“, der Spezialeffekt-Maßeinheit, werden 550 allein für
Teil 1 versprochen. Neben diesen digitalen Tricks wird zudem jedes
einzelne Bild digital bearbeitet.
Devotionalien
Der finanzkräftige
Fan kann fas alles auf seinen Fantasy-Altar stellen: von Briefpapier
über Tuschfeder bis zum Kalender, von Figürchen über Sammelkarten bis
zum Rollenspiel, von Gewändern bis zum offiziellen Ring aus echtem
Gold für reale 900 Mark. Es gibt eigens einen online-Shop unter:
www.elbenwald.de
Elfisch
Tolkien hat die
Sprache einst eigens erfunden. Und Liv Tyler als Arwen gab sich alle
Mühe, sie auch ordentlich zu sprechen. Klingt wie eine Mischung aus
Gälisch und Walisisch – und wird im Film untertitelt.
Frauen
Im Roman spielen sie
nur eine kleine Rolle, doch auf der Leinwand wird leicht
nachgebessert, Drehbuchautorin Fran Walsh hat für eine Prise
Frauen-Power gesorgt: neben der hübschen Liv Tyler auch die grandiose
Cate Blanchett (The Gift)
als Lady Galadriel,d ie Königin der Elfen.
Gandalf
Den großen Zauberer
von Mittelerde spielt der Shakespeare-Mime, geadelte Sir und britische
Schwulen-Aktivist Ian McKellen, der für seine Darstellung als
Horror-Regiemeister James Whale in
Gods and Monsters
viel Lob einheimsen konnte und in der Hochgelobten
Superhelden-Verfilmung
X-Men in der Schlacht zwischen Gut und Böse bereits auf der
anderen Seite stand.
Hobbits
Schon in Tolkiens
erster Mittelerde-Erzählung
Der Hobbit spielte
einer dieser Halblinge die Hauptrolle, die den Menschen nur bis zur
Taille reichen, aber nicht so gedrungen und bärtig wie die Zwerge
sind. Außerdem ziehen sie ein fröhlich-harmloses Genussleben in
idyllischem lichtem Grün dem verbissenen Buddeln nach Gold und
Metallen im Dunkel unter der Erde vor. Besagter
Hobbit hieß Bilbo
Beutlin und entdeckte in einer von einem Drachen bewachten Höhle den
sagenhaften Ring, der im Kampf zwischen Gut und Böse eine
entscheidende Rolle spielen sollte, und Jahre später Bilbos Neffen
Frodo übergeben wurde.
Internet
Klar, dass
Fantasy-Freaks Tag und Nacht online sind. Die schicksten Seiten finden
sich unter der Adresse
www.herr-der-ringe-film.de (mehr zum Thema gibt´ s wohl nicht),
www.lordoftherings.net Wer´ s lieber wissenschaftlich mag geht auf
die Seite der Hardcore-Fans unter
www.tolkiengesellschaft.de
J.
R. R. Tolkien
Was in
Dallas noch für
Bösewicht stand, macht ein „R“ mehr zum Hohepriester aller
Fantasy-Fans: J(ohn) R(onald) R(euel) Tolkien. Der Professor aus
Oxford und Freund von dem ebenfalls phantastisch begabten C. S. Lewis
hat die Mythen aus Mittelerde ausgeheckt und damit einen literarischen
Evergreen geschaffen, der mit seiner Detailgenauigkeit schon
Generationen von Lesern in seinen bann gezogen hat. Als ideale
Einstiegsgeschichte gilt
der Hobbit, als Vertiefung
Das Silmarillion
über die Frühgeschichte von Mittelerde. Letzteres wurde wie vieles aus
dem Nachlass des verschrobenen Gelehrten veröffentlicht, der mit
seiner Frau Edith im katholischen Teil des Wolvercote-Friedhofs im
Norden von Oxford begraben liegt. Auf dem Grab steht: „Edith Mary
Tolkien, Lúthien, 1889 – 1971“ und „John Ronald Reuel Tolkien, Beren,
1892 – 1973“. Die nachgestellten Namen sind die von Liebenden aus dem
Silmarillion.
Kommerz
Wie bei jedem
Mega-Film klingeln die Kassen vor allem auch durch die Vermarktung der
Fan-Artikel. Frodo und Co. Sind nicht nur in jedem siebten
Überraschungsei oder in Cornflakes-Schachteln zu finden. Auch
Hamburger-Bratereien reiten auf der Kult-Welle werbewirksam mit.
LOTR
Wer etwas auf sich
hält sagt niemals Herr der
Ringe, sondern verwendet das schicke englische Kürzel für
Lord of the Rings.
Musik
Ihre Klänge nutzten
TV-Anstalten im September für den Soundteppich zu den New Yorker
Schreckensbildern. Nun avancierte Enya mit dem Titelsong „May it be“
auch zur Musikfrau vom Herrenring.
Neuseeland
Die Heimat von
Regisseur Peter Jackson gab nicht nur die grandiose Naturkulisse ab.
Auch die Produktionskosten am Ende der Welt sind günstiger als in den
USA.
Orlando
Der britische
Newcomer Orlando Bloom durfte sich frisch von der Theaterschule in das
Fantasy-Abenteuer stürzen. Mit langem Haar und Pfeil und Bogen gibt er
den smarten Elfen-Softie Legolas, über den Liv Tyler anerkennend sagt:
„Wie ein Hobbit sieht Orlando ja nun wirklich nicht aus!“
Party
Um die Weltpremiere
des 20minütigen Ausschnitts in Cannes standesgemäß zu feiern, wurden
die Originalkulissen eigens aus Neuseeland importiert, schwarze Reiter
samt Fantasy-Monster inklusive. Dass die exklusive Gästeschar im
exklusiven Landschloss nicht nur das Büfett, sondern auch allerlei
Originalrequisiten abräumte, war im Party-Etat von einer Million Mark
wohl nicht einkalkuliert.
Regisseur
Geboren an Halloween
anno 1961, erlangte der Hardcore-Horrorfilmer Peter Jackson mit
blutspritzenden Streifen wie
Bad Taste und
Braindead sowie der
ungeschminkten Muppets-Parodie
Meet the Feebles zu
Kult-Status. Mit seiner subtilen, auf Tatsachenberuhenden Studie
Heavenly Creatures
über zwei jugendliche Mörderinnen überraschte er alle, die ihn als
reinen Metzelfilmer missverstehen wollten. Dabei hatte er u. a. auch
schon im überladenen Splatter-Fest
Braindead bewiesen,
dass er sehr wohl fähig war, eine brillante Charakterstudie zu
entwerfen.
Statistik
300 Millionen Dollar,
274 Drehtage, 900 handgemachte Rüstungen, 2000 Waffen, 20.000
Requisiten-Teile sowie 1600 künstliche Füße und Ohren als
Monstermasken.
Tonträger
Wem die 1008 Seiten
zu viel zum Lesen sind und das pompöse Filmspektakel zu wenig
Phantasie fördernd, der ist mit dem Hörspiel gut bedient. Brillant
jenes von der BBC. Auch nicht schlecht die deutsche Produktion SWF –
als CD überall im Buchhandel.
Vampir
Ex-Dracula
Christopher Lee ist als mieser Magier Saruman (nach anfänglicher
Unentschlossenheit) einmal mehr zum bösen Buben verdammt. Der „Opa der
Ringe“ sieht´ s gelassen: „Wie Anthony Hopkins so treffend sagte: `Ich
spiele keine Bösewichter, ich spiele Menschen.´ Es gibt eine besondere
Qualität, die mich daran reizt, und das ist die Traurigkeit dieser
Figuren. Böse zu sein ist eine sehr einsame Angelegenheit.“
Warner
Wenige Wochen vor dem
Start übernahm die deutsche Filiale des Hollywood-Studios den Vertrieb
in den hiesigen Kinos. Eigentlich sollte der Kinowelt-Verleih den
Goldesel bei uns auf die Leinwand bringen, scheiterte in der
Zielgeraden jedoch an seiner klammen Finanzlage. Nun macht sich
Kino-Riese Warner selbst die
Harry Potter-Konkurrenz.
X
Millionen
Die Erwartungen sind
hochgeschraubt. LOTR
soll die Massen locken. Schon in Cannes gab ein Marketingprofi die
nicht ganz unbescheidene Erfolgsprognose: „Dagegen wird die
Titanic wie ein
Ruderboot aussehen“.
Yrch
Der elfische Plural
von „Orch“, jene finsteren Gesellen im Dienste des bösen Sarumen, die
auf gut Deutsch „Orks“ genannt werden.
Zeichentrick
Rotoskopiert, also
teils mit Schauspielern aufgenommen, aber dann überzeichnet, brachte
Ralph Bakshi 1978 die Fantasy-Legende auf die Leinwand. Der Erfolg
blieb bescheiden, die geplante Fortsetzung wurde gestrichen, weshalb
der auf zwei Teile angesetzte Film mittendrin endet. Es folgte
immerhin noch eine nicht von Bakshi gedrehte TV-Fortsetzung auf
niedrigerem Niveau, die das Geschehen abschloss. Heute kann man sich
auf Video oder einer brandneuen DVD davon überzeugen, dass Bakshis
Werk zwar Mängel hat, aber zu Unrecht verdammt wurde.
„Meine Liebe gilt einem Kino, das den Zuschauer auf eine Reise
mitnimmt“
Ein
Interview mit Peter Jackson
Geboren wurde er an
Halloween anno 1961 in Neuseeland. Mit seinen blutspritzenden
Splatter-Streifen Bad Taste
und Braindead kam Peter
Jackson zu Kult-Status bei den Horror-Freaks. Zu einem „Silbernen
Löwen“ in Venedig sowie reichlich Feuilletonisten-Lob brachte er es
danach mit seiner auf Tatsachen beruhenden Mörder-Mädchen-Geschichte
Heavenly Creatures.
Nach seiner in Hollywood realisierten Geistergeschichte
The Frighteners wagte
sich Jackson an das größte Filmabenteuer aller Kinozeiten: Für 300
Millionen Dollar drehte er an einem Stück alle drei Teile des
Kult-Romans Der Herr der Ringe
von J. R. R. Tolkien. Den ersten Teil präsentiert er zum diesjährigen
Weihnachtsfest, der Rest der Trilogie folgt 2002 und 2003, jeweils zur
selben festlichen Zeit.
Moviestar:
Der Roman hat eine Auflage von 100 Millionen, erschien in 40 Sprachen
und hat Kultstatus erlangt. Ihre Trilogie hat ein Budget von 300
Millionen Dollar – wie lebt man mit solche einem Erwartungsdruck?
Peter Jackson:
Ich habe das einfach verdrängt. Es wäre kaum nützlich gewesen, wenn
ich mir jeden Tag Gedanken über das große Budget gemacht hätte. Ich
hatte einen Job zu erledigen und der hieß: Mach den bestmöglichen Film
aus diesem Stoff! Ein großer Actionfilm mit aufwendigen
Spezialeffekten kostet in Hollywood 120 bis 130 Millionen Dollar. Wir
haben drei Filme – und sind im Endpreis 100 Millionen Dollar billiger.
Zum einen, weil wir alle drei Teile gleichzeitig gedreht haben, zum
zweiten, weil wir nicht in Hollywood, sondern im billigeren Neuseeland
produziert haben.
MS:
Drei Filme auf einmal zu drehen – ist das nicht schwierig?
PJ: Wir haben
das Projekt für uns nicht in drei Teile geteilt, die Dreharbeiten
verliefen wie bei einem sehr langen Film, der sieben Stunden dauert.
Hollywood hätte den Stoff gerne zu einem einzigen Film verarbeitet.
Doch das ist unmöglich. Die Story ist zu bekannt, die Figuren sind zu
beliebt. Mit nur einem Film würde man den Charakter des Buches
verlieren.
MS:
Kann man einem 1000-Seiten-Roman mit Kultstatus überhaupt auf der
Leinwand gerecht werden – zumal kaum ein Stoff derart eifrige Fans hat
wie Herr der Ringe?
PJ: Für ein
Projekt wie dieses gibt es keine Regeln, auf die man zurückgreifen
könnte. Man muss sich auf seine Instinkte und Gefühle verlassen. Auch
mit drei Filmen ist es unmöglich, alles aus dem Roman unterzubringen.
Eine meiner kleinen Regeln lautete, dass es ein Film sein sollte für
jene Leute, die das Buch vor zehn Jahren gelesen haben. Hartgesottene
Fans werden natürlich sofort merken, was wir alles weggelassen oder
verändert haben. Aber wir haben die Schlüsselelemente der Figuren und
der Story beibehalten. Zudem war es wichtig, dass ein Film nach dieser
komplexen Vorlage auch von jenen verstanden wird, die das Buch
überhaupt nicht kennen.
MS:
Hatten die Tolkien-Erben Einfluss auf das Projekt?
PJ: Die
Filmrechte wurden 1969 von J. R. R. Tolkien selbst an United Artists
verkauft. Von dort hat sie später Saul Zaentz erworben, der damals die
Zeichentrick-Version produzierte. Weil die Rechte verkauft waren,
hatten die Erben nichts mehr mit unserer Verfilmung zu tun und wollten
das auch nicht. Es gab informelle Kontakte mit Christopher Tolkien und
der Stiftung. Aber für sie wäre es natürlich frustrierend gewesen,
wenn Sie versucht hätten Einfluss zu nehmen – und letztlich doch keine
Macht dazu hätten. Man war sehr nett zu uns, aber es gab keine direkte
Verbindung.
MS:
Wie sind Sie überhaupt auf das Projekt gekommen?
PJ: Fran Walsh
[Peter Jacksons Partnerin im Leben und im Beruf] und ich waren mitten
bei den Dreharbeiten von
The Frighteners im Oktober 1995, als wir überlegten, was
wir als nächstes tun sollten. Ich weiß nicht mehr genau, wie es
passierte, aber irgendwie kam mir plötzlich
Der Herr der Ringe
in den Sinn. „Warum wurde das nie verfilmt?“ und „Wer hat die Rechte?“
fragte ich mich, immerhin gab es den Roman schon seit 40 Jahren. Wir
fanden heraus, dass Saul Zaentz die Rechte daran hatte. Zu jener Zeit
hatten wir mit Miramax einen First-Look-Deal, also rief ich Harvey
Weinstein an und fragte: „Was hältst du von
Herr der Ringe?“
Harvey und Saul drehten damals
Der Englische Patient,
beide einigten sich über die Rechte. Doch Miramax wollte keine
Trilogie. Und wir wollten keinen einzelnen Film. Also suchten wir nach
einem anderen Studio.
MS:
Vom schmuddeligen Bad Taste
zum pompösen Herr der Ringe
– gibt es da einen Zusammenhang?
PJ: Vor 13
Jahren kam ich mit Bad
Taste auf die Filmmesse nach Cannes – und in diesem Jahr
wurden dort, in genau demselben Kino, die ersten Ausschnitte von
Herr der Ringe
gezeigt. Ich fühle mich noch immer als der gleiche Filmemacher wie
früher. Meine Liebe gilt einem Kino, das die Zuschauer auf eine Reise
mitnimmt, die er normalerweise nicht gemacht hätte – das war bei
Bad Taste nicht
anders als bei Herr der
Ringe. Nur dass dies nun eben der ultimative Kinotrip ist.
Mein Lieblingszitat von Hitchcock heißt: „Manche Filme sind ein Stück
vom Leben. Meine Filme sind ein Stück von einem Kuchen.“ Das
beschreibt für mich sehr gut die Aufgabe von Kino.
MS:
Inwieweit ist Harry Potter
ein Rivale um die Publikumsgunst?
PJ: Ich hoffe,
dass Harry Potter
ein guter Film wird, schließlich habe ich die Bücher ebenso gelesen
wie meine Kinder. Wenn das Publikum
Harry Potter gut
findet, wird damit der Weg für Magie und Zauberer geebnet – da kann
für uns nur gut sein. Danach ist das Publikum bestens vorbereitet für
Tolkien. Harry Potter
richtet sich an ein eher jüngeres Publikum, unser Film an alle
Altersschichten.
MS:
Ihre anderen Filme fielen oft einer hohen Altersfreigabe zum Opfer –
wie soll es diesmal sein?
PJ: Es wäre
dumm und unverantwortlich, aus
Herr der Ringe
einen film „nur an 18 Jahren“ zumachen. Natürlich könnte man eine
Version mit vielen brutalen und gewalttätigen Szenen aus dem Stoff
machen. Aber wir wollten ganz bewusst, dass auch Kinder diesen Film
sehen können.
MS:
Nach welchen Aspekten haben Sie Ihr Mammutwerk besetzt?
PJ: Hollywood
hat uns völlige Freiheit bei der Besetzung gelassen. Es macht sehr
viel Spaß, wenn man die ganzen Kultfiguren des Romans auf einer Liste
hat und überlegt, welcher Schauspieler würde zu Frodo, Bilbo oder
Elrond am besten passen. Unser Motto hieß: Wer erweckt die
Tolkien-Figur am besten zum Leben? Für die Hobbits wollten wir
ursprünglich englische Akteure, weil sie im Roman einen Bezug zu
England haben. Für Frodo haben wir über 150 Darsteller getestet, doch
keiner hat uns überzeugt. Bis schließlich Elijah Wood in unserem
Londoner Büro auftauchte. Er hatte gehört, dass wir nur in England
nach Hobbits suchen und brachte ein selbst gemachtes Video mit, auf
dem er Sätze aus dem Roman vorlas. In unserer Verzweiflung legten wir
das Band ein – und er hatte die Rolle.
MS:
Sollte nich tSean Connery den Zauberer Gandalf spielen?
PJ: Das war
nur ein Gerücht. Ich bin ein großer Sean Connery-Fan und würde gerne
einmal mit ihm arbeiten. Aber Connery ist eben auch auf der Leinwand
immer Connery, seine Persönlichkeit würde jeden Tolkien-Charakter
überstrahlen. Während unser Ian McKellen völlig von dieser Figur des
Gandalf aufgesogen wird.
MS:
Wie macht man aus normalen Schauspielern kleine Hobbits?
PJ: Visuell
ist das natürlich eine besondere Herausforderung. Man verwendet
verschiedene Kameraeinstellungen, ausgefeilte Blue-Screen-Technik und
Computertricks. Bisweilen geht das aber auch ganz simpel: Da muss der
Hobbit einfach auf die Knie gehen und der Zauberer auf eine Kiste
steigen. Wir hatten zudem Doubles: kleinwüchsige Darsteller für die
Hobbits und sehr große für die Zauberer.
MS:
Das Zauberwort für jeden Special-Effects-Film heißt CGI, computer
generated Images – welche digitalen Tricks haben Sie auf Lager?
PJ: Wir
mussten eine ganz eigene Software entwickeln. Mit unserem „Massive“-Programm
konnten wir bei einer Trickszene mit 20.000 Figuren jeder einzelnen
ganz individuelle Merkmale verpassen. Per Mausklick können Sie jede
vergrößern und ihr in die Augen sehen. Unsere Figuren können wie von
selbst agieren. Statt der üblichen Animation gibt man als Befehl
„Marschiert auf den Berg!“ – und sie tun das! Wir konnten die
CGI-Figuren gegeneinander kämpfen lassen. Zu unserer Überraschung sind
sie dabei bisweilen sogar geflohen, ohne dass wir das wollten. Sie
hatten plötzlich ihr eigenes Leben entwickelt. Wir haben übrigens jede
einzelne Szene mit dem Computer bearbeitet. So schön Neuseeland auch
ist, für die Tolkien-Welt wollten wir einen ganz besonderen Look.
Deshalb haben wir alle Farben nachbearbeitet, um die richtige
Atmosphäre für Mittelerde zu erzeugen.
MS:
Sind all Ihre Heere nur aus der digitalen Trickkiste?
PJ: Nein,
nein. Zu Beginn der Dreharbeiten besuchte uns die Premierministerin
und fragte, wie sie uns unterstützen könnte. Wir sagten, dass ein paar
Soldaten als Statisten nicht schlecht wären. Da drehte sie sich zum
Verteidigungsminister um, der auch dabei war, und sagte: „Geben Sie
Ihnen ein Bataillon, wenn sie es benötigen.“ Wir haben die dann zu
Schwert- und Speerkämpfern ausgebildet – was bei dem sinkenden
Militärhaushalt unseres Landes vielleicht ja einmal von Nutzen sein
kann (lach).
Das Interview
führte Dieter Oßwald
„Immer perfekt ist gar nicht so einfach!“
Ein
Interview mit Liv Tyler
Moviestar:
Als Elfe musst du immer supergut und freundlich sein – wird man da
nicht neidisch auf einen Fiesling, wie Christopher Lee ihn spielt?
Liv Tyler:
Stimmt! Elfen sind einfach perfekt: völlig ausgeglichen und immer
souverän. Es ist wirklich nicht einfach, so etwas zu spielen.
Schließlich darf man sich als Elfe keine menschlichen Nachlässigkeiten
erlauben. Das sind Wesen, die 12 Stunden am Tag meditieren können. Für
meinen Kollegen Orlando, der den männlichen Elf spielt, war das alles
noch schwieriger: Er musste mit dieser Haltung sogar Kampfszenen
spielen.
MS:
Nicht nur bei den Elfen ist der
Herr der Ringe eine
reine Männerwelt – wie lässt es sich da arbeiten?
LT: Stimmt
schon, es gibt lediglich drei weiblich Figuren in dem ganzen Film.
Aber zum Glück waren in der Crew etliche Frauen dabei, das war ganz
gut für die Atmosphäre.
MS:
Du hast kleine Filme gedreht und Blockbuster wie
Armageddon – was
war anders an Herr der
Ringe?
LT: Für mich
ist kein Film wie ein anderer. Obwohl
Herr der Ringe das
größte Projekt ist, das ich jemals gedreht habe, kam mir die
Atmosphäre doch vor wie bei einem Independent-Film. Es gab nicht diese
großen Wohnwagen oder eine Luxusbehandlung. Es war alles sehr einfach
und sehr intim – was bei
Armageddon überhaupt nicht der Fall gewesen war.
MS:
Was war die größte Herausforderung für dich?
LT: Wir
mussten lernen zu reiten, mit dem Schwert zu kämpfen und dann
natürlich die Elfen-Sprache. Tolkien hat mit 15 begonnen, diese eigene
Sprache zu erfinden, mit 17 war er damit fertig. Am Anfang hatte ich
ziemliche Angst davor und fand es zunächst sehr schwierig. Aber
inzwischen spreche ich Elfisch sehr flüssig (lacht). Eines Tages, wenn
ich nicht einmal mehr meinen eigenen Namen aussprechen kann, werde ich
noch immer diese Elfen-Dialoge können.
MS:
Wie fühlt man sich, wenn man sich selber als Spielzeug-Puppe in den
Geschäften widerfindet?
LT: Die erste
Puppe bekam ich damals in einer Schachtel. Ich war ganz allein zu
Hause und fand es überaus seltsam, als diese Puppe, die aussah wie
ich, mir auf meinem Küchentisch gegenübersaß. Leider fiel dann auch
gleich der Arm ab, aber nur, weil es sich um einen Prototyp handelte.
Als Kind hatte ich viele Barbie-Puppen und das erste, was ich machte,
war, ihnen die Kleider abzunehmen.
MS:
Hast du keine Angst vor der großen Fan-Welle, die nun über dich
hereinbrechen wird?
LT: Ich habe
mich darum noch gar nicht gekümmert. Ich war nur einmal auf der
offiziellen Website – und bin technisch schnell damit gescheitert. Das
Faszinierende am Drehort Neuseeland war, dass wir so weit weg von
allem und vor allem von Hollywood waren, so dass wir uns nach einiger
Zeit wirklich so gefühlt haben, als wären wir in Mittelerde. Erst als
ich wieder nach Hause kam und bei einem Freund meine Email abgerufen
hatte, sah ich plötzlich auf dem Browser das Gesicht von Eijah Wood
und mir. Da wurde mir erst klar, wie groß das Ganze werden würde.