OBL als Startseite | Lesezeichen setzen Deutschlands größte Orlando Bloom, Legolas und Will Turner Seite - die beste Adresse zum Thema. Bilder, Downloads, Artikel, Community und noch vieles mehr
 

Moviestar - Dezember 2002


Vielen Dank an Jasy fürs Abtippen!

 

Black Hawk Down

 

Der Zuschauer im Kreuzfeuer

Die Bilder des 3. Oktober 1993 wird niemand vergessen, der sie damals im Fernsehen gesehen hat: Aufnahmen zweier toter amerikanischer Soldaten, die von feiernden Somalis durch die Straßen geschleift werden. Auch Mark Bowden konnte diese Bilder nicht vergessen. Doch anstatt sie als gegeben hinzunehmen, begann der Journalist, die Hintergründe dieses verhängnisvollen Tages in Mogadischu zu recherchieren. Die Ergebnisse veröffentlichte er in einer angesehenen Artikelreihe und in dem Tatsachenroman „Black Hawk Down: A Story of Modern War“, der 1999 mit großem Erfolg verlegt wurde …

Auf diesem Roman, der minutiös und mit Detailverliebter Akribie die 16 Stunden währende Schlacht von Mogadischu beschreibt und dabei auf offiziellen Berichten und Hunderten von Interviews basiert, die Bowden selbst geführt hat, fußt Ridley Scotts Verfilmung.

Der Regisseur von so gegensätzlichen Werken wie Alien, Blade Runner, Gladiator und Hannibal zeigt dabei wenig Interesse für die allgemeine Situation, die damals in Somalia herrschte. Lediglich am Anfang stimme kurze Textinformationen und Bildeinschübe darauf ein, dass sowohl Amerikaner als auch UN-Blauhelme in dem afrikanischen Land waren, um den Frieden aufrecht zu erhalten und die Verteilung von Hilfsgütern an hungernde Menschen zu überwachen. Was damals niemand verstand, war, dass Somalia etwas so abstraktes wie den Frieden nicht gekannt hatte, sodass er auch gar nicht aufrechterhalten werden konnte. Vielmehr wurde das Land und besonders Mogadischu von den selbsternannten Generälen beherrscht, die ihren Einflussbereich behalten wollten und darüber auch über Leichen gingen – selbst, wenn es das eigene verhungernde Volk betraf.

 

Himmelfahrtskommando

Was Scott präsentiert, ist ein auf knapp über zwei Stunden kompensierter Kriegsbericht, der zeigt, wie Elitesoldaten der Army Rangers und der Delta Force mit Bodentruppen und Hubschrauberunterstützung in Mogadischu einfallen, um eine eigentlich einfache Mission zu absolvieren: Sie sollen Führungsoffiziere des lokalen Kriegsherrn Mohamed Farrah Aidid, der Hilfslieferungen für sich selbst in Anspruch nimmt, gefangen nehmen. Soweit läuft die Mission auch erfolgreich ab, doch hat niemand mit dem erbitterten Widerstand der Somalis gerechnet, der daraufhin einsetzt. Ein Einsatz, der wenige Stunden hätte dauern sollen, zieht sich über 16 Stunden hin. Stunden, in denen zwei Black Hawk-Hubschrauber abgeschossen und die Bodentruppen voneinander getrennt werden. Stunden, in denen rund hundert Soldaten in Mogadischu gegen eine gewaltige Übermacht ums Überleben kämpfen. Und Stunden, in denen sich die Soldaten mehr als einmal fragen, warum sie eigentlich tun, was sie tun …

 

Mitten im Geschehen

Scott hält sich nicht damit auf, seine Figuren zu charakterisieren, doch das ist auch nicht nötig. Black Hawk Down ist weniger daran interessiert, hübsche Actionunterhaltung inklusive aufrechter Helden zu bieten, als vielmehr dem Zuschauer verständlich zu machen, was es heißt, inmitten eines solchen Kriegsgebiets zu funktionieren und sowohl auf das eigene wie auch auf das Leben der Kameraden achten zu müssen.

Den Strudel, in den Black Hawk Down das Publikum zieht, muss man sich ähnlich vorstellen wie die ersten 30 Minuten von Der Soldat James Ryan. Mit dem Unterschied, dass hier nicht nach einer halben Stunden Schluss ist und auf einen gemächlichen Gang zurückgeschaltet wird. Bei Black Hawk Down wird der hammerharte Realismus, den Steven Spielberg propagierte, noch einmal um ein Vielfaches multipliziert. Slavomir Idziaks Kamera hält immer drauf, egal, wie hässlich es auch sein mag, und zwingt den Zuschauer, zusammen mit den Protagonisten vor Kugeln und Raketen in Deckung zu gehen. Wie kaum ein anderer Film kann Black Hawk Down verdeutlichen, wie man sich als Soldat, der selbst kaum Ahnung davon hat, was eigentlich vorgeht, inmitten eines Stunden währenden Gefechts fühlen muss.

 

Endlich im Kino

Black Hawk Down ist mit Stars gespickt (u. a. mit den Pearl Harbor-Veteranen Josh Hartnett, Tom Sizemore, William Fichtner und Ewen Bremner), doch sind sie alle nur Teil eines Ensembles und fügen sich in die größere Geschichte ein, ohne krampfhaft die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen zu wollen. Darüber hinaus stellte sich der durch den Kultstreifen Chopper bekannte Eric Bana, der es 2003 als Hulk so richtig krachen lässt, dem Publikum vor. Seine Leistung als Soldat der Delta Force ist erstklassig und lässt vermuten, dass der Australier noch eine große Karriere vor sich hat.

Gedreht wurde in Marokko, nachdem man für einen Moment überlegt hatte, ob es wohl möglich wäre, Originalschauplätze in Mogadischu zu benutzen. Die Schauspieler wurden ins Boot-Camp geschickt, um ihnen den nötigen militärischen Drill angedeihen zu lassen. Darüber hinaus konnte die Produktion auf die militärischen Berater Colonel Thomas Matthews und Colonel Lee Van Arsdale zurückgreifen, von denen einer bei dem tatsächlichen Einsatz vor neun Jahren dabei war und sicherstellen konnte, dass Ridley Scotts Film den Ereignissen gerecht wurde. Der 95 Millionen Dollar teure Film wurde 2002 mit zwei Oscars für den Besten Schnitt und den Besten Ton ausgezeichnet. Bei uns ist Ridley Scotts Meisterwerk nun, nachdem der Senator Filmverleih ihn mehrere Male verschoben hat, auch endlich im Kino zu sehen. Dafür ist es auch Zeit geworden, gibt es Black Hawk Down doch schon in mehreren Ländern auf DVD.

Peter Osteried

 

Black Hawk Down

Black Hawk Down

Farbe, USA 2001, 142 Minuten

Regie: Ridley Scott. Drehbuch: Ken Nolan nach dem Buch von Mark Bowden. Kamera: Slavomir Idziak. Musik: Hans Zimmer. Schnitt: Pietro Scalia. Ausstattung: Arthur Max. Kostüme: David Murphy, Sammy Howarth-Shelden. Produzent: Jerry Bruckheimer. Ausführende Produzenten: Simon West, Mike Stenson, Chad Oman, Branko Lustig. Produktion: Columbia Pictures, Jerry Bruckheimer Films, Revolution Studios, Scott Free Productions.

Darsteller: Josh Hartnett (Matt Eversmann), Ewan McGregor (Grimes), Tom Sizemor (Danny McKnight), Eric Bana (“Hoot” Gibson), William Fichtner (Jeff Sanderson), Ewen Bremner (Shawn Nelson), Sam Shepard (William F. Garrison), Ron Eldard (Mike Durant), Thomas Guiry (Ed Yurek), Jason Isaacs (Mike Steele), Zeljko Ivanek (Gary Harrell), Orlando Bloom (Todd Blackburn).

Verleih: Senator

Deutscher Start: 10. Oktober

 

 

Zurück zum Artikelindex





 

 

 nach oben

Wir sind nicht Orlando Bloom, gehören nicht zu seinem Management und stehen auch sonst in keinerlei Kontakt zu ihm. Briefe und Mails an ihn können von uns nicht weitergeleitet werden. || Disclaimer | Impressum
Texte, Layout und Grafiken Copyright © 2002-2010 OBL.
Design & Inhalte by Verena und dem OBL Team

Seite optimiert für: [Firefox] [1024x768] [JavaScript] [Muchos Colores] [Verdana]

Proudly Hosted by All-Inkl.com

Besucher seit dem 6. Februar 2002

 

 

nach oben