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DVD Vision August 2002


Vielen Dank an Jasy fürs Abtippen!

 

Der Herr der Ringe – Die Gefährten

 

Endlich! Anfang August erscheint mit „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“ ein sehnlich erwarteter Film auf einer satten Doppel-DVD. Der erste Teil von Peter Jacksons Bombast-Adaption der Tolkien-Bücher wird sich locker unsere Auszeichnung als DVD des Monats verdienen. Willkommen in Mittelerde!

 

Info

Fantasy

Originaltitel

The Lord of the Rings – The Fellowship of the Ring, USA 2001

Studio

New Line Cinema

Verleih

Warner Home Video

Laufzeit

Ca. 171 Minuten

Regie

Peter Jackson

Darsteller

Elijah Wood, Viggo Mortensen, Ian McKellen, Christopher Lee, Sean Bean, John Rhys-Davies, Liv Tyler, Cate Blanchett, Orlando Bloom, Sean Astin

Bildformat

2.35:1 (16:9)

Audiokanäle

Deutsch 5.1 EX DD
Englisch 5.1 EX DD

Untertitel

D, E

FSK

ab 12 Jahren

ET

06.08.2002

Preis

Ca. € 25,-

Alternative

Willow
Ron Howard setzte für George Lucas ein Fantasy-Abenteuer in Szene, in dem der Zwerg Willow ein Baby vor einer bösen Herrscherin retten muss. Für 1988 mit sensationellen Effekten.

 

Es war 2001 kein normaler Filmstart, sondern ein Ereignis: „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“. Ein Werk, das eigentlich als unverfilmbar galt, fand schließlich doch noch seinen Weg auf die Leinwände, die die Welt bedeuten. Begonnen hatte alles im Jahre 1937. Der begnadete britische Linguist und Dozent John Ronald Reuel Tolkien veröffentlichte seinen ersten Roman „Der Hobbit“, und legte damit den Grundstein für seinen späteren Welterfolg.

1954 folgte mit „Der Herr der Ringe“ schließlich das Werk, das die moderne Fantasy-Literatur wie kein zweites revolutionieren sollte. Mit dem folgenden Erfolg hat wahrscheinlich Tolkien selbst am wenigsten gerechnet. Ab den 60ern verbreitete sich die inzwischen auf eine Trilogie angewachsene Saga in der westlichen Welt dann wie ein Lauffeuer. Ob Kinder, Teenager, Twens oder Erwachsene: alle liebten Frodo Beutlin, seines Zeichens Hobbit und eine der Hauptfiguren. Besonders die 68er-Generation interpretierte gerne alles Mögliche in die Abenteuer hinein.

Dabei lag Professor Tolkien nichts ferner, als irgendwelche obskuren oder gar politischen Botschaften in seine Story zu legen. Die Geschichte sollte Spaß machen, und das machte sie auch hauptsächlich zu dem, was sie heute ist. Darüber hinaus führten die Bücher dazu, dass sich Millionen von Menschen der Fernsehgeneration zur Abwechslung mal wieder mit Literatur befassten.

Tolkien hiermit als Erfinder des Fantasy-Genres hinzustellen, wäre sicher falsch. So wie sich viele Filmschaffende über die folgenden Jahrzehnte aus seinen Vorlage bedient haben (jawohl, Mr. Lucas!), mischte auch Tolkien die besten Zutaten vieler bereits existierender Sagen und Legenden zu einem populären Potpourri zusammen: da wären die Ritter der Tafelrunde, Merlin, Excalibur, der blonde Siegfried und die Nibelungen, Fabelwesen wie Elfen, Trolle, Zwerge und die Suche nach dem Heiligen Gral. All das ergab in der Summe eine von Millionen Fans immer wieder gern besuchte Welt, die nach einer Verfilmung geradezu schrie.

 

Insgesamt aber erschien ein Projekt dieser Größenordnung zu komplex, zu aufwändig und letzten Endes einfach viel zu teuer. Für ein halbherziges Leinwandabenteuer unter Verwendung damaliger Tricktechnik wären Tolkiens Bücher allerdings auch zu schade gewesen. Wenn schon teuer und aufwändig, dann produzierten die Studios doch lieber Überlängen-Epen wie „Ben Hur“, „Cleopatra“ oder „Spartacus“, die zwar auch gewaltige Summen an Geld verschlangen, aber im Gegensatz zu „Der Herr der Ringe“ eine kassenträchtigere Lovestory zu bieten hatten.

Zeichentrickfilmer Ralph Bakshi wagte sich in den 70er-Jahren dann allen Unkenrufen zum Trotz doch als erster an eine Adaption. Da dem Zeichentrick ja bekanntlich kaum Grenzen gesetzt sind, war es eigentlich verwunderlich, dass es bis dahin noch niemand auf diese Weise versucht hatte. Vielleicht aber auch zum Glück, denn eine Hobbit-Musicalnummer aus dem Hause Disney hätten die Fans sicher nicht ertragen können. Trotzdem ging die Sache daneben. Bakshi übernahm sich bei dem Versuch, gleich alle drei Bücher in einen Film zu packen und ging mit einem unvollendeten und enttäuschenden Flop in die Filmgeschichte ein.

Danach wurden die Bücher zwar weiterhin regelmäßig neu aufgelegt, doch ein Realfilm schien endgültig in weite Ferne gerückt. Warum sollte man auch Geld für etwas ausgeben, das man mit „Star Wars“ (1977) und der danach einsetzenden Welle erfolgreicher Science-Fiction-Filme in ähnlicher Form schon hatte?

 

Als sich Anfang der 90er neue, auf industriellen Großrechnern basierende Special Effects im Film etablierten, waren die Karten plötzlich neu gemischt und die Chancen für eine adäquate Verfilmung standen besser denn je. Ganze sieben Jahre lang dauerte die Vorbereitung für einen der größten Filmprojekte aller Zeiten.

Um die Produktionskosten so gering wie möglich zu halten, sollten gleich alle drei Romane an einem Stück in Szene gesetzt werden. Für die gesamten Dreharbeiten wurden zwei Jahre veranschlagt. Eventueller Nachdreh nicht ausgeschlossen. Das war dann wahrscheinlich auch einer der Gründe dafür, dass viele namhafte Stars absagten. Sean Connery, die erste Wahl für die Rolle des Zauberers Gandalf, lehnte allerdings ab, weil er „das Ganze irgendwie nicht kapierte“.

Regie führte der Neuseeländer Peter Jackson. Dessen ersten beiden Spielfilme sind bei uns indiziert, sein dritter, eine blutige „Slapstick“-Comedy wurde sogar verboten und beschlagnahmt. Für seinen vierten Film „Heavenly Creatures“ erhielt er eine „Oscar“-Nominierung als Autor. Danach folgte mit „The Frighteners“ ein richtig guter A-Film, der aber leider nicht den gewünschten Erfolg brachte und bei uns sogar nur als Videopremiere erschien. Umso erstaunlicher also, dass New Line Cinema dass Füllhorn über Jackson ausschüttete und Hunderte von Dollar-Millionen vom Himmel regnen ließ. Der sympathische und wohlbeleibte „Kiwi“ hat bisher alles richtig gemacht.

 

Der erste Film behandelt ausschließlich das erste Buch. Dem Hobbit Frodo Beutlin (Elijah Wood) fällt die schwere Aufgabe zu, den „Einen Ring“ vor dem Finsterling Sauron in Sicherheit zu bringen. Sollte der Schurke das Kleinod an seinen Finger kriegen, hieße es Aus-die-Maus für Mittelerde, der friedlichen Welt, in der Frodo und sein Volk leben. Gemeinsam mit den unterschiedlichsten Gefährten macht sich Frodo auf, den Ring an einen Ort zu bringen, wo er zerstört werden kann. Das größte Abenteuer des fantastischen Films begann …

Die Spannung auf die ersten Reaktionen der Fachpresse und vor allem des Publikums war groß. Als der „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“ dann schließlich startete, war allen klar: diese Investition hat sich gelohnt. Zwar gewann 2001 ein Zauberlehrling an der Kinokasse und 2002 bei der „Oscar“-Verleihung Ron Howards „A Beautiful Mind“ als Bester Film, aber mit 851,4 Millionen Dollar an weltweitem Einspiel und dreizehn „Oscar“-Nominierungen konnten alle Beteiligten von „Der Herr der Ringe“ mehr als zufrieden sein. Das reichte außerdem aus, um den Film zum fünftgrößten Hit aller Zeiten zu machen.

Erfolg macht Kritik erträglich. Im Zeitalter von DVD- und Internet-Filmpiraterie zog man bei Warner Home Video nach „Harry Potter“ erneut die Notbremse und verweigerte der weltweiten Journalistenschar die Herausgabe von Rezensionsexemplaren. Erst in der nächsten Ausgabe wird es zu einem vollständigen Test der „Der Herr der Ringe“-DVD kommen.

 

Die Kinofassung des Films erscheint am 06.08.2002 zunächst als Doppel-DVD im Digipak. Auf Disc 1 wird es den Film mit anamorphem 2.35:1-Bildformat und Dolby Digital 5.1 EX-Sound in Deutsch und Englisch geben. Die Bonusscheibe beinhaltet dann gute zwei Stunden an Zusatzmaterial.

Dazu gehören eine gespannt erwartete, zehnminütige Vorschau auf den zweiten Teil „Die zwei Türme“, drei längere Dokumentationen („Welcome to Middle-earth“, ca. 17 Min., „The Quest for the Ring“, ca. 22 Min., und „A Passage to Middle-earth“, ca. 42 Min.). Außerdem gibt es 15 kürzere Featurettes, die man bisher nur auf der Internetseite zum Film ansehen konnte, darunter auch Interviews mit den Beteiligten.

Weiterhin dabei sind Trailer und TV-Spots, das Musikvideo von Enya („May it be“) und ein Werbespot zum Videospiel „Die zwei Türme“ von Electronic Arts. Damit nicht genug, gibt es noch eine Vorschau auf die für November angekündigte „Special Extended Edition“ des ersten Teils, die dann mit ca. 30 Min. weiteren Filmszenen und sechs Stunden Bonusmaterial auf insgesamt vier DVDs in einer von Tolkien-Illustrator Alan Lee entworfenen Sonderverpackung erscheinen wird.

Wer will, kann sich das Teil dann auch in einer Super-Sonder-Sammelkiste zulegen, in der dann Platz für mögliche kommende Extended Editions der Teile 2 und 3 sein wird. Alles komplett haben wird man also erst im Jahre 2004. Allerdings kann man hier nicht von „Abzocke“ sprechen, da der Anbieter Warner Home Video alle Käufer bereits vor Erscheinen der ersten Version auf eine kommende Special Edition hinweist

PK

 

Wertung

 

Film

Einer strengen Fangemeinde wie den Tolkien-Jüngern kann man unmöglich alles recht machen. Trotzdem ist Peter Jacksons Adaption ein weitestgehend werkgetreues Fest für die Sinne. Sagenhaft gefilmt, tolle Darsteller und erstklassige Musik und Effekte machen den Film zu einem echten Genuss. Frodos Reise durch Mittelerde nach Mordor sieht man gern öfter.

5 von 5 Punkten

Bild

Keine Wertung möglich

Ton

Keine Wertung möglich

Extras

Keine Wertung möglich

Fazit

Die angekündigte DVD dürfte dem Film aller Voraussicht nach gerecht werden. Die entscheidende Frage wird allerdings sein, ob man den Angeboten der Kaufhäuser zunächst widerstehen kann, um sich als echter Fan im November dann die Extended Edition zu kaufen, oder ob man doch wieder mal ungeduldig sofort zuschlägt …

Keine Wertung möglich

 

 

Adressen

www.herr-der-ringe-film.de

Die neuesten Infos rund um die Filme von Peter Jackson

www.warnerbros.de/movies/herrderringe

Offizielle deutsche Website

www.theonering.net

Eine weitere Seite mit Infos und Gerüchten

 

Worterklärungen von Jasy:

Linguist – Sprachwissenschaftler

obskur – dunkel; unbekannt; verdächtig

populär – beliebt

Potpourri – Allerlei

adäquate – einer Sache angemessen

indiziert – angezeigt, ratsam

 

 

 

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