Moviestar Januar/Feburar 2001
Vielen Dank an Jasy fürs Abtippen!
Der
Herr der Ringe
Der
erste Teil der groß angelegten Trilogie nach dem Fantasy-Bestseller
von J. R. R. Tolkien startet bei uns im Dezember 2001
Ein Ring, sie zu
knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu
binden, im Lande Mordor, wo die Schatten droh’n …
1997, 60 Jahre nach
seinem erstmaligen Erscheinen, wurde J. R. R. Tolkiens phantastisches
Epos Der Herr der Ringe
zum Buch des Jahrhunderts gewählt. Millionen von Lesern in aller Welt
haben die phantastischen, von der angelsächsischen Sagenwelt
inspirierten Abenteuer des kleinen Hobbits Frodo und des weisen
Zauberers Gandalf schon verfolgt und sich immer wieder eine Verfilmung
des Fantasy-Klassikers gewünscht. Nach einer Zeichentrick-Adaption von
1978, die die Fans eher enttäuschte, wird der Wunsch so vieler
Tolkien-Verehrer nun endlich erfüllt: In Neuseeland verfilmt Regisseur
Peter Jackson die epische Saga vom Kampf zwischen den Mächten des
Lichts und der Finsternis.
Die Zahlen, mit denen
die Produktion jongliert, sind überaus eindrucksvoll: Nicht weniger
als 18 Monate dauern die Dreharbeiten zu den drei Filmen
Die Gefährten,
Die Zwei Türme und
Die Rückkehr des Königs,
die die drei Bücher der
Herr der Ringe-Saga adaptieren. Obwohl am Stück produziert,
sollen die drei Teile ab Weihnachten 2001 jeweils im Jahresrhythmus in
die Kinos kommen. Eine Produktionscrew von 300 Spezialisten ist unter
der Leitung von Regisseur Peter Jackson und Produzent Fran Walsh
beschäftigt; mehrere tausend Statisten wurden angeworben, um
Massenszenen wie die Schlacht bei Helms Klamm zu inszenieren, und
stolze 1200 Effekteinstellungen werden dafür sorgen, dass Hobbits,
Orks, Balrogs und all die anderen unwirklichen Wesen der tolkienschen
Sagenwelt glaubhaft zum Leben erwachen.
Die Besetzungsliste
der Filme, lange Zeit das Ziel eifriger Fan-Spekalutionen, ist
mittlerweile kein Geheimnis mehr: Neben Elijah Wood (Deep
Impact) als Frodo Beutlin und Ian McKellen (X-Men)
als Gandalf spielen Sean Astin als Sam Gamdschie und Ian Holm als
Frodos Onkel Bilbo, der den Meisterring auf einer seiner Reisen
gefunden hat. Ex-Dracula Christopher Lee, der auch im nächsten
Star Wars-Kapitel
mitwirkt, wird als zum Bösen konvertierter Zauberer Saruman zu sehen
sein. Die restliche Ringgemeinschaft, die aufbricht, um Mittelerde vor
dem Zugriff des bösen Sauron zu bewahren, der den Meisterring in
seinen Besitz bringen will, ist ebenfalls prominent besetzt: Viggo
Mortensen verkörpert den edlen Aragorn, Liv Tyler (Armageddon)
ist als Arwen zu sehen, und John Rhys-Davies (Indiana
Jones) spielt den wackeren Zwerg Gimli. Sean Bean (Goldeneye)
verkörpert den tapferen Krieger Boromir, der sich von der Macht des
Ringes blenden lässt …
Für die
Spezialeffekte zeichnet WETA Limited verantwortlich,
Neuseelands führendes Effekthaus. Unter der Aufsicht der
Produktionsdesigner Alan Lee und John Howe werden hier Modelle und
Skulpturen der unzähligen Kulissen und Kreaturen angefertigt. Blue
Screen- und Motion Capture-Aufnahmen werden gemacht, ein eigenes
MakeUp-Department ist mit der Erstellung unzähliger Masken
beschäftigt. Doch nicht nur herkömmliche Tricktechniken kommen zum
Einsatz – auch digitale Animationstechnik (CGI (Anm: CGI = Computer
Generated Images – zu Deutsch: Computergenerierte Bilder)) findet
bei DER Herr der Ringe
massive Anwendung: Ähnlich wie bei
Star Wars wird es
auch hier Charaktere geben, die am Set zwar von Schauspielern
verkörpert, im fertigen Film jedoch von CGI-Animationen ersetzt werden
– so zum Beispiel der zum Monstrum mutierte Gollum. In Massenszenen
soll die Zahl der Statisten mittels digitaler Tricks bis um das
Zwanzigfache angehoben werden – das Ergebnis werden die
spektakulärsten Schlachtengemälde sein, die je auf der Leinwand zu
sehen waren.
Dass sich Peter
Jackson entschieden hat, Tolkiens Epos in Neuseeland zu verfilmen, hat
freilich nicht nur mit Heimatliebe zu tun – für die idyllischen
Grasländer, tiefen Wälder und verschneiten Berggipfel, die Tolkiens
sagenumwobenes „Mittelerde“ prägen, könnte man sich keine passendere
Location vorstellen. Sogar die bizarren Felsformationen des düsteren
Landes Mordor finden sich auf den vulkanischen Nordinseln – dort
entscheidet sich im dritten Teil das Schicksal Frodos und seiner
Freunde. Nach dem neuen
Star Wars-Film ist
Der Herr der Ringe
sicher das am meisten mit Spannung erwartete Filmprojekt des neuen
Jahrtausends. Obwohl viele Fans sich anfangs kritisch äußerten, ist
die Stimmung inzwischen durchweg positiv – zumal, da immer mehr Bilder
von der Produktion nach außen dringen, die Großes erahnen lassen.
Authentizität und Vorlagentreue, bei Romanverfilmungen oft
vernachlässigt, stehen für Peter Jackson bei der Adaption von Tolkiens
Saga im Vordergrund. Fans in aller Welt werden es ihm danken.