Moviestar Mai/Juni 2000
Vielen Dank an Jasy fürs Abtippen!
Der
Herr der Ringe
Tolkiens Fantasy-Epos entsteht als dreiteiliges Filmabenteuer
Es gibt wohl nur ein
Filmprojekt, das mit ähnlicher Spannung erwartet wird wie das nächste
Kapitel der STAr Wars-Saga:
Peter Jacksons Verfilmung von J. R. R. Tolkiens
Lord of the Rings …
Bekanntlich wurde
bereits ein Versuch unternommen, das packende Epos um den kleinen
Hobbit Frodo, den weisen Zauberer Gandalf, den finsteren Sauron und
all die anderen Gestalten aus Tolkiens überbordernder, von nordischen
Mythen inspirierter Fantasie zu verfilmen: 1978 brachte Ralph Bakshi
seine Zeichentrickversion des Stoffes in die Kinos – und scheiterte in
den Augen der meisten Tolkien-Anhänger. Auch die fürs US-Fernsehen
gedrehte Fortsetzung des Films vermochte nicht zu überzeugen. Auf eine
angemessene Verfilmung mussten Mittelerde-Fans lange warten – nun aber
scheint sie in Neuseeland Gestalt anzunehmen.
New Line Cinema und
Peter Jackson, bekannt durch
Braindead,
Heavenly Creatures
und The Frighteners,
haben sich des Stoffes angenommen und wollen nicht kleckern, sondern
klotzen: Nicht weniger als 300 Millionen Dollar Produktionskosten sind
im Spiel, wenn die Saga vom
Herr der Ringe
derzeit als dreiteilige Filmserie adaptiert wird. Und wie es aussieht,
haben Tolkien-Fans diesmal wirklich Grund zur Hoffnung – denn die
ersten Bilder, die uns vom Set, den Dekorationen und den Darstellern
erreichen, sind – gelinde gesagt – recht beeindruckt: Da gibt es wüste
Orks, edle Elben und stolze Krieger, langbärtige Zauberer und
niedliche Hobbits, die wirklich so aussehen, wie sie bei Tolkien
beschrieben werden. Das Masken- und Kostümdepartment arbeitet auf
Hochtouren, um die Produktion mit immer neuem Nachschub zu versorgen,
Stuntcrews inszenieren Schlachtengetümmel, Computerspezialisten sind
damit beschäftigt, bizarre Kreaturen wie den niederträchtigen Gollum
am Bildschirm zum Leben zu erwecken.
Von den sanften
Hügeln des Auenlandes über Schnee umtoste Berggipfel bis hin zu den
Schluchten von Helms Klamm und den kargen Landstrichen von Mordor
stellt der Drehort Neuseeland den idealen Hintergrund für die
Verfilmung der Trilogie – die ersten Aufnahmen, die von den
Dreharbeiten an die Öffentlichkeit dringen, lassen auch hier nur das
beste vermuten. Was die Darsteller betrifft, ist es Regisseur Jackson
und den Produzenten Harvey Weinstein, Bob Weinstein und Saul Zaentz
(der schon Bakshis Trickfilm produziert hat) gelungen, eine Reihe von
Volltreffern zu landen: Elijah Wood (Deep
Impact) scheint als Frodo Beutlin geradezu die
Idealbesetzung zu sein, Sean Astin, der einst mit Spielbergs
Goonies auf
Schatzsuche ging, verkörpert Frodos treuen Freund Sam Gamdschie.
Frodos Onkel Bilbo wird von Ian Holm gespielt, seine Cousins Pippin
und Merry von Billy Boyd und Dominic Monaghan. Liv Tyler (Armageddon)
ist als Elbenprinzessin Arwen zu sehen, John Rhys-Davies (Indiana
Jones 1 & 3) mimt den wackeren Zwergenstreiter Gimli. Für
die Rolle des finsteren Zauberers Saruman konnte kein geringerer als
Leinwandlegende Christopher Lee gewonnen werden. Schade nur, dass sich
die Gerüchte nicht als wahr erwiesen und Sean Connery nun doch nicht
als Gandalf gecastet wurde – doch Ian McKellen, der die Rolle jetzt
spielt, wird sich sicher alle Mühe geben, den weisen Zauberer
überzeugend zu verkörpern. Wie bitterer Hohn für alle, die das
filmische Großereignis schon freudig erwarten, mutet freilich der
angekündigte Starttermin von
Die Gefährten an,
dem ersten Teil von Der
Herr der Ringe: Am 14. Dezember 2001 soll der Film weltweit
in den Kinos starten. Danach sollen im Jahresabstand jeweils zum
Weihnachtsfest die beiden anderen Teilen
Die Zwei Türme und
Die Rückkehr des Königs
in die Filmtheater kommen. Erst Ende 2003 wird die Trilogie somit
abgeschlossen sein.